Inhaltsverzeichnis
I NA
Vorwort 03
II Alice Salomon - Leben Werk 04
1. Biographie 04
a) Einleitung
b) Alice Salomon
2. Entstehung der sozialen Frauenschule in Berlin 09
a) Einleitung
b) Entstehungsgeschichte der sozialen Frauenschule
in Berlin
III Persönliche Stellungnahme 16
IV Literaturverzeichnis 17
V Bildquellenverzeichnis 18
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I. Vorwort
Da ich gerade im ersten Semester Sozialwesen an der Fachhochschule in München stu- diere habe ich natürlich besonderes Interesse an den Wurzeln dieser Studienrichtung, daran von wem die Soziale Arbeit in ihren Anfängen maßgebend geprägt wurde und wa- rum soziale Arbeit ein typischer Frauenberuf ist.
Zu Beginn des ersten Semesters i n einer meiner ersten Vorlesungen im Fach Geschic hte, Theorie, Werte und Normen der Sozialen Arbeit wurde Alice Salomon als „Begründerin des sozialen Frauenberufes“ angeführt.
Diese These will ich in meiner Studienarbeit in eben diesem Fach aufgreifen und zur Fragestellung machen. Im Laufe meiner Arbeit werde ich anhand von einschlägiger Fachliteratur darlegen, warum Alice Salomon die Begründerin des sozialen Frauenberu- fes in Deutschland ist.
II. Alice Salomon - Leben und Werk
a) Einleitung
Schon ihre Biographie macht deutlich, was für eine ungewöhnliche und herausragende Persönlichkeit Alice Salomon war. Deshalb wird an dieser Stelle mit ausführlichen biographischen Angaben von Alice begonnen, um die Hintergründe und persönlichen Verhältnisse, aus denen Alice Salomon stammte zu verdeutlichen. Die folgenden Ausführungen beziehen sich insbesondere auf Salomon A (1997a), Sa- lomon A (1999), Salomon A (2000); zwar veröffentlichten Lautenschläger G und Sa- lomon A (1983) ebenfalls ansprechende Texte zum Leben von Alice Salomon, aller- dings erschienen mir die erstgenannten Texte detaillierter und vollständiger.
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b) Alice Salomon
• 1872 Berlin, † 1948 New York
Alice Salomon wurde am 19.04.1872 in Berlin geboren, sie hatte fünf Geschwister. Ihr Vater, Albert Salomon (*1832, †1886), war ein wohlhabender jüdischer Kaufmann aus der Lederbranche. Ihre Mutter, Anna Salomon (*1838, †1914), stammte aus der Breslauer Bankiersfamilie der Potocky-Nelken. Die Familie gehörte damals der e- manzipierten und assimilierten jüdischen Mittelschicht an. Doch in diesen Kreisen war damals die Erziehung zum Beruf für ein Mädchen nicht zulässig.
Im Alter von 6 Jahren wurde Alice neun Jahre lang (1878 – 1887) in eine höhere Töchterschule in der Nachbarschaft geschickt. Mit 15 Jahren war ihre Schulbildung abgeschlossen. Nun wollte Alice Salomon gerne einen Beruf erlernen, doch da es da- mals nicht üblich war, dass eine Tochter aus guter Familie einen Beruf erlernte, war ihre Familie dagegen und verbot ihr die Teilnahme an einem Lehrerinnenseminar.
Als 1886 Alices Vater nach schwerer Krankheit im Alter von 54 Jahren und nur drei Jahre später eine von Alices Schwestern starb, verfiel die Mutter in eine tiefe Trauer, von der sie sich nie wieder erholte.
Alice kam sich in ihrer Jugend ihren eigenen Bekundungen nach als ein „nutzloses Wesen“ vor und wusste nicht wohin mit ihrer überschüssigen Energie.
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„Schon damals war in mir der Gedanke wach, daß eine Frau irgendwie imstande sein müßte, auf eigenen Füßen zu stehen. Gegen d as „Warten“ auf den Mann lehnte sich etwas in mir auf. Ohne es so zu bezeichnen, empfand ich es als un- würdig, daß man als Frau mit seinem Schicksal davon abhängen sollte, ob man durch äußere Vorzüge einen Mann fesseln konnte und ob man einen fand, der be- reit war, das Mädchen „zu versorgen“. Auch in der Familie empörte ich mich dagegen, daß der einzige, sehr viel ältere Bruder von den Schwestern Dienste erwartete und auch von ihnen als höheres Wesen bewundert wurde. Die Frauen- bewegung fiel, als ich später von ihr hörte, auf bereiten Boden.“ (Salomon 1999, S. 109)
Als sie einundzwanzig Jahre alt war (1893) lernte sie die Frauen- und Mädchengrup- pen für soziale Hilfsarbeit, die die Mädchen und Frauen der gebildeten Schichten zu sozialer Hilfsarbeit aufriefen, kennen und wurde Mitglied.
