1. Einleitung
Diese Referatsausarbeitung wird Theorien und Konzepte über den Unternehmer und dessen Rolle für die Unternehmensgenese und den -wandel, die in den letzten Jahrhunderten erschienen sind, darstellen.
Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Theorien und Konzepte über den Entrepreneur (englisch für Unternehmer), aus denen wiederum verschiedene Definitionen und Definitionsansätze resultieren.
Ich kann hier keinen Gesamtüberblick ermöglichen, sondern werde vielmehr auf einzelne, ausgewählte Theorien eingehen und aus diesen die einzelnen Linien bzw. Schwerpunkte aufzeichnen. Diese Referatsausarbeitung versucht, die Positionen der verschiedenen Theorien im Zusammenhang mit meinem Thema "Die Rolle des Unternehmers für die Unternehmensgründung und den Unternehmenswandel zu diskutieren.
Bis heute existiert keine allgemeingültige Definition des Unternehmers bzw. des Entrepreneurs:
"Indeed, there are almost as many defintions of entrepreneurship as there are students of the field."
[...]
Inhaltsübersicht
1. Einleitung
2. Das Konzept von Richard Cantillon
2.1 Der Markt
2.2 Die Rolle des Unternehmers auf dem ökonomischen Markt
2.3 Risiko und Unsicherheit
2.4 Zusammenfassung der zentralen Punkte der Theorie von Cantillon
3. Das Konzept von Jean-Baptiste Say
3.1 Die drei Operationen bzw. Schritte der „human industry“
3.2 Zusammenfassung der zentralen Punkte der Theorie von Say
4. Exkurs: Die Phase der Neoklassik: Der Unternehmer verliert an Bedeutung
5. Das Konzept von Carl Menger („Principles of Economies“, 1871)
5.1 Zusammenfassung der zentralen Punkte der Theorie von Menger
6. Die Unternehmertheorie von Knight (1921)
6.1 Zusammenfassung der zentralen Punkte der Theorie von Knight
7. „Schumpeterscher Unternehmer“ - Die Theorie von Joseph Alois Schumpeter
7.1 Der Unternehmer: Der „Innovator“ bzw. „Erneuerer“
7.2 Verdienste und Gewinne des Unternehmers
7.3 Soziologische und psychologische Aspekte des Unternehmers
7.4 Zusammenfassung der zentralen Punkte der Theorie von Schumpeter
8. Die Unternehmertheorie von Mark Casson (1982, reprint 1992)
8.1 Zusammenfassung der zentralen Punkte der Theorie von Casson
9. Schlußbemerkungen
10. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert ausgewählte ökonomische Theorien und Konzepte über die Rolle des Unternehmers bei der Unternehmensgründung und im Unternehmenswandel, um ein besseres Verständnis für die vielfältigen Definitionen und Funktionen dieses Akteurs in der Wirtschaft zu entwickeln.
- Historische Entwicklung der Unternehmertheorien von Cantillon bis Casson
- Differenzierung zwischen Risiko und Unsicherheit im unternehmerischen Handeln
- Die Funktion des Unternehmers als Innovator, Koordinator oder Entscheidungsträger
- Psychologische und soziale Aspekte des Unternehmertums
- Einfluss der Neoklassik auf die Wahrnehmung des Unternehmers
Auszug aus dem Buch
Die drei Operationen bzw. Schritte der „human industry“
Says Theorie beginnt mit der Unterscheidung von drei Tätigkeiten, die die „human industry“ ausmachen.
1. Die wissenschaftliche Operation, d.h. es muß Fachwissen über ein bestimmtes Produkt vorhanden sein. Dieses Fachwissen umfaßt v.a. die Inhaltsstoffe eines Produktes
2. Der unternehmerische Schritt. Dieser Schritt umfaßt die Umsetzung bzw. Zusammensetzung des Fachwissens zu einem Ganzen, d.h. die Entwicklung eines sinnvollen Produktes unter Einbeziehung des Wissens über die einzelnen Inhaltsstoffe.
3. Der dritte und letzte Schritt ist die eigentliche Herstellung des Produktes, die im Allgemeinen durch den Arbeiter durchgeführt wird.
