Universität Mainz
PS: Alltagskultur in der Bundesrepublik Deutschland
WS 2003/2004, 2. FS
Jugendzeitschriften - Die BRAVO
von: Daniela Daus
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Die inhaltlichen Bestandteile der BRAVO 2
2.1 Kulturimporte aus Übersee 2
2.2 Kommentare und Glossen 2
2.3 Ratgeberfunktionen und traditionelle Werte 3
2.4 Deutsche Stars 4
2.5 Politische Elemente 5
2.6 Kommerzielle Einstellungen 6
2.7 `Zwar steuern wir, aber ihr bestimmt, wohin die Reise gehen soll` 8
3. Die BRAVO - Ausdruck einer neuen Jugendpopulärkultur 9
4. Literaturverzeichnis 11
1. Einleitung
Die 50er Jahre waren ein wirklich außergewöhnliches Jahrzehnt in der deutschen Nachkriegsgeschichte, da die Bundesrepublik noch jung und der NS-Staat noch im unmittelbaren Gedächtnis der Bevölkerung war, und das vom Krieg zerstörte Land nun wieder aufgebaut werden musste. Kaspar Maase beschreibt dieses Jahrzehnt des Aufbaus als eine Periode der „...verbissene[n] Entschlossenheit der Westdeutschen..., die den Nationalsozialismus zum Alptraum erklärten und nun mit aller Gewalt modern sein wollten.“1 Passend zu diesem westdeutschen Aufbruch in die Modernität brachte der Münchner Kindler & Schiermeyer-Verlag am 26. August 1956 zum Preis von 50pf ein neues Zeitschriftenformat auf den Markt: Die „BRAVO – Zeitschrift für Film und Fernsehen“,2 welche vor allem Einflüsse der amerikanischen Kulturindustrie zu den Westdeutschen, bzw. zur westdeutschen Jugend bringen wollte.3 Zunächst war die Bravo als Unterhaltungsblatt für Menschen jeden Alters und jeder sozialen Stellung gedacht. Zielgruppen der sogenannten `BRAVO-Familie` waren Eltern, Großeltern sowie in einer Ausgabe auch „...gestandene Hamburger Hafenarbeiter...“4. Diese Zielgruppe schien erfolgversprechend zu sein, da amerikanische Musik und Filme zunächst auch für ein großes Publikum interessant schienen.5 Jedoch fand die Bravo bald ihren größten Leserkreis in der westdeutschen Jugend: 1960 waren 36% der Leser zwischen 12 und 16 Jahren sowie 18% zwischen 17 und 20 Jahren.6 Aufgrund der Berichterstattung über die privaten Freizügigkeiten mancher US-Stars, wurde der Bravo, vor allem von der Elterngeneration, schnell ein Platz am Rande der sogenannten „Kultur“ zugewiesen, die Maase mit „...Ordnung, Sauberkeit und Bildungsanspruch...“7 definierte. In der vorliegenden Arbeit möchte ich die Bravo und ihre inhaltlichen Bestandteile vornehmlich in den 50er Jahren ergründen sowie eine Einschätzung ihres kulturellen, kommerziellen und politischen Einflusses auf die westdeutsche Jugend versuchen.
2. Die inhaltlichen Bestandteile der BRAVO
2.1 Kulturimporte aus Übersee
Da Film- und Schallplattenimporte aus den USA auf dem bundesdeutschen Markt bereits einen großen Stellenwert hatten – im Jahr 1956 gehörten beispielsweise Elvis Presleys „Love me tender“ und der Schauspieler James Dean zu den begehrtesten US-Importen8- berichtete man über diese kulturellen Strömungen im großen Rahmen und schon das erste Bravo Titelblatt zierten Marilyn Monroe und Richard Widmark.9 Schwerpunkt war die bebilderte Berichterstattung über amerikanische Stars wie Elvis Presley, Marlon Brando oder James Dean. Letzterer wurde als Verkörperung der neuen amerikanischen Lässigkeit gefeiert, die gerade „en vogue“ war. So war er mit vielen Filmbildern, Star-Aufnahmen wirklich privaten Fotos oft in der Zeitschrift vertreten.10 Gerade weil die junge Zeitschrift eine bebilderte Berichterstattung, vor allem über die privaten Eskapaden der US-Stars, fokussierte, verlor sie schnell an Ansehen bei der Elterngeneration,11 konnte sich jedoch als wichtigste Informationsquelle des künstlerischen Lebens in Übersee für die bundesdeutsche Jugend etablieren.12
2.2 Kommentare und Glossen
[...]
1 K. Maase: Bravo Amerika. S. 26.
2 Vgl. Ebd. S. 104.
3 Vgl. Ebd. S. 105.
4 Ebd. S. 107.
5 Vgl. Ebd. S. 107.
6 Ebd. S. 104.
7 Ebd. S. 111.
8 J. Zinnecker: Jugendkultur 1940-1985. S. 30.
9 K. Maase: Bravo Amerika. S. 105-106.
10 Vgl. Ebd. S. 119.
11 Vgl. Ebd. S. 111.
12 Ebd. S. 106.
Arbeit zitieren:
Daniela Daus, 2004, Jugendzeitschriften - Die BRAVO, München, GRIN Verlag GmbH
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