Die entwicklungspolitischen Aufgaben der Vereinten Nationen unter
besonderer Berücksichtigung einer Sonderorganisation
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ziele der Vereinten Nationen
3. Entwicklungspolitik
4. Die UNESCO als Sonderorganisation der Vereinten Nationen
5. Politische Einflüsse
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Entwicklungsländer sind im Gegensatz zu den Industriestaaten, die die große Mehrheit der Erde ausmachen, durch Armut und Entwicklungsprobleme gekennzeichnet. Armut und Entwicklungsprobleme üben sich z.B. in Form von massiven Umweltproblemen, Hunger bzw. Unterernährung und Bevölkerungsexplosion aus. Die ökologischen Probleme der Dritten Welt sind ähnlich die der Industrieländer. Vielfach haben sie mit den Folgeproblemen der Industrialisierung und chemiegestützter Landwirtschaft zu kämpfen. An den ansteigenden ökologischen Problemen der Dritten Welt sind häufig die Industriestaaten verantwortlich. Dem kann nur entgegengewirkt werden, wenn die Industriestaaten ihren Lebensstil ändern. Die Unterernährung der Menschen im Süden ist ein weiteres katastrophales Entwicklungsproblem. Dass die Welt genügend Nahrungsmittel für alle produzieren könnte bzw. tatsächlich produziert, ist bekannt. Hunger kann daher nicht als ein produktionsmäßiges Problem verstanden werden, sondern ist eher als ein menschliches Unterlassen zu verstehen. Nahrungsmittelhilfe wäre eine mögliche Zwischenlösung gegen den Hunger. Doch auf Dauer richtet Nahrungsmittelhilfe eher Schaden an, als dass sie den Armut bekämpft. Ein zusätzliches Entwicklungsproblem ist das hohe Bevölkerungswachstum. Es ist ein Ergebnis der Armut und der sozialen Unsicherheit. Um eine Reduzierung der Bevölkerungsexplosion herbeizuführen, müssen Maßnahmen im sozialen Bereich getroffen werden.
Was möchte die Entwicklungspolitik erreichen? Ziel des entwicklungspolitischen Handelns ist die Bekämpfung globaler Entwicklungsprobleme. Jedoch bewegt sich die Entwicklungspolitik auf zwei Ebenen, denn sie bedeutet nicht nur die Überwindung von Armut oder Hilfe zur Selbsthilfe, sondern auch, dass sie immer interessengeleitet ist, wie man am Beispiel des kalten Krieges erfassen kann.
Da Entwicklungsprobleme globale Auswirkungen haben und diese internationale Probleme sind, wirkt die UNO bei der Gestaltung der Entwicklungspolitik mit. Jedoch können die globalen Entwicklungsprobleme von den Staaten nicht alleine gelöst werden. In diesem Falle braucht man Organisationen, die für die entwicklungspolitischen Tätigkeitsbereiche zuständig sind. Daher hat die UNO neben den Hauptorganen Sonderorganisationen, die sich auf den Bereich der Entwicklung spezialisiert haben.
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Die UNESCO ist einer dieser Sonderorganisationen der UNO. Sie ist die Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Die UNESCO unterstreicht die Rolle der Bildung und der Kultur für eine gerechtere und friedlichere Welt. Die Programme der UNESCO betreffen heute 5 Aufgabenbereiche: Bildung, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und Kommunikation/ Information. Die UNESCO hat wohl das breiteste Programmsspektrum aller UNO Sonderorganisationen.
2. Ziele der Vereinten Nationen
Die Aufgaben der Vereinten Nationen ist es Menschen vor kriegerischen Auseinandersetzungen zu bewahren, die Grundrechte und Gleichberechtigung für alle Menschen zu fördern und den sozialen Fortschritt und ein besseres Lebensstandard anzustreben.
