Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis II
1 Einleitung. 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung. 1
1.2 Gang der Untersuchung 1
2 Erklärungsmodelle für die Übertragung von Währungskrisen 2
2.1 Der Begriff Contagion 2
2.2 Formen der Übertragung von Währungskrisen. 2
2.3 Ursachen von Contagion-Effekten bei Währungskrisen. 3
2.3.1 Fundamentale Verflechtungen 4
2.3.2 Herdenverhalten 5
2.3.3 Institutionelles Contagion 6
3 Die Argentinienkrise und Contagion-Effekte. 7
3.1 Ursachen, Merkmale und Ablauf der Argentinienkrise 7
3.2 Contagion-Effekte in Lateinamerika. 8
4 Zusammenfassende Betrachtung. 10
Literaturverzeichnis. 11
I
Abkürzungsverzeichnis CB Currency Board
II
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Zu Beginn des Jahres 2002 gab Argentinien sein Currency Board (CB) mit einer festen Wechselkursbindung an den US-Dollar auf und ging zu einem flexiblen Wechselkurssystem über. Die argentinische Währung verlor fast 75 Prozent an Wert und das Land stürzte in die schwerste Krise, die es in seiner Geschichte erlebt hat. 1 Diese Krise betraf nicht nur die Ökonomie, sie belastete auch die sozialen Verhältnisse, die politische Ebene und die internationalen Beziehungen zu anderen Nationen. Die Instabilität der globalen Finanzmärkte war und ist aus ökonomischer Sicht eines der zentralsten Probleme des letzten Jahrzehnts. Obwohl bereits Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre Währungs-, Banken- und Finanzkrisen, vorwiegend in Südamerika auftraten, sind die Krisen in den neunziger Jahren ungleich heftiger ausgefallen und in ihrer Erscheinungsform sehr verschieden. Neu an den Krisen der neunziger Jahre ist, dass kaum eine Krise vorhergesehen wurde und dass sich die Turbulenzen nicht auf ein nationales Finanzsystem beschränkten, sondern zumindest regionale oder sogar globale Implikationen hatten. 2 Krisen wie die EWS-Krise mit sechzehn betroffenen Ländern, die Tequila-Krise mit neun, die Asienkrise mit zehn, die Russland-Krise mit dreizehn und schließlich die Argentinienkrise mit acht betroffenen Ländern 3 haben zu der Überzeugung geführt, dass nationale Krisen andere Länder, die „gesund“ sind, anstecken können. 4 In der englischsprachigen Literatur ist dieser Effekt als „Contagion“ bekannt. 5 Ziel dieser Arbeit ist es, eine theoretische Einführung in das Konzept Contagion zu liefern und mögliche Ursachen und Übertragungsmechanismen von Contagion-Effekten am Beispiel Argentiniens zu analysieren.
1.2 Gang der Untersuchung
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei wesentliche Teile. Zunächst werden im zweiten Kapitel der Begriff Contagion erläutert und verschiedene Konzepte von Contagion mit besonderem Schwerpunkt auf den Ansteckungs- und Übertragungsmechanismen vorgestellt. Dies bildet den Grundstein für eine im dritten Kapitel erfolgende Evaluation von Contagion-Effekten in der Argen-
1 Vgl. O.V. (2005):Argentinien-Krise, o.S.
2 Vgl. BORDO, MICHAEL D. / MURSHID, ANTU P. (2000), S. 3ff.
3 Vgl. KREIS-HOYER, PETRA (2005), o.S.
4 Vgl. EDWARDS, SEBASTIAN (2000), S. 1.
5 Vgl. LUTZ, MATTHIAS (2001), S. 1.
1
tinienkrise. Dabei stellt sich die zentrale Frage, ob und wenn ja, welche Übertragungskanäle bei der Argentinienkrise für die Ansteckung und Übertragung der Krise in Frage kommen würden.
2 Erklärungsmodelle für die Übertragung von Währungskrisen
2.1 Der Begriff Contagion
Der Begriff Contagion kommt aus dem angelsächsischen und bedeutet soviel wie „Ansteckung“ oder „schädlicher Einfluss“. 6 Das Phänomen Contagion beschreibt im Wesentlichen die Ansteckung, d.h. die Übertragung einer Finanz-, Währungs- und Bankenkrise auf scheinbar unbetroffene, geographisch weit auseinander liegende Länder. Contagion ist ein relativ neues Konzept in der finanzwirtschaftlichen Forschung und fand das Interesse der Forscher erst in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre als sich Finanzmarktkrisen plötzlich über zahlreiche Entwicklungsländer ausbreiteten und auch Länder erfasste, die als nicht krisengefährdet galten und scheinbar „gesund“ waren. 7 Da die finanzwirtschaftliche Forschung zum Thema Contagion erst im letzten Jahrzehnt eingesetzt hat, existiert in der ökonomischen Literatur bislang keine einheitliche Definition, sondern nur verschiedene Erklärungsansätze. Eine sehr breite Definition liefert die Weltbank: „Contagion ist die länderübergreifende Übertragung exogener Schocks, vergleichbar mit einem Spillover-Effekt. Contagion entsteht sowohl in Krisen als auch in Nicht-Krisenzeiten, wobei Contagion nicht zwingend mit einer Krise verbunden sein muss.” 8
2.2 Formen der Übertragung von Währungskrisen
In der Literatur finden sich drei wesentliche Formen der Übertragung von Finanz-, Währungs- und Bankenkrisen: Monsuneffekte (monsoonal effects), Übertragung (spill overs) und reine Ansteckung (true contagion). 9
Beim Monsuneffekt löst ein exogener Schock in mehreren Ländern gleichzeitig eine Krise aus. So können beispielsweise allgemeine politische Entscheidungen in Industrieländern unerwartet ähnli- 6 Vgl.LUTZ, MATTHIAS (2001), S. 1.
7 Vgl. EDWARDS, SEBASTIAN (2000), S. 1ff.
8 WELTBANK (2000), o.S.
9 Vgl. MASSON, PAUL (1998), S. 4.
2
Arbeit zitieren:
Katja Kanngiesser, 2005, Die Argentinienkrise von 2002 - Eine Analyse aus Sicht von Contagion Effekten, München, GRIN Verlag GmbH
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