Inhaltsverzeichnis
Literaturverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis III
1. Einleitung
2. Grundlagen der Kapitalmarktkommunikation
2.1 Begriff und Aufgaben der Kapitalmarktkommunikation
2.2 Ziele der Kapitalmarktkommunikation
2.3 Zielgruppen der Kapitalm arktkommunikation
2.4 Inhalte der Kapitalmarktkommunikation
2.5 Instrumente der Kapitalmarktkommunikation
3. Telekommunikationswirtschaftliche Grundlagen
3.1 Strukturierung von TK - Netzbetreibern
3.2 Strategische Erfolgsdeterminanten von TK - Netzbetreibern
4. Regulativer Rahmen der Kapitalmarktkommunikation von TK -Netzbetreibern
4.1 Anforderungen an die Corporate Governance von TK -Netzbetreibern
4.2 Rechtlicher Rahmen der Kapitalmarktkommunikation von TK -Netzbetreibern
4.3 Grenzen der Kapitalmark tkommunikation von TK -Netzbetreibern
5. Gestaltungsoptionen der Kapitalmarktkommunikation von TK -Netzbetreibern
5.1 Zielgruppen der Kapitalmarktkommunikation von TK -Netzbetreibern
5.2 Disponible Inhalte der Kapitalmarktkommunikation von TK -Netzbetreibern
5.2.1 Notwendigkeit einer kapitalmarktorientierten Rechnungslegung für TK -
Netzbetreiber
5.2.2 Inhalte einer kapitalmarktorientierten Rechnungslegung für TK-
Netzbetreiber
5.2.3 Darstellungsform einer kapitalmarktorientierten Rechnungslegung für
TK -Netzbetreiber
5.3 Gestaltung der Instrumente der Kapitalmarktkommunikation von TK-
Netzbetreibern
6. Fazit
Literaturverzeichnis IV
Anhang VI
Abkürzungsverzeichnis
AktG Aktiengesetz BörsG Börsengesetz BörsZulV Börsenzulassungsverordnung DSL Digital Subscriber Line GSM Global System for Mobile Communications HGB Handelsgesetzbuch IP Internet Protocol LAN Local Area Network StGB Strafgesetzbuch TK Telekommunikation UMTS Universal Mobile Telecommunications System VDSL Very High Data Rate Digital Subscriber Line VerkProspVO Verkaufsprospektverordnung WLAN Wireless Local Area Network WpHG Wertpapierhandelsgesetz
1 Einleitung
Verschiedene Faktoren haben in den letzten Jahren dazu beigetragen, dass der Einfluss des Kapitalmarktes auf die Entwicklung der Telekommunikationsbranche stärker werden konnte. Die Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte ermöglicht einen funktionsfähigen Wet tbewerb, der das Interesse der Kapitalgeber an den marktlichen Chancen und Risiken jener Unternehmen erhöhte. Die anhaltend rasante Technologiedynamik und Globalisierung in den Telekommunikationsmärkten verursachen einen hohen Kapitalbedarf für Vorlaufinvest itionen und Akquisitionen. Dieser hohe Kapitalbedarf kann nur über eine Finanzierung am Kapitalmarkt gedeckt werden. Kapitalgeber gehen dabei Risiken ein und benötigen zur Beu rteilung dieser Risiken wie auch der damit verbundenen Chancen qualifizierte Informationen. 1 Eine effektive Kapitalmarktkommunikation mit den Kapitalmarktakteuren schafft eine höhere Transparenz der Informationen und steigert das Vertrauen in das Management. Die erhöhte Informationstransparenz und das gesteigerte Vertrauen in das Management bilden die Grun dlage für eine faire und angemessene Bewertung des Unternehmens am Kapitalmarkt. Vor allem in Zeiten ungünstiger Börsenlagen erleichtert eine angemessene und faire Bewertung den Zugang zum Kapitalmarkt.
