BUGH Wuppertal
Seminar: Geschlechter- und Körperpolitik in der EU
WS 2004/05
Die Instrumentalisierung der Frau im Kontext der
Eizellspende für die Stammzellforschung
von: Judith Woll
Inhaltsverzeichnis
Einleitung S. 1
1. Das Instrumentalisierungsargument als ethisches Argument S. 2
1.1 Allgemeine Bemerkungen zur Bioethik
1.2 Stammzellforschung S. 2
1.3 Ethische Aspekte des Instrumentalisierungsarguments S. 4
1.4 Das Instrumentalisierungsargument in der ethischen Kontroverse S. 5
2. Das Instrumentalisierungsargument im engendering-Prozess S. 7
2.1 Gleichstellung, Gender Mainstreaming und engendering
2.2 Geschlechtssensitive Argumente S. 8
3. Die politische Bedeutung des Instrumentalisierungsarguments S.10
3.1 Bioethik in der BRD
3.2 Die Bedeutung des Instrumentalisierungsarguments auf der Ebene der Europäischen Union S. 12
4. Schlussbemerkung S. 15
5. Literaturverzeichnis S. 16
Einleitung
Die folgende Hausarbeit untersucht zum einen allgemein das Argument der „Instrumentalisierung der Frau“, zum anderen dieses besonders im Kontext der durch seit den 1990er Jahren publik gewordenen biotechnologischen Fortschritte bezüglich der Embryonenforschung. Unter drei Gesichtspunkten wird die Verwendung dieses Arguments untersucht, erstens hinsichtlich seiner Funktion und Verwendung innerhalb der Ethik bzw. ethischer Debatten. Dabei soll die Frage beantwortet werde, wo das Argument innerhalb der ethischen Debatten in Hinblick auf die Biotechnologie eingeordnet ist und welcher Stellenwert diesem zugeordnet werden kann. Zweitens wird versucht werden, das Argument im Zusammenhang der Verwendung als ein „typisch feministisches“ Argument zu betrachten. Die zentrale Fragestellung hier ist, welche Position dem Argument im Bereich des „engendering“, unter Schilderung desselben, zukommt. Des weiteren wird kontrovers behandelt, ob das Argument überhaupt als ein geschlechtsensitives Argument verwendet werden kann.
Drittens wird die Verwendung des Arguments im politischen Meinungsfindungsprozesses beleuchtet. Hier steht die Verknüpfung des Arguments als ein der „feministischen Bewegung“ zukommendes auf der Ebene der Bundesrepublik und auch auf der politischen Ebene der Europäischen Union im Vordergrund. Es soll untersucht werden, ob das Argument in den verschiedenen Gesetzgebungs- bzw. politischen Entscheidungsgremien greift oder Einfluss ausübte.
1. Das Instrumentalisierungsargument als ethisches Argument
1.1 Allgemeine Bemerkungen zur Bioethik
Die Ergebnisse des biotechnologischen Fortschritts, besonders auf dem Gebiet der Genetik haben international eine Fülle von ethischen Debatten ausgelöst. Die genetische Ausstattung des Menschen rückt in den Bereich technischer Beherrschbarkeit, die Medizin verheißt neue, erfolgversprechende Behandlungsmethoden bislang unheilbarer Krankheiten. Neben dieser Euphorie jedoch berührt kaum ein Thema mehr die Ängste der Allgemeinheit. Biotechnologische Forschungsprojekte wie HUGO, die Entschlüsselung des genetischen Codes des Menschen, neue Reproduktionstechnologien, oder auch das in der Öffentlichkeit berühmt gewordene geklonte Schaf „Dolly“ erregten in den vergangenen Jahren das Interesse sowohl der Bevölkerung als auch der politischen Akteure verschiedener Länder und lösten Widerstände auf Seiten ethischer Position, von Umweltschützern und nicht zuletzt auch der feministischen Bewegung aus.
1.2 Stammzellforschung
Stammzellen sind totipotente Zellen, die sich in einem noch nicht spezialisierten Zustand befinden. Aus diesen ließe sich jeder Typ Körperzelle entwickeln und medizinisch nutzen, auch ein kompletter Organismus lässt sich aus diesen entwickeln. Um die Entwicklung von spezialisierten Zellen aus Stammzellen besser verstehen zu können, bzw. die Techniken dieser Entwicklungsprozesse zu optimieren sind Forschungsprogramme nötig. Diese werden unter dem Begriff „Stammzellforschung“ zusammengefasst. Die zu dieser Forschung benötigten menschlichen Stammzellen können aus Embryonen gewonnen werden. Inhaber bestimmter moralischer Positionen attestieren den Embryonen jedoch Menschenwürde und disqualifizieren diese somit als verfügbar für derartige Forschungsunternehmungen. Die Debatten werden jedoch bereits auf dieser Ebene kontrovers geführt. Inhaber anderer moralischer Positionen bestreiten, dass bereits frühe embryonale Entwicklungsphasen Träger moralischer Eigenschaften wie Menschenwürde sind und halten die Stammzellforschung oder Forschung an menschlichen Embryonen für moralisch akzeptabel.
[...]
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Judith Woll, 2005, Die Instrumentalisierung der Frau im Kontext der Eizellspende für die Stammzellforschung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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