Bildungstourismus: Strukturen und Informationsvermittlung
von: Yvonne Schulz
Sommersemester 2001
1. EINLEITUNG 3
2. DEFINITIONEN 4
3. GESCHICHTE DES BILDUNGSTOURISMUS 5
3.1 DIE KAVALIERSREISEN ODER DIE „GRAND TOUR“ 5
3.2 DIE ROMANTISCHE BILDUNGSREISE 6
3.3 BILDUNGSTOURISMUS IM ZEITALTER DER INDUSTRIEGESELLSCHAFT 6
4. DER MODERNE BILDUNGSTOURISMUS 7
5. STRUKTUREN DER STUDIENREISE 9
5.1 STUDIENREISEN ALS VERANSTALTERREISEN 9
5.2 STUDIENFAHRTEN VERFÜGEN ÜBER EIN FESTES PROGRAMM 10
5.3 STUDIENREISEN WERDEN FACHLICH QUALIFIZIERT GELEITET 10
5.4 STUDIENREISEN ALS GRUPPENREISEN 11
5.5 STUDIENREISEN ALS PAUSCHALREISEN 11
5.6 STUDIENREISEN ALS URLAUBSVERANSTALTUNGEN 12
5.7 STUDIENREISEN ALS RUNDREISEN 12
5.8 STUDIENREISEN ALS BUSREISEN 12
6. STRUKTUR DES ANGEBOTES 13
6.1 SOZIOGRAPHISCHE MERKMALE DER STUDIENREISENDEN 13
6.1.1 Das Reiseverhalten der Studienreisenden 15
7. STRUKTUR DER NACHFRAGE 17
7.1. URSACHEN FÜR DIE ZUNAHME DER NACHFRAGE 18
7.2. NACHFRAGEPROGNOSEN 18
7.2.1. Nachfrageprognosen für Studienreisen in nahe Entwicklungsländer 19
7.2.2. Nachfrageprognosen für Studienreisen in ferne Entwicklungsländer 19
7.2.3. Nachfrageprognosen für außereuropäische Industrieländer 19
8. DIE PRODUKTPALETTE AKTUELLER STUDIENREISEFORMEN AM BEISPIEL VON STUDIOSUS REISEN 20
8.1. DIE MODERNE STUDIENREISE 21
8.2. STUDIENREISEN MIT FREIZEIT-PLUS 21
8.3. DIE STUDIENFERIEN 22
8.4. DIE STUDIENEXPEDITION 22
8.5. DIE YOUNG LINE 22
9. NACHFRAGESCHWUND DURCH KRISEN - BEISPIEL TÜRKEI 23
10. SCHLUSS 25
11. LITERATURVERZEICHNIS 27
1. Einleitung
Bei dem im folgenden behandeltem Thema „Bildungstourismus: Strukturen und Informationsvermittlung“ handelt es sich um ein sehr vielschichtiges Spektrum.
In der Literatur wird der Bildungstourismus heute mit Bildungsreisen gleich gesetzt und diese wiederum mit Studienreisen, welche die neue Form der Bildungsreisen darstellen. Aus diesem Grund liegt der Schwerpunkt auf den Bildungsreisen, beziehungsweise, wie sie heute heißen, Studienreisen. Es wird weiter unterschieden in individuale und pauschale Studienreisen, wobei hier jedoch vor allem die pauschalen Angebote genauer erläutert werden. Zunächst wird jedoch der Begriff der Bildungsreisen definiert. Im Anschluß hieran wird die Geschichte des Bildungstourismus sowie seine heutigen Formen beschrieben. Exemplarisch wird bei der geschichtlichen Darstellung vor allem genauer auf die Kavaliersreisen, die romantische Bildungsreise sowie auf den Bildungstourismus im Industriezeitalter eingegangen. Weiter werden die Strukturen dieses Reisetypus erläutert, sowie die Angebots- und Nachfragestruktur. Hierbei werden unter anderem auch zukünftige Trends dieser prognostiziert. Danach werden die soziographischen Merkmale der Studienreisenden erklärt.
Als Beispiel wird zunächst die Produktpalette aktueller Studienreiseformen am Beispiel von Studiosus Reisen beschrieben. Dieses schien geeignet um die vielfältigen Varianten der Studienreisen zu verdeutlichen. Anschließend wird, am Beispiel der Türkei, die rückgängige Nachfrage nach Studienreisen durch Krisen eines Landes erläutert. Als literarische Quellen dienten vor allem mehrere Werke von Wolfgang Günter. Unter anderem: Die Geschichte der Bildungsreise, oder: Der moderne Bildungstourismus. Formen, Merkmale und Beteiligte. Weiter wurden beispielsweise Veröffentlichungen von Klaus Dietsch oder Klaus Dieter Hartmann herangezogen, sowie ein Datenband des Studienkreises für Tourismus und Entwicklung und Publikationen der Studiosus Reisen und der FVW im Internet.
