Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Ein gutes Leben nach Susan Wolf 2
2.1 Aktive Beschäftigung als erster Bestandteil eines sinner-
f üllten Lebens 3
2.2 Lohnenswerte Vorhaben als zweiter Bestandteil eines sin-
nerf üllten Lebens 4
3 Zwei Einwände gegen Wolfs Theorie über das gute Leben 7
3.1 Es gibt keine lohnenswerten Vorhaben 7
3.1.1 Widerlegung der Kritik durch Susan Wolf 8
3.2 Ansatz von Taylor als Alternative zu Susan Wolfs Theorie 9
3.2.1 Widerlegung der Kritik durch Susan Wolf 9
4 Resümee 10
5 Eigene Stellungnahme 11
1 Einleitung
Die Frage, was ein glückliches, gelingendes oder gutes Leben ist, erlebt in der gegenwärtigen philosophischen Diskussion eine erstaunliche Renaissance. [Ste98]
Was Holmer Steinfath an den Anfang seiner Sammlung philosophischer Reexionen stellt, soll auch bei meiner nachfolgenden Seminararbeit im Vordergrund stehen. Antworten auf die Frage, was ein gutes Leben ausmacht, geben - ganz grundsätzlich gesehen - zwei völlig verschiedene philosophische Gruppierungen. Dies sind einerseits jene, die eine subjektivistische Theorie des guten Lebens vertreten und andererseits solche, deren Einstellung als objektivistisch anzusehen ist.
Die Frage, ob ein Leben gut ist oder nicht, lässt sich nach Subjektivisten nur mit Bezug auf nonkognitivistische Eigenschaften klären. Die Antwort der Subjektivisten liegt demnach begründet in subjektiven Empndungen und Wünschen einer einzelnen Person; in dem, was sich das Individuum für sein ganz persönliches Leben wünscht. Vertreter der objektivistischen Theorie des guten Lebens sehen genau an diesem Punkt Probleme und oene Fragen und plädieren hingegen darauf, dass es für das gute Leben von Menschen objektive Kriterien geben muss, die es als solches denieren. Objektivisten sind geprägt von der Vorstellung, dass es sowohl intrinsisch Gutes als auch intrinsisch Schlechtes gibt. Es soll gelten, dass wir etwas (vernünftigerweise) wollen, weil es gut für uns ist, nicht aber, dass etwas gut ist, weil wir es (wie immer aufgeklärt oder unaufgeklärt) wollen. [Ste98, S.21]
Beide Positionen weisen jedoch bislang ungeklärte Fragen und Schwierigkeiten auf, so dass eine ganzheitliche Auseinandersetzung mit der Frage, was ein gutes Leben ausmacht, für eine einzelne Ausarbeitung zu umfangreich und Facettenreich wäre. Deshalb möchte ich mich im Folgenden in meiner Arbeit auf eine Vertreterin der objektivistischen Theorie, Susan
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Wolf, beschränken und ausgehend von ihrer Position, die Frage nach dem Wie eines guten Lebens unter besonderer Berücksichtigung der von ihr genannten lohnenswerten Vorhaben [Wol98, S.170] betrachten, Kritikpunkte aufzeigen und zu Letzt meine eigene Meinung zu ihrer Theorie darlegen.
2 Ein gutes Leben nach Susan Wolf
Susan Wolf geht in ihrem Aufsatz über das gute Leben davon aus, dass jeder Mensch, der über einen aufgeklärten Verstand verfügt, in erster Linie das Ziel verfolgt einen Sinn für sich im Leben zu nden. Dieses Eigeninteresse [Wol98, S.167], wie Wolf es nennt, lässt sich daran festmachen, dass jemand gewillt ist, sein eigenes Wohl und Handeln im Leben sinnvoll zu fördern. Demzufolge ist Sinn und Sinnhaltigkeit in ihrer Theorie des guten Lebens ein wesentliches Element und notwendig um ein wirklich erfolgreiches Leben zu führen, also ein Leben, von dem man letztendlich sagen kann, dass es sich zu leben gelohnt hat, dass es lebenswert war. Als Beispiele für ein sinnerfülltes Leben führt Wolf das Leben Mutter Teresas oder Albert Einsteins an - für sie Lebenswege mit einer groÿen moralischen oder intellektuellen Erfüllung [Wol98, S.170]. Für ein sinnloses Leben hält Wolf hingegen das Leben des mythischen Sysiphos oder - und nicht ganz so mythisch - das einer Person, die Tag für Tag oder Nacht für Nacht vor dem Fernseher sitzt, Bier trinkt und sich eine Seifenoper nach der anderen anschaut [Wol02].
An dieser Stelle kommt jedoch die Frage auf, an welchen Merkmalen im Leben dieser genannten Personen sie festmacht, ob ein sinnvolles oder sinnloses Leben vorliegt, also wie sich sinnvoll denieren lässt und inwieweit man dies begründen kann. Wolfs Antwort beinhaltet, dass einem sinnerfüllten Leben grundsätzlich aktive Beschäftigungen mit lohnenswerten Vorhaben zugrunde liegen müssen.
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Diese beiden zentralen Begrie in Susan Wolfs Theorie sind erklärungsbedürftig, weshalb ich im Folgenden näher auf sie eingehen möchte.
2.1 Aktive Beschäftigung als erster Bestandteil eines
sinnerfüllten Lebens
Wenn Susan Wolf in ihrem Aufsatz über das gute (sinnerfüllte) Leben von aktiver Beschäftigung spricht, dann meint sie hiermit, sich geistig und/oder körperlich auf eine Beschäftigung oder Sache einzulassen, sich tatkräftig mit dieser auseinander zu setzen und sich für sie zu engagieren. Für diese Dinge haben wir dann im Laufe der Zeit eine Art Leidenschaft entwickelt, wir sind von ihr berührt, begeistert oder ergrien. Zu aktiver Beschäftigung gehört aber nicht nur die Freude an einer Aktivität, sondern eventuell auch Stress, Anstrengung oder Gefahr. Den Gegensatz zu aktiver Beschäftigung würden Langeweile und Entfremdung bilden, die gleichzeitig als Indikator für ein nicht gerade sinnstiftendes Leben stehen können.
Geht man von diesem Punkt als Denition für ein sinnvolles Lebens aus, so lässt sich zumindest das doch eher passive Leben des vorher genannten Biertrinkers als sinnlos einstufen, da er keiner wirklich aktiven Beschäftigung nachgeht, sondern vielmehr sein Leben in Entfremdung zur Realität verbringt. Doch kann man dann ganz allgemein davon ausgehen, dass Menschen, die ein Leben in völliger Aktivität verbringen, automatisch ein sinnvolles Leben führen?
Der Schweinezüchter, der mehr Land kauft, um mehr Getreide anzubauen, um mehr Schweine zu füttern, um mehr Land zu kaufen, um mehr Getreide anzubauen, um mehr Schweine zu füttern. [Wol98, S.174]
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Arbeit zitieren:
Anna Freitag, 2006, Susan Wolf über lohnenswerte Vorhaben, München, GRIN Verlag GmbH
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