Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Der Brocken 1
2. 1. Die Namensentstehung 1
2. 2. Die Umweltbedingungen des Brockens 2
3. Mythen und Sagen um den Brocken 2
3. 1. Hexen und Zauberer 3
3. 2. Brockengespenst 4
3. 3. Walpurgis 4
3. 4. Der Brocken in der Literatur 5
4. Die Bebauung und Nutzung des Brockens 8
4. 1. Die ersten baulichen Veränderungen 8
4. 2. Die meteorologische Beobachtungsstelle 8
4. 3. Der Brockengarten 10
4. 4. Die Brockenbahn 11
4. 5. Die Nutzung des Brockens um und in der Zeit des II. Weltkrieges 11
4. 6. Der Brocken in der Besatzungszeit nach dem II. Weltkrieg 12
4. 7. Der Brocken nach der Wende 13
4. 7. 1. Nationalpark Hochharz 13
4. 7. 2. Das Brockenmuseum 14
5. Schluss 15
6. Literaturverzeichnis 16
1. Einleitung
“Dramatisch steigt der Harz aus dem norddeutschen Tiefland zum sagenumwogenen, 1142 Meter hohen Brocken auf, wo in der Walpurgisnacht die Mächte der Unterwelt ihr Unwesen treiben. Heinrich Heine und natürlich auch Goethe haben das Waldgebirge gepriesen. Der Erzbergbau hat tiefe Wunde in seine Eingeweide geschlagen. Uralt ist die Besiedlungsgeschichte, und zauberhafte, idyllische, altertümliche Dörfer und Städte zeugen von einer ereignisreichen Vergangenheit. Heute ist die wiedervereinigte Region Freizeiteldorado und Erholungsgebiet zu allen Jahreszeiten. In ihr kann man mit nostalgischen Dampfzügen reisen, alle Arten von Sport treiben und vor allem auf hunderten von reizvollen Wegen Kilometer um Kilometer wandern. Wunder der Natur sind die Ziele: Felsklippen, Höhlen, Wasserfälle, Talsperren und romantische Flußtäler. Stattliche Burgen und Schlösser, uralte Kirchen und die vielfältigsten Kulturdenkmale, Museen und technische Schaudenkmäler aus der Bergwerkszeit stehen im Wettbewerb mit einer vielgestaltigen Landschaft, in der Sagen und Legenden Wirklichkeit zu sein scheinen.” (Kittle 1993: 8)
Auf diese Art und Weise wird der Harz vielfach in der Literatur angepriesen und romantisiert. Der berühmteste Berg aus der Harzregion, ist wohl der Brocken, der besser unter dem Namen Blocksberg bekannt ist. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit der Wahrnehmung und Funktion dieses Berges, angefangen bei der Hexenmystik bis hin zur modernen Wetterprognostik. Hierzu werden vorab die Entstehung seines Namens sowie der Berg allgemein beschrieben, um dann auf die Mystik, die den Berg seit jeher umgibt, und darauf auf seinen praktischen Nutzen für die Menschen in seiner Umgebung einzugehen.
2. Der Brocken
2. 1. Die Namensentstehung
Für die Entstehung des Namen Brocken, gibt es unterschiedliche Erklärungsversuche. Beispielsweise wird vermutet, dass sein Name vom mittelhochdeutschen bruoch (Sumpfgelände) stammt, da sumpfige Hochmoore typisch für den Brocken sind. Ein anderes Erklärungsmodell vermutet, dass die alte lateinische Bezeichnung mons Bructerus, was soviel bedeutet wie der Berg, der Brukterer, namensgebend für den Brocken war oder auch mons ruptus, was zerbrochener Berg bedeutet. Auch bracken, was untaugliches Holz bedeutet, womit die Krüppelfichten des Waldes gemeint sein
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könnten, oder brok (umwölkt, benebelt), was bezeichnend für den meist eingenebelten Gipfel stehen könnte, kommen als Namensgeber in Frage. (Krause 1997: 8)
2. 2. Die Umweltbedingungen des Brockens
Die Aussicht vom Gipfel des Brockens reicht bei klarer Sicht über 240km Umkreis bzw. 45.000km² (Werner 1994: 283) Die vorherrschende Wetterlage auf dem Brockengipfel ist allerdings Schnee, Regen, Kälte und Nebel, sodass diese Sicht nur an wenigsten Tagen des Jahres gegeben ist. Um genau zu sein, ist der Brocken mehr als 300 Tage im Jahr von Wolken und Nebel eingehüllt, davon ist der Gipfel etwa 130 Tage im Jahr ganztägige von einer Nebelkappe eingehüllt. (Wegener 1997: 23) Durch aufgestaute feuchte atlantische Luftmassen am Harz, regnet es etwa 230 Tage auf dem Gipfelplateau, sodass im Jahresmittel 1610 mm Niederschlag fallen. Schneefrei ist der Brocken nur von Juni bis September, aber selbst im August steigen die Temperaturen kaum über +10°C. Es kommt häufig zu abrupten und vehementen Wetterumschwüngen, die Schneestürme im Winter können Geschwindigkeiten bis zu 270km/h erreichen und in kürzester Zeit meterhohe Schneewände auftürmen (Werner 1994: 286) Die normale Schneehöhe beträgt dort, wo keine Verwehungen stattfinden 1,5 bis 2 Meter. (Wegener 1997: 4) Durch die starke Bewölkung findet allerdings eine Milderung der Temperaturextreme statt, sodass die mittlere jährliche Schwankung nur etwa bei 16°C liegt. (ebd.: 23)
