Gliederung
Seite :
1. Zum Begriff Leistung und Leistungsprinzip 3
1.1. Leistung allgemein 4
1.2. Leistung in der Schule 4
2. Arten und Methoden der Leistungsbeurteilung 6
2.1. Die Aufgaben der Leistungsbeurteilung 6
2.2. Ziffernzensuren 7
2.3. Verbalbeurteilungen 8
3. Kinder und Leistung 9
3.1. Kinder und Leistungsbeurteilungen 9
3.1.1. Was entscheidet über gute, bzw. schlechte Noten? 9
3.1.2. Die Bedeutung des Selbstkonzeptes 10
3.1.3. Welche Art der Beurteilung wünschen sich Kinder eigentlich? 11
3.2. Fallanalyse von 9/10 jährigen Schülern 12
3.2.1.Hintergrund der Studie 12
3.2.2. Ergebnisse 12
3.2.3. Beispiele aus der Studie 13
3.2.4. Die Fallstudie-stellvertretend für alle Kinder? 14
3.3.Fazit: Kinder und Leistung 14
4. Was ist, wenn die geforderten Leistungen nicht erbracht werden? 15
5. Fazit 17
6. Literaturangaben 18
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1. Zu den Begriffen Leistung und Leistungsdruck
Wir werden ständig und unser ganzes Leben lang mit Leistungsanforderungen konfrontiert, die wir selbst und andere an uns stellen. Zunächst als Schüler im Unterricht, später im Studium oder der Ausbildung, und auch im Berufalltag sind sie allgegenwärtig! Da ist es nur natürlich, dass damit eine verbreitete Angst zu versagen, eine Angst die an einen gestellten Leistungsanforderungen nicht erfüllen zu können, einhergeht. Vor allem die Schüler sind einem täglichen Leistungsdruck in der Schule ausgesetzt, ihre erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Und dieses nicht nur in den regelmäßigen formellen Tests und Prüfungen, sondern auch in Prüfungssituationen während des Unterrichts und bei Vorgängen, die eng mit dem alltäglichen Unterrichtsgeschehen verknüpft sind, wie zum Beispiel den Hausaufgaben. Im Prinzip kann man also sagen, dass jede Äußerung und Handlung seitens der Schüler zum Gegenstand der Bewertung werden kann. Daher muss sich für uns Pädagogen zwangsläufig die Frage stellen wie die Schüler selbst Leistung sehen und wie sie mit dem Leistungsdruck umgehen.
Wir leben heute in einer Industrie- und Wettbewerbsgesellschaft, in der das Leistungsprinzip einen hohen Stellenwert genießt, jedoch nicht unumstritten ist. Dennoch wird häufig die Forderung laut, unser Schulsystem müsse auch gemäß diesem Leistungsprinzip funktionieren. Aber ist das überhaupt kindgerecht für Schüler der 1. bis zur 4. Klasse? Leiden sie unter zu starkem Leistungsdruck? Welche Art der Beurteilung wünschen sie sich? Viele berechtigte Fragen, denen ich hiermit zumindest ansatzweise auf den Grund gehen möchte.
