Inhaltsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis VI
Abbildungsverzeichnis VIII
1 Einleitung 1
1.1 Motivation 1
1.2 Ziele 3
1.3 Vorgehen 3
2 Geschäftsprozessmodellierung und
Workflow-Management 5
2.1 Geschäftsprozessmodellierung 5
2.1.1 Ziele der Geschäftsprozessmodellierung 5
2.1.2 Informationen in Geschäftsprozessmodellen 6
2.1.3 Kriterien eines Geschäftsprozesses 7
2.2 Workflow-Management 7
2.2.1 Ziele des Workflow-Managements 7
2.2.2 Workflow-Typen 8
2.3 Überführung von Geschäftsprozessmodellen in
Workflow-Spezifikationen 10
2.3.1 Übergang vom Geschäftsprozess zum Workflow 10
2.3.2 Rückkopplung von der Workflow-Ausführung zum
Geschäftsprozessmodell 11
2.4 Modellierung mit Softwareunterstützung 12
2.4.1 Anforderungen an die Geschäftsprozessmodellierung 12
2.4.2 Anforderungen an Workflow-Management Systeme 14
2.4.3 Entwicklungsphasen des Workflow-Management
Systems 16
3 Modellierungstechnik 18
3.1 Modellierungssprachen 18
3.1.1 Ereignisgesteuerte Prozessketten 19
3.1.2 XML Process Definition Language 20
3.1.3 Business Process Modeling Notation 21
3.1.4 Organization for the Advancement of Structured
Information Standards 22
3.1.5 Business Process Execution Language 22
Inhaltsverzeichnis IV
3.1.6 Unified Modeling Language 23
3.1.7 LOVE-MMethode 24
3.1.8 IT Infrastructure Library 24
3.1.9 ADONIS-Standard Methode 25
3.2 Aufbau einer Modellierungssprache 26
3.2.1 Modell und Modellierung 26
3.2.2 Metamodellierung 27
3.3 Prozessmodellierungssichten 27
3.3.1 Sichtenkonzepte der Prozessmodellierung 27
3.3.2 Sichtenkonzept nach Gadatsch 29
4 Evaluierung der Anpassung von
Metamodellen 31
4.1 Informationsmodellierung 31
4.2 Metamodellierung 32
4.3 Vier-Ebenen Architektur 34
4.4 Metamodellierung mehrerer Sichten 36
4.5 Anforderungen an Metamodellierungswerkzeuge 38
4.6 Datenbeschreibungssprachen 39
4.6.1 Konzeptuelle Graphen 39
4.6.2 Semantische Datenmodelle 39
4.6.3 Objektorientierte Metamodelle 40
4.7 Modellierungsprinzipien 40
4.7.1 Lesbarkeit 41
4.7.2 Realitätsnähe 41
4.7.3 Konzeptorientierung 41
4.7.4 Eindeutigkeit bei Begriffsverwendung 42
5 Anpassung von Metamodellen in der Praxis 43
5.1 Grafische Anpassung 43
5.1.1 Unterschiedliche Symbole für gleiche Objekttypen 43
5.1.2 Veränderungen am Layout 45
5.1.3 Zusätzliche Objekttypen 45
5.1.4 Hinzufügen von Attributen 50
5.1.5 Anpassung von Restriktionen 50
5.1.6 Sprachliche Anpassungen 51
Inhaltsverzeichnis V
5.1.7 Unternehmensspezifische Anpassungen 51
5.1.8 Darstellungsvariationen 52
5.2 Integration verschiedener Notationen 53
5.3 Analyse und Simulation 55
5.3.1 Gründe für Analyse und Simulation 55
5.3.2 Ziele der Simulation 55
5.3.3 Informationen in Modellen 56
5.4 Das Werkzeug ADONIS 57
5.4.1 Meta-Konzept von ADONIS 57
5.4.2 Modellierungssichten in ADONIS 59
5.4.3 Anwendungsbibliothek 60
5.4.4 Bibliothekenverwaltung 62
5.4.5 Beurteilung der Anpassungsmöglichkeiten in ADONIS 67
5.5 Nutzen für die Entwicklung von Workflow
Management-Systemen 68
5.5.1 Überführung von Geschäftsprozessmodellen in
Workflow-Spezifikationen 68
5.5.2 Workflow-Lebenszyklus 70
5.5.3 Wissensmanagement 72
5.6 Probleme bei veränderbaren Metamodellen 74
6 Zusammenfassung und Ausblick 77
Literaturverzeichnis 79
Verzeichnisse VI
Abkürzungsverzeichnis
a. a. O. am angeführtem Ort
