Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 03
2. Was ist Jugend ? 04
3. 1 Der Wandel der Jugendkultur ab 1970 06
3. 2 Die Jugendkulturen zu Beginn des 21 Jahrhunderts 09
4. Zusammenfassung 11
5. Literaturverzeichnis 13
2
1. Einleitung
Unser Jahrhundert wird oft als „Jahrhundert der Jugend“ 1 bezeichnet. Ist etwa die Zeit angerückt, in der die Jugend ihre eigenes Jahrhundert beeinflusst bzw. beeinflussen kann? Wo sind die Normen und Werte vergangener Tage.? Wo sind Zucht und Ordnung bzw. der Einfluss der Eltern der, wenn nicht einziger, dann aber der bestimmende Akteur in der Entwicklung der Jugend ist ? Der Zeitraum, den diese Arbeit umfassend beschreiben wird, zieht sich von den Siebziger Jahren über die „wilden“ Achtziger, bis hinein in das heutige Jahr 2003. Die gemeinsamen Erfahrungen von Jugendlichen einer Generation ließen sich früher einfacher zusammenfassen, die Entwicklung war heterogener. Aber durch die Entstehung zahlreicher paralleler, aber auch gegenläufiger Jugendkulturen ist es heutzutage schwieriger geworden, einen Jugendlichen jeweils einer Jugend- bzw. Subkultur zuzuordnen. Die Vielfältigkeit der Gruppen ist nicht nur immens, sondern auch unübersichtlich. Die immer unterschiedlicher und schwieriger arbeitsteiligen Organisationsformen von der Entwicklung bis hin zu der Gesellschaft ließen die "Jugend" als Institution entstehen: Die Jugendlichen bzw. Heranwachsenden brauchen Zeit, um sich auf einen Berufswunsch bzw. eine Berufsrolle vorzubereiten. Sich müssen sich erst in den vorhanden Gesellschaftsstrukturen orientieren. In dieser Art Orientierungsphase, die jeder Jugendliche durchmacht (bei dem einen sehr kurz, beim anderen sehr lang) gilt es, die Entscheidung für das künftige Leben so zu treffen, dass hoffentlich mehr dem Herzen und der Gesinnung gefolgt wird, als dem elterlichen Willen und der durch die Geburt vorbestimmten Berufbranche „...in die Fußstapfen des Vaters zu treten.“ .Eine der kürzesten Orientierungsphasen findet sich wohl bei Bauern oder in bäuerlichen Kleinbetrieben. Dort hatte der/die Heranwachsende Beruf und Lebensentwurf seit früher Kindheit "erlernt", während in Handwerker-, Kaufmanns- oder Akademiker-Familien den Jugendlichen entsprechend ihrer erwartbaren Lebensentwürfe zum Vorbereiten jeweils Verlängerungen zugestanden waren. Die sozialen Schichten und die Geschlechtszugehörigkeit geben die Norm- und Rahmenbedingungen für die Gestalt der Lebensphase "Jugend" vor. In die soziale Entwicklung und die jeweils dazugehörigen Entwicklungsprozesse ist die Jugend sehr stark eingebunden. Durch die Institutionalisierung und Verlängerung der Ausbildung geht mit dem Verstetigen von Gruppenbildungen altershomogener Zusammensetzung einher. In diesen Gruppen
1 Roth, Roland. (2000): Jugendkulturen, Politik und Protest, Leske+Budrich, Opladen S.9
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entstehen vom Elternhaus tendenziell abgespaltene Erfahrungsräume, die zu einer Ausprägung eigener, "jugendspezifischer" Interaktionsmuster und Symbolsysteme führen. Dabei entstehen eigenständige "Jugendkulturen". In diese Jugendkulturen herrschen, man könnte sagen, alternative Modelle zur herrschenden Kultur vor. Dabei werden sogar sehr oft Innovationspotenziale freigesetzt. Meine Hausarbeit wird sich dabei stellvertretend auf die Deutsche Jugendkultur, deren Wandel in den letzten 30 Jahren, also den Zeitraum von 1970 bis 2003, und auf Zukunftsprognosen beziehen. Zusätzlich zu sagen wäre, dass das Bewerten dieser jugendkulturellen Bestrebungen kulturell gebildeten Leitmotiven zwischen Jugend-Verherrlichung und
"Verwahrlosungs-Gefahr“ unterliegt. Diese Leitmotive werden in unserer modernen, hochorganisierten und komplexen Gesellschaft mittlerweile hauptsächlich medial vermittelt. Diese mediale Vermittlung, aber auch der Wandel des Bezugs zu den Medien jeglicher Art ist ein weiterer Bestandteil meiner Hausarbeit und wird in einem späteren Kapitel ausführlich beschrieben.
