Inhaltsverzeichnis
Thema Seitenzahl
1 Einleitung 4
2 Definitionen 5
2 1 T o d
2 2 T r a u e r
2.3 Hoffnung
3 Theoretische Grundlagen zu den Themen 6
Tod und Trauer
3.1 Die Themen Tod und Trauer in der heutigen 6
Gesellschaft
3.2 Todesvorstellungen im Christentum 8
3.2.1 Todesvorstellungen im Alten Testament
3.2.1 Todesvorstellungen im Neuen Testament
3.3 Kindliche Vorstellungen vom Tod 9
3.3.1 Bedingungsfaktoren für die Entwicklung kindlicher
Todeskonzepte
3.3.2 Entwicklungsphasen bei der Ausbildung von
Todeskonzepten
4 Trauer und Trauerbewältigung von Kindern 14
4.1 Wie trauern Kinder? 14
4.2 Hilfe bei der Trauerbewältigung von Kindern 16
2
5 Die Rolle der Schule beim Umgang mit den 16
Themen Tod, Trauer und Hoffnung
5.1 Warum sollten Tod, Trauer und Hoffnung Themen 17
des Religionsunterrichts sein
5.1.1 Warum sollten diese Themen schon in der Grundschule
thematisiert werden?
5.2 Funktion des Lehrers/der Lehrerin 19
5.3 Wie können die Themen Tod, Trauer und Hoffnung 20
behutsam eingeführt und Kindern erlebbar
gemacht werden?
6 Kinderbücher zu den Themen Tod, 21
Trauer und Hoffnung
6.1 Beispiel eines sehr empfehlenswerten Bilderbuches 21
6.1.1 Abschied von Tante Sofia
6.2 Ein weniger geeignetes Buch als Gegenbeispiel 23
6.2.1 Und was kommt dann? Das Kinderbuch vom Tod
7 Persönliche Stellungnahme 2 4
8 Literaturverzeichnis 2 6
3
1 Einleitung
In der vorliegenden Hausarbeit beschäftige ich mich mit den Themen Tod, Trauer und Hoffnung unter der Fragestellung, ob und wie diese im Religionsunterricht der Grundschule behandelt werden sollen. Um diese Fragen tief greifend beantworten zu können, gebe ich zuerst eine kurze Definition von Tod, Trauer und Hoffnung ( 2), um anschließend auf theoretische Grundlagen zum Thema Tod und Trauer einzugehen ( 3). Das unter dieses Thema gefasste Bild von Tod und Trauer in der heutigen Gesellschaft ( 3.1), sowie die christlichen ( 3.2) und kindlichen Todesvorstellungen ( 3.3) halte ich daher zur Beantwortung der gestellten Fragen für enorm wichtig. Nur wenn man darüber informiert ist, dass der Tod (in der heutigen Gesellschaft) in einem Zwiespalt zwischen Verdrängung und Veralltäglichung steht kann man einen großen Teil der Wichtigkeit, die Themen Tod, Trauer und Hoffnung bereits in der Grundschule einzuführen, nachvollziehen. Gleichzeitig ist das Wissen über die christlichen Todesvorstellungen unerlässlich, wenn man diese Themen im Religionsunterricht bearbeiten möchte. Auch sollten kindliche Todeskonzepte und Trauererscheinungen, sowie -bewältigung ( 4) vertraut sein. Anschließend gehe ich auf die Rolle der Schule und des Lehrers beim Umgang mit den Themen Tod, Trauer und Hoffnung ein ( 5). In diesem Zusammenhang werden die oben aufgeführten Fragen, auf dem Hintergrund der bis dahin erarbeiteten, grundlegenden Informationen, noch einmal explizit beantwortet. Als abschließenden Punkt der Hausarbeit stelle ich als Beispiel ein empfehlenswertes und ein ungeeignetes Kinderbuch zu den Themen Tod, Trauer und Hoffnung einander gegenüber und zeige auf, wo die besonderen Stärken und Schwachstellen dieser vorgestellten Bücher liegen.( 6) In meiner persönlichen Stellungnahme nehme ich Bezug darauf, weshalb ich dieses Thema gewählt habe, ob es Schwierigkeiten in der Erstellung der Hausarbeit gab, welche persönlichen Erfahrungen ich zu diesen Themen gesammelt habe und natürlich, wie ich selber zu den Grundfragen dieser Hausarbeit stehe ( 7). Den äußeren Rahmen dieser Arbeit bildet, wie üblich das Literaturverzeichnis ( 8).
