1 Vorwort ……… ………………………………………..S.1
1.1 Aufbau ………………………………………………………………………………………...S.1 1.2 Ziel ………………………………………………………………………………………….....S.2 2 Der Übersetzungsauftrag ……………………………………………………………………..S.2 3 die Ausgangstextanalyse ………………………………………………………………….....S.3 3.1 die Anwendung der Lasswell-Formel …………………………………………………......S.4 4 Die Übersetzungsstrategie und die Erwartungen vom ZT …………………………..…S.5 5 Die Übersetzung ………………………………………………………………………………..S.6 Koketterie in fremden Kulturen ………………………………………………………………....S.7 Einleitung 1 ……………………………………………………………………………………...S.7 Einleitung 2 ……………………………………………………………………………………...S.7 ASIEN …………………………………………………………………………………………....S.7 Apatani ………………………………………………………………………………………....S.7 Desia ……………………………………………………………………………………………S.7 Dogria ………………………………………………………………………………………......S.8 Bondo ………………………………………………………………………………………......S.8 Banjara ………………………………………………………………………………………....S.8 Da-Hanou ………………………………………………………………………………………S.9 Laitou ………………………………………………………………………………………......S.9 Padong …………………………………………………………………………………………S.9 „Langhörnige Miao“ ……………………………………………………………………….…..S.9 OZEANIEN ……………………………………………………………………………………..S.10 Dani …………………………………………………………………………………………....S.10 AFRIKA ………………………………………………………………………………………....S.10 Mursi …………………………………………………………………………………………..S.10 Samburu ……………………………………………………………………………………....S.10 Bororo ……………………………………………………………………………………….S.10 AMERIKA ………………………………………………………………………………….....S.11 Kuna …………………………………………………………………………………………...S.11 SAGEN UND TRADITIONEN ………………………………………………………………..S.11 BILDER …………………………………………………………………………………………S.11 6 Übersetzungskritik ……………………………………………………………………….…..S.13 6.1 Eigene Vorgehensweise …………………………………………………………………..S.13 6.2 Aufgetretene Übersetzungsprobleme ……………………………………………………S.13 Der Titel ………………………………………………………………………………………...S.14 6.2.1 Ausgangstextspezifische Übersetzungsprobleme …………………………………..S.14 Verbesserung des AT …………………………………………………………………………S.15 6.2.2 Sprachenpaarspezifische Übersetzungsprobleme ………………………………….S.15 Anpassung an die ZS …………………………………………………………………………S.15 Lexikalische Probleme und Recherchearbeit ………………………………………………S.15 6.2.3 Pragmatische Übersetzungsprobleme ………………………………………………..S.17 Metapher ………………………………………………………………………………………..S.18 6.3 Beurteilung der Arbeit...... ………………………………………………………………….S.18 Quellenverzeichnis ……………………………………………………………………………….S.19 Internetquellen …………………………………………………………………………………….S.19 Anhang
II
Originaltext1 Vorwort
„In Vor- und Nachworten zu ihren Übersetzungen sowie in Erfahrungsberichten über ihre Übersetzungsarbeit gehen die Übersetzer auf prinzipielle Entscheidungen ein; es sind oft eigentliche Erfahrungs-, Rechenschafts- und Rechtfertigungsberichte, in denen Übersetzungsprinzipien und -methoden, aber auch Einzelentscheidungen verteidigt und praktische Schwierigkeiten erörtert werden. Aus ihnen lassen sich die expliziten Übersetzungstheorien der Übersetzer rekonstruieren -dies eine unabdingbare Voraussetzung für die Übersetzungskritik“ 1
Im Rahmen des „Übersetzerseminars“ wurde folgende Arbeit verfasst. Es handelt sich dabei um eine „kommentierte Übersetzung“ aus dem Griechischen ins Deutsche. Die Seminarteilnehmer, im Folgenden „Übersetzer“ genannt, wählen einen Text begrenzten Umfangs (ca. 2000 Wörter) aus und übersetzen ihn unter Anwendung einiger der im Unterricht behandelten Übersetzungstheorien.
“Every translation is an interpretation that implies the making of choices, and the reader has the right, to know the criteria used by the translator to arrive at his choices” 2
In dem theoretischen Teil der Arbeit wird geschildert, wie das Übersetzungsprodukt entstanden ist.
