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I. Einleitung
1. Was ist „die Geburt der Klinik“? 3 1.1 Quellen und Methode der Untersuchung 3 II. Hauptteil 2. Inhalt von „Die Geburt der Klinik“ 4 2.1 Welche methodische Vorgehensweise 9
kennzeichnet die „Geburt der Klinik“? 2.2 Analogien und Differenzen zur strukturalistischen Methode 10 2.3 Probleme der archäologischen Methode 12 III. Ergebnisse 13 IV. Bibliographie 14
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I. Einleitung
1. Was ist „Die Geburt der Klinik“?
Bei dem Werk „Die Geburt der Klinik“ handelt es sich um eines der frühen Werke von Michel Foucault. Es war seine dritte große Veröffentlichung und erschien 1963, zwei Jahre nach der Veröffentlichung des Buches „Gesellschaft und Wahnsinn“. Das Buch sucht hinsichtlich seiner Eigentümlichkeit und inhaltlichen Dunkelheit an einigen Stellen wohl Seinesgleichen. „Die Geburt der Klinik“ gilt gemeinhin als stärkste Annäherung Foucaults an die moderne Strömung des Strukturalismus, obgleich der Autor stets verneinte, Strukturalist zu sein. Dennoch darf dieses Werk - neben „Die Ordnung der Dinge“- als Foucaults am meisten von der um die Zeit der Veröffentlichung herum in Frankreich in den Humanwissenschaften weithin grassierenden Welle beeinflussten Arbeiten gelten. Nie wieder sollte ein solch starker Einfluss in einer seiner Arbeiten spürbar werden. Das Werk behandelt die Thematik der Veränderungen im französischen Medizinwesen vor dem Hintergrund der französischen Revolution, mit besonderem Augenmerk auf die Rolle des Individuums im Fokus des „ärztlichen Blicks“ und den Veränderungen des „Werkzeugs“ Sprache im semantischen Feld der Medizin, dass als deutlichstes Merkmal eines Wandels im gesellschaftlichen Bewusstsein einer detaillierten Betrachtung unterworfen wird. Foucault wendet hier seine Methode der „Archäologie“ an, welche zumindest vordergründig an die Methodik des Strukturalismus erinnert, auch wenn, wie sich zeigen wird, nicht zu verkennende Unterschiede zwischen beiden Verfahrensweisen bestehen.
1.1 Zweck, Quellen und Methode der vorliegenden Untersuchung
Zweck dieser Arbeit ist neben der ausgiebigen inhaltlichen Betrachtung der „Geburt der Klinik“ die Klärung der Verbindungen des Werks mit dem Strukturalismus. Inwieweit ließ sich Foucault von dieser Strömung beeinflussen? Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Foucaultschen „Archäologie“ und dem Strukturalismus? Kann man Foucault gar als Strukturalisten bezeichnen?
Zum Zwecke der Übersichtlichkeit und um einen klaren Fokus auf das Wesentliche zu erreichen, wird sich diese Untersuchung auf das absolut grundlegende und notwendige
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Material als Quelle beschränken. Neben dem Werk „die Geburt der Klinik“ wird als Sekundärliteratur das Buch „Michel Foucault - Jenseits von Hermeneutik und Strukturalismus“ von Hubert L. Dreyfus und Paul Rabinow als Hilfsmittel dienen, welches als eines der Standardwerke über den Philosophen gelten darf.
Zunächst soll eine inhaltliche Zusammenfassung von Foucaults Werk einen Überblick und eine Orientierungsmöglichkeit schaffen. Anhand dessen sollen Foucaults Grundthesen deutlich gemacht, Besonderheiten klargestellt, unterschwellige Tendenzen zutage gefördert und schließlich ein tieferer Einblick in Foucaults Methodik ermöglicht werden. Nachdem so das „Skelett“ der Archäologie freigelegt wurde, soll eine Erläuterung dieser Methode erfolgen. Foucaults Betrachtung des gesellschaftlichen Wandels und des damit einhergehenden Wandels der ärztlichen Sprache und des ärztlichen Blicks sollen Analogien und Differenzen zur Methode des Strukturalismus verdeutlichen. Daneben sollen die mit dem Strukturalismus einhergehenden Problematiken zur Sprache kommen, insbesondere bezüglich des Begriffs des Individuums und der individuellen Absicht. Zuletzt wird ein Fazit der Untersuchung gezogen werden, in dem die schlichten aber dennoch überaus kontroversen Fragestellungen, inwieweit Michel Foucault hier Strukturalist war und sich in „Die Geburt der Klinik“ der Vorgehensweise des Strukturalismus bedient, zumindest teilweise beantwortet werden sollen.