4
2 Definitionen
2.1 Tod
Biologisch gesehen bezeichnet der Tod das Erlöschen des individuellen Lebens eines Organismus, einen Prozess, dem alles Lebendige ausgesetzt ist. Bei allen höheren Organismen (Pflanzen und Tiere) setzt nach Abschluss der Entwicklung zum „erwachsenen“ Lebewesen ein Alterungsprozess ein, der zum Tod führt. Typisch ist, dass mit dem Tod ein völliges Erlöschen aller wichtigen physiologischen Funktionen einher geht.
Philosophie und Theologie bemühen sich um eine Sinndeutung des Todes, die „die Weisungen für die Lebensgestaltung, die eigene Haltung und die Frage nach Unsterblichkeit einschließt.“ 1 Der Tod wird aufgrund des Glaubens an eine unsterbliche Seele und das damit verbundene „Leben nach dem Tod“ nicht als endgültiges Erlöschen gesehen, sondern als Übergang in eine andere „Seins-Form“. 2
2.2 Trauer
Trauer ist das Bündel an emotionalen 3 und kognitiven 4 Reaktionen auf den Verlust eines geliebten Menschen, Tieres oder Objektes, durch das die schmerzhaften Gefühle des Verlustes ausgedrückt werden. Diese emotionalen und kognitiven Reaktionen stellen gleichzeitig den Verarbeitungsprozess bezüglich des Verlustes dar.
2.3 Hoffnung
Allgemein gesehen wird mit Hoffnung „das jeden Lebenswillen speisende Ausgreifen nach etwas Erfüllendem, das noch Zukunft, aber auch erreichbare Möglichkeit ist“ 5 verbunden.
Die Christen verbinden damit, aufgrund ihres Glaubens an Gottes Allmacht, auch die „unerschütterliche Zuversicht auf ein endzeitliches Heil“, d.h. ein Leben nach dem Tod bei Gott.
1 Das moderne Lexikon. Band 18. Gütersloh, Berlin, München, Wien: Verlagsgruppe Bertelsmann
1973, S.373
2 Ebd., S.373f
3 emotional = auf Gefühlen beruhend
4 kognitiv = auf Erkenntnis beruhend
5 Ebd., Band 8. S.193
5
3 Theoretische Grundlagen zum Thema Tod
3.1 Die Themen Tod und Trauer in der heutigen Gesellschaft In der heutigen Gesellschaft stehen die Themen Tod und Trauer in einem Zwiespalt zwischen Verdrängung aus dem alltäglichen Leben und einem diesbezüglichen „Vergleichgültigungseffekt“ (Abstumpfung) durch die Allgegenwärtigkeit des Todes. Auf der einen Seite versuchen die Menschen diese ihnen unangenehmen Themen aus dem täglichen Bewusstsein herauszuhalten; durch unmäßiges Besitzstreben und die für den Menschen typische Rastlosigkeit wird der Tod vergessen 6 und es wird gestattet, „das Sicherste in unserem Leben, nämlich, dass wir sterben müssen, zu dem zu machen, mit dem nicht gerechnet wird. Der moderne Tod ist demnach der verdrängte Tod“ 7 .
Auch veränderte Lebensbedingungen wie z.B. eine geringere Säuglings- und Kindersterblichkeit, sowie eine Erhöhung der durchschnittlichen Lebenserwartung tragen zur Verdrängung des Todes aus dem täglichen Bewusstsein bei. 8 Somit ist der Tod scheinbar nur noch für ältere Menschen von Bedeutung und da diese immer häu-figer in Altersheimen oder Krankenhäusern betreut werden (anstatt von ihren Familien), findet auch dort Auseinandersetzung mit dem Thema Tod immer seltener statt. 9 Hinzu kommt, dass den Angehörigen so gut wie alles, was an das Leid des Todes erinnert, von einem Bestattungsunternehmen abgenommen werden kann. 10 Gleichzeitig ist auch bezüglich der Trauer- und Beerdigungsrituale eine deutliche Veränderung zu spüren. Während familiäre Traditionen, wie Aufbahrung zu Hause oder Totenwache, weitgehend verschwunden sind und auch ein Rückgang gottesdienst- bzw. kirchlich begleiteter Zeremonien zu beobachten ist, geht der „Trend“ zu einem „Tod ohne Trauerfeier“.