2. Was ist Jugend ?
Um die Jugend zu erklären muss man sämtliche veränderliche Bedingungen des Aufwachsens in Familie, Schule, Beruf, Freizeit und Peergroup beschreiben. Wilfried Ferchhoff versuchte dies mit dem Ziel, daraus Richtungen für pädagogisches Handeln und Kriterien für "Medienkompetenz" herzuleiten. Er erkennt zunächst, dass sich die öffentliche bzw. gesellschaftliche Wahrnehmung und Thematisierung des Phänomens "Jugend" durch Wandlungsprozesse vollzogen hat, die tiefgreifende soziale, politische und kulturelle Auswirkungen haben. Er formulierte dazu 10 Thesen 2 :
"Jugend ist Schul- und Bildungsjugend (...) Immer mehr Lebenszeit • wird von der Schule beschlagnahmt." (Bildungsexpansion, Qualifikationsparadox)
"Jugend ist arbeitsferne Jugend. (...) Ausgrenzen der Jugend aus der • Arbeitssphäre der Eltern", damit Begrenzen des jugendlichen
Erfahrungshorizonts, aber neben der Ausbildung Gelderwerb, "vor allem, um
2 Ferchhoff in Schell, Stolzenburg, Theunert S. 200-219): Ferchhoff, W. (1990): Jugendkulturen im 20.
Jahrhundert. Frankfurt/M. Bern
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marktgerecht und sozial verpflichtend an den (...) Glücksversprechen der Medien und des Konsums teilnehmen zu können." "Jugend ist Gegenwartsjugend". (...) Die Zielspannung •
Erwachsenwerden hat nachgelassen (...), denn der traditionelle Sinn des Jugendalters - Anstrengung, (...) Gratifikationsaufschub (...) ist brüchig geworden."
"Jugend ist Leitbild- und Expertenjugend. (...) Die Machtbalance •
zwischen Jüngeren und Älteren hat sich enorm gewandelt. (...). Medien vermittelten das Leitbild erfolgversprechender Jugendlichkeit. "Jugendliche (...) sind (...) Erwachsenen gegenüber in Technikbeherrschung, Computer (...) und Lebensstilfragen die Expertinnen und Lehrmeister der Älteren." "Jugend ist alltagspragmatisch familiale Versorgungs- und •
Mutterjugend." Das Aufweichen der Rollenmuster Frau/ Mann geht mit Aufwertung der Mütterlichkeit einher. Jugendliche nehmen die Vorteile mütterlicher Fürsorge an und entweichen dennoch weitgehend der elterlichen Kontrolle.
"Jugend ist Gleichaltrigenjugend." In den Lebensbereichen •
Jugendlicher herrsche das Prinzip der Altershomogenität, das die Herausbildung von Jugend-Subkulturen fördere. Gleichaltrigengruppen mit nicht-formalisierten Strukturen seien daher für die Lebensbewältigung der meisten Jugendlichen enorm wichtig, denn "sie eröffnen (...) in sozialkultureller Hinsicht kompetente Teilnahme- und Selbstverwirklichungschancen." Jugend ist (...) liberalisierte, aber auch permissive (Erziehungs- •
)Jugend" Ferchhoff spricht hier die Dauerpräsenz der Medien als heimliche Miterzieher neben Familie und Schule an, die Pluralismus von Zielvorstellungen vermittelten. Damit sei die "stetige Abnahme einer eindeutigen Erziehungsmoral und -haltung seitens der Eltern" verbunden. Neue Erziehungsideale dominierten über die älteren: Mehr Unabhängigkeit und Selbstbestimmung statt "Dasein für Andere"; mehr Kognitivität, weniger Emotionalität. Jugend ist Multi-Media-Jugend. (...) Die Bilderwelten der Medien •
ersetzen immer mehr die ehemaligen Weltbilder. (...) Medien aller Art sind ein lebensweltlich zentrales Element im Prozess des Heranwachsens." In Punkt 8 benennt Ferchhoff auch problematische Seiten der Mediatisierung jugendlicher
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Arbeit zitieren:
Magister Bildungsmanagement Heiko Wulschner, 2005, Wandel der Deutschen Jugendkultur von 1970 bis 2000, München, GRIN Verlag GmbH
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