Ziel dieser Seminararbeit ist die Analyse von Gestaltungsoptionen einer effek tiven Kapitalmarktkommunikation von Telekommunikationsnetzbetreibern unter Berücksichtigung regulativer Rahmenbedingungen. Ausgangspunkt der Seminararbeit sind die theoretischen Grundlagen, in denen auf die Aufgaben, Ziele, Zielgruppen, Inhalte sowie Instrumente der Kapitalmarktkommunikation eingegangen wird. Anschließend werden die telekommunikationswir tschaftlichen Grundlagen beschrieben, wobei der Fokus auf die Struktur und den möglichen strategischen Erfolgsdeterminanten von Telekommunikationsnetzbetreibern liegt. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen als auch die rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Grenzen der Kapitalmarktkommunikation von Teleko mmunikationsnetzbetreibern diskutiert. Im Spannungsfeld der rechtlichen Mindestregelungen und den möglichen Maximalgrenzen werden abschließend die möglichen Gestaltungsoptionen einer Kapitalmarktkommunikation von Telekommunikationsnetzbetreibern analysiert.
1 Vgl. Picot 2003: 6.
2 Theoretische Grundlagen der Kapitalmarktkommunikation 2.1 Aufgaben und Begriff der Kapitalmarktkommunikation
Für einen (potenziellen) Kapitalgeber ist die durch das Management erzielte Wertgenerierung oder Wertvernichtung weder vor noch während des Beteiligungsverhältnisses unmittelbar einsehbar. Er kann sich lediglich an dem an der Börse ermittelten Marktwert des Eigenkapitals orientieren. Der Marktwert des Eigenkapitals ist aber von vielen externen Faktoren abhängig, die vom Unternehmen nicht beeinflussbar sind. Somit besteht nur ein indirekter Zusammenhang mit dem intern ermittelten Unternehmenswert. Zur Reduktion dieser Wertlücke muss die Wertentwicklung für die Kapitalgeber transparenter kommuniziert werden. Eine höhere Transparenz der Wertentwicklung lässt sich durch eine ausreichende Information der Kapitalgeber realisieren. Nur wenn sie ausreichend informiert sind, überlassen sie dem Unte rnehmen langfristig ihr Kapital bzw. investieren neues Kapital. Zur Reduktion dieser Informationsdefizite bedarf es einer professionellen Kommunikation mit den Kapitalmarktteil nehmern. Die Aufgabe der Kapitalmarktkommunikation liegt daher in der Reduktion von Info rmationsasymmetrien und in der Vermittlung von wertrelevanten Informationen an die (pote nziellen) Kapitalgeber. 2 Als Bindeglied zwischen dem Unternehmen und den Kapitalgebern fördert die Kapitalmarktkommunikation darüber hinaus die aktive Beteiligung der Kapitalg eber am Wertoptimierungsprozess. Auf diese Weise fließen Anregu ngen und Forderungen der Kapitalgeber in die Unternehmensstrategie mit ein. 3
Unter Kapitalmarktkommunikation i.e.S. wird die strategisch geplante und zielgerichtete Ge staltung der externen Kommunikationsbeziehungen zwischen einem börsennotierten Unte rnehmen und den Mitgliedern der Financial Community verstanden. Zu der Financial Comm unity zählen u.a. private und institutionelle Kapitalgeber sowie Informationsintermediäre. Durch die externe Kommunikation sollen aktuelle und potenzielle Kapitalgeber für die Bete iligung an der Kapitalaufnahme des Unternehmens am Kapitalmarkt gewonnen werden. 4
2 Vgl. Weber et al. 2004: 285.
3 Vgl. Kirchhoff/Piwinger 2001: 27f.
4 Vgl. Achleitner/Bassen 2001: 6; Streuer 2004: 5.
Den aktuellen und potenziellen Kapitalgebern werden hierbei Informationen über den intern ermittelten Unternehmenswert gegeben, damit diese gut informierte Investitionsentscheidu ngen treffen und zu einer langfristig günstigen Kapitalbeschaffung beitragen können. Kapitalmarktkommunikation i.w.S. umfasst im Gegensatz dazu auch die Dividenden -, Titel-, Emissions- und Börsenpolitik. 5 Hierunter fallen bspw. die Wahl der Börsenplatzes und der Aktie ngattung, welche die Rahmenbedingungen der Kapitalmarktkommunikation i.e .S. schaffen. 6
2.2 Ziele der Kapitalmarktkommunikation
Mit der Kapitalmarktkommunikation soll eine nachhaltige Unternehmensbewertung erzielt werden, die fair das gegenwärtige Geschäft und zukünftige Wachstumsmöglichkeiten refle ktiert. 7 Hieraus lassen sich kommunikationspolitische und finanzwirtschaftliche Ziele able iten.
