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Inhaltsverzeichnis
I.EINLEITUNG 3
II. DAS WESEN DER HEXE IN BEDEUTUNG UND ENTWICKLUNG. 4
III. DIE DREI WICHTIGSTEN FAKTOREN IN DER MITTELALTERLICHEN HEXENVERFOLGUNG 8
1. Der Glaube an den Teufel 8
2. Das Bild der Frau in Kirche und Philosophie 10
3. Die heilige Inquisition. 15
IV. SCHLUSS. 21
V. BIBLIOGRAPHIE 23
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I.Einleitung
In der folgenden Hausarbeit werde ich das Bild der mittelalterlichen
Hexenvorstellung aufzeigen. Ich werde darstellen, wie es entstand und wie es von dieser aus dem Aberglauben entsprungenen Figur zum Hexenwahn und der Massenverfolgung im späten Mittelalter kam.
Zuerst werde ich den Begriff ,,Hexe’’ definieren, die verschiedenen Wurzeln der mittelalterlichen Hexe zurückverfolgen und dabei die Wichtigkeit des volkstümlichen Aberglaubens in Bezug auf die Entwicklung des Hexenbegriffs erklären.
Im Hauptteil der Arbeit zeige ich die drei Hauptfaktoren auf, die eine solche Jagd rechtfertigen sollten und ohne die eine Hexenverfolgung in den Ausmaßen nicht möglich gewesen wäre. Die wichtigsten Rollen dabei spielten der allgemeine Glaube an den Teufel, das Bild der Frau in der Kirche, in der Philosophie und natürlich die heilige Inquisition mit ihrem wichtigsten Werkzeug dem ,,Hexenhammer’’, ohne die eine Massenverfolgung und Vernichtung in dem Maße vielleicht nicht stattgefunden hätte. Ich werde darauf eingehen, welche Personengruppen zu dieser Zeit besonders gefährdet waren, ebenso auf die Folter, die Prozesse und deren Ausgang.
Im Schlussteil dieser Arbeit werde ich versuchen die Hintergründe der Hexenverfolgung darzulegen und die Frage beantworten, wer von einer Massenvernichtung der Frauen profitierte.
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II. Das Wesen der Hexe in Bedeutung und
Entwicklung
Um etwa 700 n. Chr. entwickelte sich zeitgleich mit Altnordisch und Altenglisch, die altdeutsche Sprache. Der Begriff ,,Hexe’’ und kommt in allen Kulturen vor. In seiner Urbedeutung hat er verschiedene und doch ähnliche Wurzeln. 1 Eine Abstammung aus dem althochdeutschen ist ,,hagazussa’’ was soviel wie ,,Zaunreiterin’’ bedeutet. 2 Die alte Übersetzung von ,,hag’’ ist ,,Zaun’’, die von ,,Zussa’’ ,,Weib’’; dem zur Folge bedeutet ,,hagazussa’’ dann ,,Zaunweib’’. Der Ritt auf dem Zaun oder auf dem Besen entstammt der altgermanischen
Hexenvorstellung. 3 Beschrieben wurde damit ein weiblicher Zaungeist, ein Waldgeist oder auch eine gespenstische Erscheinung. Die gleiche Bedeutung wie ,,hagazussa’’ haben auch ,,tunridha’’ aus dem altnordischen und ,,zunrite’’ aus dem oberdeutschen. ,,Hegetisse’’ kommt aus dem flämischen und wurde für einen Dämon benutzt. Aus dem lateinischen wurden ,,lamia’’, ,,strix’’ und ,,striga’’ für einen weiblichen Dämon und später als Übersetzung für dämonische Frauen benutzt, die sich mit Wahrsagerei und Zauberei beschäftigten, genauso wie ,,malefica’’, übersetzt ,,Schadenszauberin’’.
Aus dem mittelhochdeutschen ,,hexse’’ wurde schließlich das heute gebräuchliche Wort ,,Hexe’’. 4
Der Ursprung des Wesens der Hexe ist vorchristlich bzw. heidnisch. Verfolgt hat man Hexen in dieser Zeit jedoch noch nicht, da man ihre Existenz als Aberglauben verwarf und diejenigen sogar verfolgte, die an diesem Aberglauben festhielten. Im Christentum bekam dieses Wesen der Hexen einen extrem negativen Sinn, da die Urform der Hexe in der Mythologie eine Wandlung von einer Göttin zu einer Unperson darstellte.
1 Singer, Claire: ,,Das große Buch der Hexen - Die Geschichte eines Mythos vom Paradies bis heute’’, Wien 2000, S.38
2 Wehr, Christian: ,,Lexikon des Aberglaubens’’, München 1991, S.114
3 Hoffmann-Kreyer, E./ Bächthold-Stäubli, Hanns (Hrsg.), ,,Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens’’, Band 3, Berlin/Leipzig 1931, S.1838 4 Singer, Claire: ,,Das große Buch der Hexen’’, S.38
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Ein Beispiel dafür ist ,,Hekate’’. Sie gilt als griechische Vorläuferin der Hexen und stellte anfangs eine Mondgöttin mit großer Macht dar. In dieser Rolle verkörperte sie die Göttin der Frauen und war hilfreich bei Geburt und Kindererziehung. Nach und nach wandelte sie sich zur Göttin des Spuks und der Zauberei, die nachts fackelschwingend und mit Schlangen umwunden umherwanderte. Indem sie Spukerscheinungen schickte, erschreckte sie die Menschen. Sie konnte jedoch auch den Spuk abwehren und galt so als Patronin der Zauberinnen. Auch ,,Holda’’ war zunächst eine freundliche germanische Göttin. Sie war die Beschützerin aller Liebenden und der Ehe, die Macht über alles Leben und der Äcker haben sollte.