Das bedeutet konkret, dass die befolgten Vorgehensweisen beschrieben, die während der Übersetzung aufgetretenen Probleme aufgezeigt, ihre Lösungsansätze und die dabei berücksichtigten Theorien diskutiert werden. Außerdem wird die geleistete Recherchearbeit besprochen, d.h. der Umgang mit Hilfsmitteln wird ausgeführt, unbekannte Termini erläutert und somit die jeweiligen Übersetzungsvorschläge und -entscheidungen gerechtfertigt.
1.1 Aufbau
Das von Christiane Nord entworfene „Zirkelschema des Translationsprozesses“ 3 dient als Leitfaden dieser Arbeit, die aus diesem Grund wie folgt aufgebaut ist: Zuerst wird ein „Übersetzungsauftrag“ formuliert, der bestimmt, wie der Zieltext (ZT) auszusehen hat, bzw. welche die Zieltextfunktion sein soll. Zunächst wird der Ausgangstext (AT) nach der Lasswell-Formel 4 analysiert und seine „Funktion-in-Kultur“ festgestellt.
1 s. Koller, Werner: Einführung in die Übersetzungswissenschaft. Wiebelsheim. 6., durchgesehene und aktualisierte Auflage 2001. S.45.
2 s. Koller, Werner: Einführung in die Übersetzungswissenschaft. Wiebelsheim. 6., durchgesehene und aktualisierte Auflage 2001. S.45 (H.G.Carlson).
3 Vgl. Stolze, Radegundis: Übersetzungstheorien -Eine Einführung. Tübingen. 3., aktualisierte Auflage 2001. S.211f.
4 Vgl. Stolze, Radegundis: Übersetzungstheorien -Eine Einführung. Tübingen. 3., aktualisierte Auflage 2001. S.213f.
1
Es folgt die eigentliche Übersetzung: Bereiche und Faktoren des zu übersetzenden Textes, die aufgrund des Vergleichs zwischen Ziel- und Ausgangstextfunktion übersetzungsrelevant markiert sind, werden isoliert, um dann skoposorientiert in die Zielsprache (ZS) bzw. -kultur (ZK) übertragen zu werden.
Der letzte Teil der Arbeit ist die Übersetzungskritik. Dort wird der persönliche Gedankenverlauf während der Übersetzung des konkreten Textes beschrieben, einzelne übersetzerische Entscheidungen werden begründet und beurteilt, inhaltliche Zugaben und Defizite, sowie Änderungen aufgezeigt 5 und das Translat, also das Übersetzungsergebnis, überprüft, d.h. es wird danach gefragt, ob zweckadäquat und zielsprachlich flüssig formuliert wurde 6 .
1.2 Ziel
Ziel des Übersetzerseminars ist es, den Teilnehmern einen Überblick über die wichtigsten übersetzungswissenschaftlichen Ansätze zu verschaffen, in ihnen Interesse für eigene, weiterführende Studien zu wecken und ihnen ein kritisches Problembewusstsein im Bereich der Übersetzungstheorien zu verschaffen, was unter anderem bedeutet, dass bisher eventuell nur praktisch wahrgenommene Übersetzungsprobleme theoretisch untermauert werden und neue bzw. noch unbekannte Lösungsmöglichkeiten vorgeschlagen werden. In diesem Sinne soll ihnen folgende Arbeit die Möglichkeit geben, einige der im Unterricht angesprochenen Disziplinen in der Praxis anzuwenden, sowohl als Leitfaden ihres translatorischen Handelns, als auch in Form von Lösungen konkreter Problemkategorien.
2 Der Übersetzungsauftrag
Die Translation eines Textes, mit der ein Übersetzer von einem Initiator beauftragt wird, dient einem bestimmten Zweck und zwar dem der Erstellung eines Zieltextes, der für einen anderen Empfängerkreis einer unterschiedlichen Empfängerkultur als der des Ausgangstextes vorgesehen ist.
Dem „Zirkelschema des Translationsprozesses“ von Christiane Nord zufolge beginnt der Übersetzungsprozess mit der Formulierung des „Übersetzungsauftrags“ bzw. der „Zieltextvorgaben“. Dies ist folgendermaßen zu begründen:
Aus den Angaben des „Übersetzungsauftrags“ ergeben sich die „Erwartungsnormen“ 7 der Empfänger.
