1. PROBLEMSTELLUNG 3
2. EINORDNUNG DES DUALEN SYSTEMS IN DAS BILDUNGSSYSTEM 4
3. DIE INTERESSENAUSEINANDERSETZUNGEN IM DUALEN SYSTEM. 6
3.1 Die verschiedenen Mächte im Dualen System 6
3.2 Der Staat und die Einflüsse der Alliierten 8
3.3 Die Berufschule und die Einflüsse der Unternehmer 9
3.4 Die Bildungspolitik und die gesellschaftlichen Einflüsse 11
3.5 Die divergierenden Interessen der drei Kontrahenten 12
3.6 Die 69er Reform und die vorläufige Beendigung der
Interessenauseinandersetzungen................................................................. 13
4. ZWEI INNOVATIVE LÖSUNGSANSÄTZE FÜR DAS DUALE SYSTEM 16
4.1 Auftragsausbildung 16
4.2 Die Idee eines Trialen Modells der Ausbildung 16
5. FAZIT 19
6. LITERATURVERZEICHNIS 21
2
1. Problemstellung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem deutschen System der Dualen Berufsausbildung. Dabei handelt es sich nicht um eine lückenlose Wiedergabe der geschichtlichen Entwicklung, sondern vielmehr um eine spezielle Darstellung einzelner Probleme in der Entwicklung des Dualen Systems. Des Weiteren werden die Mächte, die im Dualen System vorhanden sind, aufgezeigt und deren Interessenauseinandersetzungen genauer erklärt. Ferner sollen Lösungsansätze zu den Problemen kurz aufgezeigt und gesellschaftliche Interesseneinflüsse erläutert werden, beziehungsweise Nachwirkungen die auf die Gesellschaft wirken sollten eruiert werden, welche eventuell sogar bis heute bestehen. Der zeitliche Horizont dieser Arbeit wird dabei auf die Zeit von 1945 bis 1980 beschränkt sein.
In der Literatur gibt es verschiedenen Klassifizierungsversuche des Dualen Systems, im engeren Sinne dieser Arbeit ist folgende Erklärung hinreichend: der Begriff des Dualen Systems besteht als solcher, wie er heute zu verstehen ist, seit den 60er Jahren. Duales System bedeutet Zweigleisigkeit in der Berufsausbildung, zum einen die praktische Ausbildung in einem Betrieb und zum anderen die theoretische Ausbildung in der Berufsschule. 1 Betrieb und Schule teilten sich, innerhalb des Dualen Systems, damit in zwei getrennte Lernorte der Ausbildung auf, eine enge Kooperation beider Lernorte ist dabei von enorm großer Bedeutung.
Greinert sieht das Duale System nicht als geplantes Konstrukt an, sondern als einen vielschichtigen historischen Prozess, der sich zu einem herangewachsenen System aufgebaut hat. Dass sich Berufsbildungssysteme nach dem Klassifizierungskriterium Lernort differenzieren lassen, scheint zwar plausibel, ist jedoch nicht ausreichend für eine entsprechende Analyse des Dualen Systems. 2 Vielmehr zeigt ein „kurzer Blick auf die historische Genese [...], dass sie in erster Linie das Ergebnis ökonomischer und politischer Interessenauseinandersetzungen sind [...]“. 3
1 Vgl. Arnold, Rolf: Fragen und Antworten zum Dualen System der deutschen Berufsausbildung. Wernigerode: Harz-Druckerei, 1996, S. 1.
2 Vgl. Greinert, Wolf-Dietrich: Das „deutsche System“ der Berufsausbildung. Tradition, Organisation, Funktion. 3. überarbeitete Auflage, Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, 1998, S. 17f.
3 Greinert, Wolf-Dietrich: 1998, S. 18.
3
Der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit liegt auf dem Begriff der Dualität, die damit verbunden Probleme, sowie die Entwicklung des Interessengegensatzes der beteiligten Institutionen. Vorweg möchte ich aber die Einordnung des Dualen Systems in einem Schaubild aufzeigen. Im letzten Teil der Arbeit soll ein kurzer Disput, über denkbare Lösungsansätze des Dualen Systems umrissen werden.
Den dargestellten Schwerpunkt werde ich vorwiegend durch die Analyse von Fachliteratur herausarbeiten. Auf weitere Begriffserklärungen werde ich gegebenenfalls an entsprechenden Textstellen eingehen. Durch ein kritisches Fazit wird die Arbeit beendet.
