Befragung
Gliederung
I. Einleitung:
Theoretische Grundlagen:
1. Einleitung
1.2. Definition „Befragung“
2. Formen der Befragung
2.1. Mündliche Befragung
2.2. Schriftliche Befragung
3. Grad der Standardisierung
3.1. Standardisierte Befragung
3.1.1. Quantitativer Fragebogen
3.2. Nicht- standardisierte Befragung
3.2.1. Qualitativer Fragebogen
II. Hauptteil:
Praxisbezug anhand einer schriftl. Befragung:
4. Thema/Hypothese
4.1. Interesse an der Erkenntnis
5. Konzeptionalisierung/Fragebogen/Prognosen
6. Durchführung
7. Ergebnisdarstellung
7.1. Statistische Auswertung
III. Schlussteil:
8. Interpretation der Ergebnisse
9. Fazit
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Befragung
1. Einleitung
In den empirischen Sozialwissenschaften stellt die Befragung die am häufigsten verwendete Datenerhebungsmethode dar. Ca. 90% der Daten werden durch Befragungen erhoben. Die meisten Befragungen dienen unter anderem der Ermittlung von Meinungen, Einstellungen, Verhaltensbeobachtungen oder Präferenzen einer größeren Gruppe von Personen.
1.1. Definition „Befragung“
Bei der Befragung handelt es sich um ein planmäßiges Vorgehen mit wissenschaftlicher Zielsetzung, bei der die Versuchsperson durch eine Reihe gezielter Fragen (mündlich oder schriftlich→ verbal) oder mitgeteilter Reize (Darbietung von Figuren, Karten oder Bildern→ nicht verbal) zu Informationen veranlasst werden soll. 1
2. Formen der Befragung
Man unterscheidet nach Art der Befragungstechnik:
1. mündliche Befragung 2. schriftliche Befragung
2.1. Mündliche Befragung
Bei der mündlichen Befragung stellt eine Person (Interviewer) einer anderen oder einer Gruppe von Personen Fragen, deren Antworten dann vom Befrager registriert werden. Beim Interview werden im Gegensatz zur schriftlichen Befragung, der Fragebogen und die Antwortmöglichkeiten dem Befragten selbst nicht vorgelegt. Vielmehr stellt der Interviewer die Fragen mündlich und kreuzt die jeweilige Antwort auf seinem Fragebogen an oder schreibt die entsprechende Antwort nieder. Ein weiteres Instrument zur Datenaufnahme wäre beispielsweise eine Videokamera oder ein Tonbandgerät. Es besteht jedoch die Möglichkeit,
1 Vgl. A. Krapp und S. Prell. 1975
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Befragung
dass der Befragte durch die Anwesenheit des Interviewers in seiner Beantwortung der Fragen beeinflusst bzw. gehemmt ist, da die Anonymität bei einer persönlichen Befragung nicht gewährleistet ist. Der Interviewkontakt kann entweder persönlich oder telefonisch stattfinden, wobei das telefonische Interview anonymer als die persönliche Befragung wirkt. Telefonische Befragungen werden überwiegend in der Marktforschung verwendet.
2.2. Schriftliche Befragung
Bei dieser Form der Befragung wird dem Befragten ein Fragebogen vorgelegt, den er in Abwesenheit des Interviewers selbständig schriftlich beantwortet. Dadurch wird die Anonymität des Befragten optimaler gewährleistet als bei einer mündlichen Befragung, was sich günstig auf die Bereitschaft zu ehrlichen Antworten und zur gründlichen Auseinandersetzung mit der erfragten Problematik auswirken kann. Da bei der schriftlichen Befragung der persönliche Kontakt zwischen Interviewer und Befragten nicht gegeben ist, ist eine gute Verständlichkeit der ausgewählten Fragen von großer Bedeutung, weil eine Hilfestellung durch den Interviewer bei möglichen Verständnisproblemen seitens des Befragten nicht möglich ist.
3.Grad der Standardisierung
Man differenziert grundlegend zwei Arten der Befragung. Zum einen die standardisierte (strukturierte) Befragung und zum anderen die nicht- standardisierte (unstrukturierte) Befragung. Diese genannten Formen lassen sich je nach Grad der Standardisierung in weitere Mischformen, wie beispielsweise die halbstandardisierte bzw. teilstrukturierte Befragung unterteilen, welche einen mittleren Grad der Strukturierung aufweist. Denn hier liegt lediglich ein flexibler Gesprächsleitfaden vor, der den Gesprächsablauf- und inhalt vorzeichnet aber Fragefolge- und formulierung nicht komplett vorgibt.
Folglich ist bei der Befragung zwischen dem Grad der Standardisierung (standardisiert bzw. strukturiert und nicht- standardisiert bzw. unstrukturiert) zu unterscheiden.
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Befragung
3.1. Standardisierte Befragung
Standardisierte Befragungen sind vor allem bei klar umgrenzten Themengebieten, über die der Forscher bereits detaillierte Vorkenntnisse besitzt, sinnvoll. Es liegt ein genauer Frageplan bezüglich der Frageformulierung und Fragefolge vor, der den Wortlaut und die Reihenfolge der Fragen eindeutig, meist schriftlich festlegt. Die Befragungssituation wird somit im Voraus gegliedert bzw. geordnet, weshalb die standardisierte Befragung auch als strukturierte Befragung bezeichnet wird. Zudem werden bei einer standardisierten Befragung die Antwortmöglichkeiten in schriftlicher oder mündlicher Form genau vorgegeben.