Neben den Hauptorganen der UNO wie das Sekretariat, der Sicherheitsrat, die Generalversammlung, Wirtschafts- Sozialrat und dem internationalen Gerichtshof existieren auch Sonderorgane. Zu den Sonderorganisationen gehören rechtlich, organisatorisch und finanziell selbstständige zwischenstaatliche internationale Organisationen (IGOs), die durch ein Abkommen mit dem ECOSOC (Regionale Kommissionen des Wirtschafts- und Sozialrats) verbunden sind und als Sonderorganisation im UN-System bezeichnet werden. Die ECOSOC soll die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Regionen fördern und die dafür erforderliche internationale und regionale Zusammenarbeit koordinieren. Die UNESCO ist eine Sonderorganisation die für die entwicklungspolitischen Aufgabenbereiche zuständig ist. Sie ist 1945 als Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation gegründet worden. Die Gründung der UNESCO wurde geprägt von der Erkenntnis dass „ … Kriege im Geiste der Menschen entstehen, [und deshalb müssten]… auch die Bollwerke der Menschen errichtet werden(…).“ 1 Dass diese Anforderungen nicht immer erfüllt werden, lässt sich anhand von Fernsehbildern und Nachrichten illustrieren, die uns fast täglich mit Umweltzerstörung, Hunger bzw. Unterernährung und Bevölkerungsexplosion konfrontieren. Umweltprobleme sind globale
1 Hüfner, Klaus: Die Vereinten Nationen und ihre Sonderorganisationen Teil 2 die Sonderorganisationen, Bonn
1992, S. 154.
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Probleme, deren Hauptverursacher die Industrienationen sind, da „sich hier eine Weltminderheit eine ´oligarchische Lebensweise´ auf Kosten der Natur und der Weltmehrheit leistet.“ 2 Der Preis für diesen Wohlstand führt zu einer ökologischen Katastrophe, der nur entgegen gewirkt werden kann, wenn die Industrienationen seine Wirtschafts- und Lebensweise verändert.
Eine weitere entwicklungspolitische Aufgabe der UNO ist es die Ernährungsprobleme zu lösen, die hauptsächlich Afrika und Südasien betreffen 3 , denn Hunger wird auch produziert. Auf der Welt gibt es genügend Nahrung für alle Menschen. Hunger und Fehlernährung sind nicht nur ein Mangelproblem, sondern die Folge ungleicher Verteilung zwischen den Ländern, Regionen und Einkommensklassen.
Wenn man den Berichten aus vielen Ländern folgt, lässt sich erkennen, „ … daß die in Regionen mit hohen Ernteüberschüssen vorhandenen Nahrungsmittel nicht oder nur in unzureichenden Mengen in die Hungergebiete gebracht werden können, weil es an Strassen und Transportfahrzeugen mangelt.“ 4
Darüber hinaus erhalten Regierungen Nahrungsmittel aus dem Inlandsmarkt um mit den Erlösen das Loch in der Staatskasse zu füllen. Dies hat zur Folge, „ … dass die Hungernden sich selbst oder ausländischen Hilfsorganisationen überlassen…“ 5 werden, und der Staat sich aus Export Devisen erwirtschaftet und aus den Nahrungsmittelgeschenken der Hilfsorganisationen Devisen eingespart werden. 6
Damit die Vereinten Nationen ein besseres entwicklungspolitisches Resultat erzielen können, muss auch das hohe Bevölkerungswachstum gemindert werden. Erreichen lässt sich auch ein Stillstand der Bevölkerungsexplosion durch verbesserte medizinische Versorgung von Müttern und Kindern, Schulung, Ausbildung und soziale Besserstellung der Frau. Diese sind ein wichtiges Instrument der Bevölkerungskontrolle, denn besser ausgebildete Frauen haben weniger Kinder. 7
Um die Entwicklungspolitik der UNO erfolgreicher zu gestalten, muss politische Zusammenarbeit verbessert und die Entwicklungsprogramme effizienter gestaltet werden.
2 6. Nuscheler, Franz: Lern- und Arbeitsbuch Entwicklungspolitik, 4. völlig neubearb. Auflage, Bonn 1996,
S.247.
3 Vgl. Ebd. S.223
4 Nuscheler, Franz: Lern- und Arbeitsbuch Entwicklungspolitik, 3., aktualisierte und erweiterte Auflage, Bonn
1991, S.172.
5 ebd.
6 Vgl.ebd.
7 Vgl.ebd. S.120-121
5
Arbeit zitieren:
Ceyla Karatas, 2003, Die entwicklungspolitischen Aufgaben der Vereinten Nationen unter besonderer Berücksichtigung einer Sonderorganisation, München, GRIN Verlag GmbH
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