2. Definitionen
Nach GÜNTER setzt sich der Bildungstourismus aus den zwei Veranstaltungsformen der „Bildungsreise“ sowie der „Studienreise“ zusammen. Aufgrund der Tatsache, daß beide Formen über eine lange Tradition verfügen, haben sie eine dementsprechende Begriffsgeschichte. So läßt sich die Bildungsreise bis in das 15 Jahrhundert vor Christus, in Ägypten, zurückverfolgen.
Erst seit Beginn der 60er Jahre dieses Jahrhunderts wurde dann der Begriff der „Studienreise“ auf die touristische Veranstaltung der Bildungsreise übertragen. Seitdem wird sie wie nachstehend charakterisiert. 1 Um eine einheitliche Definition des Begriffs „Studienreise“ bemühen sich Experten erst seit den 80er Jahren. Dieses schien von der Anbieterseite her notwendig, um sich von Mitbewerbern abzusetzen, welche versuchten ihre Rundreisen mit der Bezeichnung „Studienreise“ aufzuwerten. Die folgenden Definitionen sollen einen Überblick über die heute gebräuchliche Begriffsverwendung geben.
Eine Studienreise ist eine Informations- und Besichtigungsreise, die in der Regel als eine Gruppenreise unter sachkundiger Führung fachorientiert für Teilnehmer mit bestimmten Bildungsinteressen durchgeführt wird. Ziele von Studienreisen sind historisch beziehungsweise kunsthistorisch, geographisch, volkskundlich, botanisch oder sonstwie bedeutende Orte und Landschaften, Museen, Ausstellungen, wissenschaftlich historische Einrichtungen usw.2 Eine Studienreise ist eine Gruppenreise mit begrenzter Teilnehmerzahl, festgelegtem Reiseverlauf sowie deutschsprachiger, fachlich qualifizierter Reiseleitung.3
Eine Studienreise ist eine Gruppenreise mit festgelegtem Reisethema, qualifizierter Reiseleitung und entsprechend begrenzter Zahl der Teilnehmer mit möglichst gleichartiger Interessenslage.4 Die Studienreise ist eine intelligente Form der Urlaubsreise, die ein intensives Auseinandersetzen mit dem Gastgeberland ermöglicht, indem sie die Vergangenheit nachempfinden läßt, den Bezug zu gegenwärtiger Lebenssituation und Kultur aufzeigt und dieses Erlebnis an Ort und Stelle vermittelt. Dabei versucht sie, die ursprüngliche Situation des Gastlandes zu schonen und - wenn möglich - sogar zu fördern.5
3. Geschichte des Bildungstourismus
Wie bereits in Kapitel 2 erläutert reichen die historischen Wurzeln der Bildungsreise bis in das Ägypten des 15. Jahrhunderts vor Christus zurück. Jedoch gewinnt der Bildungstourismus erst im griechisch-römischen Kulturkreis greifbare Konturen. Wichtig für die geschichtliche Entwicklung des Bildungstourismus sind weiter die Vagantenreisen seit dem 12. Jahrhundert, die Handwerkerreisen seit dem 16. Jahrhundert.
3.1 Die Kavaliersreisen oder die „Grand Tour“
Ziel der Kavaliersreisen des 16. Und 17. Jahrhunderts waren die Schauplätze antiker Kultur oder die derer Zeugnisse nämlich Kirchen, Paläste oder Stadtanlagen der Renaissance in Italien, insbesondere Rom6. Zu den Teilnehmern zählten junge Adelige, zumeist aus England, Frankreich, Deutschland oder Polen. Diese zwei bis drei Jahre dauernde Reise wurde von ihnen als Abschluß und Höhepunkt ihrer Bildung, als Bewährung in der Fremde, sowie als Brücke zur Weltläufigkeit angesehen.
[...]
1 Vgl.: Günter, Wolfgang (1991): Geschichte der Bildungsreise. In: Handbuch für Studienreiseleiter. 2.Aufl. Starnberg
2 Vgl. : Leser, Haas, Mosimann, Paesler (1995): Dierke Wörterbuch der Allgemeinen Geographie. 8.Aufl. München
3 Vgl.: Arbeitsgemeinschaft für Studienreisen (1983)
4 Vgl.: Albrecht, Kunze (1991), S. 192
5 Vgl.: Studiosus Reisen (1995): Unternehmensleitbild
6 Vgl.: Schudt, L. (1959): Italienreisen im 17 und 18.Jahrhundert. München / Wien
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Yvonne Schulz, 2001, Bildungstourismus: Strukturen und Informationsvermittlung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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