Eric Dreier Seminar Wirtschaft/Telekommunikation
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Inhalt
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1. Die Geschichte der Tschechischen Republik
2. Die Tschechische Republik in Zahlen und Fakten
3
2.1 Das Land
3
2.2 Die Volkswirtschaft
3
2.3 Die Bevölkerung
4
2.4 Die Ausstattung der Haushalte
3. Der Telekommunikationsmarkt
4
3.1 Übersicht
6
3.2 Marktbedingungen
6
3.3 Marktregulierung
7
3.4 Die Regulierungsbehörde
3.5 Marktanteile im TK-Sektor 7
4. Das Telefonnetz
8
4.1 Übersicht
8
4.2 Das Festnetz
9
4.3 Preselection
9
4.4 Das Mobilfunknetz
5. Das Internet
11
5.1 Übersicht
11
5.2 Der Faktor Werbung im Internet
12
5.3 Zugangstechniken
12
5.4 Strategien
6. Der audiovisuelle Bereich
13
6.1 Übersicht
6.2 Marktanteile 14
7. Fazit 15
8. Anhang
8.1 Die wichtigsten Unternehmen der ITK-Branche
8.1.1 Kurzübersicht
i
8.1.2 Beispiel 1 : Cesky Telecom
i
8.1.3 Beispiel 2 : Eurotel
i
8.1.4 Beispiel 3 : T-Mobile CR
i
8.1.5 Die höchsten Wachstumsraten im ITK-Sektor
8.2 Abkürzungsverzeichnis ii
8.3 Quellenverzeichnis ii
Wintersemester 2004 /2005
1
1. Die Geschichte der Tschechischen Republik
Die Tschechische Republik ist eine der jüngsten Republiken des neuen Europas. Ihre Geschichte beginnt mit der Gründung der ersten Tschechoslowakischen Republik (CSR) nach dem ersten Weltkrieg. Diese Gründung geschah am 18. Oktober 1918 durch die Abspaltung von Teilen Österreich-Ungarns
- hauptsächlich Slowakei - und Teilen des Deutschen Reiches - hauptsächlich Böhmen und Mähren - um den dort lebenden Völkern einen eigenen Staat zu schaffen und die Macht Österreichs und des Deutschen Reiches in Europa zu schwächen. Unter steigendem politischem Druck wird die CSR 1938 gezwungen Teilgebiete an Polen und Ungarn abzutreten. Der geschwächte Staat zerfällt entgültig, als das Deutsche Reich die Abtretung der Sudetengebiete fordert und Böhmen und Mähren besetzt und zum Protektorat erklärt. Durch den großen außenpolitischen Druck wird auch die Slowakei gezwungen sich in den Schutz des Führers zu begeben. Die Slowakei bleibt aber weiterhin, zumindest nach außen, ein souveräner Staat.
1939, nach dem Beginn des 2. Weltkrieges, tritt die Slowakei dem 3-Mächte-Pakt bei um kriegerische Auseinandersetzungen mit der übermächtigen Wehrmacht zu verhindern. Dies veranlasst die Heeresführung-Ost im Laufe des Krieges, durch den dadurch gewährten ungehinderten Transit durch die Slowakei, die Stadt Prag, die nun die best Lage zu allen Frontstellungen im Osten hat, zum Drehkreuz des Nachschubes für die Ostfront zu machen. Ergebnis dieser Entscheidung war der massive Ausbau aller Kommunikationseinrichtungen rund um Prag und in Richtung Berlin und der Ostfront. Auch heute ist Prag noch Dreh-und Angelpunkt für den gesamten Verkehr aus Ost- und Südosteuropa. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges erfolgte die Anlehnung an die Besatzungsmacht der UdSSR und am 25. Februar 1948 die Gründung der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik (CSSR) mit der
Wiedereingliederung der Slowakei. Das von den Deutschen erstellte und weitestgehend unzerstörte Kommunikationsnetz wurde als Grundstock für das Telefonnetz der CSSR wieder vollständig instand gesetzt und in Betrieb genommen.
1969 erfolgte die Föderalisierung der CSSR die bis 1992 in Form der Tschechoslowakischen Föderalen Republik (CSFR) Bestand hatte. Der Name CSFR wurde jedoch erst nach dem Ende des kalten Krieges offiziell geführt. Am 25.November 1992 wurde im Föderalen Parlament das Gesetz zur Auflösung der CSFR beschlossen, welches am 1. Januar 1993 mit Gründung der Tschechischen Republik und der Slowakischen Republik in Kraft trat. Da die Kommunikationseinrichtungen in der ehemaligen CSFR nach Kriegsende kaum ausgebaut worden sind und die im 2. Weltkrieg durch den späten Beitritt der Slowakei zum 3-Mächte-Pakt vorhandene „Trennung der
Kommunikationseinrichtungen“ zwischen Böhmen/Mähren und der Slowakei immer noch mehr oder weniger Bestand hatte, brachte auch die erneute (teilweise) Trennung der Einrichtungen keine weiteren Probleme mit sich.
