FOM – Fachhochschule Ökonomie & Management Essen
Duisburg, 14. Januar 2006
Zum Problem der Ermittlung konzerninterner Verrechnungspreise
von: Jenny Geihsen
INHALTSVERZEICHNIS
I EINLEITUNG 1
I.1 Konzerninterne Verrechnungspreise – eine aktuelle Problematik 1
I.2 Gang der Untersuchung 2
II BEGRIFFLICHE ABGRENZUNG UND FUNKTIONEN VON VERRECHNUNGSPREISEN 2
II.1 Definition – Verrechnungspreise 2
II.2 Funktionen und Ziele von Verrechnungspreisen 3
II.3 Die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen 5
III FORMEN VON VERRECHNUNGSPREISEN 6
III.1 Grundlegende Prinzipien bei der Ermittlung von Verrechnungspreisen 6
III.1.1 Das „Dealing at Arm’s Length Principle” 6
III.2 Marktpreisorientierte Verrechnungspreise 7
III.3 Kostenorientierte Verrechnungspreise 8
III.4 Verhandlungsorientierte Verrechnungspreise 9
IV ERMITTLUNGSMETHODEN UND IHRE EIGNUNG FÜR DIE ERFOLGSBEURTEILUNG 10
IV.1 Transaktionsbezogene Methoden 10
IV.1.1 Preisvergleichsmethode 10
IV.1.2 Wiederverkaufsmethode 13
IV.1.3 Kostenaufschlagsmethode 15
IV.2 Gewinnbezogene Methoden 17
IV.2.1 Allgemeines zu gewinnorientierten Methoden 17
IV.2.2 Gewinnaufteilungsmethode 18
IV.2.2.1 Comparable Profit Split 18
IV.2.2.2 Residual Profit Split 19
IV.2.3 Transaktionsbezogene Netto-Margen-Methode (TNMM) 20
V SCHLUSSBETRACHTUNG 21
LITERATURVERZEICHNIS 23
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
OECD = Organisation for Economic Cooperation and Development
OECD-RL = OECD Richtlinien
OECD- MA = OECD - Musterabkommen
[...]
I Einleitung
I.1 Konzerninterne Verrechnungspreise - eine aktuelle Problematik
Die wachsende Internationalisierung und Globalisierung der Wirtschaft und die damit verbundene Entwicklung multinationaler Unternehmen haben dazu geführt, dass das Thema „Internationale Verrechnungspreise“ weiter in den Vordergrund rückt. Eine der wichtigsten Fragen im steuerlichen Bereich der international operierenden Unternehmen sind die konzerninternen Verrechnungspreise. Einer der wesentlichen Gründe liegt darin, dass über Verrechnungspreise die Aufteilung von Gewinnen und Verlusten in Abhängigkeit der unterschiedlichen länderspezifischen Steuerlastquoten gesteuert werden kann. Doch die Verrechnungspreise haben nicht nur aus steuerlichen Aspekten im Sinne der Einkunftsabgrenzung ihre Funktion, sondern dienen auch in betriebswirtschaftlicher Sicht als Planungs- und Lenkungsinstrument. Somit müssen Verrechnungspreise interne als auch externe Funktionen erfüllen, was zu Zielkonflikten führen kann. Die multinationalen Unternehmen sind meist in ergebnisverantwortlichen Bereichen organisiert, somit wird mit Hilfe der Verrechnungspreise als Koordinationsinstrument versucht einen fiktiven Marktmechanismus im Unternehmen zu implementieren1. Leistungen zwischen den einzelnen Unternehmensbereichen müssen bewertet, versteuert und den einzelnen Leistungseinheiten zugerechnet werden. Dies führt zu einer stärkeren Beachtung der Erfolgsermittlungsfunktion von Verrechnungspreisen und bedingt somit Auseinandersetzungen und Konflikte innerhalb der Unternehmung. Dabei ist die Diskrepanz zwischen den theoretischen Methoden der Verrechnungspreisermittlung und den in den Unternehmungen verwendeten Verfahren besonders auffallend2. Unter anderem kann es dazu kommen, dass das gemeinsame Unternehmensziel in den Hintergrund rückt, und nationales Profit-Center-Denken in den Vordergrund gelangt. Die Ergebnisorientierung der jeweiligen Profit-Center führt zu einer Konkurrenz innerhalb des multinationalen Unternehmens.