ADL ADONIS Definition Language
ADLP ADONIS Definition Language Parser Library
ALL ADONIS Library Language
ARIS Architektur integrierter Informationssysteme
BPEL Business Process Execution Language
BPMI Business Process Management Initiation
BPML Business Process Modeling Language
BPMN Business Process Modeling Notation
BPR Business Process Reengineering
bzw. beziehungsweise
CASE Computer-Aided Software Engineering
eEPK erweiterte Ereignisgesteuerte Prozesskette
engl. englisch
EPK Ereignisgesteuerte Prozesskette
ER Entity-Relationship
ERM Entity-Relationship-Model
ERP Enterprise-Resource-Planning
etc. et cetera
Hrsg. Herausgeber
IRDS Information Resource Dictionary Systems
ITIL IT Infrastructure Library
ITSM IT Service Management
LOVEM Line of Visibility Engineering Methodology
o. V. ohne Verfasser
OASIS Organization for the Advancement of Structured
Information Standards
OGC Office of Government Commerce
OMG Object Management Group
UDDI Universal Description Discovery and Integration
UML Unified Modeling Language
usw. und so weiter
VII Verzeichnisse vgl. vergleiche WfMC Workflow Management Coalition WPDL Workflow Process Definition Language WSDL Web Services Description Language XML Extensible Markup Language XPDL XML Process Definition Language
z. B. zum Beispiel
Verzeichnisse VIII
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Workflows nach dem Strukturierungsgrad 8
Abbildung 2 Workflow-Typen 9
Abbildung 3 Metamodellierung der Architektur 26
Abbildung 4 Sichtenkonzepte der Prozessmodellierung 28
Abbildung 5 Sichtenkonzept nach Gadatsch 29
Abbildung 6 Informationsmodellierung 31
Abbildung 7 Metamodellierung 32
Abbildung 8 Metamodellierung Nummerierung der Ebenen 34
Abbildung 9 Metamodellierung Vier-Ebenen Architektur 35
Abbildung 10 Metamodelle A und B 37
Abbildung 11 Beispiel für Symbolunterschiede 44
Abbildung 12 BPMN Pools und Swimlanes 47
Abbildung 13 ADONIS-Modellierungshierarchie 58
Abbildung 14 Modellzusammenhänge 60
Abbildung 15 ADONIS Anwendungsbibliothek 61
Abbildung 16 ADONIS Klassenattribute 62
Abbildung 17 Beispiel für Klassenattribut GraphRep 63
Abbildung 18 Workflow Life Cycle 70
1 Kapitel 1: Einleitung
1 Einleitung
1.1 Motivation
Die Prozessorganisation in einem Unternehmen ist eine Notwendigkeit, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Die Aufgaben des Managements bei Geschäftsprozessen sind die Planung, Steuerung und Kontrolle von inner- und überbetrieblichen Prozessen. 1
Geschäftsprozesse sollen darauf untersucht werden, ob sie zur Wertschöpfung des Unternehmens beitragen. Leistet ein Prozess dies nicht, so verursacht er lediglich Kosten. Ziel der Prozessorganisation ist dabei, die Prozesse optimal zu gestalten, wobei Probleme vernetzt im Gesamtzusammenhang des Unternehmens zu sehen sind. So können ganzheitliche und nachhaltige Lösungen generiert werden.
Die Prozessmodellierung umfasst den Entwurf und die Implementierung von Geschäftsprozessen mit Hilfe eines Geschäftsprozessmanagement-Werkzeuges. Dazu stehen in der Regel grafische Editoren zur Verfügung. Für die Modellierung entstanden Spezifikationen zur Beschreibung von Prozessen. Allerdings konnte sich bis heute kein einheitlicher Standard für die Geschäftsprozessmodellierung durchsetzen.