Die Umsetzung kommunikationspolitischer Ziele dient dabei als Grundlage zur Erreichung der finanzwirtschaftlichen Ziele. 8 Ihr konkreter Beitrag zur Entwicklung des Börsenkurses ist aber kaum zu isolieren, da der Börsenkurs von mehreren unternehmensexternen und -internen Bestimmungsfaktoren beeinflusst wird. Grundvoraussetzung für die Erreichung fast aller Zielsetzungen der Kapitalmarktkommunikation ist der Aufbau einer langfristigen Vertraue nsbeziehung zwischen dem Management und den Kapitalgeber. Ein hohes Vertrauen in die Kompetenz und Qualität des Managements erhöht die Bereitschaft zum Engagement in diesem spezifischen Titel, da ein Aktieninvestment teilweise mit erheblicher Unsicherheit behaftet ist. 9 Das Vertrauen der Kapitalgeber in das Management fördert zudem die Loyalität zum Unternehmen. Auch in Krisenzeiten werden die Kapitalgeber loyal zum Unternehmen stehen und auf negative Nachrichten nicht zwangsläufig mit Verkauf reagieren. 10
5 Vgl. Weber et al. 2004: 286.
6 Vgl. Achleitner/Bassen 2001: 6.
7 Vgl. Dürr 2000: 22.
8 Vgl. Kirchhoff/Piwinger 2001: 28.
9 Vgl. Zemelka 2002: 142-147.
10 Vgl. Kirchhoff/Piwinger 2001: 30.
Das finanzwirtschaftliche Ziel der Kapitalmarktkommunikation ist die Senkung der Eigenk apitalkosten. 11 Die Senkung der Eigenkapitalkosten ist dabei lediglich das (mittelbare) Erge bnis einer offenen und fairen Kapitalmarktkommunikation.
Das Kernziel der Kapitalmarktkommunikation ist deshalb die Schaffung von Voraussetzu ngen für eine „faire“ Preisbildung am Kapitalmarkt. Dieses wird durch Abbau von Informat ionsasymmetrien am Kapitalmarkt sowie durch Schaffung von Aufmerksamkeit für das Unte rnehmen zur Belebung der Marktliquidität erreicht. Die geschaffene erhöhte Information stransparenz wirkt sich reduzierend auf die Risikoprämie aus, die die Kapitalgeber für ihre Investition verlangen und senkt somit die Eigenkapitalkosten. Die Preisbildung selbst ist ab er Sache der Marktteilnehmer. 12
Zur Erleichterung der Kapitalplanung ist es wichtig, dass der Aktienkurs nur geringen Schwankungen unterliegt und auf einem angemessenen Niveau stabil gehalten wird. Die Ve rringerung der Schwankung stärkt das Vertrauen der Aktionäre, was sich wiederum positiv auf den Kurs auswirkt. Ein stabiler Aktienkurs und eine reale Bewertung der Aktie kann ein Unternehmen vor feindlichen Übernahmen schützen. Denn eine Börsenkapitalisierung, die deu tlich unter dem tatsächlichen Unternehmenswert liegt, erhöht die Gefahr einer feindlichen Übernahme. Damit einher geht das Ziel der breiten Streuung der Aktionärsstruktur. Eine bre ite Streuung sichert eine ausreichende Liquidität der Aktie im Börsenhandel und hat einen stab ilisierenden Einfluss auf den Aktienkurs. Da der Aktienkurs auch von Markttrends beeinflusst wird, können Kursverluste nicht vermieden werden, aber durch eine Kapitalmarktkommun ikation starke Schwankungen abgefedert we rden. 13
2.3 Zielgruppen der Kapitalmarktkommunikation
Eine gezielte Kapitalmarktkommunikation erfordert aufgrund der Heterogenität der Akteure eine Identifikation und Abgrenzung der relevanten Zielgruppen. 14 Zu den relevanten Zielgruppen zählen sowohl private als auch institutionelle Anleger sowie Informationsintermediäre. Zusammengefasst werden sie als „Financial Community“ bezeichnet. 15
