Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG: AUSGANGSSITUATION UND
HISTORISCHER ÜBERBLICK 2
1.1 DIE SITUATION IM LIBANON UND IN SYRIEN VOR DEM
LIBANESISCHEN BÜRGERKRIEG. 2
1.2 DER KRIEG UND DIE SYRISCHE BESATZUNGSZEIT. 3
2. DER ABZUG: URSACHEN UND ENTWICKLUNG 4
2.1 URSACHEN. 5
2.2 ENTWICKLUNGEN. 6
3. FOLGEN UND SZENARIEN 7
3.1 DIE SUCHE NACH DEM URHEBER 8
3.2 DIE SITUATION IM LIBANON. 9
3.3 DIE SITUATION IN SYRIEN 11
4. FAZIT. 14
ANHANG : 15
LITERATURANGABEN : 15
INTERNETQUELLEN 15
1
1. Einleitung: Ausgangssituation und historischer Überblick
Einer der vielen, prägenden Schauplätze des Nahostkonflikts ist ein kleines Land, dass sich nördlich von Israel und südöstlich von Syrien, „zwischen dem 30. und 45. Breitengrad, sowie dem 30. und 40. Längengrad“ 1 erstreckt: der Libanon. Das schon seit dem 7. Jahrhundert vor allem von Christen und Moslems stark umkämpfte Gebiet zwischen Tripoli im Norden und Tyrus im Süden, sollte auch im ausklingenden 20. Jahrhundert wieder zu einem schwelenden Brennpunkt im Kampf der unterschiedlichen Religionsgruppen werden. 2 Dieser Konflikt begann mit dem von 1975 - 1990 dauernden Libanesischen Bürgerkrieg und endete in einer syrischen und israelischen Besetzung des Landes. 3 Nach dem Israelischen Rückzug aus dem Libanon im Jahr 2000 führten diverse Außen-, wie Innenpolitische Umstände 2005 auch zum erzwungenen Abzug Syriens aus dem Libanon.
In der folgenden Seminararbeit sollen vor allem die internationalen Beziehungen, welche zu diesem Abzug geführt haben erläutert werden. Anschließend sollen etwaige Auswirkungen auf Syrien und den Libanon erklärt werden, die schlussendlich zu einer vorsichtigen Prognose der weiteren Entwicklungen in dieser Region des nahen Ostens führen sollen. Um die aktuellen Zusammenhänge rund um den Abzug aus dem Libanon erklären zu können muss zu erst auf die Ausgangssituation in beiden Ländern, sowie rudimentär auf die historische Entwicklung vom libanesischen Bürgerkrieg bis hin zur Besatzungszeit, eingegangen werden. Da es sich um ein sehr aktuelles Thema handelt ist die literarische Situation noch mangelhaft, wodurch in dieser Arbeit überwiegen Zeitungsartikel sowie Internetinformationen verwendet worden sind. Doch nun zur Ausgangssituation in Syrien und im Libanon sowie der geschichtlichen Entwicklung hin zur Besatzungszeit.
1.1 Die Situation im Libanon und in Syrien vor dem libanesischen Bürgerkrieg
Das 10 km 2 große Land Libanon mit seinen zirka 3,5 Millionen Einwohnern, wurde schon nach seiner Unabhängigkeit von Frankreich 1943, vor allem wegen seiner stark religiösen Segmentierung zu einem potentiellen Konfliktherd erklärt. 4 Maroniten, Schiiten, Sunniten,
1 (Vergleiche.: Rauch, Michael: Libanon, S. 10; Polyglott Verlag, München 2000)
2 (Vgl.: Harb, Boulos: Die Entwicklung des Libanon bis in die Mitte der sechziger Jahre; in: Vorländer,
Dorothea: Libanon - Land der Gegensätze, S. 25; Freimund Verlag, Erlangen 1980)
3 (Vgl.: http://www.libanon-info.de/lib/gesch/ge1920jhdt.html; Zugriff am 2.12.2006 20.46 Uhr)
4 (Vgl.: Harb, S.33f.)
2
Griechisch-Orthodoxe und Drusen bilden in diesem Land höchst unterschiedliche Religions-, und Bevölkerungsgruppen. 5 Nach anfänglichen Schwierigkeiten, inklusive eines bedrohlichen Bürgerkriegsszenarios 1958, konnte sich Land jedoch nach dieser Phase durch eine an die kulturelle wie religiöse Diversität angepasste Verfassung und auch durch den wirtschaftlichen Aufschwung konsolidieren. Durch einen relativen Neutralitätskurs zwischen der Nato und dem Warschauer Pakt, sowie dem damals entflammten Panarabismus in Ägypten, Syrien und Iran, erwarb sich der Libanon den Titel „Die Schweiz des Orients“ 6 zu sein. Dieser verhältnismäßig stabile Zustand änderte sich jedoch 1975 rasch. Durch verschiedene Auseinandersetzungen zwischen den Religionsgruppen wurde das Land in den 15 Jahre dauernden Bürgerkrieg hineingezogen.
