-2-
A. Einleitung - Merkmale einer Währungsunion 3
B. Die Kosten einer Währungsunion 3
I. Verzicht auf Wechselkursänderungen als Anpassungsinstrument 3
II. Transferleistungen 4
III. Aufgabe des Instruments der nationalen Geldpolitik 5
IV. Verzicht auf Seigniorage 5
V. Verzicht auf Inflationssteuer 6
VI. Gefahren einer höheren Staatsverschuldung und einer höheren
Inflationsrate 6
C. Die Nutzen einer Währungsunion 8
I. Wegfall wechselkursbedingter Transaktions- und Informationskosten 8
II.
III.
IV.
V. Politischer Nutzen 10
D. Ergebnis 10
Literatur 12
-3-
A.Einleitung - Merkmale einer Währungsunion
Bei der Entstehung einer Währungsunion handelt es sich um den Ersatz verschiedener nationaler Währungen durch eine Einheitswährung in mehreren Ländern. Als Folge davon gehen auch die Wechselkurse zwischen diesen Mitgliedstaaten verloren, während gegenüber Drittwährungen eine einheitliche Wechselkurspolitik besteht. Außerdem wird der Einfluß der einzelnen nationalen Zentralbanken zugunsten der Europäischen Zentralbank zurück gedrängt und eine einheitliche Geldpolitik etabliert. Es entsteht ein System aus Europäischer Zentralbank (EZB) und den Zentralbanken der Mitgliedstaaten, wobei diese Richtlinien und Weisungen der EZB befolgen müssen. Darüber hinaus wäre es in einer Währungsunion sinnvoll, die nationalen Haushaltspolitiken zu koordinieren.
Hinsichtlich den Kosten und Nutzen lassen sich nur wenige sichere Aussagen treffen. Es können unterschiedliche Wirkungsketten aufgezeigt werden, mit unterschiedlichen Ergebnissen, die jedoch für sich genommen jeweils plausible erklärt werden können. Ich versuche nun die Wirkungen, die mir am plausibelsten erscheinen und auch überwiegend in der Literatur vertreten werden, verständlich darzulegen.
B. Die Kosten einer Währungsunion
I. Verzicht auf Wechselkursänderungen als Anpassungsinstrument
Ausgehend von der Annahme exogener (Nachfrage-)Schocks, aufgrund äußerer Einflußgrößen, stellt sich die Frage welche Möglichkeiten für die Anpassung an ein neues Gleichgewicht bestehen und welche Kosten dafür aufgebracht werden müssen: Bei einer Verlagerung der Nachfrage vom Inland auf das Ausland -> sinken Produktion und Beschäftigung im Inland und steigen im Ausland -> dann entsteht ein Handelsbilanzdefizit und Unterbeschäftigung im Inland und ein Handelsbilanzüberschuß und Überbeschäftigung im Ausland.
Mit welchen Mitteln kann nun eine Anpassung erfolgen:
a) 1. Lösung durch flexible Nominallöhne: Löhne und Preise sinken im Inland ->
dadurch wird die Wettbewerbsfähigkeit der Inlandsgüter erhöht -> schließlich wird der Produktions- und Beschäftigungsrückgang aufgefangen
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b) 2. Lösung durch Wanderung des Faktors Arbeit vom Inland in das Ausland -> im
neuen Gleichgewicht sind Produktion und Beschäftigung im Inland geringer und im Ausland höher.
c) Probleme entstehen aber dann, wenn die Löhne nach unten starr sind und der Faktor Arbeit immobil ist 1 . Dies auch ist die Ausgangslage in der EU: die Löhne sind starr nach unten und der Faktor Arbeit ist allein schon wegen der Sprachprobleme relativ immobil -> dann erfolgt die Anpassung über Lohnsteigerungen im Ausland -> und es kommt zu einem Anstieg der Inflationsrate im Ausland -> zur Vermeidung der Inflation gibt es für das Ausland 2 Alternativen:
aa) Erstens eine restriktive Geld- und Fiskalpolitik, z.B. durch Steuererhöhungen -> Preise für Produkte steigen nicht so stark -> weiterer Handelsbilanzüberschuß -> dies ist aber unerwünscht und dauert zu lange bis es greift bb) Zweitens eine Aufwertung der Währung des Auslandes.
Diese beste Möglichkeit ist in einer Währungsunion aber weggefallen. Auch das Inland kann nicht mehr abwerten, um seinen Export zu steigern. Bei einem Nachfrageschock hätte das Inland also mit Kosten in Form von Unterbeschäftigung und das Ausland mit Kosten in Form von Überbeschäftigung und Inflation zu kämpfen.
II. Transferleistungen
Für den Fall, daß eine binnenwirtschaftliche Anpassung an diese exogenen Schocks nur unzureichend durch eine Lohnflexibilität und eine Wanderung von Produktionsfaktoren erfolgt, so wird der Bedarf an interregionalen Transfers in der Europäischen Union, vor allem in die südeuropäischen Staaten, stark ansteigen 2 .
Dies kann dann zu politischen Spannungen in der Europäischen Union führen, wenn man sich allein schon die bisherige "Nettozahler"-Diskussion vor Augen führt. So wird z.B. in Deutschland immer wieder die Diskussion über die BRD als "Zahlmeister der EU" geführt.
Außerdem sind auch verteilungspolitische Gründe für solche finanziellen Transferleistungen ersichtlich. In der sich herausbildenden Politischen Union, die sehr unterschiedlichen regionale Lebensverhältnissen aufweisen wird, wird die Forderung nach verstärkter Solidarität der Staaten und interregionaler Gerechtigkeit immer stärker.
1 Willms 201, 207, Gäckle 91
2
Gäckle 91
Arbeit zitieren:
Dr. Gerald G. Sander, 1996, Währungsunion, München, GRIN Verlag GmbH
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