Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Institutionelle Rahmenbedingungen der Praxisstelle 6
2.1. Organisationsstruktur der Einrichtung 6
2.1.1. Träger 6
2.1.2. Räumliche und personelle Ausstattung der Einrichtung 7
2.2. Rechtliche Grundlagen 8
2.3. Arbeitsfeld der Einrichtung 8
2.3.1. Zielgruppe der Arbeit 8
2.3.2. Darstellung der Ziele 8
2.3.3. Aufgaben und Leistungen 10
2.3.4. Weitere Methoden 12
3. Darstellung des Praktikumverlaufs - im Zusammenhang mit der Vorstellung
eines Einzelfalls 14
3.1. Verlauf des Praktikums mit vorangegangener Zielsetzung 14
3.2. Vorstellung des Einzelfalls 15
3.2.1. Vorgeschichte 15
3.2.2. Diagnose 17
3.2.3. Intervention 18
3.2.4. Evaluation meiner Erfahrungen mit Thomas 20
4. Diskussion des Einzelfalls vor dem Hintergrund theoretischer Konzeptionen
bzw. vor der Wirklichkeit sozialpädagogischer Arbeit 22
5. Schlussfolgerung 26
Literaturverzeichnis 27
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1. Einleitung
Im Wintersemester 2003/2004 habe ich begonnen, mich intensiv mit meinem Praktikum für das Hauptstudium auseinander zu setzen. Während des Vorbereitungsseminars für das Praktikum, habe ich mich entschlossen, das Praktikum in Form eines Blocks zu absolvieren, da ich persönlich ein Blockpraktikum bevorzuge.
Meine ersten Gedanken zu der Wahl eines geeigneten Praktikumplatzes bezogen sich auf mein bereits absolviertes Praktikum im Grundstudium, welches ich in Tansania durchgeführt habe. Da die Erfahrungen mit Jugendlichen sehr prägend für den weiteren Verlauf im Studium als auch in meinem Leben waren und auch heute noch sind und weiter sein werden, orientierte ich mich auf ein Praktikum im Bereich Jugendarbeit mit dem Ziel, einen erweiterten Einblick in die (deutsche) Jugendarbeit zu erlangen.
Zunächst interessierte ich mich für eine Praktikumstelle im „Betreuten Jugendwohnen“. Während meiner Recherchen nach einer geeigneten Institution habe ich damit begonnen, im Internet sowie im „Wegweiser für soziale Dienstleistungen“ einen Überblick von Institutionen, welche meinen Interessensbereichen entsprachen, zu erhalten. Auf Grund von kurzen Beschreibungen der einzelnen Institutionen war es mir möglich, eine Auswahl von möglichst geeigneten Institutionen zu treffen.
Im Sommer 2004 begann ich, verschiedene Institutionen telefonisch zu kontaktieren. In diesen Telefonaten galt es für mich zu klären, ob die Möglichkeit bestand, ein sechsmonatiges Praktikum in diesen Institutionen zu absolvieren, welchen Aufgabenbereich die Institutionen haben und ob im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe gearbeitet wird. Meist bestand die Möglichkeit eines Praktikums, jedoch konnte mir nicht ausdrücklich zugesagt werden, ob ich in den Wohngruppen oder in einer anderen Betreuungsform eingesetzt werden würde. Bei weiteren Recherchen hinsichtlich einer Praktikumstelle stieß ich im „Wegweiser für soziale Dienstleistungen“ auf die Institution Heilpädagogische Wohngruppe „S.-Str. 81“ des „Trägerwerk Soziale Dienste in XXX e.V.“. In einer kurzen Erläuterung wurde beschrieben, dass Kinder- und Jugendliche in einer Gruppe im Rahmen eines betreuten Wohnens untergebracht sind. Diese kurze Anmerkung regte in mir großes Interesse. Ich nahm telefonisch Kontakt zu dieser Institution auf und erfuhr im ersten Telefonat, dass ein Praktikum möglich wäre und auch gern Praktikanten genommen werden. Ich erkundigte mich nach dem Aufgabenfeld der Einrichtung und erhielt somit weitere Informationen, welche die Arbeit der Einrichtung auf der Basis des KJHG dokumentierte. Somit bestand für mich die Möglichkeit, ein Praktikum in dieser Einrichtung zu absolvieren. Im weiteren Verlauf des Gespräches wurde ich
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nach dem Zeitraum des Praktikums gefragt. Ich gab an, von Anfang Oktober 2004 bis Ende März 2005 das Praktikum durchzuführen. Weiterhin wurde ich gefragt, weshalb ich gerade in dieser Einrichtung mein Praktikum absolvieren möchte. Ich antwortete, einerseits aus Interesse an der Arbeit mit Jugendlichen im Betreuten Wohnen und andererseits zur Erweiterung, der im Studium erworbenen theoretischen Grundlagen der Kinder- und Jugendarbeit. Weiterhin berichtete ich von meinen Erfahrungen aus meinem Auslandspraktikum im Grundstudium. Am Ende des Gespräches vereinbarte ich mit der Mitarbeiterin, dass ich in einer schriftlichen Bewerbung an den Träger „Trägerwerk Soziale Dienste in XXX e.V.“ mein Anliegen und meine Person darstellen sollte.
