Inhaltsverzeichnis
1. Ein Kreuz mit der Pflege
1.1 Einleitende Worte zur Hausarbeit 3
2. Gesundheitswissenschaft
2.1 Definition/ Aufgaben und Ziele 4
2.2 Public Health 4
2.3 Gesundheitswissenschaft - und Pflegewissenschaft 4
3. Gesundheit
3.1 Was bedeutet Gesundheit? 6
3.2 Salutogenese von Antonowski 6
4. Gesundheitsförderung
4.1 Was ist Gesundheitsförderung
(bzw. betriebliche Gesundheitsförderung)? 8
4.2 Ottawa - Charta 9
4.3 Gesundheitsförderung und Prävention 10
4.4 Ebenen von Gesundheitsförderung
(bzw. betriebliche Gesundheitsförderung) 10
4.4.1 Personale Ebene 10
4.4.2 Verhaltensebene 11
4.4.3 Verhältnisebene 11
4.5 Methoden der Gesundheitsförderung (betrieblichen Gesundheitsförderung)
4.5.1 Gesundheitsaufklärung und Gesundheitsberatung 12
4.5.2 Gesundheitserziehung und Gesundheitsberatung 12
4.5.3 Gesundheitstraining und Gesundheitsselbsthilfe 13
4.5.4 Setting - Ansatz in der Gesundheitsförderung 13
5. Gründe für betriebliche Gesundheitsförderung im Krankenhaus 15
6. Gesundheitliche Belastungen im Pflegeberuf 16
7. Modelbeispiele zur betrieblichen Gesundheitsförderung
7.1 Rückengesundes Arbeiten in der Pflege - Ein Projekt der betrieblichen
Gesundheitsf örderung im Evangelischen Jung - Stilling -
Krankenhaus Siegen 17
7.2 Wiener WHO Modell : Wie im Krankenhaus ein „Kreuzweh - Präventions- -
Programm durchgeführt werden kann 18
8. Fazit 23
9. Literatur und Quellenverzeichnis 24
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1. Ein Kreuz mit der Pflege
„Rückenschmerzen“ - welche Pflegekraft hat diesen unangenehmen Zustand nicht schon einmal an seinem eigenen Körper erlebt? Gerade der Berufsstand der Pflege-kräfte ist in ihrer täglichen Arbeit durch Umlagern und Heben von Patienten und
speziellen Belastung in den Funktionsbereichen OP und Intensiv (z.B. schweres medizinisches Gerät) starker physischer Belastung ausgesetzt. Durch meine Arbeit im OP-Bereich (Umlagern von Patienten, langes Stehen am OP Tisch, Heben von schwerem Instrumenten) bin ich selbst betroffen durch ständig wiederkehrende Rückenschmerzen. Die Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung soll direkt an der Praxis diskutiert werden durch das Erörtern zweier Modelle, die in den Arbeitsalltag der Pflege integriert wurden. Es soll leitenden Pflegekräften aufgezeigt werden, dass auf die „Ressource Gesundheit“ der Mitarbeiter nicht nur aus reinen ökonomischen Gründen geachtet werden muss. Der demographischer Wandel der Gesellschaft, die steigende
Lebenserwartung in Verbindung mit einer voranschreitenden alternden Gesellschaft, der Zunahme von chronisch kranken Menschen sind Faktoren, die den Bedarf an professionellen pflegerischen Dienstleistungen steigern. Die physische und psychische Belastung für das Pflegepersonal steigt aufgrund des erhöhten Arbeitsaufkommens. Für Angehörige der Gesundheitsdienste sind Rückenbeschwerden eine typische Berufskrankheit. Chronische Verläufe von Erkrankungen des Stütz - und Halteapparates (Muskel- und Skeletterkrankung) treten bei Pflegekräften in immer jüngeren Jahren auf. „Pflege stellt folglich einen volkswirtschaftlichen bedeutenden
Dienstleistungsbereich das. Mit insgesamt über 1 Mio. beschäftigten Personen bilden sie die größte Berufsgruppe in Deutschland“ (Ahrens, Güntert, 2004, S.223).
