Tabellenverzeichnis:......................................................................................................... 2
1 Einleitung 2
2 Die Volksbank zur Zeit des Gründervaters Schulze Delitzsch 3
2.1 Historischer Überblick 3
2.2 Idee und Konzeption von Schulze-Delitzsch 4
2.3 Vom Vorschussverein zur Volksbank die Gründungen Schulze Delitzschs 4
2.4 Abgrenzung der Volksbank zu anderen Kreditgenossenschaften 6
3 Volksbanken bis zur Fusion 7
3.1 Entwicklung der Volksbank in Zahlen 7
3.2 Entwicklungen in der Geschäftstätigkeit 7
4 Volks- und Raiffeisenbanken in Ostdeutschland 8
4.1 Genossenschaftliche Kreditinstitute zu Zeiten der DDR 8
4.1.1 Volksbanken in der DDR 9
4.1.2 Raiffeisenbanken in der DDR 9
4.2 Die Rolle der Kreditgenossenschaften im Hinblick auf die sozialistische Zielsetzung
und die daraus entstandene Identitätswandlung 10
5 Die Genossenschaftsbanken seit dem Mauerfall 11
5.1 Daten und Fakten nach der Wende 11
5.1.1 Die Annäherung an den Westen 11
5.1.2 Kreditinstitute in den neuen Bundesländern 1990 12
5.1.3 Ausgewählte Strukturdaten von Genossenschaftsbanken in West- und
Ostdeutschland 1990 13
5.2 Die Situation heute die aktuelle Lage der VR Banken 13
5.2.1 Das Image der Volks- und Raiffeisenbanken in Ostdeutschland 14
5.2.2 Strukturdaten 14
6 Fazit 16
Tabellenverzeichnis:
Tabelle 1: Institutsgruppen in den ostdeutschen Bundesländern per 31.12.1990…………...12
Tabelle 2: Ausgewählte Strukturdaten von Genossenschaftsbanken in
Ost- und Westdeutschland 1990………………………………………………….14
Abbildungsverzeichnis:
Abb 1: Durchschnittliche Bilanzsummen von Volks- und Raiffeisenbanken in
Millionen DM 16
Abb 2: Mitgliederentwicklung von Volks- und Raiffeisenbanken
in Ostdeutschland 16
1 Einleitung
Deutsche Bank Sparkasse Volksbanken Raiffeisenbanken Postbank Bei einem aktuellen
Blick auf den heutigen Bankenmarkt zeigt sich uns eine Vielzahl von Kreditinstituten und
nicht selten stellen wir verwundert fest dass diese mit fast homogenen Leistungen um
Kunden werben All Finance ist der werbewirksame Slogan der meisten Banken natürlich
gekoppelt an die individuelle Betreuung eines jeden Kunden Dass die Geschichte hinter
jedem dieser Kreditinstitute verschiedenen Ursprungs ist ignorieren wir leicht noch weniger
ist uns zumeist bekannt dass auch Struktur und Rechtsform jedes Institutes eine völlig andere
sein kann
Die vorliegende Arbeit möchte dem über 150 Jahre alten Weg der Volksbanken folgen von
der Gründung Schultze-Delitzschs bis hin zur Fusion von Volks- und Raiffeisenbanken im
Jahre 1972 Hierbei soll besonders die Herkunft der Volksbanken detailliert beschrieben
werden um der besonderen Bedeutung dieser Bank als ein genossenschaftliches Kreditinstitut
gerecht werden zu können Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Betrachtung des
genossenschaftlichen Bankenwesens zu Zeiten der DDR Wie hat sich dieses in fast einem
2
halben Jahrhundert der Planwirtschaft verändert? Ist es nach dem Mauerfall möglich, eine Angleichung an westliche Verhältnisse zu schaffen?
.
2 Die Volksbank zur Zeit des Gründervaters Schulze –
Delitzsch
2.1 Historischer Überblick
Mit dem von Hermann Schulze-Delitzsch (1808-1883) 1950 gegründeten „Eilenburger Vorschussverein“ entstand erstmalig eine gewerbliche Krediteinrichtung, die als Vorläufer der modernen Kreditgenossenschaften betrachtet werden kann. Jedoch schon vor 1850 war die genossenschaftliche Grundidee zum Teil weit verbreitet und lässt sich in einfacher Form bis auf die germanischen Stämme zurückführen, die sich in Sippen und Marktgenossenschaften zusammenschlossen, um eine gemeinwirtschaftliche Nutzung der Ressourcen anzustreben.
