Konflikt und Verhandlung
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung ... 1
II. Verhandlung ... 2
II.1 Verhandlung im internationalen Kontext ... 3
III. Konflikt ... 5
III.1 Konflikt im politischen und internationalen Kontext ... 5
III.1.1 Konfliktintensitäten ... 6
III.1.2 Konfliktstrukturen und Konfliktmorphologie ... 9
III.1.3 Wie werden Konflikte beendet? ... 10
IV. Konflikt und Verhandlung ... 13
IV.1 Dritte Parteien und ihre Funktion innerhalb von Konflikten ... 14
IV.2 Vermittlung in internationalen Konflikten und Akteure des internationalen Systems ... 16
IV.3 Empirische Aussagen über die Rolle von Vermittlung und Verhandlung angesichts Konfliktbewältigung ... 18
V. Schlussbetrachtung ... 20
VI. Literaturverzeichnis ... 21
I. Einleitung
Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich in der internationalen Politik ein gestärktes Bewusstsein über die neuen Herausforderungen der friedlichen Konfliktbeilegung und Kriegsverhütung etabliert. Vor dem Hintergrund eines sich entwickelnden kooperativen Klimas, welches durch die Präsenz internationaler Organisationen wie der UNO spürbar geprägt wurde, ist die konstruktive Regelung langjähriger und kriegerischer Auseinandersetzungen in der Prioritätenskala der internationalen Politik an vorderste Stelle gerückt.
Die Zahl der jährlich neu entstehenden gewaltsamen Konflikte hat in den letzten hundert Jahren zugenommen1; das internationale System, welches durch Interdependenz bzw. politische wie auch wirtschaftliche Verflechtung geprägt ist, impliziert auch eine Globalisierung von Konflikten und Problemstellungen, die einer angemessenen und (welt-) pazifizierenden Lösung bedürfen. Verhandlung ist nur eine von mehren Möglichkeiten, Konflikte beizulegen; sie ist jedoch die einzige Form ohne Anwendung von Gewalt Lösungen für gegensätzliche Interessen zu finden2.
„As an instrument of diplomacy and foreign policy, mediation has become
almost as common as conflict itself“3.
Diese Aussage Bercovitchs unterstreicht die Korellation von Konflikt und Verhandlung, die im folgenden definiert und im internationalen Kontext erläutert wird.
II. Verhandlung
Der allgemeine Terminus „Verhandlung“ erfasst zunächst Assoziationen, die dem Alltag entlehnt sind: Die Wortbedeutung erstreckt sich über alle Ebenen des täglichen privaten, politischen oder auch wirtschaftlichen „Verhandelns“ um beispielsweise Waren und Güter, Arbeitsbedingungen, politische Koalitionen etc.. Verhandeln ist eine Interaktion, der es mindestens zweier Körperschaften, Einzelpersonen oder Parteien, bedarf. Sie ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, Konflikte beizulegen und die einzige Form, ohne Anwendung von Gewalt Lösungen für gegensätzliche Interessen zu finden4.
Verhandlungen liegen immer unterschiedlich gelagerte Interessen zugrunde5: Interesse ist nur vorhanden, wo Gegensatz ist6. Sie müssen sich auf das gleiche Sujet beziehen und eine gemeinsame Schnittmenge aufweisen. Interessen, die nicht divergieren, bedürfen auch keiner Verhandlung.
„Without common interest there is nothing to negotiate for, without conflict
nothing to negotiate about“7.
Verhandlung impliziert nicht die direkte Kommunikation der Kontrahenten, sie kann auch über Dritte oder gar über die Medien vollzogen werden. An dieser Stelle sei betont, dass Verhandlungen zwar auf der Freiwilligkeit der jeweiligen Rivalen beruhen („Mediation, at any level and in all its guises, is essentially a voluntary process“8), jedoch zu jeder Zeit eines Konfliktes möglich sind.
Verhandlung ist also ein sozialer wie auch bilateraler Prozess, in dem wenigstens zwei Parteien mit dem Ziel, eine akzeptable Lösung für ihre divergierenden Interessen zu finden, interagieren9.
[...]
1 Pfetsch, Frank R.: Internationale Politik. Stuttgart: Kohlhammer, 1994. Seite 230.
2 vgl. Pfetsch, Frank R.: Kreatives Verhandeln in Politik und Wirtschaft. In: Rainer M. Holm-Hadullen (Hrsg.) 2000: Kreativität. Heidelberger Jahrbücher 2000/XLIV. Berlin/Heidelberg. Seite 127.
3 Bercovitch, Jacob: Mediation in International Conflict. An ouverview of theory, a review of practice. In: Zartman, I. William (Hrsg.): Peacekeeping in international conflict. Methods and technics. Washington DC, United States Inst. Of Peace Press, 199. Seite 133.
4 vgl. Pfetsch, Frank R.: Kreatives Verhandeln in Politik und Wirtschaft. In: Rainer M. Holm-Hadullen (Hrsg.) 2000: Kreativität. Heidelberger Jahrbücher 2000/XLIV. Berlin/Heidelberg. Seite 127.
5 Ebenda. Seite 130.
6 Hegel, G.F.W., zitiert nach Pfetsch, Frank R.: Kreatives Verhandeln in Politik und Wirtschaft. In: Rainer M. Holm-Hadullen (Hrsg.) 2000: Kreativität. Heidelberger Jahrbücher 2000/XLIV. Berlin/Heidelberg. Seite 130.
7 Iklé zitiert nach ebenda. Seite 130.
8 Bercovitch, Jacob: Mediation in International Conflict. An ouverview of theory, a review of practice. In: Zartman, I. William (Hrsg.): Peacekeeping in international conflict. Methods and technics. Washington DC, United States Inst. Of Peace Press. 1997. Seite 141.
9 vgl. Pfetsch, Frank R.: Kreatives Verhandeln in Politik und Wirtschaft. In: Rainer M. Holm-Hadullen (Hrsg.) 2000: Kreativität. Heidelberger Jahrbücher 2000/XLIV. Berlin/Heidelberg. Seite 132.
Arbeit zitieren:
2001, Konflikt und Verhandlung, München, GRIN Verlag GmbH
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