I.2 Gang der Untersuchung
Diese Seminararbeit setzt sich mit der Problematik der Ermittlung konzerninternen Verrechnungspreisen auseinander. Dazu werden im zweiten Kapitel die grundlegenden Begriffe und Rahmenbedingungen definiert, bevor im dritten Kapitel die verschiedenen Formen von Verrechnungspreisen erläutert werden. Im Hauptteil, dem vierten Kapitel, werden die ausgewählte Methoden zur Ermittlung von Verrechnungspreisen dargestellt und die damit verbundenen Problematiken werden aufgezeigt. Anschließend folgt in der Schlussbetrachtung eine Gegenüberstellung der beschriebenen Methoden.
II Begriffliche Abgrenzung und Funktionen von Verrechnungspreisen
II.1 Definition – Verrechnungspreise
Verrechnungspreise sind in der Literatur unterschiedlich definiert. So beschreibt Schmalenbach in seiner Habilitationsschrift mit dem Titel „Die Verrechnungspreise in großindustriellen Bereich“ aus 1903 den Begriff „Verrechnungspreis“ als Bewertung von Leistungsbeziehungen zwischen wirtschaftlichen Leitungseinheiten, wobei es ursprünglich nicht um eine marktorientierte Wertschöpfung oder einen Gewinnaufschlag ging, sondern um die innerbetriebliche Wertschöpfung1. Als Synonym werden auch die Begriffe Transfer-, Knappheits-, Lenk- oder Bereichsabgabepreise verwendet2. Auch Konzerne verbundener Unternehmen bezeichnen ihre vertraglich vereinbarten Preise für Lieferungen und Leistungen als Verrechnungspreise3. Typischerweise lassen sich Verrechnungspreise in folgende Varianten unterscheiden:
„1. Verrechnungspreise zwischen einzelnen Kostenstelle
2. Verrechnungspreise zwischen organisatorischen, räumlich und technisch abgeschlossenen Werken, Teilbetrieben oder – bereichen
3. Verrechnungspreise zwischen rechtlich selbständigen Konzernunternehmen bzw. steuerlich relevanten Betriebsstätten“4.
In der betriebswirtschaftlichen Literatur werden Verrechnungspreise von Marktpreisen unterschieden. Marktpreise werden von Angebot und Nachfrage gesteuert wohin gegen Verrechnungspreise zweckorientiert sind und ein Instrument zur Leistungs- und Lieferungsverrechnung5. Sie stellen Wertansätze dar, die eine Unternehmung den Produktionsfaktoren und innerbetrieblichen Leistungen pro Einheit zuordnet. Dabei wird die Höhe des Verrechnungspreises nach ihrem Zweck bestimmt. Somit können Verrechnungspreise autonom von der Unternehmensleitung festgelegt werden und sind nicht Ergebnis von Verhandlungen selbständiger Marktparteien6.
II.2 Funktionen und Ziele von Verrechnungspreisen
[...]
1 Vgl. Ewert R./Wagenhofer, A..: Interne Unternehmensrechnung S. 563/564
2 Vgl. Kreuter, A.: Verrechnungspreise in der Profit-Center-Organisation S. 1
1 Vgl. Kuckhoff, H./ Schreiber, R.: Verrechnungspreise in der Betriebsprüfung S. 4
2 Vgl. Conenberg, A.G.: Kostenrechnung und Kostenanalyse S.524
3 Vgl. Vögele A.: Handbuch der Verrechnungspreise S. 23
4 Vgl ebenda S. 446
5 Vgl. ebenda: S. 446
6 Vgl. Pausenberger, E.: Konzerninterne Leitungsaustausch und Transferpolitik in Internationalen Unternehmen S. 770
Quote paper:
Jenny Geihsen, 2006, Zum Problem der Ermittlung konzerninterner Verrechnungspreise, Munich, GRIN Publishing GmbH
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