Die 1991 von Wilhelm-August Scheer veröffentlichte "Architektur integrierter Informationssysteme" (ARIS) und das Softwaresystem ARIS-Toolset setzten sich auf dem Gebiet der Unternehmensorganisation und der betriebswirtschaftlichen Informationsverarbeitung vor allem im deutschsprachigen Raum durch. Immer wieder gibt es neue Ansätze im Bereich des Business Process Modeling durch verschiedene Gruppen. Als ein Beispiel ist zu nennen die 1993 gegründete Workflow Management Coalition, eine Organisation von Herstellern, Beratern und Anwendern, mit dem Ziel der Standardisierung der Architektur und Schnittstellen von Workflow-Management-Systemen. Ein weiteres Beispiel ist die 1999
1 vgl. Staud, J.: Geschäftsprozessanalyse mit Ereignisgesteuerten Prozessketten, Berlin, Heidelberg 1999, S. 10
2 Kapitel 1: Einleitung gegründete Business Process Management Initiation (BPMI), eine Organisation, die den Zweck der Standardisierung der Architektur und Schnittstellen von Business Process Management Systemen verfolgt und im Jahr 2004 die Business Process Modeling Notation (BPMN) veröffentlichte. 2 Der BPMN-Ansatz wird mittlerweile von immer mehr Werkzeugen unterstützt und hat die Chance, sich als neuer Standard durchzusetzen. Allen Modellierungsmethoden ist gemeinsam, dass es eine Reihe von Elementen zur Darstellung von Geschäftsprozessen gibt, die bestimmte Funktionen erfüllen, aber andere Funktionen ausschließen. Hier ist die Grenze vieler Geschäftsprozessmanagement-Werkzeuge zu sehen, die zwar oft mehrere Modellierungsmethoden unterstützen, welche alle nur statisch sind und keine Veränderungen zulassen.
Einige Werkzeuge, darunter ADONIS des Softwareherstellers BOC GmbH, erlauben den Anwendern auf der Meta-Modellierungsebene Veränderungen wie zum Beispiel an Grafiken oder Attributen. Derartige Software werden auch als „Geschäftsprozessmanagement-Werkzeuge der nächsten Generation“ 3 bezeichnet. Die Erweiterung der Modellierungssprache ist insbesondere für die informationstechnische Umsetzung bei Workflow-Management-Systemen erforderlich, da hier andere Informationen relevant sind als bei der zur fachlichen Abbildung und Auswertung von Geschäftsprozessen.
2 vgl. zur Muehlen, M.: Workflow-based Process Controlling, Berlin 2004, S. 152 3 Junginger, S.; Kühn, H.; Strobl, R.; Karagiannis, D.: Ein Geschäftsprozessmanagement-
Werkzeug der nächsten Generation - ADONIS: Konzeption und Anwendungen, in: Wirtschaftsin-
formatik 42, 2000, S. 392
3 Kapitel 1: Einleitung 1.2 Ziele
In dieser Arbeit werden die Ziele, Methoden und Abläufe des Geschäftsprozessmanagements mit Hilfe von Geschäftsmanagement-Werkzeugen dargelegt. Schwerpunktmäßig wird der Einsatz der Meta-Modellierung bei Geschäftsprozessmanagement-Systemen und Workflow-Management-Systemen durch den Anwender erörtert. Dazu werden der konzeptuelle Aufbau von Modellierungssprachen und Metamodellen evaluiert und Anforderungen an Modellierungswerkzeuge begründet. Besonderes Augenmerk gilt der Anpassungsfähigkeit der Metamodelle in Werkzeugen durch den Anwender. Dazu werden die möglichen Anpassungsbereiche der Modellierungssprachen gezeigt und die gegebenen Anpassungsmöglichkeiten des Werkzeuges ADONIS exemplarisch demonstriert.
1.3 Vorgehen
Diese Arbeit ist in vier Teile gegliedert und stellt zunächst in Kapitel 2 Geschäftsprozessmodellierung und Workflow-Management die begriffliche Trennung der Geschäftsprozessmodellierung und dem Workflow-Management vor. Weiter wird die Überführung von Geschäftsprozessmodellen in Workflow-Spezifikationen erläutert und auf die Softwareunterstützung bei der Geschäftsprozessmodellierung und in Workflow-Management-Systemen eingegangen.
