Inhaltsverzeichnis
1. Begriff Demographie. 3
2. Geschichtliche Zusammenfassung 4
2.1 Die Weltsituation. 5
2.2 Deutschland im Wandel. 6
3. Demographische Entwicklung in Thüringen 9
3.1 Die Bevölkerungsbewegung in der Vergangenheit 9
3.2 Der Altersaufbau und sein Wandel 11
3.3 Weitere Strukturmerkmale der Bevölkerung 15
4. Folgen des „demographischen Schrumpfens“ 16
5. Entwicklungen in Erfurt 18
5.1 allgemeine Daten. 18
5.2 Ursachen 19
5.3 allgemeine Rahmenbedingungen 22
5.4 Zielsetzungen der Regionalplanung in Mittelthüringen 24
5.5 Zentrale Handlungsfelder zur bisherigen Stadtentwicklung 25
6. Chancen und Risiken des demographischen Wandels 25
7. Folgen der Überalterung und des Bevölkerungsrückgangs für die
kommunalen Einnahmen. 26
Quellenverzeichnis 28
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1. Begriff Demographie
- Bevölkerungsbetrachtung, Erforschung ihrer Geschichte und deren wissenschaftlichen Analyse
- vielschichtige Zusammenhänge Æ verschiedene Betrachtungsebenen:
Bevölkerungsveränderungen im Raum ergeben sich aus zwei Komponenten. Eine davon ist die natürliche Bevölkerungsentwicklung und die andere sind die zu berücksichtigenden Wanderungen. Aus diesen kann eine Bevölkerungsbilanz als Grundschema erstellt werden. (siehe Schema)
Demographische Daten geben auch Informationen über die Kinderzahl und damit die Fertilitätsrate, Rentner, Hochbetagte, Wanderungen und geschichtliche Ereignisse. Es lassen sich auch Rückschlüsse auf Wirtschaft (Kaufkraft, BIP, Erwerbstätige, Arbeitslose, Wohnungsbau), Bildung (Schulanfänger, Schulabgänger, Berufsausbildung, Hochqualifizierte), Flächennutzung (Freiflächen, Fremdenverkehr), Familienfreundlichkeit (Single-Haushalte, Kindergärten) und auf die
Ausländerintegration (Berufschancen, Arbeitslosigkeit) ziehen.
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2. Geschichtliche Zusammenfassung
Bis vor 3. Mio. Jahren entwickelten sich die menschliche und tierische Population in einem gemeinsamen Evolutionsprozess. Seitdem wird die Entwicklung beobachtet. Eine erste „Bevölkerungsexplosion“ fand in der agrarischen Revolution (vor 10.000 Jahren) und in der urbanen Revolution (vor 6.000 Jahren) statt. Um Chr. Geburt wird die Bevölkerung auf 200 bis 400 Mio. Menschen geschätzt, wobei die im 7. Jahrhundert v. Chr. nur 5-10 Mio. Menschen betragen haben soll. In den ersten Jahrhunderten n. Chr. bis zum Beginn der Industrialisierung in Europa (ab 1750) lag die Wachstumsrate unter 1%. Im Mittelalter wurde das Wachstum durch die Pest und andere Seuchen begrenzt, in der Neuzeit sank die Bevölkerung in vielen Ländern durch lange andauernde Kriege (30jähriger Krieg in Deutschland). Im 18. Jahrhundert stieg die Wachstumsrate um 4%, im 19. Jahrhundert auf 5%. Die intensive Wachstumsphase lag im Zeitraum 1950 und 1975; Ende der sechziger Jahre nahm die Wachstumsrate auf einen bisher nicht überschrittenen Wert von 2,1% zu (hypergeometrisches Wachstum). In den neunziger Jahren nahm die die Wachstumsrate auf 1,7% ab. Seit dem wird der absolute Bevölkerungsbestand in
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Milliarden gezählt, während die erste schon im Jahre 1805 erreicht wurde, die zweite 1926, die dritte 1960, die vierte 1974 und die fünfte 1987. Die Prognosen für 2010 sehen sehr unterschiedlich aus, doch die Bevölkerung wächst auf Grund der Eigendynamik des Bevölkerungsprozesses um rd. eine Milliarde pro Jahrzehnt. Die daraus entstehenden Bevölkerungsprobleme müssen stark differenziert werden und auf die Regionen hin beurteilt werden.
2.1 Die Weltsituation
Im Moment leben ca. 6 Milliarden Menschen auf der Erde. Den Naturgesetzen folgend vermehrt sich der Mensch, schneller als die Nahrungsmittel, und löst damit vermutlich eine evolutionäre Katastrophe aus.
Doch man muss stark unterscheiden zwischen Industrienationen und ärmeren Ländern, denn auf Grund des Lebensstandards sind die Kosten, um ein Kind zu versorgen auch enorm gestiegen und so verkörpert ein Kind in Industrieländern nicht einen Gesellschaftsstatus wie in ärmeren Ländern, sondern eher finanziellen Wohlstand. (siehe Grafik)
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Bildquelle: Der Speigel (Nr. 35/30.08.99) Hrg. Rudolf Augstein, Titel: Die Baby-Lücke, Hamburg.
2.3 Deutschland im Wandel
In den letzten dreißig Jahren hat Deutschland fast 5,5 Millionen Menschen verloren, jedoch nicht durch Abwanderung (zum größten Teil), sondern durch Nachwuchsmangel: Seit 1972 sterben mehr Menschen als Geboren werden- jede nachfolgende Kindergeneration ist um ein Drittel kleiner als ihre Eltern. Mit im Schnitt nur knapp 1,4 Kindern pro Frau zählt die Bundesrepublik heut zu den kinderärmsten Gesellschaften der Welt. Der zunehmende Schrumpfungsprozess wurde allerdings anfangs nicht wahrgenommen, durch die steigende Zuwanderungsrate. Mittlerweile leben hier mehr als zwölf Millionen Menschen, die nicht in Deutschland geboren wurden oder nicht die deutsche Nationalität besitzen. (Das ist die weltweit zweitgrößte zugewanderte Bevölkerung nach jener in den USA.)
Innerhalb Deutschland müssen natürlich die alten von den neuen Bundesländern unterschieden werden, da hier die Ausgangssituation eine völlig andere war. So ist auch zu sagen, dass seit der Gründung der DDR Ostdeutschland ein Viertel der Bevölkerung verloren hat und diesem Trend bis 2050 noch einmal die Hälfte der jetzigen Bewohnerschaft folgen werden.
Außerdem wird Deutschland zunehmend zu einem Land der Alten, denn abgesehen von den sinkenden Geburtenzahlen, ist in den letzten Jahrhunderten die Lebenserwartung
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um gut dreißig Jahre gestiegen. So wird der Anteil der über 60-Jährigen von 1991 bis 2020 von 20,4 auf 28,6% steigen. Dramatisch verschärfen wird sich dieser Übergang älterer Menschen nach 2020, wenn die letzten geburtenstarken Jahrgänge der 60er Jahre ins Rentenalter kommen.
Bildquelle: GEO (05/Mai 2004) Peter Gaede, Titel: Deutschlands Zukunft., Hamburg.
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Arbeit zitieren:
Susanne Grolle, 2004, Demographische Veränderungen, Einflussfaktoren und Auswirkungen - Thüringen und die Welt im Wandel der Zeit, München, GRIN Verlag GmbH
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