II
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung 1
B. Hauptteil 1
I. Theorie 1
1. Definition 1
2. Form 2
3. Gebrauch 5
3.1. qui 5
3.2. que 6
3.3. dont 7
3.4. où 8
3.5. quoi 9
3.6. lequel 9
4. Formoppositionen 10
4.1. qui - que 10
4.2. qui - lequel 10
4.4. ce qui - ce que - ce dont - ce à quoi 12
5. Stellung 12
6. Wiederholung der Relativpronomen 12
7. Der Relativsatz 13
7.1. Der Relativsatz als Erweiterung einer Nominalgruppe 13
7.2. Relativsätze als Gliedsätze 14
7.3. Restriktiver und explikativer Relativsatz 15
C. Schluss 16
Bibliographie 17
A. Einleitung
Das französische Morphosyntax-System verfügt wie die meisten anderen Sprachen auch über einfache und komplexe Sätze. Der einfache Aussagesatz besteht dabei aus einer Nominalgruppe oder einem Pronomen, die Subjektfunktion übernehmen, und einer Verbalgruppe, die die Rolle des Prädikates trägt.
Von einem komplexen Satz spricht man dann, wenn der einfache Satz durch einen anderen erweitert wird. Daher besteht der komplexe Satz immer aus mehreren Teilsätzen (propositions), die in einer Satzreihe oder einem Satzgefüge miteinander verbunden werden können. Eine Satzreihe stellt dabei immer eine unverbundene Reihung (juxtaposition), oder eine nebenordnende Reihung (coordination) z.B. durch Konjunktion dar, wohingegen ein Satzgefüge immer eine unterordnende Verknüpfung (subordination) von Hauptsatz und Gliedsatz ist. Letztere unterteilen sich in Subjekt- und Objektsätze, Adverbialsätze und schließlich Relativsätze, die das Thema der vorliegenden Arbeit sind und im Folgenden näher untersucht werden sollen.
B. Hauptteil
I. Theorie
Betrachtet man wissenschaftliche Beiträge oder Grammatiken in Bezug auf die französischen Relativpronomen, bzw. -sätze, so fällt auf, dass es eine Vielzahl von unterschiedlichen Definitionen gibt. Je nach Grammatik werden andere Akzente gesetzt, die Beiträge variieren in Ausführlichkeit und die verschiedenen Grammatiker verwenden sogar unterschiedliche Terminologien. Deshalb soll ein kurzer Blick in exemplarisch ausgewählte Grammatiken als Hinleitung zu dem behandelten Thema dienen.
1. Definition
Zu Beginn soll eines der wichtigsten und ausführlichsten grammatischen Regelwerke, der Bon usage von GREVISSE stehen. Dort findet sich eine recht ausführliche und differenzierte Definition:
Les pronoms relatifs, qu’on appelle parfois conjonctifs, servent à introduire une proposition qu’on appelle elle-même relative; à la difference des conjonctions de subordination (qui introduisent aussi une proposition)
1) ils ont une fonction dans cette proposition: celle de sujet, de complément, parfois d’attribut 2) ils ont un genre, un nombre, une personne, même s’ils ne portent pas visiblement les marques 3) s’ils sont représentants, ils ont un antécédent
2
CONFAIS 1 dagegen verwendet die relativ kurze und allgemeine Formulierung:
„Das Relativpronomen stellt eine Relation (Verbindung) her zwischen dem Satz, den es einleitet und in dem es eine grammatische Funktion erfüllt, und dem Wort, das es vertritt (Bezugswort)“ Die genauere Untergliederung von GREVISSE unter Punkt 1-3 fehlt hier also vollständig. Ähnlich ist es auch bei der Definition bei DUBOIS, die die Relativpronomen als Ensemble de segments (qui, que, qoui, où, etc) qui ont comme fonction de se substituer à un syntagme nominal et de permettre une expansion de type phrastique klassifiziert.
Auch KLEIN/ KLEINEIDAM definieren knapp:
Das Relativpronomen vertritt im untergeordneten Satz eine Nominalgruppe, die die gleichen Lebewesen, Dinge oder Sachverhalte bezeichnet wie die Nominalgruppe, von der der Relativsatz abhängt. Implizit beinhaltet dieses Formulierung allerdings die bei Grevisse unter Punkt 2 und 3 genannte Definition.
Die Definition abschließen soll die Unterscheidung zwischen Relativpronomen und Interrogativpronomen, die zwar ausdrucksseitig gleich sind, aber eine andere grammatische Funktion innehaben.
So beziehen sich Relativpronomen (relatifs-„référents“) immer auf ein bestimmtes Nominalsyntagma (antécédent), während die Interrogativpronomen (interrogatifs„anticipants“) ein Nominalsyntagma vorwegnehmen, oder kein Bezugssyntagma haben: QUI vivra, verra Qui ist interrogatif (DUBOIS, 1965, 169).
2. Form
Man unterscheidet im Französischen zwischen einer einfachen und einer zusammengesetzten Form (formes simples, formes composés): • einfach: qui, que, quoi, dont, où • zusammengesetzt: lequel, laquelle, lesquels, lesquelles Die einfachen Formen sind unveränderlich, d.h. sie haben weder Numerus- noch Genusmarkierung, verlangen aber den accord bei den Verben und Partizipien gemäß der Syntagmen, von denen sie abhängen: La mère qui est heureuse Les hommes qui sont arrivés
Die zusammengesetzten Formen dagegen variieren in Numerus und Genus je nach antécédent.
1 CONFAIS S. 163
3
Sie sind zusammengesetzt aus dem article défini und dem déterminant interrogatif. Für beide Formen gilt, dass das antécédent einen Begleiter haben muss. Dementsprechend wäre folgender Satz ungrammatisch: * Il demande JUSTICE, qui ne lui a pas été faite. 2
Eine Erklärung für dieses Phänomen bietet die nähere Bestimmung des Objekts im Nebensatz, was obligatorisch den bestimmten Artikel verlangt. Zur besseren Übersicht soll je eine Tabelle des Formensystems nach RIEGEL und KRASSIN dienen: SYSTEM DER FORMEN:
2 GREVISSE, S.1041
In der Tabelle spielt der Begriff des antécédent eine tragende Rolle, deshalb soll er einer etwas detaillierteren Betrachtung unterzogen werden. Das antécédent kann auf sechs verschiedene Arten realisiert werden. Zum einen kann es ein Nomen, bzw. ein Nominalsyntagma darstellen Rends-moi le livre que je t’ai prêté. 3
In diesem Fall braucht das Nomen obligatorisch einen Artikel. Der Satz Il s’est conduit avec une bravour que j’admire
wäre demnach ohne den unbestimmten Artikel vor dem Nomen, auf das sich das Relativpronomen bezieht, ungrammatisch * Il s’est conduit avec bravour que j’admire. Daneben kann das antécédent Pronomen sein
J’ai entendu raconter par ma mère ceci, que j’ignorais alors (PROUST), oder ein Adjektiv, bzw. Partizip in Verbindung mit einem que als attribut Inquiets et agités que nous sommes,... (BREMOND).
Außerdem kann das antécédent in bestimmten Fällen Adverb sein, beispielsweise bei Ortsangaben:
Là où vous êtes, vous ferez du bon travail 4
In verschiedenen Fällen kann es schließlich ein Satz, oder zumindest Teil eines Satzes sein.
3 ebd.
4 ebd.
Arbeit zitieren:
MA Katrin Denise Hee, 2003, Das System der französischen Relativpronomen, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
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