In erster Linie erwarten diese, dass sie den Text verstehen und zwar sowohl aus sprachlicher als auch aus kultureller Sicht. Um den Verständniserwartungen der ZT-Empfänger gerecht zu werden, muss der Übersetzer anhand des „Übersetzungsauftrags“ als Erstes entscheiden:
5 Vgl. Stolze, Radegundis: Übersetzungstheorien -Eine Einführung. Tübingen. 3., aktualisierte Auflage 2001. S.276 (Newmark)
6 Vgl. Stolze, Radegundis: Übersetzungstheorien -Eine Einführung. Tübingen. 3., aktualisierte Auflage 2001. S.277 (Lederer)
7 Vgl. Koller, Werner: Einführung in die Übersetzungswissenschaft. Wiebelsheim. 6., durchgesehene und aktualisierte Auflage 2001. S.108
2
welches das für das bestimmte Medium (Magazin, Zeitung, Buch, Reiseführer usw.) angemessene Sprachniveau ist. Wie hoch oder niedrig dieses ist, hängt von der angesprochenen Leserschaft ab und resultiert aus Faktoren wie deren Bildungsstand, Sprachkenntnissen, Alter usw.
Oben angeführte Faktoren in Verbindung mit weiteren, wie die soziale Gruppenzugehörigkeit, das Allgemeinwissen, die historisch-gesellschaftlichen Kenntnisse, das Fachwissen der Leser usw. bestimmen außerdem, wie der Übersetzer den ZT aus kultureller Sicht auf dessen Leserschaft „einzustellen“ hat; also welche Elemente des AT er z.B. zufügen, weglassen oder verändern muss.
Außer den Text zu verstehen, erwarten die Leser auch, dass dieser eine bestimmte Wirkung auf sie hat. Wird z.B. für die Leser eines Magazins übersetzt, muss der Text informativ und unterhaltend sein. Die erzielte Funktion, die ebenfalls den Angaben des „Übersetzungsauftrags“ entnommen wird, ist durch die entsprechende stilistische Gestaltung zu erreichen.
Die oben genannten Entscheidungen, die anhand des gegebenen „Übersetzungsauftrags“ getroffen werden, sind Bestandteile der Handlungsstrategie, die der Übersetzer vor Beginn seiner Arbeit entwickelt und die er sich während des ganzen Prozesses vor Augen hält, um eine empfängergerechte Übersetzung zu produzieren.
Die Theorie auf die vorliegende Arbeit angewandt, wird von einem fiktiven Initiator folgender, ebenfalls fiktiver Übersetzungsauftrag formuliert:
Übersetzen Sie den Text für das deutsche Magazin „Stern“. Der Artikel soll unter der Rubrik „Reise“ erscheinen, die anlässlich des internationalen Tages der Frau (8.März) dem Thema „Frauen“ gewidmet ist.
Aufgrund der persönlichen Erfahrung des Autors wird der Artikel als Übersetzung aus dem Griechischen übernommen. Informationsgehalt, Sprachniveau und Funktion des AT sollen bewahrt, für fachspezifische Bezeichnungen von Stammesnamen, Schmuck- und Kleidungsstücken sollen die entsprechenden deutschen Termini verwendet werden. Das Layout (inklusive Farbfotos) des Originals wird in der Übersetzung übernommen.
Der Initiator ist in diesem Fall die für die Rubrik „Auto, Sport und Reise“ zuständige Redaktion des Magazins. Der Empfänger ist ein breit gefächertes Lesepublikum, das den Artikel zur Information und zur Unterhaltung liest und in Bezug auf das Sprachniveau durchschnittliche Ansprüche stellt.
3 Die Ausgangstextanalyse
Nachdem die Formulierung des „Übersetzungsauftrags“ abgeschlossen und somit die „Funktion-in-Kultur“ 8 des benötigten Zieltextes bestimmt ist, kann die Analyse des Ausgangstextes erfolgen. Wie bereits erwähnt, dient diese zur Feststellung der „Funktion-in- 8 Vgl.Stolze, Radegundis: Übersetzungstheorien -Eine Einführung. Tübingen. 3., aktualisierte Auflage 2001. S.212f.
