Inhaltsverzeichnis:
INHALTSVERZEICHNIS : 2
1. EINLEITUNG. 3
2. BEGRIFFSKLÄRUNG UND -ABGRENZUNG. 3
3. GEGENSTAND UND PHASEN DER INHALTSANALYSE. 5
4. DATENGEWINNUNG FÜR DIE INHALTSANALYSE. 6
5. MODELLE DER DATENANALYSE. 9
6. FAZIT 12
Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Die jüngste Form der empirischen Sozialforschungsmethoden, bietet die systematischquantitative Inhaltsanalyse eine Möglichkeit, (subjektive) Inhalte der Kommunikation auf einer systematischen, intersubjektiven und stark reglamentierten Methodenbasis zu untersuchen und aufgrund der empirischen Daten bestimmte Hypothesenstellungen zu untersuchen. Allerdings mußte sich die quantitative Inhaltsanalyse auch beispielsweise den Vorwurf einer „quantifizierender Methodenakrobatik“ gefallen lassen; solche Vorwürfe bzw. Pauschalisierung dürften mit der Verbreitung der computergestützten Inhaltsanalyse sich weiter verbreiten, allerdings kann man d ie EDV-Benutzung bei der Textanalyse auch als ein Schritt in die greifbar gewordene Zukunft vorstellen. Ein Streit zwischen den Vertretern der quantitativen und der qualitativen Richtungen ist dabei schon Jahrzehnte alt. Die systematisch-quantitative Inhaltsanalyse stellt aber, in ständiger Bemühung um die Validität und Reliabilität der bearbeiteten Daten, Regeln für verschiedene Verfahren auf. Die Systematik, d er Anspruch und die Methoden dieser Form der Inhaltsanalyse und auch der Inhaltsanalyse grundsätzlich sollen in der vorliegenden Arbeit erläutert und erklärt werden.
2. Begriffsklärung und -Abgrenzung
Zunächst gilt es zu klären, was eigentlich unter der Inhaltsanalyse verstanden wird. Die „klassische“ Definition Berelsons besagt: „Content analysis is a research technique for the objective, systematic and quantitative description of the manifest content of communication“. Allerdings trug diese Definition von 1952 teilweise viel Verwirrung bei, v.a. aber die Benutzung der Begriffe „manifest“, „objektiv“ und „quantitativ“. A m stärksten und am dauerhaftesten war dabei die Kontroverse um die quantitative und die qualitative Auffassung. Man findet zwar auch stark vereinfachte Definitionen, wie beispielsweise: „Content analysis is (...) a set of methods for analyzing the symbolic content of any communication“ 1 , doch kommt dem Verfasser die etwas detaillierte Definition sinnvoller vor: „Inhaltsanalyse ist eine empirische Methode zur systematischen, intersubjektiv nachvollziehbaren Beschreibung inhaltlicher und formaler Merkmale von Mitteilungen“ 2 , die auf die „klassischen“ Begriffe „manifest“, „objektiv“ und „quantitativ“ verzichtet. Wie man daraus erschließen kann, geht es bei dieser Form der Analyse darum, die (z.B.) sprachlichen Mitteilungen auszuwerten, die