11 Vgl. Zemelka 2002: 133.
12 Vgl. Streuer 2004: 30.
13 Vgl. Kirchhoff/Piwinger 2001: 28f.
14 Vgl. Zemelka 2002: 149.
15 Vgl. Kirchhoff/Piwinger 2001: 38; Weber et al. 2004: 287.
Die privaten Anleger sind eine sehr große und heterogene Zielgruppe. Daher ist es ausgespr ochen arbeits-, zeit- und kostenintensiv, diese direkt zu anzusprechen. Eine direkte Ansprache der Anleger lässt sich aufgrund des geringen Anlagevolumens pro Anleger unter Kostengesichtspunkten nicht rechtfertigen. Dennoch bilden die privaten Anleger eine attraktive Zie lgruppe, da sie häufig langfristig orientiert sind und nicht unter dem starken Erfolgsdruck der institutionellen Investoren stehen. Langfristig orientierte Anleger tendieren d azu, Aktien auch in Krisensituationen zu halten. In Krisensituationen wirkt sich die Loyalität von privaten Anlegern stabilisierend auf den Aktienkurs aus. Außerdem kommen sie der Unternehmung im Hinblick auf eine ausgewogene Anlegerstruktur (breite Streuung der Aktien) en tgegen. 16
Zu der Zielgruppe der institutionellen Anleger zählen Investmentfonds, Versicherungen und Pensionsfonds. Da ihre Anlageentscheidunge n in der Regel auf rational nachvollziehbaren Bewertungskriterien und einer umfassenden Unternehmensanalyse beruhen, haben sie einen hohen Bedarf an detaillierten Informationen. 17 Mit den detaillierten Informationen über das Umfeld, die Besonderheiten des Unternehmens und seine Zukunftserwartungen sollen die Chancen und Risiken eines möglichen Investments besser abgewogen werden können. 18 Werden die in das Unternehmen gesetzten Erwartungen nicht erfüllt, werden die institutionellen Anleger aufgrund des hohen Erfolgsdrucks ihre Kapitalanlagen renditeorientiert umschic hten. 19 Diese Entscheidungen können erhebliche Kursschwankungen auslösen und zudem me inungsbeeinflussend auf andere Anleger wirken. 20 Finanzanalysten stellen die wichtigste Zie lgruppe dar, denn sie nehmen als Informationsintermediäre eine Schlüsselfunktion in der Kapitalmarktkommunikation ein. Ihre Aufgabe ist die Beschaffung, Überprüfung und Verarbe itung von bewertungsrelevanten Daten und ihre Verdichtung zu einem Anlageurteil. Finan zanalysten können in Sell-Side- und Buy-Side-Analysten unterteilt werden. Während Buy-Side-Analysten bei institutionellen Investoren angestellt sind und für diese Anlagealternativen bewerten, arbeiten Sell-Side-Analysten zumeist für Investmentbanken, Brokerhäuser oder unabhängige Institutionen. Mit ihren Analysen erreichen sie eine Vielzahl von aktuellen und potentiellen Anlegern und wirken damit meinungsbildend auf die Anleger ein (Multiplikato rfunktion). 21
16 Vgl. Kirchhoff/Piwinger 2001: 38-40, Zemelka 2002: 152f.
17 Vgl. Zemelka 2002: 155.
18 Vgl. Diehl/Loistl/Rehkugler 1998: 7.
19 Vgl. Zemelka 2002: 156.
20 Vgl. Weber et al. 2004: 287.
21 Vgl. Weber et al. 2004: 287.
Arbeit zitieren:
Sven Bollmann, 2005, Kapitalmarktkommunikation von Telekommunikationsnetzbetreibern: Ziele, regulativer Rahmen, Gestaltungsoptionen, München, GRIN Verlag GmbH
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