Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Definitionen. 2
3. Medien im politischen System 3
4. Modell eines politischen Systems noch Easton/Almond/Powell 3
5. Die Mediendemokratie. 5
5.1 Unterschiede zwischen politischer und medialer Logik 6
5.2 Veränderungen im Wahlkampf durch die Medien. 8
5.3 Agenda-Setting und Agenda-Building 9
5.4 Die Amerikanisierungsthese 11
6. Schlussbetrachtung. 12
7. Literaturverzeichnis. 13
II
1. Einleitung
Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem Urteil vom 25. August 2005 den Weg zu Neuwahlen am 18. September freigemacht.
Wie zu erwarten gab es am 04. September dann auch das TV-Duell des Kanzlers und seiner Her-ausforderin. Über den Sinn eines solchen Duells lässt sich sicher streiten, jedoch zeugt die Tatsache dass über zwanzig Millionen Deutsche dieses Duell gesehen haben von einem großen Interesse an solch einem „Polit-Event“. Dieses zuerst bei der Bundestagswahl 2002 auftretende Phänomen zeigt wie stark Massenmedien, allen voran das Fernsehen, an Bedeutung für die Politik gewonnen haben.
In dieser Hausarbeit soll es nun nicht um Sinn oder Unsinn eines TV-Duells gehen. Vielmehr soll der Versuch unternommen werden aufzuzeigen, wie sich die Demokratie der BRD in einer Mediengesellschaft, in der alles live, in Farbe und mit unglaublicher Schnelligkeit vonstatten geht, verändert.
Daran lässt sich die Frage nach dem Einfluss der Medien auf die Politik anschließen. Aber: Nutzt nicht auch die Politik die Macht der Medien vor allem im Wahlkampf? Wird das Politische in den Medien inszeniert und somit eine politische Realität konstruiert? Werden politische Themen nach ihrer Präsentierbarkeit in den Medien von den politischen Akteuren ausgesucht? Entscheiden die Medien worüber sie berichten, oder werden sie von der Politik instrumentalisiert? Um diese Fragen zu beantworten ist es zunächst notwendig zu klären, wo Medien und Politik zusammentreffen, also die Frage nach den Systemgrenzen. Hierzu soll das Modell eines politischen Systems von Easton und, in seiner Weiterentwicklung, von Almond und Powell herangezogen werden. Des Weiteren ist es nötig, sich genauer mit den politischen Funktionen von Massenmedien zu befassen, insbesondere mit ihrer Aufgabe, Öffentlichkeit herzustellen. Im Folgenden sollen die Unterschiede in der jeweils Systemeigenen Logik der beiden Systeme beschrieben werden. Schließlich sollen Massenmedien in politischen Prozessen betrachtet werden, insbesondere ihr Einfluss auf den Wahlkampf. Die Konzepte des Agenda-Setting und Agenda-Building und die Amerikanisierungsthese werden hier vorgestellt.
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2. Definitionen Systemtheorie/ System: Die Systemtheorie beschäftigt sich mit Steuerungs- und Informationsprozessen. Ausgehend von der Kybernetik als Theorie selbstregulativer Systeme, die mit ihrer Umwelt Informationen in Form von Inputs und Outputs austauschen, wurde sie von D. Easton (1965) und K. W. Deutsch (1963) in die Politikwissenschaften eingebracht (vgl. Münch in Nohlen/Schultze 2002: 962,963). Umwelt: Dieser Begriff wird in dieser Hausarbeit systemtheoretisch verwendet, d. h. er meint alles „was außerhalb der Grenzen eines Systems liegt […], wobei allerdings die Übergänge zwischen System und U. fließend sind“ (Saretzki in Nohlen/Schultze 2002: 1010). Medien/ Massenmedien: Unverzichtbarer Träger der öffentlichen Meinung. Zu M. zählen Presse, Hörfunk und Fernsehen. Da die deutsche Bevölkerung sich vorwiegend über das Fernsehen politisch informiert, ist der Begriff der Massenmedien in diesem Sinn konnotiert (vgl. Schultz 1997: 20f). Dimensionen von Politik: „Aufgrund der Mehrdeutigkeit des Begriffs „Politik“ wird häufig an die in der englischen Sprache übliche Unterscheidung in Polity, Politics und Policy angeknüpft“ (Pilz/Ortwein 2000: 2). Polity beschäftigt sich mit den Rahmenbedingungen von Politik (Institutionen). Politics bezeichnet die Ausgestaltung politischer Prozesse (Akteure). Policy steht für die Inhalte von Politik (Politikfelder, Staatstätigkeit) (vgl. Lauth/Wagner in Lauth 2002: 22)
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3. Medien im politischen System
Zunächst stellt sich die Frage, ob es für das Mediensystem überhaupt eine Möglichkeit gibt, sich an politischen Prozessen zu beteiligen und diese dann auch gegebenenfalls zu beeinflussen, beziehungsweise ob umgekehrt das politische System nicht auch Einfluss auf die Medien ausübt. Es existierte früher durchaus die Vorstellung, dass die beiden Systeme, also das Mediensystem und das politische System, „durch ihre unterschiedliche Funktionslogik klar und eindeutig von-einander getrennte Handlungsbereiche sind“(Meyer/Ontrup/Schicha 2000: 37). Dieser Vorstellung zufolge ist das Mediensystem nur Beobachter des politischen Systems, das politisches Handeln objektiv und sachlich zu vermitteln versucht, während das politische System seinerseits unbeeindruckt vom Mediensystem „den [ihm] zugeschriebenen Dienst der Erzeugung gesamtgesellschaftlich verbindlicher Entscheidungen leistet“(Meyer/Ontrup/Schicha 2000: 37). Diese Einschätzung gilt allerdings in der Politikwissenschaft schon seit längerem überholt. Gegenwärtig gibt es verschiedene Ansätze, die den Anspruch haben, das klassische Modell zu ersetzen. Für diese Hausarbeit ist es nun aber nur wichtig aufzuzeigen, dass es durchaus die Möglichkeiten einer wechselseitigen Beeinflussung von Medien- und politischem System gibt. Die verschiedenen Ansätze hier auszuführen würde zu weit führen. Stattdessen ist es ausreichend, an dem Modell eines politischen Systems eben diese Systemgrenzen mit dem Mediensystem aufzuzeigen. Dieses Modell wird nachfolgend vorgestellt.
4. Modell eines politischen Systems nach Easton/Almond/Powell
David Easton entwickelte ein Modell eines politischen Systems, das dazu dienen sollte, verschiedene Staatsformen (wie vormoderne Stammesgesellschaften und moderne Politik und Staatlichkeit) und Regierungssysteme (Demokratien, Diktaturen, usw.) miteinander vergleichen zu können.
Zu einem politischen System zählt demzufolge nicht nur der Regierungsapparat, sondern „Politik und Regieren […] werden maßgeblich auch durch das gesellschaftliche Umfeld und kommunikative Prozesse beeinflusst“ (Korte/Fröhlich 2004: 26).
Das heißt also prinzipiell jeder kann sich in gewissen Rollen in einem politischen System befinden und daran mitwirken, nicht nur als Bundeskanzler, Abgeordneter, Staatssekretär oder ähnliches, sondern eben auch als Gewerkschafter, Wähler oder in einer Studentischen Vereinigung (bestes Beispiel hierfür: die APO in den späten 60er Jahren).
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Arbeit zitieren:
Tobias Nusser, 2005, Politik und Medien: Der Einfluss der Massenmedien auf politische Strukturen und Prozesse, München, GRIN Verlag GmbH
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