Im Laufe der Zeit wandelte sie sich und nahm mit ihren struppigen Haaren und den großen Zähnen bedrohliche Züge an. Der Mythos sagt, dass sie nun mit einen Heer von Feen den Himmel durchstreift und in Sturm- und Vollmondnächten die Menschen erschreckt mit einer Katze an ihrer Seite. 5 Bei Holda erkennt man schon einige Motive der mittelalterlichen Hexe. Das Umherstreifen am Himmel ist vergleichbar mit dem Hexenflug und auch die Katze ist im Mittelalter ein Zeichen für Hexen gewesen. Nicht umsonst wurden Hexen bis in das 16. Jahrhundert nach der Göttin Holda ,,Unholdinnen’’ genannt. Im Gegensatz zu den heidnischen Magierinnen bekamen die mittelalterlichen Hexen ihre magischen Fähigkeiten vom Teufel. 6
Die Bezeichnungen für die Hexe im Mittelalter waren zahlreich. ,,Kräuterfrau’’, ,,Giftmischerin’’, ,,Wettermacherin’’ und ,,Schicksalslenkerin’’ waren Namen für Frauen, denen man diese Delikte andichtete. ,,Hexe’’ war eher ein allgemeiner Sammelbegriff für auffällige Frauen, die magische Fähigkeiten haben sollten. Spaltet man diesen Sammelbegriff auf, erhält man zwei opportune Frauen: die schwarze Hexe, die Satanismus praktiziert und die weiße, heilende Hexe, die magia naturalis. 7
5 Gaik, Dr. Kurt: ,,Hexen - Dreihundert Jahre loderten die Scheiterhaufen’’, Thales Themenhefte Nr.74, Essen, S.5f
6 Grabner-Haider, Anton/ Weinberger, Ota/ Weinke, Kurt (Hrsg.): ,,Fanatismus und Massenwahn’’, Graz 1987, S.107
7 Sebald, Hans: ,,Hexen damals -und heute?’’, Frankfurt a. M./ Berlin 1990, S.79
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Ein schönes Beispiel für das Äußere einer ,,bösen’’ Hexe steht in Leander Petzoldts ,,Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister’’:
,,Ihr Antlitz ist fahl, die Augen liegen tief drinnen; wenn sie weinen, haben sie keine Tränen; je röter und aufgeschwollener die Augen einer Hexe sind, desto mehr ist sie zu fürchten. Ihr Leib ist schlapp und welk, ein schlotterndes Beingerippe; denn sie wurden zu häufig vom Teufel geritten. Ihre Haare sind zerzaust, wurzelig, unausgekämmt und ekelhaft anzusehen. An den Armen haben sie dunkle Flecken, das sind Spuren der Griffe des Teufels oder der bösen Geister bei ihren Tänzen und nächtlichen Gelagen; am sichersten erkennt man sie an dem Bocks- oder Geißfuß, welcher ihnen rückwärts ,am Kreuz’ eingebrannt ist; dieses ist ,des Teufels Siegel’, welches er ihnen mit dem Hintern aufdrückt und soviel bedeutet als: er drückt auf’s Kreuz der Hölle Zeichen, oder: obgleich durch’s heilige Kreuz die Seele erlöset wurde, hat der Fürst der Finsternis sie wieder gewonnen - es ist Verhöhnung des heiligen Kreuzes.’’ 8
Nicht nur Frauen nach dieser Beschreibung wurden magische Fähigkeiten zugesprochen. Im Prinzip konnte es jeden treffen. Als besonders magisch galten jedoch Menschen mit zusammengewachsenen Augenbrauen, Rothaarige, Schielende, Huren und menstruierende Frauen. Sie sollten durch intensives Anschauen Menschen und Tiere krank machen können. 9
Der Aberglauben schürte die Angst vor Hexen und vor allem vor dem verhext werden. Aber was ist eigentlich Aberglaube?
,,Aberglaube wird gelegentlich als ein Glaube an die Wirkung und Wahrnehmung naturgesetzlicher Kräfte definiert. Diesen Kräften wird dann durch die Geister, Dämonen und Hexen Wille und Gestalt verliehen.’’ 10
Wenn also etwas passierte, das mit den damaligen Mitteln und dem Wissen nicht erklärt werden konnte, so musste man natürlich einen Grund oder Schuldigen finden. Oft wurden Frauen in solchen Situationen der Hexerei beschuldigt und verurteilt, da sie die verschiedensten Kräfte und magischen Fähigkeiten besitzen sollten.
8 Petzoldt, Leander: ,,Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister’’, 2. Auflage, München 1995, S.99f 9 Hiller, Helmut: ,,Lexikon des Aberglaubens’’, München 1986, S.33
10 Biedermann, Hans: ,,Handlexikon der magischen Künste’’, Band 1, 3.Auflage, Graz 1986, S.15
Arbeit zitieren:
Stefanie Hanten, 2001, Der Hexenwahn im Mittelalter, München, GRIN Verlag GmbH
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