1. Einleitung
Frechulfs Weltchronik zählt zu den ersten grossen bekannten Geschichtsschreibungen der Karolingerzeit. Es ist die erste Chronik des Mittelalters, in der die Weltgeschichte in zusammenhängender Darstellung behandelt wird. Daher ist dieses Werk die erste Historiographie dieser Art innerhalb der später sehr reich besetzten Gattung. 1 Die Weltchronik Frechulfs hebt sich von den anderen Universalhistorien insofern ab, indem das Werk nur Vergangenheitsgeschichte enthält. Frechulf schrieb nicht bis in seine Gegenwart, sondern hörte in den Anfängen des fränkischen und des langobardischen Reiches auf. 2 Doch wie sah Frechulf, der selbst zu seiner Zeit im fränkischen Reich lebte und schrieb, das fränkische Reich in Bezug auf das vorangehende römische Reich? Glaubte Frechulf an den Fortbestand des römischen Reiches im fränkischen Reich innerhalb des vierten Weltzeitalters? An welche Translationsvorstellungen hie lt Frechulf im Allgemeinen fest?
In einem ersten Teil soll zuerst auf die Person des Frechulfs von Lisieux und auf seine Weltchronik eingegangen werden, um dann den geschichtlichen Hintergrund von den beiden Kapiteln II,5,17 und II,5,22, die den Untergang Roms beschreiben und somit wichtige Quellen zur Beantwortung der Fragestellung darstellen, zu erläutern. Dann soll die Entwicklung des Begriffes translatio imperii bis in die Gegenwartszeit F rechulfs kurz schraffiert werden. In einem zweiten Teil wird zuerst untersucht, inwiefern Frechulf auf die Translationsvorstellungen der vier Weltreiche der Danielexegese von Hieronymus eingeht. Dann werden Ausschnitte aus den Kapiteln II,5,17 und II,5,22 genauer betrachtet, um zu sehen, wie Frechulf den Untergang des weströmischen Reiches behandelt. Schliesslich wird seine Weltchronik in den Zusammenhang mit der Lehre Augustins von den beiden civitates gebracht, um zu sehen, ob Frechulf die Translationsvorstellungen von Augustin übernimmt. Zuletzt wird anhand zweier Herkunftsmöglichkeiten der Franken, die Frechulf im gleichen Kapitel nacheinander erwähnt, untersucht, ob an dieser Stelle der Weltchronik mögliche Hinweise zu einer Umgangsart Frechulfs mit dem Translationsgedanken beobachtet werden können.
Zum Translationsgedanken allgemein bieten Ulrike Krämers sehr klar aufgebaute ausführliche Monographie „Translatio Imperii Et Studii“, sowie Werner Goez’ ältere, aber nicht minder wertvolle, Untersuchung „Translatio Imperii“ sehr hilfreiche Informationen. Für
1 Brunhölzl, Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters, S.397.
2 Wattenbach-Levision (Hg.), Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter, S.351.
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die Weltchronik Frechulfs sind es wohl die ältere Monographie von Anna-Dorothee V. Den Brincken „Studien zur lateinischen Weltchronistik bis in das Zeitalter Ottos von Freising“, der aufschlussreiche Aufsatz von Werner Goez „Zur Weltchronik des Bischofs Frechulf von Lisieux“, die neuere Analyse „Christiana tempora“ von Nikolas Staubach und der Aufsatz „Anfänge säkularer Begründung von Herrschaft und Staat im Mittelalter von Hans Hubert Anton, die sehr nützlich sind. Diese Studien diskutieren die Periodisierungssysteme und das Ende der Weltchronik vor Frechulfs Zeit sehr kontrovers und bi eten deshalb wichtige Grundlagen für diese Arbeit. Für diese Untersuchung wird die neuste Edition von Frechulfs Weltchronik von Michael Allen verwendet. Michael Allen gibt im ergänzenden Werk zu seiner Edition, sowie im Aufsatz „Universal History 300-1000“ einführende Informationen zu Frechulfs Weltchronik.
