Seneca - Vom Leben und vom Sterben
von Silvia Bielert
Inhaltsangabe
Vorwort 3
I. Biographisches 4
II. Seneca in seiner Zeit 5
III. Das Werk 6
IV. Vom Leben und vom Sterben
1. Vom guten Leben und seiner Zeit 8
2. Die Verbindung zwischen Leben und Tod - das Otium 11
3. Über den guten Tod 13
V. Zusammenfassung 16
VI. Verwendete Literatur 17
VII. Bibliographie 18
Vorwort
Wie ein roter Faden zieht sich durch die Schriften des römischen Philosophen Seneca seine Ansicht über das Leben und den Tod. Freilich beschäftigte er sich auch mit vielen anderen Bereichen der Philosophie. Doch schlussendlich dient sie dem Leben und dem Tod des Menschen.
Diesen roten Faden habe ich versucht durch einen Teil seiner Schriften hindurch zu verfolgen. Vornehmlich beschäftigte ich mich mit seinen Moralbriefen und einigen weiteren Schriften in denen er sich mit dem guten Leben, der Muße und der Zeit auseinander setzte.
Seine Sicht auf die Bedeutung des Lebens, das ja eigentlich des Menschen wichtigstes Gut ist, und den Tod, als das furchtbarste Ereignis, dessen Notwendigkeit der Mensch noch nie hinnehmen wollte, halte ich für bemerkenswert, dreht er doch das gängige Konzept, wie in stoischer Tradition schon bekannt, komplett um.
Das Leben selbst ist nicht wichtig, es dient nur der Vorbereitung auf das Sterben, das man erst erlernen muss. Nutzt man das Leben ausgiebig zur Vorbereitung, ist dieses Ereignis dann nicht mehr bemerkenswert. Es ist nicht unverständlich, dass die christliche Tradition Seneca aufnahm und als einen ihrer Vorreiter postulierte; dennoch weiß man als Leser seiner Schriften, dass er schon aufgrund des geschichtlichen Kontext kaum mit dieser neuen Religion in Berührung gekommen sein kann.
Zunächst werde ich Senecas Kritik an der Lebensweise der Menschen darlegen, dann komme ich zu seiner Vorstellung von einem guten Leben unter Erreichung sittlicher Vollkommenheit. Zuletzt werde ich noch seinen Blick auf das Ableben erörtern und seine im gewissen Rahmen positive Einstellung zur Selbsttötung.
I. Biographisches
"Wie lange ich lebe, hängt nicht von mir ab. Ob
ich aber wirklich lebe, solange ich bin, das hängt
von mir ab."
Lucius Annaeus Seneca wurde wahrscheinlich im Jahre 4 vor Christus in Corduba (Spanien) als Sohn des römischen Rhetors Lucius Annaeus Seneca, bekannt als Seneca der Ältere, und als Mitglied des ordo equester, geboren. Schon früh kam er nach Rom, wo er eine Ausbildung erhielt. Besonders beeinflusst wurde er durch den Stoizismus und die Pythagoeer. Nach einem langen Ägyptenaufenthalt bis 31 oder 32 nach Christus wurde er Quästor. Trotz der damaligen Tendenz zur Verurteilung des Principates , gab Seneca sich mit dieser Realität zufrieden. Dennoch forderte er clementia als Charakteristikum kaiserlicher Macht. Kurz nach dem Regierungsantritt des Claudius wurde er auf Betreiben der Messalina nach Korsika verbannt, da man ihm Ehebruch vorwarf . Dort verblieb er bis 48 n.Chr. Agrippina, die Mutter des Nero, rief ihn zurück und übergab ihm die rhetorische Ausbildung ihres Sohnes. Im Jahre 50 erhielt Seneca die Praetur. Im Jahre 55/56 begleitete er zusammen mit Afranius Burrus das Konsulat und war in dieser Zeit v.a. außenpolitisch sehr erfolgreich im Armenienkrieg. Da er die Gunst des Kaiserhauses genoss, vermehrte sich sein Vermögen schnell, er galt als einer der beiden klügsten und einflussreichsten Männer am kaiserlichen Hof. Nach Burrus Tod ersuchte Seneca 62 den Nero um Rücktrittsgenehmigung und Vermögensrücknahme, doch der Kaiser lehnte ab. Dennoch zog sich Seneca zwischen 62 und 65 auf seine Besitzungen bei Rom und in Campanien zurück und widmete sich literarischen Arbeiten. Nach dem Scheitern der Pisonischen Verschwörung , wurde er als angeblicher Mitwisser zur Selbsttötung gezwungen und schied mit philosophischer (stoischer) Gelassenheit aus dem Leben.
II. Seneca in seiner Zeit
Seneca lebte in einer Zeit, in der Rom zweifellos seinen Höhepunkt in Literatur, Wissenschaft, Kunst und Technik erlebte und sich von der griechische Kultur nach Jahrhunderten der Adaption langsam emanzipierte. Cicero und der erste Princeps Roms eröffneten dieses Zeitalter, in dem Frömmigkeit und Glaube an die alten Götter immer noch (oder wieder) ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft waren. Seit Augustus war "Tugend" (virtus) wieder ein Begriff, und die Staatsreligion wurde mit neuem Leben erfüllt. So wurden neben den offiziellen Göttern des alten römischen Pantheons neue abstrakte Gottheiten eingeführt, die z.B. Begrifflichkeiten wie einzelne Tugenden personifizierten. Trotz des Siegeszuges der lateinischen Sprache ab der frühen Kaiserzeit, wurde in den Schulen weiter die griechische Bildung vermittelt, man las Homer und die großen Tragödiendichter, ein Umstand, mit dem sich viele lateinische Intellektuelle nicht mehr abfinden wollten.
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Magistra Artium Silvia Bielert, 2002, Seneca - Vom Leben und vom Sterben, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Frage, die sich logisch erschließen.
Hallo alle zusammen,
mir stellen sich bei diesem Text doch einige Fragen:
1. Wie steht er nun selbst zu Themen wie Selbstmord oder allgemein zur früheren Hinrichtung von Menschen?
2. Welche Einflüsse (außer die üblichen aus seiner Zeit) haben ihn bewegt solche Texte zu verfassen, die heute jeder kennt, der sich für dieses Thema interessiert?
Es gibt auch einige Anmerkungen meinerseits... Denn nicht alles von deinem Text ist richtig... Schreib mir doch einfach mal, wenn dich das Thema interessiert.
on Wednesday, June 13, 2007-