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2.1 Das Land
Die Tschechische Republik (CR) ist eine Republik mit Mehrparteiensystem. Die Staatsführung obliegt dem Staatspräsidenten, die Regierungsführung dem Premierminister. Die Amtssprache ist Tschechisch. Die Einwohnerzahl im 78.884km² großen Gebiet der CR beläuft sich auf ca. 10,3 Mio. Einwohner, von den ca. 1,3 Mio. in der Hauptstadt Prag leben. Gesetzliches Zahlungsmittel ist die Tschechische Krone; aber auch Euro und Dollar werden, zumindest in den Städten, akzeptiert. Die Bevölkerungsdichte liegt mit etwa 130 Einwohnern je km² wenig über der Hälfte der Bevölkerungsdichte der BRD von 235 Einwohnern je km². Das amtliche internationale Landeskennzeichen ist CZ, ebenso die Internet-TLD .cz. Die internationale Telefonvorwahl lautet +420. (Quellen: [AA-1], [AA-2])
2.2 Die Volkswirtschaft
Die tschechische Volkswirtschaft hat sich in den letzten 15 Jahren rasant entwickelt. Das BIP stieg im letzten Jahr auf 59.039.490.000 US-$, woraus sich ein BIP pro Kopf in Höhe von 5.760 US-$ ergibt. Geht man vereinfacht davon aus, das die Kaufkraft des Dollars im eigenen Land in etwa der durchschnittlichen Kaufkraft des Euros in der EU15 entspricht , so lässt sich feststellen, dass unter Berücksichtigung der Kaufkraftparität (KkP) zwischen US-$ und tschechischer Krone, das BIP der CR (ca. 157Mrd.US-$ inkl. KkP) nur wenig unter dem BIP des Landes Niedersachsen (ca. 183Mrd. €) liegt. Dies gilt ebenso für das Pro-Kopf-BIP. Dieses beträgt für die Tschechische Republik 15.328 US-$ und für das Land Niedersachsen ca. 22.700 €. Hieraus lässt sich ohne weitere Schwierigkeiten erkennen, dass die CR, wenn auch nicht mit der Volkswirtschaft der großen EU-Mitgliedsstaaten, so aber mindestens mit den Volkwirtschaften der kleineren EU-Mitgliedsstaaten mithalten kann.
Das geringe Wirtschaftswachstum von 2,0% und die relativ hohe Arbeitslosigkeit von 9,8% in 2003 weisen eindeutig darauf hin, dass auch in der CR der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft sehr weit fortgeschritten ist und zunehmend hochqualifizierte Arbeitskräfte gesucht werden. Untermauert wird diese Tatsache durch den Anteil der einzelnen volkswirtschaftlichen Sektoren am BIP. Zum Gesamt-BIP trägt der Sektor Landwirtschaft nur 3,8%(2.243.500.620 US-$) bei. Auch der Anteil des Industriesektors ist mit einem Beitrag von nur 41% (24.206.190.900 US-$) weit weniger am gesamten BIP beteiligt, wie der Sektor der Dienstleistungen mit 55,2% (32.589.798.480 US-$), zu dem auch der Großteil des ITK-Marktes zählt.(Quelle: [WIZ-1])
Die geringe Inflationsrate deutet auf eine ausgewogene und stabile Volkswirtschaft hin.
2.3 Die Bevölkerung
Die Gesamtbevölkerung der CR beläuft sich auf ca. 10,249 Mio. Menschen. Diese teilen sich wie folgt auf: N 0-14 Jahre: 1.578.392 (15,40%) N 15-64 Jahre: 7.236.006 (70,60%) N über 65 Jahre: 1.434.902 (14,00%)
Das Bevölkerungswachstum pro Jahr liegt mit -8.199 (-0,08%) in etwa auf dem Niveau anderer hochentwickelter Länder und lässt in Verbindung mit der aktuellen Altersverteilung darauf schließen, dass auch die CR, sollten keine gravierenden
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Änderungen eintreten, langfristig mit der Vergreisung der Gesellschaft zu kämpfen hat.