2. Hauptteil
2.1 Frechulf von Lisieux und seine Weltchronik
Die Nachrichten über das Leben des Frechulf von Lisieux sind spärlich. Sein Name „Frechulf“ könnte auf eine oberdeutsche Herkunft deuten. 3 Bis im Juni 824 war ein Mönch „Frehholf“ im Kloster Fulda verzeichnet. Dieser Eintrag genügt jedoch vorerst nicht, um den Mönch „Frehholf“ mit dem späteren Bischof von Lisieux zu identifizieren. Laut Michael Allen scheint es hingegen nahe zu liegen, dass es sich um dieselbe Person handeln könnte. Die Zeitpunkte des Verschwindens „Frehholfs“ von Fulda nach Juni 824 und der Ankunft des Bischofs von Lisieux an der Synode in Paris im November 825 liegen etwa ein Jahr auseinander. Diese Zeitspanne könnte gerade etwa lang genug gewesen sein, sich in Lisieux einzurichten und die Reise nach Rom zu unternehmen. 4 Man weiss auf jeden Fall, dass er zu einem nicht genau feststellbaren Ze itpunkt an den Hof Ludwigs des Frommen gekommen ist, wo er sich mit Ludwigs Kanzler Helisachar anfreundete. 5 822 n.Chr. war er möglicherweise als Königsbote tätig. Zwei Jahre später, 824 n.Chr., unternahm Frechulf im Auftrag des Kaisers die früher schon erwähnte Reise nach Rom zu Verhandlungen über die Bilderfrage. 6 Im November 825 n.Chr. nahm er bereits als Bischof von Lisieux 7 an der Synode von Paris
3 Wattenbach-Levision (Hg.), Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter, S.350.
4 Allen, Frechvlfi Lexoviensis episcopi opera omnia (Corpus Christianorum CLXIX), S.12-14.
5 Brunhölzl, Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters, S.351.
6 Wattenbach-Levision (Hg.), Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter, S.351.
7 Bistum in der oberen Normandie (Musset, „Lisieux“, in: LexMa V, Sp.2007-2008).
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teil. 8 Frechulf war ein Freund von Hrabanus Maurus, der von 822 bis etwa 841 n.Chr. Mönch, Lehrer und Abt im Kloster Fulda war, und nach 846 n.Chr. zum Erzbischof von Mainz erhoben worden war. 9 Diesen Freund bat Frechulf wegen des Büchermangels in Lisieux um einen Kommentar zum Pentateuch, in dem Hrabanus die Zitate von den Kirchenvätern und seine eigenen Ausführungen dazu zusammenstellen sollte. Frechulf blieb bis 853 n.Chr. Bischof von Lisieux. Es ist nicht klar festzustellen, ob Frechulf sich mit dem 862 n.Chr. in Saintes verzeichneten Frechulf, der 864 n.Chr. starb, identifizieren lässt. 10
Für die Weltchronik Frechulfs ist der Titel „Historia“ am besten belegt. Die Historia entstand zwischen 825 und 830 n.Chr. 11 und besteht aus zwei Teilen. Frechulf betrachtete die beiden Teile der Chronik als zwei abgeschlossene, aufeinander abgestimmte Werke. Die Zusammenfügung der beiden Teile zu einer Weltchronik ist erst nachträglich erfolgt. Der erste Teil besteht aus sieben Büchern und dauert von Adam und Eva bis zur Geburt Christi. Der zweite Teil umfasst fünf Bücher und schildert die Zeitspanne von Christi Geburt bis in die Zeit Gregors des Grossen, das heisst bis in die Anfänge des fränkischen Reichs und der Langobardenherrschaft in Italien. 12 Den ersten Teil der Weltchronik begann Frechulf auf Anregung des Kanzlers Helisachar noch am Hofe Ludwigs des Frommen zu schreiben. Dort konnte er von der reichhaltigen Bibliothek des Hofes profitieren. 13 Nicht allzu lange nach der Übernahme des B istums hat er die sieben Bücher abgeschlossen und mit einem Widmungsbrief, sowie einem einleitenden Gedicht von zwanzig Hexametern, in dem er den Inhalt des Werkes kurz zusammenfasste, an den Kanzler Helisachar geschickt. Geplant waren ursprünglich nur diese sieben Bücher. Erst einige Jahre später begann Frechulf die Fortsetzung, eine Geschichte von Christi Geburt bis in die Frühzeit des Frankenreichs in fünf Büchern, zu schreiben. 14 In der folgenden Untersuchung werden vor allem zwei Ausschnitte aus dem 17. und 22. Kapitel des letzen, fünften Buches genauer betrachtet.
In der Abfassungszeit der Weltchronik zwischen 825 und 830 n.Chr. war das fränkische Reich von innenpolitischen Spannungen geprägt. Im Juli 817 n.Chr. regelte Ludwig der Fromme schon im dritten Jahr seiner Herrschaft seine Nachfolge, um damit die Einheit des christlichen