3.1.1. Quantitativer Fragebogen
Der strukturierte Fragebogen zielt auf quantitative Informationen ab und wird somit auch als quantitativer Fragebogen bezeichnet. Er stellt die häufigste Erhebungsform innerhalb der empirischen Sozialforschung dar. Inhalt, Formulierung und Reihenfolge der Fragen sowie Antwortkategorien sind genau vorgegeben und für alle Befragten gleich. Im Gegensatz zum nicht- strukturierten Fragebogen handelt es sich hierbei um geschlossenen Fragen, deren Beantwortung durch Ankreuzen einer der vorgegeben Antworten erfolgt. Dieses könnte jedoch auch als nachteilig angesehen werden, da nichts über die Frage hinaus verraten wird und diese Form der Befragung als eine Art unpersönliche, motivationshemmende Abfertigung betrachtet werden könnte. Durch die gut strukturierte und übersichtliche Frageanordnung werden Schwierigkeiten beim Verständnis der Fragen und deren Beantwortung minimiert. Die Anordnung der Fragen innerhalb des Fragebogens erfolgt mittels einer sog. Trichterung, d. h. vom Allgemeinen zum Konkreten oder der umgekehrten Trichterung, d. h. vom Konkreten zum Allgemeinen und beginnt meist mit Einleitungsfragen, die der Erfassung persönlicher Daten dienen. Die einzelnen Fragen stehen im Zusammenhang zueinander und bauen in der Regel aufeinander auf. So steht die Beantwortung der ersten Frage in Verbindung zur Zweiten usw.
Die schriftliche Befragung mit Hilfe eines quantitativen Fragebogens hat vor allem finanzielle Vorteile, da sie meist in kürzerer Zeit mit weniger Personalaufwand eine größere Anzahl von Personen erreichen kann. Zudem erleichtert der quantitative Fragebogen durch die
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Befragung
minimierten Antwortmöglichkeiten die Vergleichbarkeit und folglich die Auswertung der schriftlichen Befragung.
3.2. Nicht- standardisierte Befragung
Bei einer nicht- standardisierten Befragung ist weder der Inhalt noch der Verlauf der Befragung festgelegt, d. h. die Interviewsituation ist nicht- strukturiert. Es ist lediglich die Richtung und das Ziel der Befragung vorgegeben. Aus diesem Grunde ist der Begriff „unstrukturiert“ nach P. Atteslander nicht ganz zutreffend ist, da ein Gespräch immer in gewissem Maße strukturiert ist, sei es auch nur durch bestimmte Ziele die der Interviewer mit der Befragung verfolgt. Diese Art der unstrukturierten Befragung wird auch als offenes Interview bezeichnet. Unstrukturierte und offene Interviews werden vor allem bei explorativen Studien verwendet. Es sollen hierbei in erster Linie Daten gesammelt werden, die das Problem strukturieren und somit für weitere Forschungen aufschlüsseln.
3.2.1. Qualitativer Fragebogen
Man differenziert bei der schriftlichen Befragung den qualitativen und quantitativen Fragebogen. Der qualitative Fragebogen ist unter anderem geprägt durch überwiegend offene Fragen ohne Vorgabe von Antwortkategorien. Hierdurch besteht die Möglichkeit eventuell nicht bedachter Informationen, die für den Fragenden von Bedeutung sein könnten. Der Befragte legt seine individuelle Antwort in einzelnen Wörtern oder ganzen Sätzen in Schriftform dar, was sich bei der Auswertung der Fragebögen als schwierig erweisen kann, da aufgrund des großen Antwortspielraumes keine Einheitlichkeit und direkte Vergleichbarkeit gegeben ist. Neben dem daraus resultierenden zeitlichen Aufwand für den Interviewten und Interviewer, können auch verschiedene Kommunikationsebenen in Ausdruck und Sprache auf beiden Seiten erschwerend hinzukommen. Aus diesem Grund muss bei schriftlichen Befragungen der Fragebogen allgemein verständlich sein, da der Befragte ihn in der Regel selbständig und ohne Möglichkeiten für Rückfragen beantworten muss. Deshalb sind eindeutige und verständlich formulierte Instruktionen zum Ausfüllen des Fragebogens unverzichtbar.
Es werden jedoch selten ausschließlich standardisierte oder nicht- standardisierte Befragungen durchgeführt, sondern wie bereits erwähnt Mischformen mit strukturierten und unstrukturierten Elementen. Solche Mischformen liegen vor, wenn Befragungen anhand eines
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Befragung
Frageschemas durchgeführt werden, oder wenn in einem Fragebogen offene und geschlossene Fragen kombiniert werden.
Bei der offenen Frage, kann der Befragte seine Antwort frei formulieren. Bei der geschlossenen Frage hingegen ist der Spielraum der Reaktionsmöglichkeiten durch vorgegebene Antwortalternativen eingeschränkt. 2
4. Thema/Hypothese
Das Thema unserer schriftlichen Befragung beschäftigt sich mit folgendem Sachverhalt: „Rauchverhalten von Schülern“ bzw. „Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Rauchverhalten von Schülern und der jeweiligen besuchten Schulart?“
Hypothese: „Der Tabakkonsum von Schülern an Hauptschulen ist stärker ausgeprägt als bei höheren Schulformen wie Realschule und Gymnasium“
4.1. Interesse an der Erkenntnis
Zunächst lag unser Interesse an dieser Befragung darin, durch einige Stichproben zu erfahren, ob der Zigarettenkonsum von Schülern an Hauptschulen stärker ausgeprägt ist als bei höheren Schulformen wie Realschule und Gymnasium. Ferner galt es herauszufinden, ob der Tabakkonsum im direkten Zusammenhang zu der jeweiligen Schulart steht und welches Geschlecht einen höheren Anteil an Tabak konsumiert.
2 Vgl. P. Atteslander. 1975, S.180
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Arbeit zitieren:
Claudia Hoffs-Langhans, 2005, Befragung zum Rauchverhalten von Schülern, München, GRIN Verlag GmbH
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