Das Produktionscontrolling
von: Matthias Renkel
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Definition und begriffliche Abgrenzung 1
1.2 Zielsetzung dieser Seminararbeit 2
2. Produktionstechnische Verfahrensweisen
2.1 Just-In-Time (JIT) 2
2.2 Computer Integrated Manufactoring (CIM) 3
2.3 Lean Management (LM) 4
2.4 Betriebswirtschaftliche Auswirkung von JIT, CIM und LM 5
2.4.1 Zeitauswirkung 6
2.4.2 Qualitätsauswirkung 7
2.4.3 Kostenauswirkung 8
3. Ziele und Aufgaben des Produktions-Controlling
3.1 Wirtschaftlichkeitskontrolle 10
3.2 Minimierung der Ausschussproduktion 11
3.3 Qualitätsmanagement 11
3.4 Vermeidung von Betriebsunterbrechungen 12
4. Instrumente des Produktions-Controlling
4.1 Abweichungsanalyse 13
4.1.1 Grundlagen 13
4.1.2 Abweichungstoleranzschwellen 16
4.1.3 Verbrauchsabweichungen 16
4.1.4 Spezialabweichungen 16
4.2 Nutz- und Leerkostenanalyse 17
4.3 Betriebsbereitschaftsgradorientierte Kostenanalyse 19
4.3.1 Grundlagen 19
4.3.2 Aufbau von Kostenplänen 20
4.3.3 Veränderung der Betriebsbereitschaft 21
4.4 Betriebsunterbrechungs-Risikoanalyse 21
4.4.1 Grundlagen und Aufgaben 21
4.4.2 Betriebsunterbrechungskosten 22
4.4.3 Maßnahmen zur Schadenminderung 24
4.4.4 Entscheidungsorientierung 26
5. Durchlauforientiertes Produktions-Controlling
5.1 Definition und zeitliche Differenzierung 26
5.2 Potentialebene 27
5.3 Produktionsplanung 28
5.4 Auftragssteuerung 29
6. Qualitätsorientiertes Produktions-Controlling
6.1 Ziele und Aufgaben 30
6.2 Instrumente 31
6.2.1 Fehler-Möglichkeits- und Einfluss-Analyse 31
6.2.2 Qualitätskosten- und Leistungsrechnung 33
6.3 Wirtschaftlichkeitskontrolle und Entscheidungsvorbereitung 35
7. Fazit und Ausblick 38
Literaturverzeichnis
Anhang
Abkürzungsverzeichnis
BAB = Betriebsabrechnungsbogen
BUB-Kosten = Betriebsunterbrechunsgkosten
CIM = Computer Integrated Manufactoring
FMEA = Fehler-Möglichkeits- und Einfluss-Analyse
[...]
1. Einführung
1.1 Definition und begriffliche Abgrenzung
Der Begriff Controlling leitet sich nach dem heutigen Verständnis aus dem amerikanischen Wort „to control“ ab, was überwachen, beeinflussen und steuern bedeutet.1 In der unternehmerischen Praxis stellt das Controlling, neben den anderen Planungs- und Steuerungseinheiten im Unternehmen, ein wichtiges Instrument zur Beschaffung, Aufbereitung und Analyse von Daten zur Vorbereitung zielsetzungsgerechter Entscheidungen dar. Hierbei konzentriert sich das Controlling nicht nur auf einige Teilbereiche des Unternehmens, sondern erstreckt sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das zentrale Aufgabenfeld des Controlling liegt darin, Planung und Kontrolle als die bedeutenden Managementaufgaben zu unterstützen. Ein Schwerpunkt der Controllingaktivitäten bildet in diesem Zusammenhang die systematische Koordination des Gesamtführungssystems. Nicht zuletzt aus diesem Grund betrachtet der renommierte Betriebswissenschaftler Horvath das Controlling als Subsystem der Unternehmensführung. 2 Aus dem immer umfangreicher werdenden Aufgabenspektrum entstand ein umfassendes, wie komplexes gesamtbetriebliches Controlling- System. So existiert heutzutage in Unternehmen mit entsprechender Größe unter dem Begriff Controlling eine Vielzahl von Subsystemen. Eines dieser Controlling-Subsysteme ist das in dieser Seminararbeit zentrale Thema des Produktions-Controlling. Hierbei handelt es sich um einen Controlling- Teilbereich, bei dem zur Unterstützung des Produktionsmanagements die Produktionsplanung, -steuerung und -kontrolle mit der dafür erforderlichen Informationsversorgung einerseits und den betriebswirtschaftlichen Aktivitäten der übrigen betrieblichen Funktionsbereiche andererseits koordiniert werden.3 Infolgedessen fungiert das Produktions-Controlling als wesentliches Bindeglied zwischen der Produktion und den anderen Leistungsbereichen im Unternehmen.
1.2 Zielsetzung dieser Seminararbeit
Im Rahmen dieser Seminararbeit sollen dem Leser zunächst in Kapitel 2 erste Einblicke in produktionstechnische Verfahrensweisen moderner Industrieunternehmen ermöglicht werden. Darauf aufbauend soll in den nachfolgenden Kapiteln die Verbindung zum Produktions-Controlling aufgezeigt, Aufgaben und Instrumente dieses Controlling-Subsystems veranschaulicht und ihr Nutzen für die Ziele des Unternehmens herauskristallisiert werden. Der Schwerpunkt wird hierbei auf die unterschiedlichen Instrumente gelegt, die für den Controller im Unternehmen von Relevanz sind. Ein abschließendes Fazit rundet letztendlich diese Seminararbeit zu einem kompletten Ganzen ab.
