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0. Einleitung 1
1. Der Friedensvertrag von 241 v. Chr. 1
2. Der punische Feldherr Hamilkar Barkas 2
3. Karthagisch - hispanische Beziehungen
vor den Barkiden 3
4. Hamilkar in Iberien 4
4.1 Iberien als militärische Basis 4
4.2 Iberien als finanzielle Basis 6
4.3 Iberien als ideologische Basis 8
5. Abschlussbetrachtung 10
Literatur
0. Einleitung
„Wenn Karthago jemals seine alte Größe zurückerlangen [...] wollte, dann blieb zur Eroberung Iberiens keine Alternative.“ 1 . Diese These von Nigel Bagnall bezieht sich auf die Zeit nach dem ersten punischen Krieg.
Karthago war in der Seeschlacht bei den Ägatischen Inseln im Jahr 241 vor Christus 2 von Rom besiegt worden und hatte nun die Lasten der Friedensbedingungen zu tragen. Die Flotte und das Söldnerheer waren größtenteils vernichtet, Karthago musste hohe Reparationen an Rom zahlen. Die Schmach über den Frieden mit Rom saß tief bei den karthagischen Bürgern. Karthago war militärisch, finanziell und ideologisch angeschlagen. Die Bürger wollten jedoch „lieber sterben [...] als eine solche Schande hin[zu]nehmen“ 3 . Das veranlasste den punischen Feldherrn Hamilkar Barkas, „sich anderswo nach Expansionsmöglichkeiten umzuschauen“ 4 und eine Basis zu finden, von der aus der Wiederaufbau des punischen Staates koordiniert werden konnte: Iberien.
Diese Passage verdeutlicht den Anlass, aus dem Hamilkar sein Land verließ, um ein anderes zu erobern. Doch was waren die Motive, die hinter dem Iberien - Feldzug des Heerführers steckten? Warum wählte er gerade Iberien im „fernen Westen“ 5 aus? Diese Frage möchte ich in den folgenden Ausführungen behandeln und beantworten.
1. Der Friedensvertrag von 241 v. Chr.
Um diese Frage bearbeiten zu können, muss ich zunächst den Friedensvertrag zwischen Rom und Karthago aus dem Jahr 241 v. Chr. genauer beleuchten. Auf diesen Vertrag werde ich im Laufe meiner
1 Bagnall 1995, 182.
2 In den weiteren Ausführungen mit v. Chr. abgekürzt.
3 Nep., 22, 1, 5.
4 Warmington 1963, 196.
5 Huss 1994, 194.
1
Arbeit immer wieder Bezug nehmen, da sich aus ihm direkt und indirekt die Motive Hamilkars erklären lassen. Die Niederlage der Karthager gegen Rom bei den Ägatischen Inseln führte zum Friedensvertrag von 241 v. Chr., der vor allem bei Cassius Dio überliefert ist. Der Vertrag beinhaltete, dass die Punier „sich von ganz Sizilien zugunsten der Römer zurückziehen und alle umliegenden Inseln aufgeben“ 6 und den Römern Kriegsentschädigung leisten sollten. Es wurde ihnen verboten, „mit Kriegsschiffen an Italien und dem außerhalb davon gelegenen Gebiet der römischen Bundesgenossen vorüberzufahren oder Söldner von dort anzuwerben.“ 7
Das Jahr 241 v. Chr. stellt somit „die Peripetie in der Geschichte der Stadt“ 8 Karthago dar. Rom hatte Karthago besiegt und war im Begriff, die aufstrebende Stadt durch die auferlegten Friedensbedingungen in ihrer Macht zurückzuwerfen. Die Macht im westlichen Mittelmeerraum verschob sich nun zugunsten Roms und „zuungunsten des karthagischen Staates“ 9 .
Ein späterer Friedensvertrag - aus dem Jahr 238 v. Chr. - führte darüber hinaus zur Räumung der Inseln Sardinien und Korsika. Zwar ist dieser in seiner Bedeutung nicht vergleichbar mit dem Vertrag von 241 v. Chr., doch ist er insofern wichtig, als dass er neuerliche Gebietsverluste für Karthago zur Folge hatte.
2. Der punische Feldherr Hamilkar Barkas
Wer aber war dieser Mann, dass er ein derartiges Unternehmen wagte?
Unbestritten war er zu diesem Zeitpunkt der führende Feldherr Karthagos. Bereits im ersten punischen Krieg kämpfte er gegen die Römer. Auf Sizilien führte er einen - für beide Seiten - zähen und entbehrungsreichen Kleinkrieg, während dem es ihm gelang, die
6 Cass. Dio, 12, 8, 17.
7 ebd.
8 Huss 1994, 180.
9 ebd.
2
römische Stadt Eryx zu erobern. Nach der Niederlage 241 v. Chr. handelte er mit Rom die Friedensbedingungen aus. Nach seiner Rückkehr nach Afrika schlug er gemeinsam mit Hanno 10 den Söldneraufstand im eigenen Land nieder. Im Jahr 238 v. Chr. wurde er daraufhin zum Strategen für Libyen auf Lebenszeit ernannt und setzte in dieser Funktion 237 v. Chr. nach Spanien über. Dort eroberte er weite Teile des Landes, bis er im Winter 229 v. Chr. im Kampf gegen die Oretaner fiel.
3. Karthagisch - hispanische Beziehungen vor den Barkiden
Natürlich hat Hamilkar Iberien nicht zufällig als neue karthagische Basis ausgewählt. Die karthagisch - hispanischen Handelsbeziehungen lassen sich bis in das 5. Jahrhundert zurückverfolgen, Iberien war den Karthagern als Rohstofflieferant von Mineralien, Holz und Lebensmitteln, aber auch als Absatzmakt für karthagische Produkte bereits bekannt 11 .
Dokumente für eine „karthagische Präsenz auf der Iberischen Halbinsel“ 12 gibt es auch für die folgende Zeit des 4. und 3. Jahrhundert.
Mit den Barkiden schließlich „begegnen wie dem ersten Versuch der Karthager, eine Territorialherrschaft auf hispanischem Boden zu errichten“ 13 .
Hamilkar wählte Iberien also mit dem Wissen um die Tradition der karthagisch - hispanischen Handelsbeziehungen für seinen Feldzug aus. Er „war der Überzeugung, dass die Iberische Halbinsel den geeignetesten Boden für die Schaffung eines neuen Karthagerreiches darstellte“ 14 .
10 Karthagischer Stratege im ersten punischen Krieg.
11 vgl. Barceló 1988, 149.
12 ebd., 147.
13 ebd., 149.
14 Heftner 1997, 194.
3
Arbeit zitieren:
Julia Sommerhäuser, 2001, Warum expandiert Hamilkar nach dem ersten Punischen Krieg nach Iberien?, München, GRIN Verlag GmbH
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