8 Allen, Frechvlfi Lexoviensis episcopi opera omnia (Corpus Christianorum CLXIX), S.11.
9 Kottje, „Hrabanus Maurus“, in: LexMa V, Sp.144-147.
10 Wattenbach-Levision (Hg.), Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter, S.351.
11 Brincken, Studien zur lateinischen Weltchronistik, S.121.
12 Brunhölzl, Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters, S.397.
13 Wattenbach-Levision (Hg.), Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter, S.351.
14 Brunhölzl, Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters, S.397.
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Reiches zu sichern. 15 In diesem Thronfolgegesetz mit der modernen Bezeichnung Ordinatio Imperii teilte Ludwig das Kaisertum zwischen allen legitimen Königssöhnen nicht auf traditionelle Weise. Lothar, der älteste Sohn wurde zum Mitkaiser gekrönt, Pippin hingegen sollte Aquitanien erhalten und Ludwig, dem jüngsten Sohn, wurden Bayern samt den slawischen Grenzgebieten in Aussicht gestellt. Durch die Heirat Ludwigs des Frommen mit seiner zweiten Frau Judith geriet diese Thronfolgeregelung ins Wanken: Judith gebar 823 einen Sohn, den späteren Kaiser Karl den Kahlen. Darauf bedacht, ihrem Sohn neben seinen Brüdern ebenfalls einen Reichsteil zu verschaffen, brachte sie Ludwig dazu, die Ordinatio imperii zu verändern, indem er statt der Dreiteilung eine Vierteilung des Reiches vorsah. 829 übertrug er Karl Schwaben, Elsass, Rätien und Teile des Burgunds. Ludwig löste damit heftige Kämpfe aus, in denen die Söhne aus erster Ehe sich in wechselnden Allianzen gegen ihn und Judith erhoben. 16 Diese Auseinandersetzungen erreichten den Höhepunkt, als Ende Juni 833 die drei Söhne aus erster Ehe sich gegen Ludwig verbündeten und auf dem Rotfeld bei Colmar gegen ihn kämpften. Durch Druck und Versprechungen seiner Söhne fielen alle Getreuen von Ludwig ab und er war gezwungen abzudanken. Wenig Zeit später kam es zu einem Umschwung, sehr wahrscheinlich durch Lothars unwürdige Behandlung des abgedankten Kaisers. Anfang 834 rückten Pippin und sein jüngerer Bruder vor und erreichten, dass Lothar sich nach Italien absetzen musste. Ludwig der Fromme wurde darauf wieder als Kaiser anerkannt. 17 Nach dem Tode Pippins 838 n.Chr. wurde die Teilung des Reiches erst durch den Vertrag v on Verdun 843 endgültig geregelt , in dem das Reich unter den verbleibenden Söhnen Lothar, Ludwig dem Deutschen und Karl dem Kahlen dreigeteilt wurde. 18 Die jahrelange Konzentration des Frankenreichs auf innere Spannungen schwächte die Abwehrkraft des Reiches nach Aussen und steigerte vor allem die Gefährdung der nördlichen und westlichen Küsten. 19
In den Anfängen dieser innenpolitischen Wirren muss Frechulf an den Hof Ludwigs gekommen sein. Interessant ist, das Frechulf den zweiten Teil seiner Weltchronik der Kaiserin Judith widmete. In der Widmung äusserte Frechulf ausdrücklich den Wunsch, dass die Kaiserin das Geschichtswerk bei der Erziehung ihres Sohnes, den späteren Kaiser Karl den Kahlen, verwenden soll. Der zukünftige Herrscher sollte durch das Werk l ernen, was zu tun
15 Schutz, The Carolingians, S.93.
16 Fleckenstein, „Judith“, in: LexMa V, Sp.797.
17 Schieffer, Die Karolinger, S.133.
18 Schieffer, Die Karolinger, S.142.
19 Schieffer, Die Karolinger, S.135.
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und was zu lassen sei. 20 In Anlage, Standpunkt und Methode ist im zweiten Teil der Chronik gegenüber früheren Büchern keinen Unterschied zu erkennen, deshalb ist es nicht eindeutig ersichtlich, ob die Darstellung von vornherein als eine Art historischer Fürstenspiegel abgefasst worden war. 21 Frechulf scheint also eine gute Beziehung zur Kaiserin Judith gepflegt zu haben und unterstützte sie bei der Erziehung ihres Sohnes. Daraus könnte man schliessen, dass Frechulf sie auch in dem Vorhaben, ihrem Sohn Karl dem Kahlen Reichsteile zuzusichern, unterstützte und in den innenpolitischen Spannungen auf der Seite Ludwigs des Frommen war.