Kann die Gesundheitswissenschaft mit den Inhalten der betrieblichen Gesundheits-förderung einen positiven Effekt auf die betroffenen Angehörigen der Pflegeberufe ausüben? Um diese Frage zu beantworten, wird im zweiten Kapitel die Gesundheits-wissenschaft definiert und auf die Bereiche von „Public Health“ eingegangen. Des Weiteren werden die Wissensgebiete der Gesundheitswissenschaft und Pflegewissenschaft inhaltlich dargestellt. Im dritten Kapitel geht es um den Begriff Gesundheit die Bedeutung der Salutogenese von Aaron Antonovsky. . Im vierten Kapitel werden die grundsätzlichen Konzepte der Gesundheitsförderung dargestellt mit dem Schwerpunkt der betrieblichen Gesundheitsförderung. Kapitel fünf zeigt die Gründe auf für die Notwendigkeit von betrieblicher Gesundheitsförderung im Krankenhaus, Pflegeheim und ambulanten Pflegediensten. Welche gesundheitlichen Belastungen den Pflegeberuf bedrücken wird im Kapitel sechs erörtert. Im Kapitel sieben werden zwei Modelle von betrieblicher Gesundheitsförderung vorgestellt, ein deutsches und ein österreichisches Programm.
Ein Fazit soll im achten Kapitel erhoben werden mit der Beantwortung der Frage, ob die Intention der betrieblichen Gesundheitsförderung einen positiven Beitrag für die Pflege leisten kann.
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2. Gesundheitswissenschaft
2.1. Definition der Gesundheitswissenschaft / Aufgaben und Ziele Die Gesundheitswissenschaft ist ein relativ junger Studiengang in
Deutschland. Sie ist gleichwertig oder besser als Teilbereich zu dem in den angelsächsischen Ländern bereits etablierten „Public Health“ zu sehen. Public Health und Gesundheits-wissenschaft beschäftigen sich mit ähnlicher Fragestellung. „Mit ihrer Konzentration auf die Verbesserung auf der Gesundheit und der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung ist Public Health von der Reichweite aber eher als ein Teilgebiet der Gesundheits-wissenschaft zu verstehen“ (Waller, Studienbrief, S.8). Die Gesundheitswissenschaft beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Einflüssen auf Gesundheit und Krankheit und mit der Entwicklung und Gestaltung bedarfsgerechter
Versorgungsstrukturen. Der Terminus „Gesundheitswissenschaft“ wurde 1925 von Gottstein, Schlossmann und Teleky in ihrem „Handbuch der sozialen Hygiene und Gesundheitsfürsorge geprägt“ (Waller, Studienbrief, S.8). In ihrem wissenschaftlichen Arbeitsbereich fällt die Gesundheitsökonomie,
Gesundheitspädagogik, Gesundheitspsychologie und auch die Sozial- und Umweltmedizin.
2.2 Public Health
Public Health heißt wörtlich übersetzt „öffentliche Gesundheit“. Der Wissenschafts-bereich, der in den USA und in einigen anderen europäischen Ländern bereits etabliert ist, ist jedoch mit der wörtlichen Übersetzung unbefriedigend gekennzeichnet. Bei einer wörtlichen Interpretation beschreibt „öffentlich“ die Makroebene eines Gesundheitssystems, also das Gesundheitssystem mit all seinen Strukturen einer Population. Public Health will in seinem wissenschaftlichen Grundsatz die gesellschaftlichen Bedingungen verbessern. Im Mittelpunkt steht die Anstrengung, Umweltbedingungen und die Bedingungen der gesundheitlichen Versorgung zu verbessern, damit Menschen gesund leben können. 2.3 Pflegewissenschaften
Neue Anforderungen und ein gewandelter Pflegebedarf sind in der modernen Pflege zu beobachten. Einerseits gewandelte Patientenbedürfnisse, die Forderung nach Integra-
tion von Pflege und medizinischer Versorgung aber auch die Zunahme chronischer Krankheiten einer immer älter werdenden Gesellschaft fordert den Berufstand der Pflege auf, sich zu professionalisieren. In den 90’er Jahren entstand aufgrund dieser Erkenntnisse in Verbindung mit einem Defizit an qualifizierten Personal die Studiengänge in der Pflege. Hier zu nennen ist vor allem die Pflegewissenschaft, die mit Ihrem Medium der Pflegeforschung den „ ...Aufgabenbereich zwischen den Polen Krankheit und Gesundheit“ (Waller, Studienbrief, S.9) erforscht und neue Erkenntnisse für die Pflegepraxis bereitstellt.
