Inhaltsverzeichnis
1.) Lewin 1
2.) Veroff 2
2.1) TAT 3
2.2) Veroff´s TAT 4
3.) Uleman 5
4.) Winter 5
5.) McClelland 6
6.) Zusammenfassung/ Ausblick 12
Literaturverzeichnis 16
„Der Weg der Machtmotivationsforschung bis heute“
Menschen werden in ihrem Leben mit unterschiedlichsten zwischenmenschlichen Situationen konfrontiert. Falko Rheinberg gibt die Kontaktaufnahme, die Hilfeleistung oder Sexualität als Beispiele an und nennt diese Momente „Grund -Situationen“ (vgl. Rheinberg, 2003, S100). In der Reihe der verschiedenen Grundsituationen des Menschen in seinem Lebensalltag spielt auch die sog. Machtmotivation eine wichtige Rolle. Sie ist nach Rheinberg „dadurch charakterisiert, dass in sozialen Beziehungen Person A absichtlich versuchen kann, das Verhalten und Erleben von Person B zu beeinflussen“. Wenn A erfolgreich ist, so besitzt A Macht über B. „Macht ist ein alltäglicher Mechanismus unserer sozialen Existenz“ (vgl. Rheinberg, 2003, S.100). In seiner berühmten Definition bezeichnet der Soziologe Max Weber Macht als „jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Wil len auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht“. In der folgenden Arbeit werden verschieden Abschnitte der Machtmotivations-forschung dargestellt, beginnend um 1951 mit Kurt Lewin. Näher erläutert wird die Klassifikation der Machtorientierungen von McClelland 1978. In der Zusammenfassung werden neben dieser aktuelle Forschungsansätze und ein Ausblick gegeben, wie der Stand der Machtmotivationsforschung heute ist.
1.Lewin
Der Sozialpsychologe Kurt Lewin (1951) sieht "Mach t als Quotient der maximalen Kraft, die B über A hat und des maximalen Widerstands, den A aufbieten kann." Das Streben nach Rang und Macht ist ebenso wie die Bereitschaft zur Unterordnung gegenüber Stärkeren in allen Kulturen zu finden. Es besteht die Annahme von genetischer Disposition zu diesem Verhalten.
Auch im Tierreich werden Machthandlungen, wie z.B. in der „Hackordnung“ auf einem Hühnerhof oder im Dominanzverhalten von Rudeltieren beobachtet (Rheinberg, 2003, S.101). Strukturell lässt sich Macht nach Kurt Lewin in mehrere Komponenten unterteilen, die zusammen das komplexe Gebilde von Machthandeln bilden:
• Motivation des Machthandelns
• Widerstand
• Machtquellen
• Machthemmung
• Machtmittel
• Machtwirkungen
Die erste Komponente deutet auf einen Bedürfniszustand einer Person hin, welcher befriedigt wird, indem eine andere Person oder mehrere andere Personen ein bestimmtes Verhalten zeige.
Widerstand als zweite Komponente beschreibt den Protest der beeinflussten Person gegen die Person, welche sein Handeln beeinflusst.
In der dritten Komponente setzt die beeinflussende Person Quellen ein wie seine Attraktivität oder Überlegenheit oder wirtschaftlicher Status, um die beeinflusste Person zu der Handlung zu bewegen.
Dem Einsetzen dieser Machtquellen können auch Faktoren entgegenstehen wie unterschiedliche Wertüberzeugungen, dieser Punkt wird dann Machthemmung genannt.
Abgeleitet aus den Machtquellen ergeben sich die Machtmittel, welche auch abhängig sind von der erwarteten Wirkung bei der zu beeinflussenden Perso n. Schließlich ist die Machtwirkung zu betrachten, die bei der beeinflussten Person z.B. zustimmender oder ablehnender, bei der beeinflussenden Person z.B. befriedigender oder beschämender Art sein kann.
Die von Lewin beschriebene Einteilung der Macht in ihrer Struktur hat wissenschaftlich betrachtet Machtmotivation zu einem sehr heterogenen Begriff gemacht, da die Bedürfnisse der Mach nicht näher erforscht sind. Die Frage, wann ein Verhalten „machtmotiviert“ ist, sollte wie in der Leistungsmotivationsforschung vom Anreiz des Zielzustandes abhängen. Zu klären, was diese Anreizqualität sei, war nun die Aufgabe der Machtmotivationsforscher.
