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Gliederung
1. Was sind Interaktionsspiele?
2. Formen der Interaktionsspiele
2.1 Kennenlern-/Warm-Up-Spiele
2.2 Wahrnehmungsspiele
2.3 Kooperationsspiele
2.4 Vertrauensspiele
3. Die Rolle des Spielleiters
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
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„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Friedrich von Schiller (1759-1805), dt. Dichter
1. Was sind Interaktionsspiele?
In der Erlebnispädagogik nehmen die so genannten Interaktionsspiele eine entscheidende Rolle ein. Hierbei ist der Begriff „Spiel“ in keinem Fall in kindlicher Weise zu verstehen. Gerade durch die Strukturierung von Interaktionsspielen eignen sich diese besonders für geplante Lernsituationen. Es sind demnach alles „ernste Spiele“, obwohl gelacht wird. Sie haben alle einen pädagogischen Charakter. So definiert Klaus Vopel ein Interaktionsspiel folgendermaßen: „Ein Interaktionsspiel ist eine Intervention des Gruppenleiters […] in die gegenwärtige Gruppensituation, welche die Aktivität aller Gruppenmitglieder durch spezifische Spielregeln für ein bestimmte Zeit, strukturiert, 1 Es geht also darum, zwischenmenschliche damit ein bestimmtes Lernziel erreicht wird.“
Beziehungen und Umgangsformen konstruktiv zu verändern und zu verbessern. Ar-beitsgrundlage in der Interaktionspädagogik sind Erfahrungen, welche die Beteiligten in ihrem unmittelbaren und im zwischenmenschlichen Handeln machen. Dabei erstreckt sich die Zielgruppe dieser Spiele von Pädagogen über Erzieher, Lehrer und Kindergärtner bis hin zu Managern.
Da der Mensch in der Entwicklung seiner ihn kennzeichnenden Eigenschaften immer von der Gesellschaft, in der er lebt und agiert, beeinflusst wird, kann er sich ohne Interaktion mit seiner Umwelt gar nicht weiterentwickeln. Das bedeutet gerade im Kontakt und in der Auseinandersetzung mit Menschen können wir unsere Persönlichkeit entfalten. Durch die Interaktionsspiele wird dieses wechselseitige, auf einander bezogene Handeln der Individuen angestrebt, was der Begriff „Interaktion“ in Abgrenzung zu den Begriffen „reflexives und instrumentelles Handeln“ beschreibt. 2 Zur Verwirklichung dieser Prozesse sind wichtige Strukturelemente erforderlich, die be-
1 Vopel,Klaus: Handbuch für Gruppenleiter - Zur Theorie und Praxis der Interaktionsspiele, Hamburg 1978, S. 2.
2 vgl. Reiners, Annette: Praktische Erlebnispädagogik, München 1993, S. 14
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___________________________________________________________________________ reits in „Kinder-Spielen“ enthalten sind und sich somit auch in Interaktionsspielen wieder finden: 3 − Regeln und Vorschriften − Simulation der Wirklichkeit − Sicherheitsgarantien − Spielraum
Oftmals kennzeichnen sich Interaktionsspiele dadurch, dass es keinen bestimmten Gewinner gibt. In der Regel gewinnt die Gruppe, „sie entwickelt sich weiter, und das 4 Somit wiederum führt zu positiven Erlebnissen bei den einzelnen Gruppenmitgliedern.“ entsteht bei Interaktionsspielen kein Wettbewerbscharakter, der oftmals als wichtigste Voraussetzung für ein Spiel gilt.
Der Schwerpunkt der Interaktionspädagogik liegt auf der interpersonellen Ebene, d.h. beim sozialen Verhalten des Lernenden. Als Zielsetzung der Interaktionspädagogik lässt sich die Verbesserung und Änderung menschlichen Verhaltens definieren. Somit ist der Begriff „Soziales Lernen“ eng mit ihr verknüpft. In den Lerngruppen findet sich der Mensch als soziales Wesen wieder und in ihr kann der Lernende seine Kommunikation, Interaktion, Kooperation, wenn auch meist unbewusst, weiterentwickeln (Abb. 1).
Annette Reiners differenziert soziales Lernen in vier Funktionsbereiche, wobei im zweiten Punkt der Schwerpunkt der Interaktionspädagogik liegt: 5 1. Soziales Lernen als soziale Elementarerziehung 2. Soziales Lernen als gruppendynamisch-interaktionistische Funktion 3. Soziales Lernen als sozialpädagogische und kompensatorische Funktion 4. Soziales Lernen als emanzipative und politische Funktion Hier ist der ganzheitliche Anspruch der an die Interaktionspiele, als eine Technik der Interaktionspädagogik, gerichtet wird, zu erkennen. Der Zweck ist nicht die Unterhaltung und Entspannung allein, „sondern auch die Förderung bestimmter Verhaltens- 6 weisen.“
3 vgl. Vopel Klaus: Handbuch - Zur Theorie und Praxis der Interaktionsspiele , S. 3. 4 URL: http://www.region-online.de/bildung/semi/projekte/interaktionsspiele.pdf [Stand Mai/Juni 2001], S.3.
5 vgl. Reiners Annette: Praktische Erlebnispädagogik, Augsburg 2004, S. 25. 6 Reiners Annette: Praktische Erlebnispädagogik, Augsburg 2004, S. 28.
Arbeit zitieren:
Dipl.-Päd. Alexander Geldmacher, 2005, Interaktionsspiele in der Erlebnispädagogik , München, GRIN Verlag GmbH
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