Störungen der Sensorischen Integration
Von Daniela Burghardt
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Sensorische Integration 3
1. Überblick über das Nervensystem 3
2. Was ist Sensorische Integration? 3
3. Die 4 Ebenen der Sensorischen Integration 4
III. Störungen der Sensorischen Integration und ihre Auswirkungen 8
IV. Entwicklung von Einzelfertigkeiten 10
V. Schlusswort 11
VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN 12
LITERATURVERZEICHNIS 12
I. Einleitung
Sehen, Riechen, Schmecken, Hören, Fühlen und das Gleichgewicht halten sind Sinne, die jeder von uns tagtäglich wie selbstverständlich benutzt. Oft verwenden wir diese unbewusst, und somit können sich viele schlecht vorstellen, wie es ist, wenn die Verarbeitung von Sinnesreizen nicht ordnungsgemäß funktioniert. Dennoch treten bei Kindern nicht selten Wahrnehmungsstörungen auf, die sich in den verschiedensten Symptomen wie Unkonzentriertheit, Herumzappeln oder Ungeschicktheit äußern. Oftmals erkennen Erwachsene diese Wahrnehmungsstörungen jedoch nicht als solche und schimpfen das Kind zu unrecht, da es sich in den Augen der Erwachsenen schlecht benimmt.
Doch wie genau kommt es zu diesen Wahrnehmungsstörungen? Es handelt sich hier nicht um eine Krankheit, einen Hirnschaden oder ähnliches, lediglich minimale Hirnstörungen können bei einem betroffenen Kind festgestellt werden . Anna Jean AYRES stellt in ihrem Buch "Bausteine der kindlichen Entwicklung" (1992) das Konzept der Sensorischen Integration, ihre Störungen und Therapiemöglichkeiten vor, das sie in den Siebzigern entwickelte. Ich möchte in dieser Arbeit die Sensorische Integration und ihre Störungen erläutern.
II. Sensorische Integration
1 Überblick über das Nervensystem
Eine der Grundlagen für AYRES Theorie der Sensorischen Integration ist der phylogenetische Aufbau des Zentralnervensystems. (Eine weitere Grundlage ist das Konzept der vier Entwicklungsebenen der Sensorischen Integration, auf die ich im folgenden noch eingehen werde.)
Das Nervensystem des Menschen wird unterteilt in das Zentralnervensystem und das periphere Nervensystem.
Das Zentralnervensystem ist die Schaltstelle und das Integrationszentrum aller ankommenden Informationen und der darauf folgenden Reaktionen. Im Gehirn, genauer im Hirnstamm, haben die wichtigen Regulationszentren ihren Platz, denn in ihm ist das "Formatio reticularis" angesiedelt, das an den sehr komplexen sensorisch-integrativen Prozessen beteiligt ist. Es hat die Aufgabe, eingehende Reizsignale zu bahnen oder zu hemmen. Deshalb wird es auch als Hauptkontrollmechanismus des zentralen Nervensystems bezeichnet. Im Rückenmark laufen die afferenten und efferenten Bahnen, auch die Reflexe werden vom Rückenmark gesteuert. Das Zentralnervensystem ist spezialisiert auf die Kommunikation mit der Körperinnenwelt und der Außenwelt, welche die Basis menschlichen Seins darstellen. Es leitet Informationen und vermittelt zwischen Zell- und Organsystem und leitet Informationen und Erkenntnisse über die Außenwelt, die von den Sinnesorganen aufgenommen werden ans Gehirn weiter. So wird dem Körper eine schnelle und angemessene Reaktion auf die Außenwelt ermöglicht.
Das periphere Nervensystem nimmt Reize auf und leitet sie ans ZNS weiter. Es stellt außerdem die Verbindungen zwischen den motorischen Bahnen (über das ZNS) zu den ausführenden Organen her.
Das zentrale und periphere Nervensystem ist an allen höheren psycho-physischen Prozessen, Funktionen und Bewusstseinsinhalten (z.B. Sprache, Vernunft, Denken) beteiligt.
Das menschliche Gehirn wurde geschaffen, durch Zusammenschalten vieler Areale als ganzes zu arbeiten, was man als ′Interdependenz der Gehirnstrukturen′ bezeichnet. Alle Hirnfunktionen sind voneinander abhängig, keine kann unabhängig von der anderen arbeiten. Werden im Hirnstamm die grundlegenden taktilen, akustischen und optischen Eindrücke nicht richtig verarbeitet, kann in der Hirnrinde auch keine präzise taktile, auditive und visuelle Wahrnehmung ausgebildet werden . Bedeutende Mechanismen der Sensorischen Integration sind auch die Bahnung (bevorzugte Weiterleitung) und Hemmung (Abblocken) von sensorischen Informationen, denn das Gehirn kann unmöglich alle von den Sinnesorganen aufgenommenen Informationen verarbeiten. "Ohne ausreichende Hemmung würden sich sensorische Impulse wie ein Steppenbrand durch das Nervensystem ausbreiten" (AYRES, S. 64), unser Gehirn wäre von zu vielen Informationen lahmgelegt. Wichtige Informationen werden deshalb gebahnt, unwichtige gehemmt.
2. Was ist Sensorische Integration?
[...]
Arbeit zitieren:
Daniela Burghardt, 2002, Störungen der Sensorischen Integration, München, GRIN Verlag GmbH
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