2. Einordnung des Dualen Systems in das Bildungssystem
Gemäß § 1 Abs. 1 BBiG (Berufsbildungsgesetz) 4 besteht die Berufsausbildung in Deutschland aus drei wesentlichen Teilbereichen: die Berufsausbildung im Dualen System, die berufliche Fortbildung und die Umschulung. 5 In dieser Arbeit beschränkt sich die Sichtweise auf die Berufsausbildung im Dualen System, demnach also im Verbund von Berufsschule und Ausbildungsbetrieb. Die akademische Ausbildung an Fachhochschulen und Universitäten zählen einige Autoren ebenso zur beruflichen Erstausbildung, wie die Ausbildung im Dualen System. 6 Nach Bauer ist die Ausbildung im Dualen System jedoch die bedeutendste Form der beruflichen Erstausbildung. 7
4 Vgl. http://www.bmbf.de/pub/bbig_20050323.pdf S.4 (Zugriff: 27.09.2005, 11:14 Uhr)
5 Vgl. Bauer, Reinhard: Verberuflichung von Weiterbildung und die Zukunft der dualen Berufsausbildung. Forschung Soziologie, Band 79, Opladen: Leske und Budrich, 2000, S. 24.
6 Vgl. Bauer, Reinhard: 2000, S. 30.
7 Vgl. Bauer, Reinhard: 2000, S. 23.
4
Folgende Übersicht zeigt die Einordnung des Dualen System in das Bildungssystem.
8 Vgl. http://www.kmk.org/doku/dt-2005.pdf S. 2. (Zugriff: 27.09.05, 11:40 Uhr)
5
3. Die Interessenauseinandersetzungen im Dualen System
3.1 Die verschiedenen Mächte im Dualen System
Das Duale System ist durch das Zusammenwirken der beiden Ausbildungsorte
- Ausbildungsbetrieb und Berufsschule - gekennzeichnet. Beide sind rechtlich gesehen voneinander unabhängig, verfolgen aber dennoch, relativ autonom voneinander, ein gemeinsames Ziel, die Vermittlung beruflicher Qualifikation. Im Rahmen dieser Arbeit soll der Hauptaugenmerk auf die Mächte Schule und Betrieb gerichtet sein. Selbstverständlich sind auch staatliche Mächte erwähnenswert, die die gesetzlichen Rahmenbedingungen vorgeben, dennoch sind es Interessenkonflikte, die das deutsche System Dualer Berufsausbildung prägen.
Die Berufsschulen sind ein Teil des Dualen Systems und werden in der Regel von Berufschulpflichtigen / Berufsschulberechtigten besucht, die eine Erstausbildung absolvieren oder in einem Ausbildungsverhältnis stehen. Der Unterricht wird sowohl in Teilzeit, als auch in Blockveranstaltungen angeboten. Der Auszubildende ist für die Zeit des Berufsschulunterricht vom Betrieb freizustellen. Vice versa ist der Auszubildende verpflichtet, am Berufsschulunterricht teilzunehmen. Die Berufsschulpflicht ist in den einzelnen Schulgesetzen der zuständigen Bundesländer geregelt. 9 Die Lehrkräfte für die Berufsschule werden an Universitäten ausgebildet, die Studieninhalte sind sowohl erziehungswissenschaftlich als auch betriebswirtschaftlich ausgerichtet. Hinzu kommen mittlerweile mehrwöchige Praktika in Unternehmen und an Berufsschulen, so dass die formalen Qualifikations-anforderungen der schulischen Ausbilder/ innen erfüllt sind. 10
Die Betriebe sind nach Greinert der bedeutendere Lernort im Dualen System, weil der Auszubildende etwa 75% seiner Ausbildungszeit dort verbringt. 11 Die Berufsausbildung im Betrieb erfolgt auf der Grundlage, einer für den Ausbildungsberuf erlassenen Ausbildungsordnung. Gemäß § 25 Abs. 2 BBiG 12 ist dort das Ausbildungsberufsbild sowie der Ausbildungsrahmenplan geregelt. Die Ausbildungsordnung wird durch den Bundeswirtschaftsminister oder den zuständigen Fachminister in Absprache mit dem Bundesminister für Bildung und
9 Vgl. Greinert, Wolf-Dietrich: 1998, S. 128.
10 Vgl. Bauer , Reinhard: 2000, S. 26f
11 Vgl. Greinert, Wolf-Dietrich: 1998, S.121.
12 Vgl. http://www.bmbf.de/pub/synopse_BBiG_alt_neu.pdf (Zugriff: 28.09.05. 15:50 Uhr)
6
Quote paper:
Annelore Steinhart, 2005, Entwicklung und Struktur der beruflichen Bildung (insbes. des Dualen Systems) bis in die 80er Jahre, Munich, GRIN Publishing GmbH
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