Prozesse der Machtbildung vergleich Hannah Arendt ′Macht
und Gewalt′ und Heinrich Popitz ′Phänomene der Macht′
von: Martin Hierl
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 03
1.1. Vorbemerkung 03
1.2. Hannah Arendt 03
1.2.1. Meine Einschätzung von Arendt 04
1.3. Heinrich Popitz 04
1.3.1. Meine Einschätzung von Popitz 05
2. „Macht und Gewalt“ bei Hannah Arendt 06
2.1. Macht und Gewalt 06
2.1.1. Hannah Arendts Beweggründe zur Ausführung des Themas 06
2.1.1.1. Zweck-Mittel-Argumentation 06
2.1.1.2. Studentenbewegung 07
2.1.1.3. Fortschrittsgedanke 08
2.1.1.4. Wissenschaftliche Begründung 08
2.1.1.5. Tradition 08
2.1.2. Macht 09
2.1.3. Gewalt 10
3. „Phänomene der Macht“ bei Heinrich Popitz 12
3.1. Phänomene der Macht 12
3.1.1. Durchsetzungsformen 12
3.1.1.1. Aktionsmacht 13
3.1.1.2. Instrumentelle Macht 13
3.1.1.3. Autoritative Macht 14
3.1.1.4. Datensetzende Macht 14
3.1.2. Prozesse der Machtbildung 15
3.1.2.1. Machtbildung auf einem Schiff 15
3.1.2.2. Machtbildung in einem Gefangenenlager 16
3.1.2.3. Machtausbau in einer Erziehungsanstalt 18
3.1.3. Macht und Herrschaft 20
4. Vergleich der Werke 22
4.1. Macht 22
4.2. Gewalt 23
4.3. Autorität 24
5. Persönliche Stellungnahme 26
5.1. Eigene Gedanken 26
5.2. Zukunft 27
Literaturverzeichnis 28
1. EINLEITUNG
1.1. Vorbemerkung:
Meine Arbeit ist der Leistungsnachweis für das Seminar „Prozesse der Machtbildung und ihre Geschichte“ vom SS00 des Faches „Soziale und Kulturelle Umwelt des Menschen“.
Gegenstand meiner Arbeit sind die Texte „Macht und Gewalt“ von Hannah Arendt1 und „Phänomene der Macht“ von Heinrich Popitz2. Ich möchte herausfinden, was diese beiden Werke aussagen, und inwieweit sie sich unterscheiden. Voranstellen werde ich einige kurze Bemerkungen zur Person der Autoren und ihre jeweilige Arbeit
1.2. Hannah Arendt
1906 wird Hannah Arendt als Tochter des Ingenieurs Paul Arendt und dessen Frau Martha (geb. Cohn) in Linden (bei Hannover) geboren. 1924 nimmt sie ein Studium der Philosophie, Theologie und Klassischen Philosophie in Marburg auf, wechselt später nach Freiburg im Breisgau und Heidelberg, wo sie u. a. bei Martin Heidegger und Edmund Husserl studiert und 1928 promoviert. 1929 entschließt sie sich zu einem Umzug nach Berlin, wo sie Günther Anders (vormals Stern) heiratet - die Ehe wird 1937 geschieden. Über Günther Stern lernt Hannah Arendt 1933 viele Kommunisten kennen und macht ihre Wohnung zum Zufluchtsort für verfolgte Kommunisten. Wegen ihrer Arbeit für Kurt Blumenfeld und den Zionismus wird sie im Frühjahr durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo) verhaftet und verhört. Nach ihrer Freilassung flieht sie über Prag und Genf nach Paris, wo sie als Sozialarbeiterin bei einer jüdischen Organisation arbeitet. 1940 heiratet sie Heinrich Blücher. Nach einer mehrwöchigen Internierung im berüchtigten Auffanglager Gurs emigriert Arendt 1941 in die USA, wo sie politische Kolumnen für die deutsch-jüdische Wochenzeitschrift „Aufbau“ schreibt. 1948-1952 ist sie Direktorin der Jewish Cultural Reconstruction Organization zur Rettung jüdischen Kulturguts. In dieser Funktion reist sie 1949/50 erstmals nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder nach Deutschland. Nach mehreren Gastvorlesungen u. a. in Princeton und Harvard erhält sie 1953 eine Professur am Brooklyn College in New York. 1959 erhält sie den Lessing- Preis der Stadt Hamburg. 1960 erscheint ihre handlungstheoretische Untersuchung „Vita activa oder vom tätigen Leben“. 1961 Berichterstattung über den Eichmann-Prozess in Jerusalem für die Zeitschrift "New Yorker". Ihre Beiträge werden wegen der Kritik am Verhalten der Judenräte sowie der Darstellung Adolf Eichmanns selbst und seiner Motive kontrovers diskutiert. 1970 veröffentlicht sie die Studie „Macht und Gewalt“. Am 4. Dezember 1975 stirbt Hannah Arendt in New York.
1.2.1. Meine Einschätzung zu Arendt
Hannah Arendt ist in meinen Augen eine brillante und nicht unumstrittene politische Philosophin der Neuzeit. Sie ist in meinem Verständnis die erste Theoretikerin,die „Macht“ und „Gewalt“ als zwei unterschiedliche Phänomene sieht und für das politische Handeln neu definiert. Bis heute sind die seither kontrovers diskutierbaren Unterscheidungen wie die zwischen „Macht“ und „Gewalt“ gegenwärtig. Damit bleibt Hannah Arendt eine unabhängige Denkerin, dessen Werk sich der Einordnung in die etablierten Schulen des politischen Denkens widersetzt. Der Essay über „Macht und Gewalt“ von Hannah Arendt gehört für mich zu den wichtigsten Versuchen bei der Bestimmung von Macht.
1.3. Heinrich Popitz
Heinrich Popitz wird 1925 in Berlin geboren, studiert Philosophie, Geschichte und Ökonomie und promoviert 1949 zum Dr. phil. 1957 erreicht er seine Habilitation für Soziologie. 1959 wird Popitz Professor für Soziologie in Basel. Seit 1964 ist er Ordinarius für den damals neugeschaffenen Lehrstuhl für Soziologie in Freiburg und Gründungsdirektor des Instituts für Soziologie der Albert-Ludwigs- Universität in Freiburg. Von 1971-72 ist Popitz Theodor-Heuss-Professor an der „New School for Social Research” in New York. 1989 erscheint die erste Auflage von Phänomene der Macht, 1992 eine stark erweiterte Auflage.
1.3.1. Meine Einschätzung zu Popitz
Popitz versucht als Soziologe analytisch erklärend das Phänomen der Macht zu beschreiben: wie Machtbildungen zustande kommen, bei denen sich Minderheiten gegen die eindeutigen Interessen und Intentionen von Mehrheiten durchzusetzen vermögen. Er geht streng strukturiert und kategorisierend vor, teilt Gegebenheiten in verschiedene Gruppen und gewichtet ihre Bedeutung. Zur Verdeutlichung zieht er Beispiele heran. Das Werk Phänomene der Macht von Popitz zeigt mir deutlich wie verletzbar wir Menschen sind und unsere teilweise sehr hilflose Umgangsweise mit Macht.
2. MACHT UND GEWALT BEI HANNAH ARENDT
2.1. Macht und Gewalt
[...]
1 Arendt, Hannah, „Macht und Gewalt“, München, 1998, erste Auflage, 1970
2 Popitz, Heinrich, „Phänomene der Macht“, Tübingen, 1992
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Martin Hierl, 2000, Prozesse der Machtbildung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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