Indem sie jeden Montagnachmittag in einem Mädchenhort half, lernte sie die ver- schiedensten Probleme der ärmeren Bevölkerungsschichten kennen und hatte endlich eine Aufgabe, einen Ort, an dem sie gebraucht wurde. Da diese Hilfe in sozialen Ein- richtungen freiwillige, also unbezahlte Arbeit war gelang es Alice die Bedenken der Familie zu überwinden und fortan half sie zusätzlich zu der Arbeit i m Mädchenhort
auch noch in der Auskunftsstelle für soziale Fragen der Deutschen Gesellschaft für E- thische Kultur.
Mit einigen Freundinnen gründete sie die ersten Arbeiterinnenheime und -klubs in Berlin und lernte Jeanette Schwerin kennen, über die sie später folgendes sagte:
„In Jeanette Schwerin traf ich die überlegene und dabei verwandte Natur, einen Menschen mit stärksten Impulsen, einer unerhörten Aktivität, die eben aus e i- nem wachen Gewissen quoll.“ (Salomon 1999, S. 112)
Alice Salomon wurde nicht nur Schriftführerin der Mädchen- und Frauengruppen, sondern auch persönliche Sekretärin von Jeanette Schwerin und lernte viel von dieser.
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Sie fing an sich theoretisch mit den Fragen des Arbeiterinnenschutzes zu beschäftigen und vertrat ihre Gedanken in Aufsätzen und Vorträgen.
1898 wurde sie in Vertretung von Jeanette Schwerin auf die Generalversammlung des Bundes deutscher Frauenvereine, dem sie von da an angehörte, nach Hamburg g e- schickt. Im Jahre 1900 wurde sie schließlich in den Vorstand gewählt, wo sie zuerst das Amt der Schriftführerin und von 1902 bis 1920 das der stellvertretenden Vorsi t- zenden innehatte.
Nach dem Tod von Jeanette Schwerin im Juli 1899 wurde Alice Salomon, auf den Vorschlag von Emil Münsterberg hin, Vorsitzende der Frauen- und Mädchengruppen für soziale Hilfsarbeit in Berlin.
„Er begründete das damit, daß Frauen mit äußerer Stellung oder Vermögen, denen man den Posten anbieten könnte, glauben würden, mit Hergabe ihres Namens genug zu tun, während ein junger Mensch, der nichts als sich selbst einzusetzen hatte, sich ganz geben und damit dem Verein Namen und Stellung erwerben würde.“ (Salomon A 1999, S 113)
In den folgenden Jahren entwickelten sich die Frauen- und Mädchengruppen für sozia- le Hilfsarbeit sehr rasch, die anfangs fünfzig Mitglieder wuchsen auf mehr als tausend an und die Gründungen von Schwestervereinen in anderen Städten fingen an. Im Oktober 1899 wurde der erste Jahreskurs der Frauen- und Mädchengruppen für so- ziale Hilfsarbeit gegründet. Dies war der Beginn der systematischen Ausbildung für soziale Arbeit in Deutschland.
Im Jahre 1902 begann Alice Salomon, obwohl sie kein Abitur vorzuweisen hatte, als Gasthörerin an der Friedrich-Wilhelms-Universität Nationalökonomie, Geschichte und Philosophie zu studieren. Die Zulassung zum Besuch volkswirtschaftlicher Vorlesun- gen erwirkten die Veröffentlichungen, die Alice Salomon bis zu diesem Zeitpunkt schon erreicht hatte (z.B. ein Band Aufsätze unter dem Titel „Soziale Frauenpflich- ten“, und gelegentliche Beiträge für die Zeitschrift „Die Frau“ ). Das Geld zur Finan- zierung des Studiums verdiente Alice sich als nebenamtl iche Dozentin am Viktoria-
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Quote paper:
Christine Haindl, 2004, Alice Salomon - Begründerin des sozialen Frauenberufes in Deutschland?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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