Im Mittelalter entwickelten sich, abseits von bäuerlichen Verbänden, genossenschaftliche Vereinigungen in den Städten, die Gilden des Handels und die Zünfte des Handwerks. 1 Bereits im 18. Jahrhundert führte die Genossenschaftsbewegung zur Gründung der ersten Sparkassen, teils in öffentlicher, teils in privater Trägerschaft oder zu Zwecksparvereinen wie sie beispielsweise auf den in der Berliner Armenfürsorge tätigen G.S. Liedke zurückgehen. 2 Um die Mitte des 19. Jahrhunderts führt die beginnende Industrialisierung zu einer neuen Welle von genossenschaftlichen Vereinigungen, aus denen heraus auch die Schultze – Delitzschen Volksbanken entstehen.
Umwälzende wirtschaftliche und politische Änderungen wie die Entwicklung der Eisenbahn, die Einführung der Gewerbefreiheit, die Bauernbefreiung und die Entstehung der modernen Geldverkehrswirtschaft bedingten tief greifende strukturelle Änderungen. Das daraus entstehende Problem formuliert Gustav Schmoller 1870 wie folgt: „Der Handwerker war früher ein technischer Arbeiter, tätig für eine Anzahl ihm persönlich nahe stehender Familien. Jetzt dagegen tritt das Verkaufen fertiger Waren immer mehr in den 1 Vgl.: Viehoff, Felix Dr. (1979): Zur mittelstandsbezogenen Bankpolitik des Verbundes der Genossenschaftsbanken, Teil II: Frankfurt a.M.: S.47.
2 Vgl.: Kluge, Holger Arnd (1991): Geschichte der deutschen Bankgenossenschaften: Frankfurt a.M.: S.43.
3
Vordergrund; der Handwerker muss die Stoffe einkaufen, Lager halten, mit Vorräten spekulieren...“ 3 Dafür benötigte Betriebsmittelkredite konnten allerdings nicht in ausreichender Weise zur Verfügung gestellt werden. Handwerker verarmten oder nahmen Wucherkredite in Anspruch, um schlussendlich an diesen zu Grunde zu gehen.
2.2 Idee und Konzeption von Schulze-Delitzsch
Als Richter, Abgeordneter der preußischen Nationalversammlung 1948/49, des späteren preußischen Abgeordnetenhauses und des Reichstags, interessierte Schulze-Delitzsch in seinen politischen Bestrebungen besonderes die soziale Komponente. Sein Kampf richtete sich gegen sozialdemokratische und sozialistische Arbeiterbewegungen so wie gegen jeden Staatseingriff in das wirtschaftliche Leben. „Die Genossenschaften dienten Schulze-Delitzsch als ein vielseitig einsetzbares Instrument zur Durchsetzung seiner nationalen, demokratischen und sozialen Absichten.“ 4 Er erstrebte eine „Konkurrenzbefähigung der Mittellosen“ ; nicht nur das Recht der Mitbeteiligung des Bürgers am Staat, sondern auch seine Mitverantwortlichkeit. 5 Hieraus lässt sich auch das Konzept seiner 1854 erstmals erwähnten Volksbanken deutlich umreißen. Ein auf Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung basierender genossenschaftlicher Vorschuss- und Darlehensverein, der staatliche Hilfen kategorisch ablehnt.