1 Royce A. Singleton Jr., B. Straits, M.M. Straits: Approaches to Social Research, 2. Aufl., New York 1993, S. 381.
2 Werner Früh: Inhaltsanalyse. Theorie und Praxis, 4. Aufl., Konstanz 1998, S. 25.
eine große Methodenvielfalt erfordert bzw. bietet und dabei weit über bloße Analyse der Inhalte hinausgeht. Daher ist es sinnvoll, die Methode der quantitativen Inhaltsanalyse von den übrigen Methoden abzugrenzen. „It is possible to develop systematic (...) criteria for transforming written text into highly reliable quantitative data. This is the goal of (quantitative) content analysis.“ 3
Außer der eigentlichen Definition der Inhaltsanalyse wird weiterhin mit den Begriffen der Kommunikation und der Quantifizierung gearbeitet. Unter Kommunikation versteht man die Kodierung einer Mitteilung durch einen Sender für einen Empfänger. 4 Es können z.B. innerpsychische Vorgänge, Erlebnisse, Vorstellungen u.ä. in ein „allgemein verständliches System“ kodiert und mündlich, schriftlich oder auf eine andere Weise weitergeleitet werden. 5 Es ergibt sich aber gleich auch ein schwerwiegendes Problem sowohl von den Sozialwissenschaften wie der Kommunikationsforschung allgemein, als auch der Inhaltsanalyse konkret: die Entschlüsselung der Mitteilung durch den Empfänger ist nicht automatisch gewährleistet, denn aufgrund der menschlichen, kulturellen und auch z.B. zeitlichen Unterschiede zwischen dem Sender und dem Empfänger kann die Mitteilung verzerrt werden oder gar unverständlich. Es ist problematisch, ein „allgemein verständliches System“ zu finden. Daher versucht die Inhaltsanalyse, die Sachverhalte aufgrund von möglichst intersubjektiven Kriterien zu operationalisieren. Wenn man von der quantitativen Analyse spricht, muß man den Begriff „quantitativ“ klären. Oft wird quantifizieren mit „Messen in Zahlen“ gleichgesetzt. Allerdings kann die Quantifizierung theoretisch auch durch Worte oder andere Symbole durchgeführt werden. Außerdem werden ja nicht die Objekte selbst, sondern ihre Eigenschaften q uantifiziert 6 . Das numerische System ist aber erfahrungsgemäß das leistungsfähigste und verbreitetste, und ist außerdem unumgänglich, wenn man bei moderner Inhaltsanalyse mit der EDV-Technik arbeitet. 7 Im folgenden wird auch der Begriff einer reaktiven bzw. nicht-reaktiven Methode verwendet. Die Reaktivität kann man als Beeinflußbarkeit durch direktes Befragen definieren, bzw. als „subject´s awareness of being under study (which) could affect the very actions that an investigator wishes to observe“ 8 .
Schließlich versteht man unter einer Hypothese „wissenschaftlich begründete 9 , aber nicht bewiesene Annahme, um beobachtbare Ereignisse zu erklären“ 10 .
3 Royce A. Singleton Jr., B. Straits, M.M. Straits, a.a.O.
4 Vgl. auch: Helmut Kromrey: Empirische Sozialforschung, 8. Aufl., Opladen 1998, S. 303-305.
5 Vgl. Werner Früh, a.a.O., S. 26.
6 D.h. die Merkmalsausprägungen.
7 Vgl. Werner Früh, a.a.O., S. 28.
8 Royce A. Singleton Jr., B. Straits, M.M. Straits, a.a.O., S. 26; das sog. „Hawthorne effect“.
9 Also intersubjektiv prüfbare.
3. Gegenstand und Phasen der Inhaltsanalyse
„Analysis is the search for patterns in data and for ideas that help explain why those patterns
are there. “ 11 Es sind aber nicht beliebige Muster, die untersucht werden sollen. Die
Inhaltsanalyse wird von einem Forscher durchgeführt, und er führt sie durch, um einen
Gegenstand , eingegrenzt durch seine Hypothesen (theoretische Konstrukte), aufgrund von
bestimmten Merkmalsausprägungen (in der Text- bzw. Datenmenge), zu untersuchen. Also
pr üft der Forscher eine bestimmte Fragestellung aufgrund der Auswertung einer bestimmten
Datenmenge. Dabei ist der Umfang der Stichprobe, die untersucht werden soll (man kann
heutzutage kaum die Gesamtzahl der Dokumente/Aussagen/etc. untersuchen), entscheidend. 12
Dementsprechend muß als Erstes das Forschungsproblem definiert werden, und dann die
Datenmenge festgelegt werden. Der Sinn der Inhaltsanalyse ist also grundsätzlich die
Reduktion der Komplexität der Datenmenge unter einer bestimmten Forschungsperspektive. 13
Die Ansätze der Analyse der Kommunikationsvorgänge werden in den formal-deskriptiven,
diagnostischen 14 und den prognostischen unterteilt. 15
Die Vorteile der systematisch-quantitativen Inhaltsanalyse gegenüber anderen
Forschungsans ätzen (bei nicht-zwingender Entscheidung für diese) ist sicherlich ihr nicht-
reaktiver Charakter. Außerdem tritt keine Veränderung des untersuchten Objektes auf, und
überhaupt, Zeit spielt bei dieser Methode meist eine untergeordnete Rolle. 16 Außerdem ist
diese Methode durch weite Möglichkeiten der Computernutzung (z.B. CUI 17 ) und durch ihre
relative Kostengünstigkeit vorteilhaft.
