1. Thema der Stunde
Der von mir durchgeführte Lehrversuch entspricht der Vermittlung grundlegender sowie vertiefender Bewegungsabläufe des Dribbelns. Das Dribbeln und der Dribbelauftakt sind Grundvoraussetzungen und gleichzeitig Hinführung zum Basketballspiel. Hierbei stehen die weiterführenden Übungs- und Trainingsformen sowie das Erlernen von Variationen und ergänzende theoretische Kenntnisse im Vordergrund. Die Vertiefung dieser grundlegenden Technik und das Sammeln von spezifischer Bewegungserfahrung ist ebenfalls Ziel der Unterrichtsstunde.
1.1 Adressatengruppe/ Bedingungsanalyse
Die Adressatengruppe besteht aus 20 Studierenden im Alter von ca. 20-24 Jahren. Konstitutionelle und motorische Voraussetzungen sind bei den Studierenden gegeben, da es sich hier um Studenten des Fachs Sport handelt. Vom Interesse der Adressaten am Basketballspiel ist auszugehen, da dieser Basketballkurs nicht zwingend ist, so ist eine hohe Lern- und Leistungsbereitschaft zu erwarten. Die Studierenden haben Vorkenntnisse des Basketballspiels, da es zum festen Bestandteil der Schulsportausbildung zu zählen ist. Die Lehrversuchszeit beträgt ca. 45 Minuten, in der ich die theoretischen Grundlagen jeweils vor und während der praktischen Übungen mit Basketbällen und weiteren Hilfsmitteln miteinfließen lasse.
1.2 Gegenstand/Sachanalyse
Dribbeln
„Unter Dribbeln versteht man das Prellen des Balles mit einer Hand im Stand oder in der Bewegung. Es stellt für den Spieler die einzige Möglichkeit dar, sich mit dem Ball mehr als zwei Schritte fortzubewegen.“ (HAGEDORN, NIEDLICH, SCHMIDT 1991, 153)
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Rhythmisches Dribbeln
Das rhythmische Dribbeln entspricht dem natürlichen Bewegungsablauf beim Gehen oder Laufen. Der Ball wird zu Boden gedrückt, wenn das der Dribbelhand entgegengesetzte Bein aufsetzt.
Dribbelauftakt
Unter Dribbelauftakt versteht man den Beginn des Dribbelns, der durch die Ballannahme eingeleitet wird. Hierbei unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Situationen: Das Dribbeln kann entweder aus einer Ballannahme im Stand oder aus einer Ballannahme in der Bewegung beginnen.
In beiden Situationen des Dribbelauftakts gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten der Hand-Fuß-Koordination. Zum einen kann man mit der Kreuzschritt-Koordination starten, zum anderen mit der Passschritt-Koordination.
Bei der Kreuzschritt-Koordination (Dribbelbeginn crossover) wird der Ball auf den Boden geprellt, wenn das entgegengesetzte Bein von der Hand, die die Dribbelbewegung ausführt, einen Schritt nach vorne macht (z.B. rechte Hand - linker Fußs). Die Kreuzschritt-Koordination ist die bevorzugte Technik des Dribbelbeginns, da sie der natürlichen Hand-Fuß-Koordination des Laufens/Gehens entspricht (rhythmischer Bewegungsablauf). Zudem ist sie in der Praxis aufgrund einer höheren Raumbewältigung die effektivere Variante.
Bei der Passschritt-Koordination (Dribbelbeginn onside) wird der Ball auf den Boden geprellt, wenn das Bein der Dribbelhandseite den ersten Schritt nach vorne macht (z.B. linke Hand - linker Fuß). Bei Dribbelauftakt mit Passschritt-Koordination sollte beim fortgesetztem Dribbeln zur Kreuzschritt-Koordination gewechselt werden, da diese Koordination der rhythmischen Bewegung entspricht. Dieser Prozess findet meist automatisch statt.
Die genannten Varianten geben dem Ballbesitzer beim Dribbelauftakt die Möglichkeit, in allen Standbein- Spielbeinsituationen an beiden Seiten des Verteidigers dribbelnd vorbeizugehen.
Dribbelabschluss
„Das Dribbeln gilt als beendet, wenn der Ball in irgendeiner Form gehalten wird. Es darf kein erneutes Dribbeln angeschlossen werden.“ (STEINHÖFER, REMMERT, 1998, 47)
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Übung 1
Die erste Übung dient dem Aufwärmen sowie dem Kennenlernen des Dribbelns. Sie findet auf dem mittleren Basketballfeld statt. Jeder Teilnehmer erhält einen Basketball. Das Teilnehmerfeld besteht aus einem Fänger, der die übrigen Teilnehmer zu fangen (= antippen) versucht. Auf dem Spielfeld befinden sich drei Malstellen je in Form eines Kastens auf den die zu Fangenden sich vor dem Fänger schützen können. Diese Malstellen dürfen zeitgleich nur von je einem Teilnehmer besetzt werden. Sie müssen aber frei gemacht werden, wenn ein weiterer Teilnehmer diese ansteuert. Hat der Fänger Teilnehmer gefangen, unterstützen sie ihn als zusätzliche Fänger. Die Übung gilt als beendet, wenn auch der letzte Gejagte gefangen wurde. Während dieser Übung muss der Basketball permanent gedribbelt werden.
Übung 2
Die zweite Übung besteht aus dem Bankdribbeln und dem Dribbeln im Stand. Hierbei wird neben der weiteren Ballgewöhnung die richtige Dribbeltechnik erlernt. Zuerst sitzen die Teilnehmer auf Bänken, die zuvor auf dem Spielfeld verteilt wurden. Circa vier Teilnehmer können sich eine Bank teilen. Die Sitzposition der Teilnehmer richtet sich zur Lehrperson, welche gut sichtbar auf einem Kasten sitzt. Die Lehrperson führt nun verschiedene Dribbelvarianten in Form eines Spiegeldribbelns vor, die die Teilnehmer nachzumachen haben. Der Schwerpunkt liegt hier bei der korrekten Arm- und Handbewegung sowie bei der Ballposition, die neben dem Körper liegt.
Im weiteren Verlauf wird die Sitzposition verlassen und das Spiegeldribbeln wird im Stand weitergeführt. Neben den bereits genannten Schwerpunkten sind beim Standdribbeln weitere Aspekte zu beachten. So wird in diesem Teil der Übung besonderer Wert auf die Körperhaltung der Dribbelnden sowie auf die Dribbelfrequenz gelegt.
Übung 3
Die dritte Übung ist komplexer, da das Dribbeln hier in der Bewegung stattfindet. Als zusätzliche Erschwerung dienen sogenannte Dribbelbrillen, die das Sichtfeld zum Boden und damit zum Ball verhindern. Bei dieser Übung finden sich je zwei Teilnehmer mit insgesamt einem Ball zusammen. Die Teilnehmer ohne Ball laufen voran und machen Bewegungen vor, die die Teilnehmer mit Ball unter ständigem Dribbeln nachmachen sollen (Gehen, Laufen, Tempo-, Richtungswechsel, Hinsetzen, Rückwärtsgehen, ..).
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Arbeit zitieren:
Tobit Schneider, 2004, Unterrichtsstunde im Basketball: Einführung in die Dribbeltechnik, München, GRIN Verlag GmbH
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