Gliederung:
1. Einführung 1
2. Die Stellung und Bedeutung der Maitresse am französischen Hof 1
3. Liselotte von der Pfalz 6
3.1. Liselottes Feindin: Madame de Maintenon 9
3.2. Das Leid der Liselotte- Herzogin von Orléans
-die Maitresse S.12
4. Fazit S.18
5. Literaturliste S.19
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1. Einführung
Während des Seminars „Liselotte von der Pfalz“ hat sich bei mir das Interesse entwickelt mehr über das Leben der Elisabeth Charlotte von der Pfalz zu erfahren sowie über deren Verhältnis zu den Maitressen am Hof von Ludwig XIV.
In dieser Arbeit möchte ich das Wirken der Maitressen im Zeitalter des Barocks näher beleuchten. Aus welcher sozialen Schicht kamen sie und welche Stellung nahmen sie am Hof und der Gesellschaft ein?
Welche Wirkung zeigten sie und in welcher Weise veränderten oder prägten sie das Bild der Maitresse? Auf welche Art und Weise ging man mit ihnen um, denn immerhin wurde durch sie das Sakrament der Ehe gebrochen.
Ich möchte „das Amt der Maitresse“, welches am Hof des Sonnenkönigs ausgeprägt war, in Bezug auf das Leben der Elisabeth-Charlotte näher untersuchen und darstellen, wie es ihr Leben prägte.
Liselotte von der Pfalz, die Schwägerin Ludwigs XIV. , Frau von Philipp d´Orleans war letztendlich ihr ganzes Leben von diesen Personen umgeben. Schon ihr Vater hatte ein zweites mal „zur linken Hand“ geheiratet. Ein Augenmerk fällt auf Madame de Maintenon, zu welcher Liselotte ein gespaltenes Verhältnis hatte. Warum dies so war und wie dieses Verhältnis sich auf die Beziehung zu Ludwig XIV. ausgeprägt hat, wird mich in der vorliegenden Arbeit beschäftigen.
2. Die Stellung und Bedeutung der Maitresse am französischen Hof
Warum gab es überhaupt Maitressen? Diese Frage klärt sich schnell, denn Fürstenehen waren keine Liebesheiraten, sondern der Sinn und Zweck bestand allein darin politische Interessen des Landes zu unterstützen. Die zukünftigen Ehepartner kannten sich meist nur durch Erzählungen oder über Porträts, welche nicht selten ein wohlwollendes Abbild darboten. Ob ein Paar überhaupt menschlich zueinander passte, wurde nicht berücksichtigt.
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Legitime Nachkommen zu zeugen, die am Leben blieben, und repräsentative Tätigkeiten waren oft die einzigen Aufgaben einer Ehefrau. Die Erziehung der Kinder wurde den Gouvernanten übertragen und für das emotionale Wohl des Gatten waren keine anderen als Maitressen zuständig.
Maitressen waren die freigewählten Lebensgefährtinnen der Fürsten oder Könige. Zwischen ihnen entbrannte die Liebe, welche nicht selten dazu führte, dass sich der König dazu entschloss, diese Liebe auch öffentlich zu machen. Hatte eine Frau das Herz eines Königs erobert und wollte er dies auch öffentlich bekannt geben, ernannte dieser sie zur offiziellen Maitresse, der „maîtresse en titre“.
Franz I. von Frankreich (1494-1547) soll der erste König gewesen sein, der seine Liebe zu einer Maitresse öffentlich machte und ihr den Titel “maîtresse en titre“ verlieh. 1 Seit dem hat es viele berühmt und berüchtigte Frauen gegeben, welche in der Gunst der Könige standen, wie z. B. Diane de Poitiers (1499- 1566) 2 , Gabrielle d`Estrées (1573-1599) 3 oder Madame de Montespan (1641-1707) 4 , um nur einige unter vielen zu nennen.
Zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert war die Position der Maitresse fast ein offizielles Amt, welches von Macht begleitet wurde. Diese Frauen waren dem König so nah wie keine andere Person und besaßen sein Vertrauen. Sie waren für das Wohlergehen des Königs verantwortlich, sorgten sich um seine Amüsements und für den Ausgleich gegenüber der ermüdenden Regierungsarbeit. War der König schlechter Dinge, vermochten es oft nur diese Frauen ihn auf andere Gedanken zu bringen.
Diese schwierige Aufgabe ließen sie den König oft teuer zu stehen kommen und schröpften die Staatskassen nicht unerheblich.
Da sie neben der Königin die eigentlich erste Frau waren, mussten sie dies nach außen hin auch repräsentieren. Atemberaubende Kleider, teurer Schmuck, eine
1 Vgl. Eleanor Hermann: Im Bett mit dem König. S. 12 Vgl. Helga Thoma: Madame, meine teure Geliebte. S.9 2 Vgl. Thoma, S.45 3
4 Vgl. Thoma, S.79
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mehrfach bespannte Kutsche und ausreichend Dienstpersonal waren von Nöten, wenn man eine bewundernswerte Maitresse sein wollte. Und bewundert wurden sie!