2.Veroff
Die ersten empirischen Versuche zu dem Thema waren von J. Veroff angefangen worden. Dabei übertrug er das Vorgehen in der Leistungsmotivationsforschung direkt auf das Gebiet der Machtmotivationsforschung. Somit sollten Phantasiegeschichten von vermutlich machtmotivspezifisch angeregten Personen mit Phantasiegeschichten einer Kontrollgruppe verglichen werden. Für Veroff lag die Charakteristik des Machtmotivs in der „Disposition, Befriedigung dann zu erleben, wenn man Kontrolle über die Mittel hat, mit denen sich andere Personen beeinflussen lassen.“. In dieser Formulierung von Rheinberg zu Veroffs Machtmotivdefinit ion lässt sich der Begriff der „Machtmittel“(s.S. 2) von Lewin wieder erkennen. Bevor der Versuch von Veroff mit den Studenten beschrieben wird, soll an dieser Stelle vorerst geklärt werden, was ein TAT ist:
2.1 TAT
Der „thematische Apperzationstest“, abgekürzt TAT, ist ein projektives Verfahren, welches aus dem Gebiet der Psychoanalyse entstanden ist. Begründer dieses Tests ist der Psychologe und Forscher H. A. Murray (1943). Er entwickelte dieses Verfahren, weil es dem Diagnostiker ermögliche, „einige der dominanten Triebe, Gefühle, Gesinnungen, Komplexe und Konflikte einer Persönlichkeit“ (Murray, 1943) zu erkennen. Demnach ist es ein Verfahren im Bereich der klassischen Psychoanalyse.
Im Test bekommt ein Proband verschiedene Bildtafeln vorgelegt, wozu e r Geschichten schreiben soll. Verschiedene Bildtafeln mit jeweils unterschiedlichem Aufforderungscharakter werden vorgelegt, ausgewählt und passend zu der jeweiligen Untersuchung. Der Proband entwirft in den „Erzählungen ein Bild von seiner
Persönlichkeit und lässt dabei vor allem die psychodynamischen Bedingungen seiner Entwicklung und seines jetzigen Lebens sichtbar werden.“ (Rauchfleisch, 1988). In der Auswertung des TAT ist nach Murray (1943) notwendigerweise die Anamnese der Probanden zu berücksichtigen.
Der TAT wird auch als Hilfsmittel „zur Formulierung psychodynamischer Hypothesen“ (Rauchfleisch, 1988) vor einer Psychotherapie verwendet, sollte jedoch niemals allein sowohl in Studien als auch in der Psychoanalyse zur Aussage genommen werden. Das TAT-Verfahren kann für Kinder ab 4Jahren und für weibliche und männliche Erwachsene gleichermaßen verwendet werden. Nach gleichem Konzept wie dem TAT gibt es auch Verfahren für Vorschulkinder („Children Appereception Technique“ - CAT), für Jugendliche („Object-Relations-Technique“) oder betagte Menschen („Gerontological Appereception Test“).
2.2 Veroff´s TAT
Veroff versuchte also, eine Anregungssituation zu wählen, die es ermöglichte, das Machtmotiv der Probanden erkennen zu lassen. Als erstes Beispiel nahm er Bildtafeln über das Thema „einflussreiche Ämter“, da vermutlich „Bei Personen, die sich ohne berufliche Notwendigkeiten oder materielle Vorteile um solche Ämter bemühen, […] ein stärker ausgeprägtes Machtmotiv“ (Rheinberg, 2004, S.104) zu erwarten ist. 34 studentische Probanden, welche sich um ein studentisches Amt beworben hatten und kurz vor Bekanntgabe des Wahlergebnisses standen, ließ er TAT-Geschichten schreiben. In diesen Geschichten sollten sie die Situationen auf den Bildern, die Personen und die möglichen Situationsausgänge der dargestellten Bildsituationen beschrieben werden. Die Auswahl im Versuch war so gewählt, dass nicht zwangsläufig machtthematische Geschichten geschrieben werden mussten. Eine stichprobenartig ausgewählte Kontrollgruppe erhielt den gleichen Arbeitsauftrag.
Im Ergebnis war eindeutig zu erkennen, dass in der Experimentalgruppe Themen wie „Erhalt oder Gewinn von Einflussmitteln […] und Dinge wie Status, Kontrolle oder Dominanz“ (Rheinberg, 2004, S.106) häufiger auftraten als in der Kontrollgruppe, welche nicht motivspezifisch angeregt worden war.
Arbeit zitieren:
Thomas Lutterbeck, 2006, Der Weg der Machtmotivationsforschung bis heute, München, GRIN Verlag GmbH
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