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1.1. Leistung allgemein
Der Begriff Leistung an sich ist sehr vielschichtig und wird in sehr vielen, immer unterschiedlichen Kontexten gebraucht, wie zum Beispiel die Leistung eines Leistungs-Sportlers, die einer ärztlichen Hilfe-Leistung oder eben auch die schulische Leistung eines Kindes. Offensichtlich ist demnach, dass es in unserer Gesellschaft diverse Arten von Leistungen gibt, die nicht direkt miteinander verglichen werden können, da die Rahmenbedingungen völlig verschieden sind. Die verschiedenen Definitionen aufzuzählen, bzw. zu diskutieren welche davon das Phänomen der Leistung am besten beschreibt würde an dieser Stelle allerdings zu weit führen. Meiner Meinung nach liegt das im Auge des Betrachters und jeder sollte sich hier seine eigene Meinung bilden. Konzentrieren wir uns also lieber auf die Grundschule und betrachten zunächst die Leistung im schulischen Kontext. 1.2 . Leistung in der Schule
Der Ursprung des Wortes “Leistung” setzt sich zusammen aus dem indogermanischen “leis”, was soviel bedeutet wie “Fußspur, Furche” und dem gotischen “laistjan”, “einer Spur nachfolgen” (Sacher 2001, 218). Dementsprechend liegt es nahe den Leistungsbegriff dahingehend zu definieren, dass eine gewisse Spur vorgegeben ist, an der man sich orientieren sollte. Leistung ist demnach nach Werner Sacher nicht nur ein Ausdruck des Könnens eines Schülers, sondern vielmehr auch ein Hinweis auf den Grad, in dem das Kind dem an ihn gestellten Anforderungen zu entsprechen vermag. So lässt sich die Anstrengung bezeichnen, die ein Schüler aufbringen muss, um das Ziel zu erreichen, und deren Niederschlag auf den Lernfortschritt. Leistung ist allerdings ein recht schwieriger Begriff im Hinblick auf Kinder, da diese eine andere Auffassung von Leistung haben. Für Kinder zählt bei ihrer vollbrachten Leistung das gesamte Werk. Deutlich wird das am Beispiel eines geschriebenen Textes. Für das Kind gehören auch eingefügte Zeichnungen,
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Sauberkeit der Schrift, Farben und etc. zur Leistung dazu und eben nicht nur die Rechtschreibung, wie es dann beim klassischen Diktat der Fall ist. Will man also als Pädagoge die Leistung des Schülers kindgerecht beurteilen, müsste man das Werk demnach ganzheitlich betrachten.
Problematisch kann es dann werden, wenn Leistungsdruck entsteht. Unter diesem ist letztendlich das Ausmaß und die Höhe von Leistungsanforderungenim Sinn von Lernarbeit, die vom Schüler erwartet wird- zu verstehen (Vgl. Hotappels, 1987). Er kann dann problemauslösend werden, wenn der Schüler 1. das Gefühl hat, dass ihm die schulischen Formen der Leistungserbringung nur geringe Chancen für ein gutes Abschneiden in der Schule lassen. 2. den Spaß an der Schule und am Lernen verliert und sich sein Erwerb von Kenntnissen auf abprüfbares Wissen reduziert. 3. an die Grenzen seiner Belastbarkeit stößt. An dieser Stelle ist außerdem anzumerken, dass die Leistungsstandards variieren, und zwar zwischen Altersgruppen, Geschlechtern, Bundesländern, Schulen und Klassen (Vgl. Oerter/Montada, S. 860). Da stellt sch natürlich die Frage, ob das gerecht ist!
Dieser Leistungsdruck kann sogar schon vor Beginn der eigentlichen Schulzeit beginnen, da unser Einschulungssystem in Deutschland von einem gewissen Entwicklungsstand beim Kind ausgeht und diejenigen, die diesen Anforderungen nicht gerecht werden aufgrund der auf Kern (1954) begründeten scheinbar fehlenden "Schulreife" vom Schuleintritt zurückgestellt werden. Demnach erwartet die Schule von den Kindern schon von Anfang an eine gewisse Leistung, ohne auf den jeweils unterschiedlichen Entwicklungsstand der Kinder einzugehen. Dies setzt sich weiter fort in festgefahrenen Lehrplänen oder Stoffsammlungen, die von der Lehrkraft einfach abgehakt werden. Aber nicht nur zu Anfang des Schuljahres, auch am Ende jedes Schuljahres (ab der 2. Klasse) müssen die Kinder wieder bestimmte Leistungen erbringen, um in die nächste Klasse versetzt zu werden. So werden erneut alle in einen Topf geworfen, wenn es darum geht das Klassenziel zu erreichen und es gibt keine individuelle Zielsetzung für individuelle Kinder.
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Arbeit zitieren:
S. Lauterbach, 2004, Kinder und Leistung, München, GRIN Verlag GmbH
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