Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Einordnung der Sahara 3
2.1. Geographische Einordnung 3
2.2. Rezentes Klima 4
2.3. Ursachen der Hyperaridität 5
3. Fallbeispiel Wadi Howar 7
3.1. Geographische Einordnung 8
3.2. Rezentes Klima 8
3.3. Fluvio-lakustrine Ablagerungen im Unteren Wadi Howar 9
3.4. Faunen- und Florenreste 11
4. Ptolemäussee 12
5. Prähistorische Besiedlung 13
5.1. Siedeldünen 13
5.2. Vegetationsgeschichte aus prähistorischen Holzkohlen 14
5.3. Besiedlungsgeschichte anhand keramischer Funde 15
5.4. Steinplätze 16
6. Ursachen der holozänen Feuchtphase 16
7. Datierungsproblematik 18
7.1. Altersfehldeutungen 18
7.2. Niederschlagsvariabilität 21
8. Schlussbetrachtung 22
9. Literaturverzeichnis 23
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1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Austrocknung Nordafrikas und deren Auswirkungen auf den Menschen.
Hier musste eine starke räumlich-zeitliche Eingrenzung erfolgen, da sich die Sahara in der Erdgeschichte einer Vielzahl von Klimaschwankungen ausgesetzt sah. Aus diesem Grund wird in dieser Arbeit versucht, die Vorkommnisse auf das frühe Holozän zu beschränken. Räumlich erfasst wird hier vor allem das Gebiet der Ostsahara. Am Fallbeispiel Wadi Howar sollen verschiedene Ansätze und Methoden zur Rekonstruktion der Umwelt aufgezeigt werden. Dieses heute größte zusammenhängende hyperaride Gebiet der Erde hat im so genannten holozänen Klimaoptimum erhöhte Niederschläge empfangen und war somit Lebensraum für Mensch und Tier.
Anschließend werden einige Ansätze zur Erklärung der Ursache dieser Feuchtphase diskutiert.
Darauf folgt der Aspekt der Datierungsproblematik. Hier wurde ein weiterer Schwerpunkt gesetzt, da ein direkter Bezug zum Seminarthema hergestellt werden kann. Im Zuge der Klimarekonstruktion kann es leicht zu Fehlinterpretationen kommen.
2. Einordnung der Sahara
2.1. Geographische Einordnung
Die Sahara umfasst ein Gebiet von ca. 9 Millionen m² und verfügt damit über kontinentale Ausmaße. Sie erstreckt sich in West-Ost-Richtung vom Atlantik bis zum Roten Meer über 20 Längengrade (ca. 6000 km) und in Nord-Süd-Richtung über 15 Breitengrade (ca. 2000 km). Die Sahara wird als die größte Wüste der Erde bezeichnet und schließt die 11 Staaten
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Marokko, Algerien, Libyen, Ägypten, Mauretanien, Mali, Niger, Tschad, Sudan, Westsahara und Tunesien ein.
Trotz zahlreicher Versuche, die Sahara als Wüste zu definieren, besteht bis heute in der geowissenschaftlichen Literatur keine als allgemeingültig anzusehende Meinung darüber, welche Inhalts- und Grenzkriterien den Wüstenraum Sahara definieren (vgl. GIEßNER 1988). Diese Schwierigkeit resultiert nicht nur aus der Dimension und Differenzierung des Raumes, sondern auch aus der Tatsache, dass eine Wüste innerhalb der verschiedenen Teildisziplinen unterschiedlich definiert wird.
Schwierig wird es, wenn man den Gesamtraum der Sahara zu gliedern versucht. Man kann sie beispielsweise zonal oder nach dem Habitus der Landschaft einordnen. Zonal ergibt sich eine Einteilung in West-, Zentral- und Ostsahara. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Großraum der Ostsahara.
2.2. Rezentes Klima der Sahara
Die Sahara gehört zu der ariden Zone der Wendekreise. Sie nimmt aufgrund ihrer Größe und ihrer Aridität eine Sonderstellung in der Kategorie der Wüsten ein. Aber auch die Vegetationsarmut prägt diesen Raum und daher bezeichnet BESLER (1981) sie als „echte“ Wüste im europäischen Sinn. Durch die fehlende Vegetation wird die Albedo zusätzlich verstärkt.
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In der Sahara stehen Niederschläge von 5-20 mm einer potentiellen Verdunstung von 5000-6000 mm jährlich gegenüber (BESLER 1981: 15). Die Niederschläge fallen im Norden vor allem als Winterregen und nur in den südlichen Gebirgen auch im Sommer. In den hyperariden Zonen der Ostsahara kann es zu vielen Jahren völliger Niederschlagslosigkeit kommen.