Die geringe Analphabetenquote von 0,1% der Bevölkerung über 14 Jahre liegt fast auf deutschem Niveau. Der Großteil der tschechischen Analphabeten ist in der Generation zu suchen, die in der Zeit kurz vor dem 2. Weltkrieg bis zur Besetzung durch die UdSSR geboren wurde. Betrachtet man nur den Bereich der Schüler und Bürger im arbeitsfähigen Alter, so liegt die Analphabetenquote mit nahezu 0% auf deutschem Niveau. (Quelle: [WIZ-1])
2.4 Die Ausstattung der Haushalte (TK-Bereich)
Die Ausstattung der Haushalte lässt sich gut an folgender Grafik darstellen:
erkennen ist auch, dass die Nutzung des Mobilfunks von zunehmender Bedeutung ist, während die Nutzung des Festnetzes langsam abnimmt. Ebenfalls erkennbar ist, dass die Anzahl der Internetzugänge in direktem Zusammenhang mit der Anzahl der vorhanden PCs steht 2 . Die Ausstattung der Haushalte mit Kabelfernsehen ist während der letzten Jahre nahezu gleich geblieben. Der Einbruch bei der Ausstattung der Haushalte mit Kabel-TV und Internet im 3-4 Quartal 2003 (siehe Kreis) ist auf die Flutkatastrophe zurückzuführen, welche Ursächlich für den Ausfall etlicher Kommunikationseinrichtungen war. Das Telefonnetz war hiervon nur gering betroffen.(Quelle: [CTc-1])
3. Der Telekommunikationsmarkt
3.1 Übersicht
Der Telekommunikationsmarkt in der Tschechischen Republik wird vor allem durch den Mobilfunk geprägt. Der Anzahl der Festnetzanschlüsse von 4.050.000 (395,15 pro 1000 Einwohner), von denen alleine 30% auf die Stadt Prag entfallen, stehen 7.260.000 Mobilfunkanschlüsse (708,34 pro 1000 Einwohner) gegenüber. Damit gibt es in der CR mehr Mobilfunkanschlüsse je 1000 Einwohner als in der BRD (695,40 pro 1000 Einwohner). Das Mobiltelefon hat also in der CR einen noch höheren Stellenwert wie hierzulande. Die relativ geringe Anzahl der Rundfunkempfänger von nur 620,34 pro 1000 Einwohner (6.358.000 gesamt) spricht eine deutliche Sprache. Das Medium Radio scheint kaum attraktiv zu sein.
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Im Gegensatz dazu zeigt die hohe Verbreitung der Fernsehgeräte 3 mit 486,57 Geräten pro 1000 Einwohnern (4.987.000 gesamt), welchen Standpunkt dieses Medium im Alltag einnimmt.
Die Anzahl der Internetnutzer liegt mit 262,46 Benutzern pro 1000 Einwohnern (2.690.000 gesamt) in etwa auf dem Niveau Frankreichs. (Quelle: [WIZ-1])
Die relevante Zielgruppe, die für die Nutzung von TK-Dienstleistungen und damit verbundenen weiteren Produkten in Frage kommt, liegt im allgemeinen in einem Altersbereich zwischen 15 und 65 Jahren. Betrachtet man die Ausstattung der Haushalte in Verbindung mit dem Wachstum im Festnetz- und Mobilfunkgeschäft (siehe Abb. 2, Kap. 2.4), sowie die für das aktuelle Jahr prognostizierte Wachstumsrate im TK-Markt von 4,1%, so kann man den Markt als weitestgehend gesättigt ansehen. Alleine die Verbreitung der Mobiltelefone ist ein eindeutiges Indiz hierfür
4
.Die prognostizierte Wachstumsrate von 4,1% kann nur noch durch die Einführung neuer Services, die auch in Zusammenhang mit UMTS und ähnlichen Diensten stehen,
bewerkstelligt werden. Das Wachstum des TK-Marktes von nur 4,1% ist das kleinste Wachstum dieses Marktes in Ost- und Mitteleuropa und liegt weit unter dem Durchschnittswachstum dieser Region, wie in Abb.2 zu erkennen ist (Quelle: [EIT-1]). Die CR befindet sich mit dem von ihr angestrebten Wachstumsziel innerhalb der Grenzen, die von einigen Ländern der EU15 angestrebt werden. Das geschätzte Marktvolumen der ITK-Branche der CR liegt bei ca. 6.819 Mio. €. Damit kann sich die CR ohne Probleme mit den kleineren Mitgliedsstaaten der EU15, wie z.B. Irland (6.247 Mio. €) oder Griechenland (7.844 Mio. €) messen. (Quelle: [EIT-1])
Wie bereits zuvor festgestellt, ist der Mobilfunk die treibende Kraft im Markt. Ca. 80% der tschechischen Bevölkerung telefonieren vorwiegend mobil. (Quelle: [TEC-1]) Die Gesamtpenetration des Mobilfunkmarktes liegt bei ca. 95%. Die des Festnetzmarktes dagegen bei nur 36% und weiter abnehmend. (Quelle: [CTc-1]) Die Privatisierung und Liberalisierung ist, nachdem sie wegen der Flutkatastrophe
- bei der, lt. Cesky Telecom, 120.000 Anschlüsse kurzfristig ausfielen - kurz ausgesetzt wurde, nun wieder in vollem Gange. Die EU-Richtlinien und -Normen zur Umstrukturierung des Telefonnetzes wurden bereits in den vergangenen Jahren umgesetzt. (Quelle: [CTc-1])
Quote paper:
Dipl. Wirtschaftsing. Eric Dreier, 2005, Analyse des Telekommunikationsmarktes der EU-Beitrittsländer am Beispiel der Tschechischen Republik, Munich, GRIN Publishing GmbH
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