Aktivierende Pflege steht inhaltlich im direkten Zusammenhang mit der Ressourcennutzung des Menschen, gesunde Elemente des Menschen zu
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erkennen und zu fördern. Kranke Elemente zu verringern oder im erkrankten Zustand des Menschen die Gesundheit wiederherstellen beschreiben die Schnittmenge zwischen der
Pflegewissenschaft und Gesundheitswissenschaft. In dieser sind deutlich die Maßnahmen der Gesundheitsförderung zu sehen. „... Gesundheitssicherung und - förderung (ist) zu einer wichtigen Aufgabenstellung in der Pflege geworden“ (Schäfer, 1998, S.3). Auch gesundheitliche Präventionsmaßnahmen, wie z.B. Patientenschulungen, sind ein wesentlicher Grundstein, um gesunde Anteile des Menschen zu erhalten. Kurz zu nennen ist die Hilfe zur Selbsthilfe, welche zu aktivieren und zu fördern gilt. Es soll in diesem Zusammenhang nicht nur die reine Pflegebeziehung zwischen Pflegefachkraft und Pflegebedürftigen betrachtet werden, sondern auch die oftmals vergessen Selbsthilfe- konzepte für Pflegekräfte, die in betrieblichen Gesundheitsförderungsprogrammen zu finden sind. Die Pflegeforschung hilft in diesem Zusammenhang dabei, negative Einflüsse auf die Gesundheit der Pflegenden, ausgelöst durch arbeitsbedingte Belastungen, aufzudecken und Arbeitsabläufe zu entwickeln, die mit der Gesundheit der Pflegekräfte in Einklang zu bringen sind.
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3. Gesundheit
3.1 Was bedeutet „Gesundheit“?
„Eine allgemein gültige, anerkannte wissenschaftliche Definition von Gesundheit gibt es nicht“ (Waller, Studienbrief 1, S.12). Im weiteren Verlauf werden nun zwei Definitionen von Gesundheit definiert und erörtert. „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen“ (WHO, Ottawa Charta, 1986).
Gesundheit ist ein mehrdimensionales Gebilde. Es lässt sich nicht allein bestimmen durch dass Nichtvorhandensein einer Krankheit, sondern vereint auch weitere Eigenschaften wie das Vorhandenseins eines seelischen Gleichgewichtes und einer Umwelt, in der ein Mensch sich wohl fühlt. Gesundheit ist also noch an weitere Merkmale geknüpft als nur die reine Negation einer Krankheit. Allerdings soll hier bedacht werden, dass das genannte Ziel laut WHO der „Vollkommenheit“ dies eher als nicht realistisch zu bewerten ist. Dies ist als Meta Ebene, als das Optimum an Gesundheit zu betrachten, woran der Mensch aufsehen soll. Die Definition der WHO stellt somit die Gesundheit des Menschen als das „höchste Gut“ das, welches er hat. Eine ganz andere Sichtweise vertritt der Soziologe Parson, der die Gesundheit eines Menschen in Zusammenhang setzt mit den „Aufgaben“ oder wie er sagt „Rollen“, welche Menschen im Alltagsleben besetzen. Diese Rolle ist z.B. die Aufgabenerfüllung als Pflegekraft während der Arbeit. „Gesundheit kann definiert werden als optimale Leistungsfähigkeit eines Individuums zur Erfüllung seiner Rolle und Aufgaben, für die es sozialisiert worden ist“. (Parson)
Wenn ein Mensch krank ist wird gleichzeitig ein Rollenverlust beobachtet. Der erkrankte Mensch schlüpft in der Zeit seiner Krankheit in die Rolle des „Kranken“. In dieser Zeit muss er nicht seine eigentliche alltägliche Rollenaufgabe erfüllen. Erst bei
Gesundung gibt dieser Mensch die Rolle des „Kranken“ auf, und nimmt seine ihm ursprünglich zugedacht Rolle, bzw. Aufgabe wieder wahr. Die Beziehung von Gesundheit und Krankheit hat Antonovsky erforscht. Seine Salutogenese wird im nächsten Kapitel erklärt. 3.2 Das salutogenetische Modell nach Antonovsky
Der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky hat sein „Modell der „Salutogenese“ auf der Frage entwickelt, welche Faktoren Menschen erkranken lassen. Ihm ist aufgefallen, dass einige Menschen trotz erheblichen Gesundheitsrisiken nicht erkranken. Es stellte sich für ihn die Frage, welche Faktoren den Menschen auf der gesunden Seite des von ihm betitelten „Gesundheits- - Krankheits-Kontinuum“ bleiben lassen.
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Arbeit zitieren:
Jan Sauer, 2006, Eine Berufsgruppe hat Rückenschmerzen - betriebliche Gesundheitsförderung für Pflegekräfte, München, GRIN Verlag GmbH
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