Nach der Hypothesenaufstellung und der Datenumfangseingrenzung folgen die Schritte der
Datenerhebung 18 , Haupterhebung und schließlich der Datenanalyse. Letztere gibt schließlich
dem Forscher die Basis für die Schlußfolgerungen.
10 Art. „Hypothese“, in: Harenberg Kompaktlexikon in 3 Bändern, Dortmund 1996, S. 1318.
11 Royce A. Singleton Jr., B. Straits, M.M. Straits, a.a.O., S. 381.
12 Vgl. Erwin Roth (Hrsg.): Sozialwissenschaftliche Methoden, 4. Aufl., München, Wien 1995, S. 450.
13 Siehe Werner Früh, a.a.O., S. 40.
14 Bei Bemühung um empirische Theoriebeweise kann meist keine diagnostische Aussage getroffen werden.
15 Ebda., S. 39-47.
16 Vgl. ebda.
17 Abkürzung für computerunterstützte Inhaltsanalyse, wird auch oft elektronische Inhaltsanalyse oder
maschinelle Inhaltsanalyse genannt. Für die C. existieren zahlreiche Programme, z.B. CoAn für Windows.
18 Diese geschieht im Sinne von Wissenschaftlichkeit unter strengen Bedingungen
4. Datengewinnung für die Inhaltsanalyse
4.1. Einleitung
Wie schon wiederholt angesprochen, spielt die wissenschaftliche Intersubjektivität eine große Rolle bei allen empirischen Untersuchungstechniken. Es gilt, der Untersuchung und ihren Ergebnissen größtmögliche Validität und Reliabilität zu gewährleisten. Die letzte Phase der systematischen Inhaltsanalyse (die Datenauswertung und Schlußfolgerung) kann nur dann systematisch durchgeführt werden, wenn die vorhergehende Daten- und Haupterhebung nach strengen und einheitlichen Regeln durchgeführt wird, und wenn gewisse Verfahren konsequent verfolgt werden. Als einleitende Maßnahmen sind Hypothesenaufstellung und Datenumfangseingrenzung vorzunehmen 19 . Schließlich erfolgt die Erhebung aufgrund der Festlegung konkreter Schritte: Bestimmung von den Analyseeinheiten, der Kategorisierung der Daten und der Kodierung.
4.2. Analyseeinheiten
Das Gegenstand der Untersuchung wird in Analyseeinheiten unterteilt, dabei unterscheidet man zwischen Typen der Einheiten. Solche Einheiten dienen der operationalen Bestimmung des Bezugs zwischen dem Objekt und der Datenebene 20 und tragen zur Systematik bei. Dabei wird zwischen formal-syntaktischen 21 und inhaltlich-semantischen 22 Einheiten unterschieden. Vor allem die formal-syntaktischen Einheiten und dabei das Wort als Einheit haben durch die Inhaltsanalyse mit Hilfe der EDV 23 Verbreitung gefunden. Weiter unterscheidet man zwischen Meßeinheiten 24 , Protokolleinheiten 25 und Kontexteinheiten 26 , bzw. Überschneidung dieser drei.
Weiterhin ist es nützlich, die möglichst kleinen Einheiten zu wählen, denn „smaller units can be caled more reliably than larger units, because they contain less information“ 27 . Außerdem wird auch auf die sogenannte „ecological fallacy“ hingewiesen: „ it comes from drawing
19 Vgl. und beachte Kap. 3.
20 Werner Früh, a.a.O., S. 86-90.
21 Zeichen, Wörter, aber auch Schlüsselbegriffe.
22 Bedeutungen und weiter Sinneinheiten.
23 „The only units programmable for computer analysis are words, word senses and phrases“ (Royce A. Singleton Jr., B. Straits, M.M. Straits, a.a.O., S. 382)
24 Z. B. wenn man die formalen Texteigenschaften mißt.
25 Meist ist ein Schlüßelbegriff gemeint.
26 Umschließt die Protokolleinheit (diese Unterscheidung nach Berelson).
27 Royce A. Singleton Jr., B. Straits, M.M. Straits, a.a.O., S. 382.
Arbeit zitieren:
Roman Charkoi, 2002, Systematisch-Quantitative Inhaltsanalyse, München, GRIN Verlag GmbH
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