GLIEDERUNG
1. EINLEITUNG 3
1.1KURZBIOGRAPHIE 3
1.2 DEFINITIONEN 4
2. MAX WEBER UND KARL MARX 5
3. RELIGION 5
3.1 DIE PROTESTANTISCHE ETHIK UND DER GEIST DES KAPITALISMUS 6
4. ÖKONOMIE 7
5. BÜROKRATIE 8
5.1 HERRSCHAFTSFORMEN 9
6. RECHT 10
7. KONSEQUENZEN DER RATIONALISIERUNG 11
7.1 ENTMENSCHLICHUNG DURCH DIE BÜROKRATIE 12
8. FAZIT 13
LITERATUR 14
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1. Einleitung
1.1 Kurzbiographie
Max Weber (1864-1920) war kein Soziologe im gegenwärtigen Verständnis dieser wissenschaftlichen Disziplin. Er war vielmehr ein Universalgelehrter, der sich politisch beratend und publizistisch kommentierend engagierte. Um den soziologischen Klassiker Karl Emil Maximilian Weber besser interpretieren zu können, ist es von Bedeutung, sich seinen frühen Lebensweg kurz anzuschauen. Er studierte Rechtswissenschaften, Nationalökonomie, Agrargeschichte, Philosophie und Theologie an den Universitäten Heidelberg (1882/83), Berlin (1884/85) und Göttingen (1885/86). Examen (1886), Promotion (1889) und Habilitation (1891) schloss Weber als Jurist ab. Auch seine Zugehörigkeit zur studentischen „Burschenschaft Allemania zu Heidelberg“ und die freiwillige Ausbildung zum Reserveoffizier gehörten zu seinem Repertoire. Außerdem ist es von Bedeutung ihn sowohl biographisch als auch werkgeschichtlich im großen Kontext der kapitalistischen Weltwirtschaft im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu sehen. (vgl. Kaesler 2003, S. 190ff) Erst nachdem Max Weber am 3. Januar 1909 die „Deutsche Gesellschaft für Soziologie“ (DGS) in Berlin mitbegründete bezeichnete er sich gelegentlich selbst als „Soziologen“. Er schied jedoch bereits 1912 wegen Meinungsverschiedenheiten in der Frage der „Werturteilsfreiheit“ aus dem Vorstand der DGS aus. (vgl. Kaesler 1995, S. 29, vgl. Kaesler 2003, S. 204 ) Durch seine über Jahrzehnte dauernden Teilstudien über die Ursprünge und Wirkungen des Kapitalismus gelangt Weber nach und nach zur Vorstellung einer universalhistorisch wirksamen, übergreifenden Entwicklung: Der Rationalisierung. Bei seinen Untersuchungen über Vorraussetzungen und „Kulturbedeutung“ dieser Entwicklung verfolgt Weber deren Manifestationen – interkulturell und diachron – in allen nur denkbaren Ausschnitten gesellschaftlicher und historischer Wirklichkeit, wie Wissenschaft, Politik, Recht, Religion und Kultur. Rationalisierung, als das „Schicksal unserer Zeit“, war dabei die gemeinsame Formel Webers für jene zahlreichen und keineswegs immer identischen Teilprozesse, die er abwechselnd „Bürokratisierung“, „Industrialisierung“, „Intellektualisierung“, „Entwicklung des rationalen Betriebskapitalismus“, „Spezialisierung“, „Versachlichung“, „Methodisierung“,
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„Disziplinierung“, „Entzauberung“, „Säkularisierung“ oder „Entmenschlichung“ nannte. Durch die Vielfalt der von ihm verwendeten Bezeichnungen wird deutlich, dass er die höchst heterogenen Phänomene aus sehr unterschiedlichen Perspektiven unter die von ihm gewählte Kategorie „Rationalisierung“ zu ordnen versuchte. Wobei es wesentlich plausibler erscheint Webers „Theorie der Rationalisierung“ als ein ungewolltes, ihn selbst immer stärker beunruhigendes gedankliches Produkt seiner zahlreichen Einzelforschungen zu sehen. (vgl. Kaesler 2003, S. 198) Allerdings stand das Konzept der Rationalisierung, zunächst okzidentale dann universale Rationalisierung (ich werde in meinen nun weiteren Ausführungen den Begriff Rationalisierung verwenden), keineswegs als Leitthema über dem größten Teil seines Werkes. (vgl. Kaesler 2003, S. 190)