In Syrien dem 185 000 km 2 großen Land mit zirka 18 Millionen Einwohnern zeichnete sich eine ähnliche Ausgangssituation ab. 7 Die 1944 von Frankreich unabhängig gewordene Republik ist ein mehrheitlich sunnitisch geprägtes Land mit einer christlichen und alawitischen Minderheit (insgesamt ca. 15% der Bevölkerung). 8 Nach der Verabschiedung einer vergleichsweise säkularen Verfassung 1950 und der panarabischen Vereinigung mit Ägypten unter Nasser 1958-61 gelingt es dem radikalen, alawitischen Flügel der syrischen Baath-Partei 1966 gegen die gemäßigten Kräfte im Land zu putschen. 9 Nach der arabischen Niederlage gegen Israel im Sechstagekrieg putscht sich Hafis al-Assad 1970 innerhalb des militärischen Baath-Regimes an die Macht. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten gelingt es dem späteren syrischen Staatspräsidenten bis zum Ausbruch des libanesischen Bürgerkriegs ein stabiles, autoritäres und im Vergleich zu anderen arabischen Staaten säkulares Regime in Syrien aufzubauen. 10 Der libanesische Bürgerkrieg sollte nun zu Entwicklungen führen, die dann ausschlaggebend für die syrische Besetzung werden.
1.2 Der Krieg und die syrische Besatzungszeit
Als sich der Bürgerkrieg zwischen den Religionsgruppen 1976 zuspitzt, erhält Syrien, im Auftrag der Arabischen Liga den Status als Ordnungsmacht. Sie verhindern eine christliche
5 (Vgl.: Vorländer, Dorothea / Löffler, Paul: Religionsgemeinschaften im Libanon; in: Vorländer, Dorothea:
Libanon - Land der Gegensätze, S.67 - 100)
6 (Vgl.: http://www.fh-aalen.de/sga/personen/student/homepages/ymerou/karte.htm; 12.02.2006 21.28 Uhr)
7 (Anmerkung des Verfassers: Wichtig für das politische Denken syrischer Führer ist vielleicht, dass „Syrien“ als
Begriff für einen kulturellen Großraum steht, dem sowohl der Libanon, als auch Teile der Südtürkei angehören)
8 (Vgl.: Schnitgerhans, Holger: Syrien - Libanon, S.117; Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1997
9
(Vgl.: Schweizer, Gerhard: Syrien, S.13.ff; Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 1998)
10 (Ebenda: S.367)
3
Niederlage, können aber einen Einmarsch Israels im Südlibanon nicht verhindern. 11 Aus der Ordnungsmacht Syrien wird schließlich eine Besatzungsmacht, die selbst nach dem Ende des Bürgerkriegs nicht aus dem Libanon abzieht. Während sich Israel 2000 ganz aus dem Südlibanon zurückzieht 12 , bleibt Syrien bis 2005 Schutzmacht im schwachen und abhängigen Libanon und versucht das Land vor allem politisch unter seiner Kontrolle zu halten. 13 Von der Weltgemeinschaft stillschweigend geduldet, gelingt es den Syrern die Geschicke des Landes bis 2002, fast vollständig zu bestimmen. Eine Entspannung der Lage zeichnet sich, trotz des Todes Hasif Al-Assads 2000 und der Übernahme der Macht durch seinen Sohn Baschar al-Assad, nicht ab. Erst nach den Irakkrieg 2002 und die erneut starke Konzentration der Vereinten Nationen - vor allem der USA - auf den nahen Osten, wurde eine Entwicklung ins Rollen gebracht, die 2005 dann zum Abzug der syrischen Truppen aus dem Libanon führte. 14 Was mit der späten Zuordnung Syriens zur „Achse des Bösen“ durch George W. Bush begann, entwickelte sich über zaghafte Resolutionsforderungen in der UN Generalversammlung zu einer erdrutschartigen, diplomatischen Eskalation Anfang 2005. Diese soll nun im anschließenden Kapitel erläutert werden.
2. Der Abzug: Ursachen und Entwicklung
Als Hauptauslöser dieses internationalen, politischen Verwirrspiels ist eindeutig der Mord am ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri am 14. Februar 2005 zu nennen. 15 Dass Syrer am Mordanschlag beteiligt waren ist mittlerweile durch den Mehlis Bericht auch bestätigt worden. Seltsam erscheint nur, dass die internationalen Abläufe vor und nach dem Mord wie Zahnräder ineinander passten, die zu einer Destabilisierung des syrischen Regimes führen bzw. dessen Abzug aus dem Libanon vorbereiten sollten. Der technisch perfekt geplante Mord deutet genauso wie einige andere Ereignisse darauf hin, dass sich eine andere Kraft hinter diesen Geschehnissen verbergen könnte. Welche weiteren Ursachen zum Abzug führten und warum es in den Entwicklungen des Jahres 2005 viele Verdachtsmomente einer Beteiligung Dritter gibt, soll im Weiteren beschrieben werden.
11 (Vgl.: http://www.auswaertiges-
amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=9&land_id=94; 13.02.2006 19.25 Uhr)
12 (Anm. d. Verf.: Und dadurch auch Platz für Hisbollah und Hamal schafft)
13 (Vgl.: Schweizer: Syrien, S.368)
14 (Vgl.: http://www.dradio.de/cgi-bin/es/neu-weltzeit/784.html; 13.02.2006 19.55 Uhr)
15 (Vgl.: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,344124,00.html; 14.02.2006 11.11 Uhr)
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Arbeit zitieren:
Stefan Plenk, 2006, Der syrische Abzug aus dem Libanon, München, GRIN Verlag GmbH
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