3
Kultur“ des zu übersetzenden Textes. Aus dem Vergleich der Funktionen von AT und ZT ergibt sich dann, welche Elemente bewahrt und welche bearbeitet werden müssen.
3.1 Die Anwendung der Lasswell-Formel
Der AT wird im Folgenden anhand der „Lasswell-Formel“ zerlegt. In der vorliegenden Arbeit wird jedoch die vorgegebene Reihenfolge der zu untersuchenden textexternen und -internen Faktoren nicht streng eingehalten, da es vorzuziehen ist, die Aspekte in einer logischen Reihe zu behandeln.
Der Artikel mit dem Titel «Γυναίκες του κόσµου» ist in der Zeitschrift «γεωτρόπιο», Heft Nr. 233, am 2. Oktober 2004 erschienen. Sie ist als Samstagsbeilage der griechischen Tageszeitung «Ελευθεροτυπία» beigefügt und beinhaltet Themen wie: Natur, Tiere, Pflanzen, Reisen, Kultur, Ethnologie u.Ä.
Als Bestandteil dieser in Athen herausgegebenen Zeitung ist das Magazin an Kiosken, Kurzwarenhandlungen und Zeitschriftenläden in ganz Griechenland erhältlich und richtet sich somit an ein breit gefächertes Lesepublikum: Griechen aller Altersgruppen und Bildungsniveaus, hauptsächlich Freizeitleser, die informiert und unterhalten werden wollen. Verfasser des Hauptartikels ist ein griechischer Forscher namens Bampis Bizas 9 (Μπάµπης Μπίζας), der bereits alle 193 unabhängigen Länder der Erde bereist hat und mit den beschriebenen Stämmen persönlich in Kontakt getreten ist.
In «Γυναίκες του κόσµου» werden die Frauen 14 verschiedener Stämme auf den Kontinenten Asien, Afrika, Ozeanien und Amerika vorgestellt und insbesondere wird deren Koketterie beschrieben, so wie diese durch deren Schmuck, Kleidung und die besonderen, für ihren Stamm typischen Merkmale, Gewohnheiten und Traditionen zum Ausdruck kommt. Das Nachwort enthält Informationen über die Stellung der Frau in Urgesellschaften und seine Funktion ist, das zuvor behandelte Thema zu verallgemeinern, um den Artikel zu beenden ohne ihn abrupt abzubrechen.
Zu dem 10 Seiten langen (S.18-27) Artikel gehören, abgesehen von dem Haupttext, eine kurze, zur Erläuterung des Titels dienende und eine zweite, etwas längere Einleitung, sowie ein von einem anderen Autor namens Kostas Spiliotis 10 (Κώστας Σπιλιώτης) verfasstes Schlusswort. Der Hauptartikel ist in kleine Abschnitte gegliedert, die sich jeweils einem Stamm widmen und geographisch nach Kontinenten geordnet sind. Durch die beigefügten Atlasausschnitte wird dem Leser veranschaulicht, wo sich die Länder und Kontinente, auf die Bezug genommen wird, genau befinden. Darüber hinaus wird der Artikel von 19 kurz erläuterten Farbfotos der beschriebenen Frauen begleitet, die besonders hilfreich erscheinen, da die bloße Beschreibung im Text oft nicht ausreicht, um sich genau vorstellen zu können, wie die beschriebenen Schmuckstücke, Tätowierungen usw. in Wirklichkeit aussehen. Ein weiterer Grund, warum die Illustration für den konkreten Text von großer Bedeutung ist, ist die Tatsache, dass die besonders farbenfrohen, ungewöhnlichen und somit auffallenden Fotos die
9 und ¹º Die Namen der Autoren wurden vom Übersetzer anhand der ISO-Regeln von 1997 transkribiert. s. International Standard ISO 843. Information and documentation. Conversion of Greek characters into Latin characters. First edition 1997-01-15. Corrected and reprinted 1999-05-01. Genève.
4
Arbeit zitieren:
Ina-Eleftheria Sachariadis, 2005, Koketterie in fremden Kulturen - Übersetzerseminar, München, GRIN Verlag GmbH
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