Das Kapitel 3 Modellierungstechnik beschäftigt sich mit der Historie der Modellierungssprachen und stellt einige weit verbreitete Sprachen vor. Neben dem Aufbau der Modellierungssprachen wird auf das Konzept der Modellierung in verschiedenen Prozesssichten eingegangen. Die Evaluierung der Anpassung von Metamodellen wird in Kapitel 4 durchgeführt. Hier werden auf das Konzept der Metamodellierung und auf die Anforderungen an Metamodellierungswerkzeuge eingegangen und die verschiedenen Datenbeschreibungssprachen und Modellierungsprinzipien erläutert.
4 Kapitel 1: Einleitung In Kapitel 5 wird die Anpassung von Metamodellen in der Praxis behandelt. Es werden die Einsatzmöglichkeiten der veränderbaren Metamodelle gezeigt und anhand des Werkzeuges ADONIS demonstriert. Weiter werden der Nutzen der anpassungsfähigen Metamodellierung für die modellübergreifenden Beziehungen zwischen Geschäftsprozessmodellen und Workflow-Management-Spezifikationen dargelegt und die Auswirkung auf das unternehmensinterne Wissensmanagement betrachtet. Abschließend werden mögliche Probleme, die bei veränderbaren Metamodellen auftreten können, kritisch analysiert.
5 Kapitel 2: Geschäftsprozessmodellierung und Workflow-Management
2 Geschäftsprozessmodellierung und Workflow-
Management
Die Geschäftsprozessmodellierung und das Workflow-Management werden in der Regel als unterschiedliche Sichtweisen auf die Geschäftsprozesse eines Unternehmens verstanden. Die Ansätze der Geschäftsprozessmodellierung dienen der Analyse und Gestaltung der Prozesse. Workflow-Management-Systeme unterstützen die Durchführung der Prozesse.
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den Zielen von Geschäftsprozessmodellen und Workflow-Management-Systemen und den in ihnen enthaltenen Informationen und deren Beziehungen zueinander. Darüber hinaus wird in Kapitel 2.4 Modellierung mit Softwareunterstützung auf die grundsätzlichen Softwareanforderungen eingegangen.
2.1 Geschäftsprozessmodellierung
2.1.1 Ziele der Geschäftsprozessmodellierung
Das Ziel der Geschäftsprozessmodellierung ist die prozessorientierte, umfassende Abbildung der betrieblichen Abläufe aus fachlicher Sicht. Die Erstellung eines Geschäftsprozessmodells hilft dabei, die komplexen Sachverhalte eines betrieblichen Ablaufes besser zu verstehen. Für die Modellierung stehen verschiedene Methoden wie Vorgangsketten, Aktivitätenmodelle oder Ablaufpläne zur Verfügung. Typischerweise eingesetzt wird die Geschäftsprozessmodellierung als Hilfsmittel der Geschäftsprozessoptimierung, zur Unterstützung bei der Entscheidung für ein Informationssystem und zur Schaffung einer gemeinsamen Grundlage bei der Einführung von Software. 4
Die Modelle können dabei Abbilder der betrieblichen Abläufe sein, z. B. zur Dokumentation oder für Analysezwecke. Im Business Process Reengineering (BPR) werden diese Modelle vor allem für die Neugestaltung
4 vgl. Hohmann, P.: Geschäftsprozesse und integrierte Anwendungssysteme, Köln 1999, S. 167
6 Kapitel 2: Geschäftsprozessmodellierung und Workflow-Management von Abläufen erstellt. Sie bilden häufig auch die Basis für die Entwicklung oder Anpassung von Informationssystemen. Die organisatorischen Veränderungen im Rahmen eines BPR setzen meistens die Einführung neuer bzw. eine prozessorientierte Anpassung der vorhandenen Anwendungssysteme voraus. 5
2.1.2 Informationen in Geschäftsprozessmodellen
Geschäftsprozessmodelle enthalten Informationen über die Leistungserstellung in einem Unternehmen. In den meisten Modellierungsmethoden werden typischerweise mindestens die folgenden Sachverhalte modelliert:
• Prozessschritte,
• Objekte und Objektflüsse, die zwischen den Prozessschritten ausgetauscht werden,
• Übergänge bzw. Schnittstellen zwischen den Prozessschritten und
• mögliche Typen von Aufgabenträgern für die Prozessschritte, wie beispielsweise Bearbeiter, Maschinen etc.
