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1 Einleitung 3
2 Die Durchsetzungsperspektive 3
2.1 Prinzipien der Durchsetzungsperspektive und theoretische Kritik 3
2.2 Organisationale Barrieren für ethisches Handeln 5
2.3 Maßnahmen zur ethischen Sensibilisierung von Organisationen 6
2.3.1 Schaffung spezieller interner Strukturen 6
2.3.2 Schaffung spezieller externer Strukturen 7
2.3.3 Veränderung der Gesamtorganisation 8
3 Die Ermöglichungsperspektive 8
3.1 Prinzipien der Ermöglichungsperspektive 8
3.2 Die Rolle der Mitarbeiter aus der Ermöglichungsperspektive 9
4 Der Einfluß organisationaler Faktoren auf die Chancen der Entwicklung und
Umsetzung individueller moralischer Kompetenz 10
4.1 Bedingungen für die Entwicklung individueller moralischer Kompetenz 10
4.2 Strukturdimensionen der Organisation 12
4.3 Der Einfluß der Strukturdimensionen der Organisation auf die
Bedingungen für die Entwicklung und Umsetzung individueller moralischer
Kompetenz 13
5 Die ethische Organisation - idealistisch und ineffizient? 18
Literaturverzeichnis 20
3
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Unternehmen (oder allgemeiner: Organisationen) werden heute vielfach nicht nur als rein
ökonomische Akteure betrachtet, sondern ihnen wird „unter ethischen Gesichtspunkten eine doppelte Verantwortung für ökonomische Effizienz (bzw. Effektivität) und Gerechtigkeit“ (Steinmann/Löhr 1998: 415) zugewiesen. Steinmann/Löhr (1991: V) bezeichnen den Gedanken der Unternehmensethik, der dieser Sichtweise zugrunde liegt, als „einen wichtigen Beitrag zur Legitimation der Sozialen Marktwirtschaft“
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.
Akzeptiert man diese Doppelverantwortung, so ist die Überlegung unvermeidlich, wie die verschiedenen Funktionen des Management zu einem ethisch möglichst einwandfreie Verhalten von Organisationen beitragen können.
Diese Arbeit soll die Frage beantworten, welche Organisationsstrukturen für ein ethisches Handeln der Organisation und ihrer Mitglieder förderlich sind, welchen Beitrag also die Organisationsgestaltung zu einem Ethik-Management leisten kann. Steinmann/Löhr (1998: 416-418) unterscheiden mit der Durchsetzungs- und der Ermöglichungsperspektive zwei Ansätze zur Implementierung ethischen Handelns in Organisationen. An dieser Unterscheidung orientiert sich auch die vorliegende Arbeit. Zunächst wird dabei die Durchsetzungsperspektive mit ihren Prinzipien und Grundannahmen vorgestellt, um dann die theoretischen und praktischen Probleme darzulegen, die mit ihr verbunden sind. Anschließend werden einige Versuche zur Lösung dieser Probleme unter Beibehaltung der Durchsetzungsperspektive erläutert. Danach wird auf die Ermöglichungsperspektive und ihre Prinzipien eingegangen, wobei die herausragende Bedeutung der Mitarbeiter in diesem Ansatz besondere Beachtung findet. Um dieser Bedeutung gerecht zu werden, wird im vorletzten Kapitel systematisch gezeigt, welche Auswirkungen organisationale Faktoren auf die Entwicklung und Umsetzung individueller moralischer Kompetenz haben, bevor im letzten Kapitel zusammenfassend die Konsequenzen dieser Untersuchung für die Organisationsgestaltung dargelegt und einige Überlegungen bezüglich ihrer tatsächlichen Umsetzbarkeit angestellt werden.
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Der Ansatz, den Steinmann/Löhr (1998: 417) als „Durchsetzungsperspektive“ bezeichnen, geht davon aus, „daß die Formulierung ethisch gehaltvoller Anforderungen an
1 Zur Begründung und Erläuterung des Unternehmensethik-Begriffes s. Steinmann/Löhr (1991: 85-108).
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unternehmerisches Handeln vollständig und erfolgreich im Rahmen der Formulierung einer Unternehmensstrategie (Planung) durch einen zentralen Aktor geleistet werden kann.“ Die Implementierung ethischen Handelns in Organisationen wird somit, ganz im Sinne der klassisch-tayloristischen Organisationstheorie (vgl. Schreyögg 1998: 31-42), als reines Planungsproblem betrachtet, das von der Organisationsspitze zu lösen ist. Dem liegen nach Steinmann/Löhr (1998: 420-422) folgende Prinzipien zugrunde: Erstens wird vom Grundsatz der 3ODQXQJVULFKWLJNHLW ausgegangen, d.h. es wird angenommen, daß die Ziele einer Organisation und die zur Zielerreichung notwendigen Maßnahmen fast vollständig in der Planung antizipierbar sind. Eine korrekte Planung wird damit prinzipiell für möglich gehalten. Zweitens wird nach dem Prinzip der =HQWUDOLWlW ein „omnipotenter Aktor als Quelle der organisatorischen Gestaltungsziele und ihrer Durchsetzung“ (Steinmann/Löhr 1998: 421) angenommen. Und drittens geht die Durchsetzungsperspektive hinsichtlich der Motivationsstruktur der Mitarbeiter von einer reinen $QUHL]RULHQWLHUXQJ aus, extrinsische wird gegenüber intrinsischer Motivation für dominierend gehalten.