2.3 Vom Vorschussverein zur Volksbank – die Gründungen Schulze –
Delitzschs Erstmals tritt Schulze-Delitzsch 1946 als Gründer eines Hilfskomitees in seinem Heimatort Delitzsch in Erscheinung. Seine an genossenschaftlichen Prinzipien orientierte Organisation erwarb Getreide in großen Mengen, erzeugte Brot und verkaufte dieses zu günstigen Preisen bzw. verschenkte es. Nur drei Jahre später gründeten er und politische Mitanhänger in Delitzsch sowie dem Nachbarort Eilenburg Kranken- und Sterbekassen sowie Bezugs- und Absatzgenossenschaften für einzelne Handwerke. Ob diese bereits das für Schulze-Delitzsch bezeichnende Prinzip der vollständigen Selbsthilfe beinhalten, ist strittig. 3 Schmoller, Gustav (1870) Zur Geschichte der deutschen Kleingewerbe im 19.Jahrhundert: Halle 1870 in: : Zörchner, Jürgen (1996): Zwischen Markt und Hierarchie - Zur Ökonomie der Schulze-Delitzschen Volksbanken: Göttingen: S.13 4 Kluge, A.H. (1991): S.101.
5 Vgl.: Schramm, Berhard (1982): Die Volksbanken und Raiffeisenbanken, 2. Auflage: Frankfurt a.M.: S.13ff.
4
Bezug nehmend auf Schulze-Delitzsch „Mitteilungen über gewerbliche und Arbeiterassoziationen“ (1850) sagt Schramm: 6 „Sie (die Genossenschaften d. A.) lassen erkennen, dass es sich bei diesen zunächst lediglich um Vereine mit zum Teil noch karitativer Zielsetzung handelte, (...). Der für die späteren Schulze-Delitzsch Genossenschaften so bezeichnende Begriff der Selbsthilfe taucht noch nicht auf.“ Im Gegensatz dazu Kluge: 7 „Während die Kranken- und Sterbekasse Elemente der Selbst- und der Fremdhilfe mischten, realisierten die Handwerksgenossenschaften das Prinzip der Selbsthilfe ohne Einschränkung.“ 1850 gründet Schulze-Delitzsch mit dem Vorschussverein zu Delitzsch die erste am gewerblichen Bereich orientierte Krediteinrichtung, den Vorläufer der späteren Volksbanken mit dem Ziel, Handwerkern günstige Kredite zur Verfügung stellen zu können. Seine Grundsätze hebt Schulze-Delitzsch in seiner 1955 erschienenen Schrift „ Vorschussvereine- und Kreditvereine als Volksbanken“ hervor: „Die Mitglieder der Vereine sind Träger und Kunden des Bankgeschäftes zugleich, weshalb ihnen auch Risiko und Gewinn gemeinsam sind. Das erforderliche Kapital wird durch Mitgliederbeiträge und durch Anleihen Dritter aufgebracht. Für die Verpflichtungen haften alle Mitglieder solidarisch. Auf sein eingezahltes Geschäftsguthaben erhält jedes Mitglied eine Dividende, die, solange der Geschäftsanteil nicht voll eingezahlt ist, diesem zugeschlagen wird.“ 8 Bereits diese Grundsätze entsprechen den allen Genossenschaftsbanken gemeinen Strukturprinzipien der Selbsthilfe (Mitgliederbeiträge), der Selbstverantwortung (Solidarhaftpflicht der Mitglieder) und der Selbstverwaltung (Mitgliederverwaltung). Die Veröffentlichung eben dieser Schrift mit „praktischen Anweisungen zur Einrichtung und Gründung von Volksbanken“, ließ die Neugründungen von Kreditgenossenschaften in hohem Maße anschwellen. Durch die noch fehlende Rechtspersönlichkeit allerdings hatten diese zum Teil mit großen behördlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. 9 Auf Schulze-Delitzsch Antrag beschloss der „Erste Vereinstag deutscher Vorschuss- und Kreditvereine, welche auf 6 Ebenda S.13.
7 Aldenhoff, Schulze-Delitzsch, S.61 f; Born, Geld, S.217; Faust, Geschichte, S.207f.; Ruhmer, Entstehungsgeschichte, S.97ff, 103,106,109,134; Schulze-Delitzsch, VCV, S.78. In: Kluge, A.H. (1991): S.46.
8 Schulze-Delitzsch, Hermann (1976): Vorschuss und Kreditvereine als Volksbanken: Praktische Anweisung zu deren Einrichtung und Gründung 5., völlig umgearbeitete Auflage, Leipzig 1976.
9 Vgl.: Schramm, B. (1982): S.1.
5
Arbeit zitieren:
Jochen Leuf, 2005, Die Geschichte der Volksbank, München, GRIN Verlag GmbH
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