Da Frechulf die Weltchronik mehr als zwei Jahrhunderte vor seiner Zeit abbrach, musste er sich notwendigerweise an ältere Autoren halten. Das Werk zeugt von grosser Belesenheit: Verschiedene Werke Augustins, Boethius, Chronik und Kirchengeschichte des Eusebius, Hieronymus, Josephus, Sulpicius, Severus, Prosper, Orosius, die Historia tripartita, Jordanis, Fredegar, Isidor, Beda, Alcvin und Florus waren ihm bekannt. 22 Frechulf hält sich meistens wörtlich an seine Quellen. 23
Weil die Chronik eine Kompilation vieler Quellen ist, die oft wörtlich übernommen wurden, lassen sich Sprache und Stil von Frechulfs Schreiben am b esten an den beiden Widmungsbriefen an den Kanzler Helisachar und an die Kaiserin Judith beobachten. In diesen Briefen, wie auch im Einleitungsgedicht zum ersten Teil der Chronik, beweist Frechulf, dass er gute Lateinischkenntnisse, eine beachtliche Gewandtheit im Ausdruck und die Beherrschung rhetorischer Kunstmittel besitzt. 24 Wo er seine beachtliche Bildung empfangen hat, ist unbekannt. 25 Ein Lehrer Frechulfs war sicherlich der Kanzler Helisachar am Hofe Ludwigs; darauf deutet auf jeden Fall der folgende Satz im Widmungsbrief an Helisachar hin: „Haec quidem omnia ceu picta breui in tabula meae ostendens paruitati nullam excusationis occasionem reliquisti, sed otius operam dare imperasti.“ 26 Frechulf bemerkt darin nicht nur, dass Helisachar ihn dazu anregte, die Chronik zu schreiben, sondern auch, dass er ihm half, die nötigen Voraussetzungen dazu zu erlangen.
20 Frechulf, II Prol. [28/32].
21 Brunhölzl, Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters, S.397.
22 Wattenbach-Levision (Hg.), Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter, S.351.
23 Brincken, Studien zur lateinischen Weltchronistik, S.122.
24 Brunhölzl, Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters, S.399.
25 Brunhölzl, Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters, S.396.
26 Frechulf, I Prol. [37/39].
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Es sind zahlreiche Handschriften von Frechulfs Werk bekannt. Seine Chronik erlangte jedoch im Mittelalter keinen besonderen Ruhm, obwohl sie nachweisbar oft in Bibliothekskatalogen genannt wurde. Erst Lambert von St.-Omer, Richard von Cluny 27 oder auch Frutolf von Michelsberg benutzten Frechulfs Chronik. Dadurch hatte Frechulfs Werk, als die Weltgeschichtsschreibung gegen 1100 n.Chr. wieder zunahm, einen nicht zu unterschätzenden Einfluss, weil die Weltchronik durch die Vermittlung Frutolfs sogar noch auf Otto von Freising einwirkte. 28
2.2 Das Ende des weströmischen Reiches und die Anfänge des fränkischen Reiches
In den Quellen II,5,17 und II,5,22 werden das Ende des weströmischen Reiches und die Anfänge des fränkischen Reiches beschrieben:
Unmittelbar n ach Attilas Tod 453 n.Chr. ging ein grosser Teil der Krieger, die Attila unterstützt hatten, nicht ins Imperium. Es wurden mehrere neue Königreiche gebildet. So entstand nördlich der Donau das Skirenreich unter Edika und seinem Sohn Odoaker. Doch bald zeigte sich, dass die Erfolge des Attilas bei der politischen Aufsplitterung der Nachfolgereiche nicht zu wiederholen waren. Alle Reiche nördlich der Donau gerieten in einen Konflikt mit den Ostgoten. Das Reich der Skiren ging bald nach Beginn dieses Konflikts unter. 29 In der Quelle II,5,17 wird Odoaker interessanterweise „Torcilangorum rex“ 30 genannt. Entsprechend seiner multinationalen Föderatenarmee wurde er vielen Völkern zugeordnet. Dieser bis her unbekannten Bezeichnung von Odoaker liegt Jordanis als Quelle zugrunde, der nach Walter Pohl hier vielleicht seine Dynastie bezeichnen wollte. Pohl macht weiter auf Castritius aufmerksam, der bemerkt, dass Odoaker mütterlichseits von den Skiren, väterlichseits von den Theuringoi abstammte. Er sieht daher in den Torcilingi eine Verschreibung des Thüringernamens. 31 Nach dem Untergang des Skirenreichs stellte Odoaker sich in Italien mit seiner Streitmacht in den Dienst des Reiches. Der patrizische magister militum, der Burgunder Gundobad, erhob 473 n.Chr. Glycerius zum Kaiser, der aber vom Osten nicht anerkannt wurde. Darauf wurde der magister militus Dalmatiens, Iulius Nepos, zum Kaiser erhoben. Dieser Kaiser wurde aber schon im August 475 von seinem magister militum Orestes abgesetzt und zog sich in seinen früheren Herrschaftsbereich Dalmatiens zurück. Orestes strebte nicht selbst nach dem Kaisertum, sondern erhob seinen Sohn Romulus
27 Brincken, Studien zur lateinischen Weltchronistik, S.126.
28 Goez, Zur Weltchronik des Bischofs Frechulf von Lisieux, S.110.
29 Pohl, Die Völkerwanderung, S.122.
30 Frechulf, Historiae II,5,17 [67].
31 Castritius, Zur Sozialgeschichte der Heermeister des Westreichs, S.21.
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