WWU Münster
Institut für Geographie
Hauptseminar: Events und Inszenierungen als neue touristische Angebotsformen
WS 2001/2002
Referenten: Birgit Schulze Roberg, Maren Heeger
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1. Einleitung Seite 4
2. Natürliche und Naturbezogene Events - Definitionen Seite 4-5
3. Boomfaktoren des Reisens Seite 5-9 3.1. Einkommen und Wohlstand 3.2. Urlaub, Freizeit, Wertewandel 3.3. Motorisierung und Transportwesen 3.4. Entwicklung des Kommunikationswesens 3.5. Bevölkerungswachstum und Verstädterung 3.6. Entstehung und Ausbau einer neuen Tourismusindustrie 3.7. Fazit
4. Pauschalreisen Seite 9-11
5. Natürliche Events und Inszenierungen - eine Kategorisierung Seite 11-13
6. Beispiele Seite 13-22 6.1. Mittsommernacht 6.2. Kameltour (alternativ: Almabtrieb) 6.3. Sonnenfinsternis 6.4. Wasserfälle
6.5. Tourismusentwicklung in Arktis und Antarktis 6.5.1. Einleitung
6.5.2. Tourismusentwicklung in der Arktis am Beispiel Grönlands 6.5.3. Tourismusentwicklung in der Antarktis
6.5.4. Die Auswirkungen des Tourismus auf die Ökosysteme von Arktis und Antarktis 6.6. Safaritourismus in Tansania 6.6.1. Die Entwicklung des Safaritourismus 6.6.2. Die Auswirkungen des Safaritourismus auf das Ökosystem
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7. Das Konfliktpotential zwischen natürlichen Inszenierungen und der Natur Seite 22-23
8. Fazit Seite 23-24
9. Literaturverzeichnis Seite 25-26
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit natürlichen und naturbezogenen Events als eine neue touristische Angebotsform. Unter Events im allgemeinen versteht man speziell inszenierte oder herausgestellte Ereignisse von begrenzter Dauer mit touristischer Ausstrahlung i . In dieser Ausarbeitung geht es um eine besondere Form von Events, und zwar um solche, die sehr eng mit der Natur verknüpft sind. Normalerweise entstehen diese aus den natürlichen Angebotsfaktoren von Destinationen oder aus dem „kulturellen Erbe“ heraus und müssen daher oftmals nicht speziell inszeniert werden ii . Solche Ereignisse haben seit einiger Zeit wieder vermehrt die Aufmerksamkeit der Menschen erregt. Durch entsprechende Vermarktungsstrategien werden natürliche Events immer öfter zu wichtigen Bestandteilen von Urlaubsreisen. Sie werden im Zusammenhang mit touristischen Aktivitäten häufig als Pauschalprogramme angeboten oder durch Führungen unterstützt. Die Gründe für das gestiegene Interesse an natürlichen Events aus touristischer Sicht sind in einem veränderten Reiseverhalten der Menschen zu suchen. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Weiterentwicklungen hatten und haben Auswirkungen auf die Freizeitgestaltung der Menschen. Es entstanden neue Motivationen, aus denen heraus Urlaubsreisen angetreten wurden. Das wird an verschiedenen Faktoren deutlich, die im folgenden in Kapitel 3 ausführlich behandelt werden. Nachdem in einem weiteren Abschnitt die besondere Rolle der Pauschalreisen im Eventmarketing untersucht wird, kommt es in einem nächsten Kapitel zu einem Versuch, natürliche und naturbezogene Events zu kategorisieren. Abschließend werden einige Beispiele von Reiseangeboten aus verschiedenen Medien
exemplarisch herausgegriffen und näher erläutert.
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Die eng mit der Natur verknüpften Events lassen sich in zwei grundlegende Gruppen unterscheiden. Die erste Gruppe bilden die natürlichen Events. Hierbei handelt es sich um
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Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Vulkanausbrüche. Werden solche Ereignisse entsprechend inszeniert und vermarktet, werden sie zu natürlichen Events. Eine Voraussetzung dafür ist der Seltenheitswert bzw. der Status des nicht Alltäglichen. Von dieser Gruppe zu unterscheiden sind die naturbezogenen Events. Dazu zählen Ereignisse in der Natur, die mit dem Eingreifen des Menschen zustande kommen. Beispiele hierfür sind unter anderem Traditionen wie der Almabtrieb in den Alpen oder das Anlegen von Nationalparken. In solchen Fällen wird die Natur genutzt oder verändert.
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In diesem Abschnitt der Arbeit werden die Haupteinflussfaktoren auf den Tourismus dargestellt. Es sind verschiedene Entwicklungen in der Gesellschaft und in der Wirtschaft, die sich auf das Reiseverhalten der Menschen und damit zwangsläufig auf die Angebotsstruktur im Tourismus auswirken. Das Reisen hat erst nach 1945 einen dermaßen bedeutenden Anteil am Gesellschaftsleben der Menschen eingenommen. Die sechs wichtigsten Antriebskräfte für diese Entwicklung sollen nun
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein rasantes Ansteigen der Produktion ein, was
im folgenden erläutert werden iii . (LQNRPPHQXQG:RKOVWDQG auch zu einer Erhöhung der Einkommen führte. Dieser steigende Wohlstand hatte Auswirkungen auf die Ausgabenstruktur der Privathaushalte. Die Ausgabenanteile verschoben sich von Grundbedarfsgütern zu Gütern des „gehobenen“ Bedarfs. Es entwickelte sich ein Luxusbedürfnis, das immer mehr zum Grundbedürfnis wurde. Zu einem solchen Luxus zählte auch das Reisen, für das das Einkommen in diesem Zusammenhange vermehrt verwendet wurde. Nach und nach wurde das Reisen für immer größere Bevölkerungsgruppen finanziell erschwinglich, so dass immer mehr
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Zu beobachten war neben steigendem Einkommen auch die Abnahme der Arbeitszeit. Damit war folglich eine Zunahme der Freizeit verbunden. Die Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist ebenfalls zurückgegangen. Dieser Umstand ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, von denen hier nur einige kurz angerissen werden sollen. Viele Angestellte sind mit ihrer Tätigkeit unterfordert, da sie zum Beispiel aufgrund der Automatisierung von Arbeitsprozessen nur noch sehr einseitig beschäftigt sind. Andere Menschen wiederum sind in Großraumbüros beschäftigt und haben dadurch nicht die nötige Ruhe für ihre Arbeit. Wieder andere werden mit Arbeit überhäuft und fühlen sich einfach überfordert. Es kann also durch die verschiedensten Umstände zu unbefriedigender Arbeitstätigkeit kommen. Die Erfolgserlebnisse werden daher vermehrt in der Freizeit und im Urlaub gesucht. Diese Zeit stellt quasi eine „Gegenwelt“ zum Alltag dar. Daher verspüren viele Menschen den Drang, in ihrer Freizeit besondere Dinge zu erleben, herausgefordert
zu werden und sich selbst etwas zu beweisen. Man kann einen Wertewandel von der Arbeits- zur Freizeitgesellschaft feststellen. Damit ist gemeint, dass die früheren gesellschaftlichen Ziele und Arbeitstugenden zunehmend neuen Freizeitwerten weichen müssen. Eine recht anschauliche
Übersicht zu diesem Wertewandel liefert das folgende Schema:
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Maren Heeger, Birgit Schulze Roberg, 2002, Natürliche Events - eine neue touristische Angebotsform, Munich, GRIN Publishing GmbH
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