1.2 Definitionen
Für das weitere Verständnis ist es von Interesse was Weber selbst unter dem Begriff der Rationalisierung verstand:
„Auf der allgemeinsten Ebene heißt „Rationalisierung“ für und bei Weber immer erst einmal Ordnung, Systematisierung. Eine unübersichtliche, chaotische Gruppe von Einheiten mit prinzipiell unendlich vielen Verbindungen untereinander wird geordnet nach Kriterien, die von Menschen gesetzt werden. Das Ergebnis solchen systematischen Ordnens führt zu jenem Prozeß, den Weber „Rationalisierung“ nennt. Das Setzen einer solchen Ordnung kann dabei einmal durch die Handelnden selbst geschehen, zum anderen jedoch durch den analysierenden Wissenschaftler.“ (Kaesler 2003, S.198f) Zur weiteren Konkretisierung hilft ein Auszug von Anthony Giddens: „Die Entwicklung von Wissenschaft, moderner Technologie und Bürokratie fasst Weber unter dem Ausdruck Rationalisierung zusammen. Rationalisierung bedeutet die Organisation des sozialen und wirtschaftlichen Lebens gemäß den Prinzipien der Effizienz und auf der Basis des technischen Wissens.“ (Giddens 1999, S. 622) Für den Bereich Bürokratie, bzw. bürokratische Herrschaft, ist es von Bedeutung, was Weber unter dem Begriff Herrschaft verstand:
Bei dem Begriff „Herrschaft“ geht es um jene sozialen Beziehungen, in denen ein Individuum oder eine Gruppe seinen bzw. ihren Willen gegen ein anderes
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Individuum oder eine andere Gruppe durchsetzt und zwar derart, dass die Handlungspartner diesem Willen gehorchen. (vgl. Schluchter 1980, S. 86f)
2. Max Weber und Karl Marx
Von Max Webers Schriften wurde gesagt, sie brächten einen lebenslangen Kampf mit „dem Gespenst von Marx“, den von Marx hinterlassenen intellektuellen Überlieferungen, zum Ausdruck. (vgl. Giddens 1999, S. 621) Weber selbst betrachtete hingegen sein Forschen im Bezug auf die Ursprünge des Kapitalismus nicht als Alternative oder gar als Gegenentwurf zu den wichtigen Arbeiten von Karl Marx. Ihm ging es um eine ergänzende Korrektur der zu seiner Zeit dominierenden „materialistischen“, „ökonomischen“ Erklärungen, sowie der ausschließlich historischen Erklärungen der Ursprünge des Kapitalismus. Es geht Weber mehr um die „ideellen Grundlagen der kapitalistischen Organisation“ der ökonomischen und gesellschaftlichen Ordnung. (vgl. Kaesler 2003, S. 195)
3. Religion
Deswegen beschäftigte sich Weber unter anderem sehr intensiv über Jahre mit den chinesischen Religionen (Konfuzianismus und Taoismus), den indischen Religionen (Hinduismus und Buddhismus) und dem Antiken Judentum, was dazu führte, dass sich seine Sichtweise im Bezug auf die Auswirkungen und Ursprünge des Kapitalismus veränderte. Er untersuchte die sozio- ökonomischen Konstellationen, darauf folgte die Analyse der dominanten „Trägerschichten“, die dann nach den jeweiligen Lebensorientierungen untersucht wurden, wobei Weber besonderen Wert auf die Orientierung des ökonomischen Handelns legte. Vom Motto geleitet: „Wo kein Protestantismus, kein Kapitalismus?“, begann Weber seine zunehmend weiter ausufernden und letzten Endes unvollendeten Untersuchung der universalhistorischen Prozesse der „Rationalisierung aller Lebensbereiche in allen Kulturen zu allen Zeiten“. Und das heißt für Weber vor allem die Rationalisierung der menschlichen Lebensführung. (vgl. Kaesler 2003, S. 197)
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Rene Maudet, 2006, Rationalisierung nach Max Weber, Ursprünge und Auswirkungen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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