Zur Zeit Ludwig XIV. galt es für die Familien als sehr vorteilhaft, wenn es ihnen gelang, ihre Töchter zur Maitresse des Königs zu machen. 5 Sogar kleine und unbedeutendere Liaisons mit dem König waren für die Familien eine Auszeichnung!
Die „maîtresse en titre“ wohnte natürlich in der unmittelbaren Nähe des Königs, im Schloss, was natürlich für die Königin nicht sehr angenehm war. Sie musste die Maitresse ihres Mannes um sich dulden und ihr auch noch wohlwollend gegenüber stehen. Tat sie dies nicht, zog sie sich den Zorn und Unwillen ihres Mannes zu. Da der König an der Spitze der Gesellschaft stand, war er das Vorbild für die Hofgesellschaft und sein Volk. Behandelte er laut Eleanor Herman die Königin nicht mit genügend Respekt, fand dies gleich Nachahmer unter ihm. 6
Eines brauchten die Frauen, abgesehen von Schönheit, Intelligenz, Charme und Unterhaltungskunst, bevor sie offizielle Maitresse werden konnten, nämlich einen Adelstitel.
Hatten sie ihn nicht, wurde er ihnen vom König verliehen, denn nach dem Tode von Adelslinien fiel Titel und Besitz dieser wieder der Krone zu und konnte neu vergeben werden.
Madame de Maintenon zum Beispiel war eine Frau aus dem niederen Adel 7 , sie hieß vor ihrer Erhebung Madame de Scarron (ihr Mädchenname war Francoise d ´Aubigné) und erst mit dem Erwerb des Landbesitzes Maintenon wurde sie „hofgerecht“ und zu einer Marquise.
Der neue Titel und die Gunst des Königs konnten allerdings nicht davon ablenken, dass durch die „maîtresse en titre“ eine Todsünde, nämlich der Ehebruch, begangen wurde.
Vgl. Herman, S. 285 5 Vgl. Herman, S. 68 6
7 Vgl. Thea Leitner: Skandal bei Hof. S. 92
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Für die Öffentlichkeit war es skandalös und normal zugleich eine Maitresse an der Seite des Königs zu sehen, allerdings durfte die Königin als Anstandsdame nicht fehlen um wenigstens den Schein 8 zu wahren. 9
Die Fastenzeit war immer wieder der Höhepunkt für die Gewissensbisse des Königs, wusste dieser doch zu gut, dass er eine Sünde beging, denn zu dieser Zeit sollte sich der Katholik all seiner Sünden bewusst werden. Auch Ludwig XIV. wurde regelmäßig von diesen Gedanken geplagt, allerdings war die Liebe zu seinen Maitressen stärker als sein Gewissen. 10 Seine Beziehungen zu seinen Maitressen währten sehr lang, die mit Madame de Montespan zum Beispiel dauerte offiziell 14 Jahre (von ca. 1667-1681 11 war sie offizielle „maitresse en titre“, allerdings soll die intime Beziehung zu ihr nur bis 1678 angehalten haben 12 ).
Madame de Maintenon verehrte er bis zu seinem Tode 1715 und sorgte sich sogar noch vor seinem Ableben für die Zeit nach seinem Tode um sie.
3. Elisabeth Charlotte von der Pfalz 1652-1722
Elisabeth Charlotte, kurz Liselotte, wurde am 27. Mai 1652 im Schloss Heidelberg geboren. Ihre Eltern, Karl Ludwig und Charlotte von Hessen-Kassel, schlossen den Bund der Ehe 1650 und waren, wenn überhaupt, nicht lange glücklich miteinander um dem Sohn, Karl, geboren am 31. März 1651, und seiner Schwester eine glückliche Kindheit zu bieten. Mit sechs Jahren erlebte Liselotte die Scheidung der Eltern und die Degradierung ihrer Mutter, welche sie sehr verehrte. 13
Schon früh machte Liselotte die Bekanntschaft mit einer anderen Frau an der Seite ihres Vaters. Luise von Degenfeld war eine der Hofdamen Charlottes und gab ihrem
Schein = Treue in der Ehe 8 Vgl. Herman, S. 82 9
10 Vgl. Herman, S. 98
Klaus Malettke: Ludwig XIV. Von Frankreich. S.80 11 Vgl. Thoma, S. 98 12
13 Vgl. Leitner, S. 78
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Arbeit zitieren:
Marlies Eberding, 2005, Der Kampf um die Gunst des Sonnenkönigs - Elisabeth Charlotte d´Orléans und der Ursprung des Konflikts mit der königlichen Maitresse Madame de Maintenon, München, GRIN Verlag GmbH
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