Diese vier Sachverhalte stellen eine stark abstrahierte Sicht auf viele Modellierungsansätze dar. Sie werden in den jeweiligen Ansätzen unterschiedlich betont und mit unterschiedlichen Bezeichnungen versehen. 6
In der betrieblichen Realität lassen sich Geschäftsprozesse nicht immer starr definieren. In Abhängigkeit von den individuellen Kundenanforderungen können beispielsweise zusätzliche oder andere Prozessschritte erforderlich sein. Für diesen Zweck werden generische Geschäftsprozesse bzw. Referenzmodelle definiert, aus denen sich andere Geschäftsprozesse ableiten lassen. 7
5 vgl. Kurbel, K.; Nenoglu, G.; Schwarz, C.: Von der Geschäftsprozessmodellierung zur Workflowspezifikation - Kompatibilität von Modellen und Werkzeugen, in: HMD - Theorie und Praxis der Wirtschafsinformatik, Heft 198, Heidelberg 1997, S. 67 6 vgl. a. a. O., S. 69 7 vgl. a. a. O., S. 68
7 Kapitel 2: Geschäftsprozessmodellierung und Workflow-Management
2.1.3 Kriterien eines Geschäftsprozesses
Bei einem Geschäftsprozess handelt es sich um eine zeitlich-logische Folge von messbaren Aktivitäten, die zur Bearbeitung eines bestimmten betriebswirtschaftlich relevanten Objektes erforderlich sind. Der Ablauf eines Geschäftsprozesses ist dynamisch, das heißt es gibt sequentielle, parallele und alternative Verläufe.
Die Aktivitäten weisen immer einen definierten Anfang und ein definiertes Ende auf und ihnen sind klar identifizierbare In- und Outputs zugeordnet. In der Regel werden Geschäftsprozesse in mehrere Ebenen zerlegt, so dass Teil- oder Unterprozesse entstehen. Geschäftsprozesse verursachen Kosten und haben eine definierte Durchlaufzeit, die es mithilfe des Geschäftsprozessmanagements zu optimieren gilt. 8
Typische Geschäftsprozesse in einem Unternehmen sind beispielsweise der Kundenauftrag, die Produktentwicklung, die Personalbeschaffung und das Angebotswesen.
2.2 Workflow-Management
2.2.1 Ziele des Workflow-Managements
Ein Workflow (engl. Arbeitsablauf) beschreibt im Gegensatz zum Prozess ausführlich die operative Ebene. Diese Beschreibung ist idealer Weise so exakt, dass die folgende Aktivität durch den Ausgang der jeweils vorangehenden determiniert ist. Die einzelnen Aktivitäten stehen demnach in Abhängigkeit zueinander.
Das Ziel ist hierbei weniger eine Dokumentation für die Mitarbeiter als eine mögliche ganz oder teilweise automatisierte Ablauffolge. Workflow-Modelle sollen dabei helfen, die anfallenden Tätigkeiten eines Arbeitsablaufes optimal in verschiedenste Applikationen (Textverarbeitungen, Tabellenkalkulationen, Datenbanken usw.) einzubinden.
8 vgl. Hohmann, P.: Geschäftsprozesse und integrierte Anwendungssysteme, Köln 1999, S. 141
8 Kapitel 2: Geschäftsprozessmodellierung und Workflow-Management Das Workflow-Management beinhaltet die fachlichen, zeitlichen und ressourcenbezogenen Spezifikationen, die für Modellierung, Simulation und eine automatisierte Steuerung des Arbeitsablaufes auf der operativen Ebene erforderlich sind. 9
2.2.2 Workflow-Typen
Bei Workflows wird hinsichtlich des Strukturierungsgrades und des Grades der Computerunterstützung unterschieden. Diese Unterscheidung ist sehr wichtig für deren Umsetzung in Workflow-Management-Systemen, da nicht alle Workflows modellierbar sind (vgl. Abbildung 1 „Workflows nach dem Strukturierungsgrad“).