Eine Woche später erhielt ich einen Anruf von dieser Einrichtung und wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. In diesem Vorstellungsgespräch lernte ich den Geschäftsführer und die Mitarbeiterin der Personalabteilung des „Trägerwerk Soziale Dienste in XXX e.V.“ kennen und ich erhielt weitere konkrete Informationen über die Einrichtung. Zum Aufgabenfeld der Mitarbeiter bzw. auch zum grundlegenden Arbeitsfeld der Praktikanten in der Heilpädagogischen Wohngruppe „S.-Str. 81“ gehört vor allem die Hilfe bei der Alltagsbewältigung, die Unterstützung in der Schulausbildung sowie die Einübung lebenspraktischer Fertigkeiten in allen Bereichen. Wir führten ein sehr ausgewogenes Gespräch, in dem ich mehr über die Institution und ihre Mitarbeiter erfahren habe. Ich habe mich während des gesamten Gespräches sehr wohl gefühlt, so dass ich dieses Gespräch mit der Hoffnung verlassen habe, dass sie mir die Möglichkeit geben würden, in ihrer Institution das Praktikum durchführen zu können, denn die Erläuterungen über das Aufgabenfeld und den Ablauf entsprachen ungefähr meinen Vorstellungen für mein Praktikum.
Nach der telefonischen Zusage des Geschäftsführers für das Praktikum, stellte ich mich in der Heilpädagogischen Wohngruppe „S.-Str. 81“ der Leiterin und dem Team der Einrichtung vor. Das Gespräch dort gab mir weitere Informationen hinsichtlich der Arbeitsweisen und -zeiten sowie über die Kinder- und Jugendgruppe. Diese Informationen, die Teamatmosphäre, die Aussicht auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie die Arbeitszeiten waren ein wesentlicher Bestandteil für meine positive Entscheidung für das Praktikum in dieser Einrichtung, welche ich am Ende dieses Gespräches definitiv dem Team mitteilte. Ich vereinbarte mit dem Team, dass ich mich zwei Wochen vor Beginn des Praktikums noch einmal in der Kinder- und Jugendwohngruppe melden sollte, um nähere Vereinbarungen (zeitlicher Rahmen und Beginn) abzusprechen. Ca. zwei Wochen vor Beginn des Praktikums meldete ich mich telefonisch in der Einrichtung und erhielt die Information, welchen Ansprechpartner ich dort
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haben werde und wann genau ich mein Praktikum in der Kinder- und Jugendwohngruppe beginnen sollte.
Vor Beginn des Praktikums stellte ich mir vor, wie ich wohl mit den Kindern und Jugendlichen zurechtkommen würde, ob sie mich als eine Mitarbeiterin akzeptieren würden. Weiterhin machte ich mir Gedanken über die Kommunikation mit den Kindern und Jugendlichen: Werde ich sie verstehen? Werden sie mich verstehen? Zeitweise war ich mir im Vornherein auch nicht sicher, ob mein Vorwissen ausreichend ist oder ich grundsätzlich auf Neuland treffe. Ebenso erwartete ich von diesem Praktikum, dass mein Wissen erweitert und praktisch umgesetzt wird, damit ich dies für meinen weiteren Bildungs- bzw. Arbeitsweg nutzen kann. Jedoch freute ich mich sehr darüber, mich diesen Herausforderungen stellen zu können und dass ich versuchen würde, sie erfolgreich zu bewältigen.
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2. Institutionelle Rahmenbedingungen der Praxisstelle
Die Heilpädagogische Wohngruppe „S.-Str. 81“ ist eine heilpädagogische, stationäre Einrichtung der freien Jugendhilfe. Der Träger dieser Einrichtung ist seit Beginn 1999 das „Trägerwerk Soziale Dienste in XXX e.V.“.
Den Bestandteil der Betreuung in der Heilpädagogischen Wohngruppe „S.-Str. 81“ sehen die Mitarbeiter in einer Atmosphäre der Ruhe und Geborgenheit und in der Schaffung von Rückzugsmöglichkeiten. Die Privatsphäre eines jeden Kindes und Jugendlichen ist an die individuellen Bedürfnisse angepasst. Die Kinder und Jugendlichen sollen dort ein „Zuhause“ finden. Von Bedeutung ist, jedes Kind und jeden Jugendlichen in seiner Individualität anzunehmen und zu ihm eine offene, verständnis- und fürsorgliche Beziehung aufzubauen, in der die Gefühle, Bedürfnisse, Hoffnungen und Wünsche der Kinder und Jugendlichen ernst genommen werden.
