Gliederung
1. Kennzeichnung der Leitbilder der Wettbewerbsordnung
1.1 Definition „Wettbewerb“
1.2 Generelles über Leitbilder der Wettbewerbsordnung
1.3 Diverse Leitbilder und ihre wesentlichen Merkmale
1.3.1 Klassischer Liberalismus
1.3.2 Leitbild der vollständigen (vollkommenen)
Konkurrenz
1.3.3 Leitbild des funktionsfähigen Wettbewerbs
(workable competition)
1.3.4 Leitbild der Wettbewerbsfreiheit
(auch Leitbild der Chicago School)
1.4 Unterscheidung der Leitbilder nach
wohlfahrts ökonomischem und systemtheoretischem
Ansatz
2. Volkswirtschaftliche Funktionen des Wettbewerbs
2.1 Allgemeine Funktionen und deren Erläuterung
2.2 Statische und Dynamische Wettbewerbsfunktionen
2.3 Allgemeine Übersicht zu Wettbewerbsfunktionen
3. Bedeutung des Patentschutzes zur Gewährleistung der
dynamischen und statischen Funktionen
3.1 Generelles über Patente
3.2 Zahlen und Fakten zu Patenten
3.3 Zusammenfassung Patente und statische und
dynamische Funktionen des Wettbewerbs
4. Fazit der Hausarbeit
Literaturverzeichnis
2
1. Kennzeichnung der Leitbilder der Wettbewerbsordnung
1.1 Definition „Wettbewerb“
Die Definition des Wettbewerbsbegriffes ist auch in der Fachliteratur sehr umstritten. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit möchte ich mich jedoch an den Satz „Entscheidend ist nur, dass im jeweiligen Zusammenhang eindeutig gesagt wird, was unter Wettbewerb verstanden werden soll“1 orientieren. Die zwei nachstehenden Erklärungen kommen meinem Verständnis von Wettbewerb am nächsten:
„Der Wettbewerb von Anbietern oder Nachfragern untereinander sowie die Beziehungen zwischen Anbietern und Nachfragern. Das Wesen der Konkurrenz besteht in dem Wechselspiel von Aktion und Reaktion (dynamische Marktprozesse); so ist jeder Anbieter bestrebt, mittels marktstrategischer Maßnahmen (Preise, Werbung, Produktverbesserungen, neue Produkte) die Nachfrage stärker an sich zu ziehen (vorstoßender Wettbewerb), und bewirkt dadurch entsprechende Gegenmaßnahmen der Konkurrenten (imitatorischer Wettbewerb). Dieser dauernde Zwang zur Leistungssteigerung kommt den Nachfragern in Form von größeren Auswahlmöglichkeiten, Preissenkungen, Qualitätsverbesserungen u. a. zugute. Konkurrenz setzt ein wettbewerbliches Streben und Wettbewerbsfreiheit zur Verwirklichung dieses Strebens voraus. Wettbewerbsbeschränkungen z. B. durch Abreden oder Vertrag und Marktmacht führen zur teilweisen oder völligen Ausschaltung der Konkurrenz; eine entsprechende Gesetzgebung muss daher die Erhaltung der Wettbewerbsfreiheit sichern (Antitrust-Gesetze der USA, Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen in der Bundesrepublik Deutschland).“ 2
Zusammenfassend kann also gesagt werden:
Wettbewerb ist das Verhältnis wechselseitiger Abhängigkeit und Rivalität zwischen Marktteilnehmern. 3
1 Willeke, Seite 26
2 Quelle: www.wissen.de
1
1.2 Generelles über Leitbilder der Wettbewerbsordnung
Bei der Prüfung der Literatur zu diesem Thema war auffällig, wie unterschiedlich die Meinung der Wirtschaftswissenschaftler zu dieser Problematik ist. Es konnte festgestellt werden, dass sich die Vorstellung vom Funktionieren des Wettbewerbs im Laufe der Zeit verändert hat und sich somit manchen wirtschaftlichen Ereignissen oder gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst hat. So hat zum Beispiel die Wende 4 in der Bundesrepublik Deutschland zu einer veränderten Wettbewerbssituation geführt, welche wiederum Auswirkungen auf die Sichtweise einzelner Theorien hat. Wenn man Theorien als Leitbilder betrachtet, so gibt es sehr viele Leitbilder. Die folgende Auflistung soll einen Überblick über die zeitliche Entwicklung von verschiedenen entscheidenden Theorien geben. Auf die einzelnen Theorien wird dann später noch genauer Bezug genommen:
2
Der Begriff „Leitbild“ kann als „eine für die Gesamtheit aller wirtschaftspolitischer Handlungen geltendes Leitbild, das ein rationalen Zusammenhang zwischen Zielen, Grundsätzen und Methoden der Wirtschaftspolitik darstellt“ 5 verstanden werden. Hierbei kann grundsätzlich zwischen theoretischen Ansätzen und praktischen Konzeptionen unterschieden werden 6 . Während die theoretischen Ansätze in der Regel von stark vereinfachten Ausgangsbedingungen ausgehen, ist in den Konzeptionen die historische Anschauung eingearbeitet. Wirtschaftspolitische Konzeptionen versuchen also konkrete Ansätze zu geben, wie die bereits gegebene wirtschaftspolitische Ordnung beeinflusst werden kann, welche Ordnungsprinzipien bzw. Ziele anzustreben und welche wirtschaftspolitischen Mittel möglich und wirksam sind.
1.3 Diverse Leitbilder und Ihre wesentlichen Merkmale Die nachstehenden Leitbilder sind von unterschiedlichen Wissenschaftlern und Institutionen entwickelt worden.
1.3.1 Klassischer Liberalismus
Hier steht der freie Leistungswettbewerb im Vordergrund. Insbesondere die Beseitigung staatlicher Wettbewerbshemmnisse (z.B. Schutzzölle, Steuerprivilegien oder der Schutz von Berufsständen) wurde als sehr wichtig angesehen. Als zweiten Punkt, welcher aber eher eine untergeordnete Rolle spielte, sah man aber auch damals schon die Unternehmenskonzentration als eine Bedrohung des Wettbewerbs an. 7
5 Klauss, Seite 11
6 vgl. Klauss, Seiten 11 und 12
3
Arbeit zitieren:
Betriebswirt (VWA) Helmut Körner, 2001, Kennzeichnung der Leitbilder des Wettbewerbs, München, GRIN Verlag GmbH
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