2. Produktionstechnische Verfahrensweisen
Um einen besseren Einstieg in die zentralen Aufgaben und Instrumente des Produktions-Controlling zu bekommen, ist es sinnvoll, sich zuvor mit modernen Produktionsmethoden vertraut zu machen, die in der unternehmerischen Praxis von Relevanz sind und diese in den letzten Jahrzehnten stark geprägt haben. Hierzu zählen vor allem das Just-In-Time (JIT), das Computer Integrated Manufacturing (CIM) und das Lean Management (LM). In den folgenden Unterkapiteln werden diese Produktionsverfahren vorgestellt und ihre Bedeutung für die Produktion in Unternehmen herausgearbeitet, bevor speziell auf das Produktions- Controlling und die damit verbundenen Aufgaben und Instrumente eingegangen wird.
2.1 Just-In-Time (JIT)
Das als Just-In-Time (JIT) bekannte Konzept strebt eine vom Materialfluss ausgehende Optimierung mit dem Ziel an, sämtliche Wertschöpfungsaktivitäten auf die Erfolgsfaktoren Produktivität, Zeit und Qualität zu fokussieren.4 Charakteristisches Merkmal dieser Produktionsmethode ist die Bedarfserfüllung zum richtigen Zeitpunkt in richtiger Qualität und Menge am richtigen Ort.5 Entwickelt 1973 von dem japanischen Automobilhersteller Toyota, geht es bei JIT um ein Konzept zur Materialbereitstellung, das auf die Verkleinerung der Zwischenlager und eine allgemeine Rationalisierung des Produktionsprozesses abzielt. Durch die Einsparung von Lagerhaltungsflächen und -kosten wird JIT indirekt auch zu einer unternehmerischen Methode zur Kostensenkung in der Waren- und Beschaffungslogistik. Dabei werden Produktionsfaktoren erst bei Bedarf, zeitlich möglichst genau berechnet, direkt an das Montageband geliefert. Dazu wird mit einem gewissen Vorlauf die benötigte Menge vom Fließband zurückgemeldet und bestellt. Der Zulieferer muss sich vertraglich verpflichten, innerhalb dieser Vorlaufzeit zu liefern. Am Produktionsort selbst wird also nur soviel Material gelagert, wie unbedingt nötig ist, um die Produktion gerade noch aufrecht zu halten. Dadurch entstehen beim Produzenten nur direkt am Band sehr kleine Lagermengen und es entfallen längere Lagerungszeiten. Ziel des Konzepts ist es, aufgrund der Bestandssenkungen bestehende Fehler im Produktions- und Beschaffungsprozess zu lokalisieren und zu beheben, um so eine Effizienz- und Produktivitätssteigerung des gesamten Systems zu ermöglichen.6 Für die Umsetzung einer nach dem JIT-Konzept ausgerichteten Produktion ist eine genau aufeinander abgestimmte Wertschöpfungskette notwendig. Auch bedingt dieses Produktionsverfahren eine funktionierende und mit den Zuliefererfirmen abgestimmte Verbrauchsermittlung, damit eine lagerlose bedarfssynchrone Bereitstellung der Produktionsfaktoren realisierbar ist.7
2.2 Computer Integrated Manufactoring (CIM)
Infolge der technologischen Weiterentwicklung wurden Anfang der achtziger Jahre computerintegrierte Produktionsmethoden (CIM) für die unternehmerische Praxis immer bedeutsamer. Die Einführung der neuen Informationstechnologie führte zu einer Reihe von Verbesserungen im unternehmerischen Wertschöpfungsprozess. So konnten Personalkosten gesenkt, Bestands- und Durchlaufzeiten reduziert werden.8 Heutzutage ist der computerintegrierte Produktionsprozess aus den Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Waren die damaligen Datenverarbeitungssysteme (DV-Systeme) zu Beginn weitestgehend voneinander unabhängig und losgelöst, gehören sie heute zu einem Informationskomplex, der alle Bereiche im Unternehmen miteinander vernetzt. Ziel ist der problemlose Austausch von Daten, Informationen und sonstigen Hilfsmitteln im Unternehmen und die Gestaltung von Abläufen über alle Unternehmensbereiche hinweg. So steht CIM als Sammelbegriff für alle Aktivitäten, die im Unternehmen durch den Computer unterstützt werden. Dazu zählen Produktionsplanungs- und -steuerungssysteme wie CAD (computergestütztes Zeichnen), CAP (computergestützte Arbeitsplanung), CAQ (computergestützte Qualitätssicherung) und CAM (computerintegrierte Fertigung).9 Besonders in Hinblick auf die Aufgaben und Instrumente des Produktions- Controlling spielt CIM eine nicht zu unterschätzende Rolle, da aus der Integration von Informationstechnologie vor allem im Produktionsprozess die Arbeitsweise des Produktions-Controllers maßgebend verändert wird, und sich neuen Rahmenbedingen anzupassen hat.
2.3 Lean Management (LM)
[...]
1 Vgl. Steinle, Claus; Bruch, Heike (1998), S.6
2 Vgl. Horvath, Peter (1994), S.13
3 Vgl. Steinle, Claus; Bruch, Heike (1998), S.717
4 Vgl. Wildemann, Horst (2002), S.6
5 Vgl. Birker, Klaus (2000), S.72
6 Vgl. Wildemann, Horst (2002), S.8
7 Vgl. Berning, Ralf (2001), S.160
8 Vgl. Wildemann, Horst (2002), S.11
9 Vgl. Wildemann, Horst (2002), S.11
Arbeit zitieren:
Dipl.-Kfm. Matthias Renkel, 2006, Das Produktionscontrolling, München, GRIN Verlag GmbH
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