Ebenso wie beim Thema Tod gibt es in der heutigen Gesellschaft auch Berührungsängste beim Thema Trauer. Es bestehen Unsicherheiten im Umgang mit öffentlich weinenden Angehörigen und aus Angst und Hilflosigkeit distanziert sich die Gesellschaft von Trauernden. 11
6 Vgl. Böcker, Werner: Gesellschaftliche und religionspädagogische Aspekte im Umgang mit Sterben und Tod.
In: Der evangelische Erzieher, Heft 6, 45.Jg., 1993, Frankfurt/Main: Diesterweg, 1993, S.647 (Künftig zitiert als:
Böcker 1993)
7 Schmidt, G.: Das Schlagwort vom verdrängten Tod. In: Universitas, Zeitschrift für interdisziplinäre
Wissenschaft 46 (1991), S.329
8 Hahn, A.: Einstellungen zum Tod und ihre soziale Bedingtheit. Stuttgart 1968, S.21
9 Vgl. Ebd. S.21
10 Böcker 1993, S.650
11 Vgl. Ebd. S.650
6
Aufgrund all dieser Veränderungen fehlt der persönliche Kontakt zum Sterbenden und den Angehörigen wird eine weitergehende „emotionale Verarbeitung des Todeserlebens erspart“ 12 , wobei ihnen in Folge dessen aber zugleich die gesellschaftliche Stütze fehlt. Doch genau durch diese Verdrängung aus dem Alltag entstehen immer größere Ängste und Unsicherheiten im Bezug auf das Thema Tod und Trauer. Allerdings findet in der heutigen Gesellschaft nicht nur eine Verdrängung, sondern gleichzeitig eine „Veralltäglichung des Todes“ 13 statt. Durch Nachrichten, Filme oder Computerspiele ist der Tod allgegenwärtig. Tagtäglich sieht man in den Nachrichten Kriegsopfer oder in Krimis Mordszenen. In einer amerikanischen Untersuchung wurde herausgefunden, dass dort ein Kind im Durchschnitt „während seiner Grundschulzeit ungefähr 8.000 Morde und 100.000 andere Gewalttaten auf dem Bildschirm“ 14 sieht. All diese Gewalttaten im Fernsehen verzerren das Bild vom Tod. Sie haben nichts mit dem stillen und alltäglichen Sterben zu tun und erzeugen bei Kindern neben einem „Vergleichgültigungseffekt“ bzw. einer Abstumpfung ein einseitiges Bild vom Tod, der fast immer gewaltsam ist. 15 Sowohl die Abstumpfung, als auch die Tabuisierung haben eine Verdrängung des Todes zur Folge, der entgegengewirkt werden muss. Um die bestehenden Unsicherheiten zu beheben und wieder ein realistischeres Bild von Sterben, Tod und Trauer zu bekommen muss das Thema enttabuisiert und in die individuelle Lebenspraxis mit einbezogen werden. Entgegen der gesellschaftlichen Praxis betonen viele Wissenschaftler die Notwendigkeit einer möglichst frühen Auseinandersetzung mit diesem Thema, weil diese bedeutenden Einfluss auf die grundsätzliche Haltung gegenüber dem Leben hat. 16 „Jede geglückte Auseinandersetzung mit dem Tod bewirkt eine Intensivierung des Lebens.“ 17 Diese Erkenntnis und die benannten Missstände in der Gesellschaft sprechen dafür, die Themen Tod, Trauer und Hoffnung schon in der Grundschule aufzugreifen, um den Kindern eine gesellschaftliche Stütze zu geben und menschliche Grunderfahrungen von Anfang an aufzuarbeiten.
12 Ebd. S.647
13 Böcker 1993 S.657
14 Süddeutsche Zeitung Nr. 47 vom 26.02.1992
15 Böcker 1993, S.657
16 Vgl. Ebd. S.653
17 Ennulat, Gertrud: Kinder in ihrer Trauer begleiten. Ein Leitfaden für ErzieherInnen. Freiburg:
Herder, 1998, S.174 (künftig zitiert als „Ennulat 1998“)
7
Arbeit zitieren:
Susanne Hoff, 2003, Tod, Trauer und Hoffnung – Themen im Religionsunterricht der Grundschule?, München, GRIN Verlag GmbH
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