3. Mythen und Sagen um den Brocken
Der Mythos Brocken geht weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. (Werner 1994: 283) Er wird in der Literatur so oft wie kein anderer Berg Deutschlands beschrieben. Der Gegensatz zwischen seiner “unnahbaren, menschenfeindlichen Unwirtlichkeit” (ebd.: 284) und seiner “atemberaubenden, geradezu lyrischen Schönheit seiner herben Natur” (ebd.) regte seit alters her die Phantasie der Menschen an. “Sagen-, mythen-und legendenumwogen und geheimnisumwittert war der oft wolkenverhangene und häufig sturmumtoste Gipfel schon immer.” (ebd.) Im Volksmund wurde und wird der Brocken Blocksberg genannt und es existieren allerlei Gerüchte, Legenden, Sagen und Gespenstergeschichten um ihn. Auch sonst gibt es überall im Harzgebirge Teufelskanzeln, -mauern und -löcher, Hexentanzplätze, -küchen und -bänke. (Werner 1994: 287)
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3. 1. Hexen und Zauberer
An Zauberei und Hexerei wurde in Altertum und Mittelalter geglaubt. Als sich im ausgehenden Mittelalter die gesellschaftlichen Verhältnisse durch Kriege, Epidemien und Hungersnöte, maßlose Unterdrückung und Ausbeutung der Bauern verschärften, kam es zu sozialen Wiederständen. Die sich von diesen bedroht fühlenden Mächte bedienten sich jeder Möglichkeit, um solche Entwicklungen zu verhindern. Der Glaube an Hexen und Zauberer kam hier grade gelegen, denn der Hexenvorwurf diente zum Vorwand der Bereicherung. Zudem galten Hexen als geile, wollüstige Frauen, die somit zum Sinnbild der verdrängten Sexualität wurden. Wissende Frauen wurden mit gefährlichen Kräuterfrauen und Mitgliedern eines heidnischen Kultes gleichgesetzt. (Wegener 1997: 26)
1484 erließ Papst Innozenz VIII. die sogenannte Hexenbulle: “Wer vom Glauben abfiel, sich mit dem Teufel vermischte, Missbrauch trieb, durch Zauberei und Beschwörung Menschen, Tiere, Feldfrüchte verhexte, war zu verfolgen” (ebd.) Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, wurden zwei Inquisitoren für Deutschland bestimmt, die den sogenannten Hexenhammer schufen. Der Hexenhammer stellte ein sadistisches Lehrbuch dar, in dem eine genaue Anleitung gegeben wurde, wie man Hexen und Zauberer ausfindig machen könnte und wie sie zu bestrafen seien. Den zahllosen Hexenprozessen fielen drei bis fünf Millionen Menschen zum Opfer. (ebd.) Durch die Welle der Hexenverfolgung, die Brockenbesteigung und die in der Literatur verarbeitete Hexenthematik, begann im wesentlichen die Verknüpfung des Brockens mit den Vorstellungen über die Hexentanzplätze. (Krause 1997: 11) “Nicht der Brocken, die Gesellschaft schuf die Hexen.” (Wegener 1997: 26)
3. 2. Das Brockengespenst
Früher fürchteten sich die Menschen vor dem Brockengespenst, (Werner 1994: 287) welches zur Mythisierung des Brockens beigetragen hat. (Krause 1997: 9) Das Brockengespenst ist ein optisches Phänomen, das auftritt, wenn die Sonne bei ihrem Auf- und Untergang mit dem Brocken auf gleicher Höhe steht. Wenn auf der entgegengesetzten Seite Wolken oder Nebelwände sind, wirft die Sonne den Schatten des Beobachters oder der Gebäude auf diese Wand. Hierbei können sich riesenhafte Gestalten bilden, die teils auch mit einem Glorienschein umgeben erscheinen können. Das Brockengespenst ist ein fester Bestandteil der meteorologischen Sprache. In Hawaii und Australien e.g. ist der Name dieser Erscheinung ebenfalls
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Arbeit zitieren:
Nicole Rosenthal, 2004, Mythos Brocken - Zwischen Blocksberg und Wetterprognostik, München, GRIN Verlag GmbH
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