Abbildung 1 Workflows nach dem Strukturierungsgrad
Der allgemeine Workflow wird durch seine stark strukturierten Arbeitsabläufe mit Wiederholungscharakter und der detaillierten Spezifikation aller Ablaufschritte gekennzeichnet. Beim fallbezogenen Workflow handelt es sich um weitgehend strukturierte Arbeitsabläufe mit unstrukturierten Teilaufgaben. Individuelle Entscheidungen können den Arbeitsablauf beeinflussen oder einzelne Arbeitsschritte können übersprungen werden.
9 vgl. Gadatsch, A.: Management von Geschäftsprozessen, Braunschweig, Wiesbaden 2001, S. 31
9 Kapitel 2: Geschäftsprozessmodellierung und Workflow-Management Sowohl allgemeine wie auch fallbezogene Workflows lassen sich modellieren.
Der Ad-hoc Workflow, der nicht modellierbar ist, hat wenig strukturierte Einzelvorgänge oder Prozesse, deren Ablauffolge sich zudem nicht im Voraus bestimmen lässt. Er bietet den Beteiligten relativ hohe Freiheiten hinsichtlich des Verlaufs der einzelnen Ablaufschritte. 10
Die Unterscheidung nach dem Grad der Computerunterstützung erfolgt, wie in Abbildung 2 „Workflow-Typen“ dargestellt, in drei Kategorien:
Abbildung 2 Workflow-Typen
Der freie Workflow wird von einer Person manuell durchgeführt. Bei einem teilautomatisierten Workflow wird der Bearbeiter durch ein Informationssystem unterstützt, wie z. B. bei der Datenerfassung an einem Computer. Der automatisierte Workflow wird vollständig und ohne Eingriffe einer Person durch ein Computersystem ausgeführt. 11
10 vgl. Gadatsch, A.: Management von Geschäftsprozessen, Braunschweig, Wiesbaden 2001, S. 33 11 vgl. a. a. O., S. 34
10 Kapitel 2: Geschäftsprozessmodellierung und Workflow-Management 2.3 Überführung von Geschäftsprozessmodellen in
Workflow-Spezifikationen
2.3.1 Übergang vom Geschäftsprozess zum Workflow
Ein detailliertes Geschäftsprozessmodell beschreibt Geschäftsprozesse aus fachlicher Sicht und auf konzeptioneller Ebene in der feinsten modellierten Detaillierungsstufe. Die Workflow-Spezifikation beschreibt die Abläufe auf Typ-Ebene. Der Workflow-Typ definiert Workflows, aus dem das Workflow-Management-System möglichst mehrere gleichartige Arbeitsabläufe erzeugen und ausführen kann. Der Workflow-Typ nimmt Bezug auf konkrete Bearbeiter oder Informationssysteme. 12
Um einen Geschäftsprozess in einen Workflow zu überführen, sollte der Geschäftsprozess auf einer hohen Detaillierungsebene vorliegen. Im Einzelfall kann es erforderlich sein, die Geschäftsprozessmodelle stärker zu detaillieren. Die Aufgaben werden einzelnen Bearbeitern oder Anwendungssystemen zugewiesen. Die Schritte des Geschäftsprozesses können nahezu direkt in die Bearbeitungsschritte des Workflows übernommen werden.
In Workflow-Systemen werden die Bearbeitungsschritte in der Regel mit Dokumenten verknüpft. Hier ist zu beachten, dass unter Umständen nicht alle Dokumente im Geschäftsprozessmodell berücksichtigt worden sind und diese im Workflow-System hinzugefügt werden müssen. In manchen Fällen gibt es mündliche Informationen, wie z. B. ein Telefonat. Diese mündlichen Informationen sollten als künstliche Dokumente eingeführt werden, wenn eine spätere Rückkopplung vom Workflow zum Geschäftsprozessmodell realisiert werden soll. 13
Um Ablauflogik des Workflows zu definieren werden die Übergänge der Prozessschritte übernommen. Anpassungen erfolgen bei Prozessschrit-
12 vgl.Kurbel, K.; Nenoglu, G.; Schwarz, C.: Von der Geschäftsprozessmodellierung zur Workflowspezifikation - Kompatibilität von Modellen und Werkzeugen, in: HMD - Theorie und
Praxis der Wirtschafsinformatik, Heft 198, Heidelberg 1997, S. 72
13 vgl. a. a. O., S. 73
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Dipl. Kaufmann Andreas Galla, 2006, Der Einsatz von Metamodellen für die Geschäftsprozessmodellierung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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