Die Kinder und Jugendlichen werden in ihrem Lebenslauf akzeptiert; sie werden entsprechend ihrer Gesamtpersönlichkeit in ihrem sozialen Umfeld unter Beachtung ihrer Fähigkeiten begleitet und gefördert. Die Arbeit wird vom Grundsatz der Entwicklungsmöglichkeiten eines jeden Menschen getragen, welcher die Akzeptanz und Toleranz des Nichtkönnens und Nichtwollens einbezieht.
Die Aufgabe wird außerdem darin gesehen, für jedes Kind und jeden Jugendlichen die Bildungsmöglichkeiten zu finden, die seinem Leistungsvermögen nachkommen. Ferner sieht sich die Einrichtung auch in komplizierten Lagen als Vertreter der Kinder und Jugendlichen, der ihnen gegenüber anderen Personen und Institutionen beisteht.
2.1. Organisationsstruktur der Einrichtung
2.1.1. Träger
Im Jahr 1992 wurde das Trägerwerk Soziale Dienste in XXX e.V. von Mitbürgern mit der Absicht gegründet, bei der Bildung und der Gestaltung eines übersichtlichen Bereiches der Wohlfahrtspflege in XXX mitzuwirken. Die Bildung, Leitung und Weiterentwicklung fortschrittlicher Einrichtungen und Dienste der Kinder- und Jugendhilfe, sowie der Eingliederungshilfe nach dem BSHG, werden als die Schwerpunkte der sozialen Arbeit im Trägerwerk angesehen. Im Bereich der Eingliederungshilfe liegt das hauptsächliche Interesse in der Ver-
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sorgung von Menschen mit geistigen Behinderungen, sowie von Menschen mit psychischen und seelischen Erkrankungen.
Das Trägerwerk Soziale Dienste in XXX e.V. ist als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt. Des Weiteren gehört der Verein dem Paritätischen Wohlfahrtsverband seit 1994 als ordentliches Mitglied an.
In den Einrichtungen dieses Trägerwerks sind derzeit 160 pädagogische und therapeutische Fachkräfte tätig, welche u.a. nach den Prinzipien der Fachlichkeit und höchstmöglichen individuellen Zuwendung zu jedem Hilfeempfänger, der Eigenverantwortung, der Solidarität, der Überparteilichkeit, der Neutralität in Bezug auf Religion und Rasse sowie der strikten Einhaltung der entsprechenden Gesetze, Rechtsverordnungen und der für jeden Hilfeempfänger vorliegenden medizinisch-therapeutischen Verordnungen arbeiten.
Das Trägerwerk Soziale Dienste in XXX e.V. ist in die Unternehmensgruppe der Trägerwerke Soziale Dienste, die in Mecklenburg-XX, XXX, XXXX und XXXXX in nahezu allen Bereichen der sozialen Arbeit und Wohlfahrtspflege und der Arbeitsförderung tätig sind, eingegliedert. Darüber hinaus verfügt die Unternehmensgruppe über ein Kuratorium und eine gemeinsame Bildungseinrichtung, die Akademie R. e.V.
2.1.2. Räumliche und personelle Ausstattung der Einrichtung
Die Heilpädagogische Wohngruppe „S.-Str. 81“ befindet sich in Halle-Dölau, in einem Wohngebiet mit Ein- und Mehrfamilienhäusern. Im Erdgeschoss des dreistöckigen Hauses befinden sich die Küche mit einem Ess- und Aufenthaltsbereich und ein Wirtschaftsraum. Die erste Etage besteht aus zwei Einbettzimmern, einem Zweibettzimmer, dem Mädchenbad sowie dem Büro und Aufenthaltsraum der Erzieher. In der zweiten Etage befinden sich drei Zweibettzimmer, ein Fernsehraum und zwei Jungenbäder. An das Haus grenzt ein Garten, der Platz für spielerische und sportliche Aktivitäten bietet. Die Garage wird als Abstellraum für Fahrräder und für handwerkliche Tätigkeiten benutzt.
Zur Zeit meines Praktikums waren in der Einrichtung eine Heilpädagogin, eine staatlich anerkannte Erzieherin mit sozialpädagogischer Anerkennung, zwei Diplompädagoginnen, eine Fachkraft für soziale Arbeit und ein Sozialassistent beschäftigt.
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Arbeit zitieren:
Carola Berg, 2005, Heilpädagogische Kinder- und Jugendwohngruppe - Praktikumsarbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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