In den o.g. drei Operationen ist der Unternehmer von größter Bedeutung, „und die Aufgabe des Unternehmers bestand darin, das Wissen mit der Arbeitskraft zu kombinieren.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Zielsetzung ein, ausgewählte Theorien zum Unternehmer und seine Rolle in der Unternehmensgenese und -wandel darzustellen.
2. Das Konzept von Richard Cantillon: Der Fokus liegt auf Cantillons Verständnis des Unternehmers als „Risk Taker“, der in einem unsicheren Markt für den Ausgleich von Angebot und Nachfrage sorgt.
3. Das Konzept von Jean-Baptiste Say: Say definiert den Unternehmer als Koordinator von Produktionsfaktoren, der durch die Anwendung von Wissen und Informationen einen Mehrwert schafft.
4. Exkurs: Die Phase der Neoklassik: Der Unternehmer verliert an Bedeutung: Es wird erläutert, wie der Unternehmer in neoklassischen Modellen zugunsten abstrakter gesamtwirtschaftlicher Betrachtungen in den Hintergrund rückte.
5. Das Konzept von Carl Menger („Principles of Economies“, 1871): Menger integriert den Unternehmer in die Theorie des Grenznutzens, wobei der Fokus auf der Koordination unter zeitlichen Gesichtspunkten liegt.
6. Die Unternehmertheorie von Knight (1921): Diese Theorie unterscheidet scharf zwischen Risiko und Unsicherheit und sieht den Profit als Anerkennung für die Übernahme dieser Unsicherheit durch den Unternehmer.
7. „Schumpeterscher Unternehmer“ - Die Theorie von Joseph Alois Schumpeter: Schumpeter hebt den Unternehmer als zentralen „Innovator“ und „Erneuerer“ hervor, der durch die Kombination von Produktionsmitteln Fortschritt erzielt.
8. Die Unternehmertheorie von Mark Casson (1982, reprint 1992): Casson betrachtet den Unternehmer als rationalen Informationsverarbeiter und Koordinator, dessen Handeln auf „judgemental decisions“ basiert.
9. Schlußbemerkungen: Die Arbeit resümiert, dass trotz vielfältiger theoretischer Ansätze keine allgemeingültige Definition des Unternehmers existiert, die Theorien jedoch weiterhin aktuell bleiben.
10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Unternehmertheorie.
Schlüsselwörter
Unternehmertum, Entrepreneur, Innovation, Risiko, Unsicherheit, Koordination, Wirtschaftsgeschichte, Theorie des Unternehmers, Marktwirtschaft, Produktionsfaktoren, Unternehmergewinn, Unternehmensgründung, Unternehmenswandel, Entscheidungsträger
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung verschiedener ökonomischer Theorien zur Rolle des Unternehmers von Richard Cantillon bis zu Mark Casson.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Funktionen des Unternehmers, wie Risikoübernahme, Koordination, Innovation, Entscheidungsfindung und die Abgrenzung zu anderen wirtschaftlichen Akteuren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die verschiedenen Positionen zur Bedeutung des Unternehmers für Unternehmensgründung und -wandel im historischen Kontext aufzuzeigen und zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die ausgewählte klassische Theorien und Konzepte gegenüberstellt und miteinander vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Konzepte von Cantillon, Say, Menger, Knight, Schumpeter und Casson, unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Unternehmerbilder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Unternehmertum, Entrepreneur, Innovation, Risiko, Unsicherheit, Koordination und wirtschaftlicher Fortschritt sind prägende Begriffe.
Wie unterscheidet sich Schumpeters Unternehmer von dem bei Cantillon?
Cantillon sieht den Unternehmer als Risikoträger in einem gleichgewichtigen Markt, während Schumpeter ihn als dynamischen Innovator definiert, der durch Neuerungen wirtschaftlichen Fortschritt erzeugt.
Warum unterscheidet Knight zwischen Risiko und Unsicherheit?
Knight definiert Risiko als quantifizierbar und versicherbar, wohingegen Unsicherheit in einzigartigen, nicht kalkulierbaren ökonomischen Situationen entsteht, für deren Übernahme der Unternehmer Profit erhält.
- Quote paper
- Maike Schnell (Author), 2001, Homo oeconomicus? - Theorien zur Rolle des Unternehmers für Unternehmensgenese und -wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5246