Die Temperaturen liegen im Sommer bei mittleren Höchstwerten von 45°C, können aber auch schnell über 55°C steigen. Die tageszeitlichen Schwankungen betragen bis zu 30°C. Im Winter kann es in der nördlichen Sahara zu Frösten bis -10° C kommen.
2.3. Ursachen der Hyperaridität
Die Sahara liegt im Bereich des nördlichen Wendekreises. Somit findet die klassische Interpretation der passatischen Trockengebiete Anwendung, deren Ursache nicht primär am Relief, sondern direkt in der globalen atmosphärischen Zirkulation und den resultierenden Klimazonen gesucht wird (BESLER 1992: 15). Es ist von zonalen Trockengebieten die Rede, deren direkter Verursacher der Hochdruckgürtel der Hadley-Zellen ist. Innerhalb der Subtropen und Tropen sind die Luftdruck- und somit auch die Windsysteme relativ stabil. Das Modell der Hadley-Zellen erklärt zudem die Entstehung der Passatwinde:
Am (meteorologischen) Äquator werden die Luftmassen erwärmt und steigen auf, daraus resultiert ein bodennahes Hitzetief sowie ein Höhenhoch. Die Luftmassen im obersten Bereich der Troposphäre bewegen sich dem Druckgradienten folgend in Richtung der beiden Wendekreise, kühlen sich dabei ab, um schließlich im Bereich der Wendekreise wieder
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abzusinken. Die absinkenden Luftmassen erwärmen sich dabei adiabatisch und die relative Luftfeuchtigkeit nimmt ab. An der Erdoberfläche entsteht ein thermisches Hochdruckgebiet. Aus dem Druckgefälle zwischen Hoch und Tief entstehen von Norden bzw. Süden zur ITCZ hin gerichtete Ausgleichswinde, welche in beiden Hemisphären aufgrund der Corioliskraft nach Westen abgelenkt werden. Somit bildet sich auf der Nordhalbkugel der NE-Passat, auf der Südhalbkugel der SE-Passat.
Begründet durch die Meridiandivergenz wird die Subsidenz der Luftmassen äquatorwärts der Wendekreise zusätzlich verstärkt (BESLER 1992:15). Die Passate sind demzufolge sehr trockene Winde.
Die Sahara ist jedoch wesentlich trockener als andere Wendekreiswüsten. Früher wurde die höhere Kontinentalität Nordafrikas als Hauptursache angesehen. Heute wird jedoch davon ausgegangen, dass der besonders ausgeprägte tropische Ost-Strahlstrom, als Effekt der großen Massenerhebung des Hochlandes von Tibet, für die Hyperaridität ausschlaggebend ist (BESLER 1981:164).
Ein räumlich-zeitlicher Vergleich verdeutlicht den Unterschied der Sahara zu den anderen Wendekreiswüsten in Bezug auf die Ausprägung der Aridität im Jahresverlauf. Das Ausgreifen einzelner Winterregen bis in das Zentrum und zum Teil sogar bis in den Südteil der Sahara entspricht den winterlichen Niederschlagsverhältnissen anderer Wüsten. Die Sommerregen tropischen Ursprungs (der Monsune) dringen hingegen nur in Ausnahmefällen über 16-17° nördliche Breite vor (FLOHN 1982: 56), obwohl der meteorologische Äquator bei 6° N liegt.
Üblich für die Subtropen ist das Vordringen der Niederschläge mit dem Sommer-Monsun bis an die Wendekreise, wie es in Südafrika oder Australien der Fall ist (BESLER 1992: 16). Das Hitzetief Nordafrikas bleibt jedoch wolkenlos und die Regenschauer setzen erst 200 km südlich ein(BESLER 1981:164). Dies wird in Nordafrika durch den in seiner Richtung sehr beständigen, nur zeitlich in der Intensität schwankenden Ost-Strahlstrom verhindert. Sein Kern liegt bei etwa 12° N über Indien und Ostafrika, sein Delta über Nordafrika. Nördlich desselben tritt ein Höhenwarmlufthoch und südlich, in Äquatornähe, ein Höhenkaltlufttief auf. Wie bei jeder Strahlströmung existiert eine Querzirkulation, welche im Normalfall von der Warmluftseite zur Kaltluftseite, im Entstehungsgebiet gegen den Uhrzeigersinn gerichtet ist. Über Nordafrika verläuft sie hingegen umgekehrt, also im Uhrzeigersinn. Die Querzirkulation ist somit eine energieverbrauchende Zirkulation, da sie gegen den hohen Höhendruck gerichtet ist. Diese Richtung der Querzirkulation entspricht der Ablenkungsrichtung durch die
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Arbeit zitieren:
Fabian Flaschel, 2006, Die Austrocknung Nordafrikas und Auswirkungen auf kulturelle Entwicklungsstufen, München, GRIN Verlag GmbH
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Die aride Morphodynamik der Wüsten Nordafrikas
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