Ausgangspunkt der theoretischen Kritik an den Prinzipien der Durchsetzungsperspektive ist ihre fehlende Berücksichtigung der organisatorischen Umwelt. Wie Steinmann/Löhr (1998: 420-422) erläutern, muß von einer äußerst komplexen und dynamischen Umwelt ausgegangen werden, die ständig neue und ex ante nicht berechenbare Anforderungen an die Organisation stellt. Unter diesen Bedingungen scheint die Annahme von Planungsrichtigkeit unrealistisch, da sich detaillierte Pläne und Programme sehr schnell als zu statisch gegenüber den Umweltanforderungen und damit als ungeeignet erweisen dürften. Vielmehr ist es notwendig, strukturelle Freiräume für die Mitarbeiter zu schaffen und es diesen so zu ermöglichen, notfalls auch gegen die Planungsvorgaben zu handeln, wenn diese den Umweltanforderungen nicht gerecht werden. Kreativität und Eigeninitiative der Mitarbeiter werden zu entscheidenden Faktoren für die Bewältigung der Umweltanforderungen. Damit wird das Prinzip der Zentralität ebenfalls hinfällig, es wird ersetzt durch eine dezentrale Entscheidungsfindung, die die nötigen Freiräume für die Kreativität der Mitarbeiter schafft, die ansonsten blockiert wäre. Unter diesen Voraussetzungen erscheint aber auch das Prinzip der reinen Anreizorientierung der Mitarbeiter nicht mehr tragfähig. Eine Organisation ist nach Steinmann/Löhr (1998: 421) vom „kritisch-loyalen Mitdenken der Mitarbeiter“ abhängig, da Innovationsfähigkeit und der Wille, sich kreativ in Arbeitsprozesse einzubringen, kaum durch externe Anreize hervorgebracht werden können. Vielmehr besteht sogar die Gefahr, daß „solche Anreizsysteme kontraproduktiv wirken, weil sie möglicherweise die intrinsische
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Motivation zerstören und opportunistische Einstellungen befördern“ (Steinmann/Löhr 1998: 422).
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Neben diesen theoretischen Kritikpunkten stellt sich die Durchsetzungsperspektive mit ihrem tayloristischen Organisationsverständnis auch in der Praxis als ungeeigneter Ansatz zur Implementierung ethischen Handelns dar. Steinmann/Löhr (1998: 422-426; auch 1991: 28-37) benennen drei Charakteristika klassischer Organisationsstrukturen, die als starke Barrieren gegen ethisches Handeln wirken:
Erstens wird „die hochgradige $UEHLWVWHLOLJNHLW der tayloristisch organisierten Produktionsprozesse“ hervorgehoben (Steinmann/Löhr 1998: 423). Diese bewirke eine Spezialisierung der Mitarbeiter auf kleine und kleinste Teilaufgaben, so daß die Konsequenzen des eigenen Tuns für den Einzelnen kaum noch überschaubar seien. Eine Übernahme der Verantwortung für das Endergebnis könne so kaum stattfinden. Außerdem führe ein durch ausgeprägte Arbeitsteilung gefördertes Ressortdenken dazu, daß „unethische Praktiken, obwohl erkannt, nicht moniert oder verändert [werden], weil sie [...] nicht in den eigenen Zuständigkeits- oder Verantwortungsbereich fallen“ (Steinmann/Löhr 1998: 423). Und schließlich behinderten starke Professionalisierung und ausgeprägtes Expertentum die Wahrnehmung ethischer Probleme, da sie u.a. mit der Tendenz, Gefahren des eigenen Fachbereiches zu verniedlichen, einhergingen .
Als zweite Barriere der Organisationsstruktur führen Steinmann/Löhr (1998: 423-425) die 'LIIXVLRQGHU(QWVFKHLGXQJVNRPSHWHQ]HQ in hierarchischen Organisationen an. Diese bewirke, daß durch vorgelagerte Entscheidungsebenen Rahmenbedingungen geschaffen würden, die von nachgeordneten Ebenen eventuell unethisches Handeln verlangten. Besonders wird hierbei auf ergebnisorientierte Managementverfahren (z.B. Management by Objectives) verwiesen, die nachgeordneten Ebenen rein quantitative Zielvorgaben machen. Dies fördere bei den Mitarbeitern die Tendenz, ihr Handeln allein daran auszurichten und die vorgegebenen Ziele ohne Rücksicht auf die ethische Bedenklichkeit bestimmter Praktiken zu verfolgen.
Schließlich wird die strenge %HIHKOVKLHUDUFKLH klassischer Organisationen als dritte organisationale Barriere gegen ethisches Handeln genannt (Steinmann/Löhr 1998: 425-426). Die Motivation der Untergebenen, unethische Praktiken zur Sprache zu bringen, werde durch hierarchische Abhängigkeitsverhältnisse weitgehend unterminiert, da der Vorgesetzte seine Befehle notfalls unter Androhung von Sanktionen durchsetzen könne.
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Frank Walter, 2000, Elemente eines Ethik-Managementsystems: Der Beitrag der Organisationsstrukturen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Unethisches Handeln in und zwischen Unternehmen aufgrund wirtschaftlic...
Scholarly Research Paper, 20 Pages
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