II. Hauptteil
2. Inhalt von „Die Geburt der Klinik“
„In diesem Buch ist die Rede vom Raum, von der Sprache und vom Tod. Es ist die Rede vom Blick“ (GK 7). Präziser und knapper als es Foucault im ersten Satz seiner Vorrede tut, kann der Inhalt des Buches kaum formuliert werden. Man könnte das Werk als ein Durchexerzieren der Entwicklung der Klinik und der Medizin kurz vor, während und kurz nach der französischen Revolution als Schwelle der einschneidenden Restrukturierung des medizinischen Bewusstseins und als Übergang des klassischen Zeitalters in das moderne Zeitalter unter besonderer Berücksichtigung der dabei vollzogenen Veränderungen des „ärztlichen Blicks“, der Suche nach dem Sitz der Krankheit im menschlichen Körper und im späteren Teil des Buches der Entwicklung der klinischen Anatomie und dem Sezieren von Leichen als Mittel zur Anwendung des ärztlichen Blicks auch in den vormals verborgenen Regionen des Körpers bezeichnen. All dies führt nach Foucault schließlich
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zum ersten gesellschaftlichen Diskurs über das Individuum. Ein Individuum, dessen Bedeutung für Foucaults Methode selber nicht überaus eindeutig auf Anhieb zu klären ist. Aber dies soll Bestandteil der späteren Untersuchung sein. Foucault spricht von der „Mutation des medizinischen Diskurses“ zu einem „rationalen Diskurs“ (GK 9). „Aus der Perspektive sorgfältiger Wahrnehmung und neutraler Beschreibung sind die älteren medizinischen Auffassungen falsch und unverständlich“, wie besonders die Zitate aus Schriften von P. Pomme und A.-L-J.Bayle auf Seite 7 und 8 von „die Geburt der Klinik“ verdeutlichen sollen, in denen die Veränderung der sprachlichen Beschreibung pathologischer Vorgänge innerhalb von weniger als 100 Jahren um die französische Revolution herum dargestellt wird. Früher - so Foucault - war das Innere ein visionärer Raum, heute ist das Innere der „Raum der Erkenntnis“ geworden (GK 8). Eine klare Anspielung auf das immer aktiver betriebene Sezieren von Leichnamen. Aber - so sein Einwand - das Unverständliche hat seine eigene systematische Ordnung. Ärzte folgen sein jeher einem eigenen Wissenscode. Die darin auffindbaren Strukturen seien heutzutage ähnlich willkürlich wie damals! „Im 19. Jh. haben die Ärzte beschrieben, was Jahrhunderte lang unter der Schwelle des Sichtbaren lag….“ (GK 10). „Der ärztliche Blick“ reduziere nicht mehr, sondern er begründe vielmehr das Individuum in seiner unreduzierbaren Qualität 1 . Die Klinik wird zum Experimentierfeld der Medizin, der Patient wird beobachtet wie ein „Experiment im Laboratorium“ (GK 13). Das Erscheinen der Klinik ist nach Foucault zeitlich identisch mit der „Reorganisation der Elemente“, die das pathologische Phänomen konstituiert, wobei die von F. sog. „Botanik der Symptome“ von der „Grammatik der Zeichen“ ersetzt wird. Während früher das Symptom mit der Krankheit identisch war, ist heute das Symptom nur ein Zeichen für eine tiefer liegende Erkrankung, welche erst durch die Übertragung in den dreidimensionalen Raum erfasst werden kann.
In Kapitel I: Räume und Klassen wird das Thema der Verräumlichung der Krankheit aufgegriffen. F. sagt, dass der anatomisch-klinischen Methode die klassifizierende Medizin vorausging und erstere erst ermöglichte. Merkmal der klassifizierenden Medizin ist die Einteilung der Krankheit in Familien, Gattungen und Arten. Wichtigstes Prinzip war die Analogie, auf einem „nosologischen Tableau“ wurde die Unzahl der Krankheiten übersichtlich gemacht (GK 20). Des Weiteren führt F. hier die Begriffe der „primären Verräumlichung“ - als Überbegriff für die „Medizin der Arten in der das Individuum bedeutungslos ist und in der die Krankheit im Körper umherwandert ohne ihr Wesen zu
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Man mag spekulieren, inwieweit F. hier als eine Art „Zyniker“ erscheint, der den Menschen als vom Menschen bereits bis aufs „äußerste“ auf den Status eines Objekts „reduziert“ sieht.
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Christian David Köbel, 2005, Michel Foucaults 'Die Geburt der Klinik' – Archäologie oder Strukturalismus?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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