Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Die Prinzipien der Demokratie 4
2. Die 4 Arten der Demokratie 7
3. Gefahren für die Demokratie und Erhaltungsmaßnahmen 9
Schlussbetrachtungen 12
Bibliographie 13
2
Einleitung
Den Begriff der Demokratie 1 konnotiert man heute weitaus positiver als es im Laufe der Geschichte der Fall war. Kaum einer wird heute bestreiten, dass es die beste der schlechtesten Verfassungen ist. Doch welche Einwände lassen sich gegen die Demokratie vorbringen? Welche Prinzipien liegen ihr zugrunde? Und welche Arten der Demokratie gibt es? Denn dass es mehr als nur eine Demokratie gibt, zeigen schon die vielfältigen Bezeichnungen, wie Kanzler-, Parteien-, Mediendemokratie, repräsentative Demokratie usw. Ohne diese Zusätze kommt heute kein Demokratiebegriff aus. 2
Schon Aristoteles war sich der Vielfältigkeit der Demokratien bewusst, deshalb soll im Rahmen dieser Arbeit geprüft werden, welches Verständnis er von der Volksherrschaft hatte. Unterschiede zum heutigen Verständnis ergeben sich schon aus der Tatsache heraus, dass Aristoteles vor mehr als 2000 Jahren lebte. Die antike Welt kannte keine Massenmedien, folglich auch keine Mediendemokratie. Totzallem hat Aristoteles grundlegende Überlegungen angestellt, die bis heute in weiten Kreisen diskutiert werden. Dabei sollen vor allem drei Schwerpunkte in Augenschein genommen werden. Im ersten die Prinzipien der Demokratie im Allgemeinen. Was zeichnet Demokratien aus, was ist allen gemeinsam, trotz verschiedener Ausprägung?
Des Weiteren sollen die verschiedenen Arten der Demokratie untersucht werden. Aristoteles unterschied im Wesentlichen 4 Typen von Demokratien.
Darauf aufbauend sollen die Gefahren und die Erhaltungsmöglichkeiten der Demokratie betrachtet werden. Obwohl Aristoteles kein Freund der Demokratie war, machte er sich Gedanken darüber, wie man sie erhalten und stabilisieren kann.
1 Der Begriff leitet sich vom Demos (Gemeinde / Volk) ab und taucht erstmals im 5. Jahrhundert vor Christus (ca. 440/430 v.Chr.) in Athen auf. siehe Bleicken, Jochen: Die athenische Demokratie, Paderborn/ München u.a. 1986, S. 58f. 2 Siehe Bleicken, Jochen, S. 386.
3
1. Prinzipien der Demokratie
Aristoteles definiert im 3. Buch der Politik die Demokratie als eine Herrschaft der Armen (1279b8). Diese Definition ist auch ausschlaggebend für die negative Konnotation derselben. Neben dieser Definition nennt er drei Prinzipien, welche bis heute ihre Gültigkeit behalten haben: das Freiheits-, das Gleichheits- und das Mehrheitsprinzip. So schreibt er:
„Grundlage der demokratischen Staatsform ist die Freiheit“ (1317b39).
„Die Demokratie entstand dadurch, daß man meinte, wer in einem Punkte gleich sei, der sei es
auch in allem“ (1301a28) und schließlich Demokratie ist, „wo die arme Mehrheit herrscht“
(1280a29).
Dabei stellt sich die Demokratie zunächst einmal als eine verfehlte Form der guten Politie dar. Sie ist verfehlt, weil die Staatsgeschäfte zum Nutzen der Regierenden - hier also der armen Mehrheit - geleitet werden. Die Politie kennzeichnet hingegen, dass „die Menge zum allgemeinen Nutzen regiert“ (1279a38). Dabei darf die Politie nicht als eine rein demokratische Verfassung betrachtet werden, denn sie verbindet sowohl demokratische als auch oligarchische Elemente in sich (1293b32 u. 1294a21).
Dass Aristoteles die Demokratie jedoch als eine Herrschaft der Armen bezeichnet, mutet heute etwas seltsam an. Besonders da er im 3. Buch dies als das primäre Merkmal einer Demokratie ansieht, noch vor dem Prinzip der Mehrheit (1280a4). Im 4. Buch heißt es schon anders, dort wird gerade die Kombination von Armut, Freiheit und Mehrheit als Kennzeichen der Demokratie gesehen (1290b17). Die Argumentation der beiden Textpassagen ist etwas widersprüchlich. 3 Man kann jedoch davon ausgehen, dass eben beide Kriterien wichtig sind, denn wie Aristoteles richtig anmerkt, die Mehrheit ist in der Regel arm (1280a38).
Wieso er die Demokratie als eine schlechte Staatsform bezeichnet, soll anhand der drei ihr zugrunde liegenden Prinzipien erklärt werden. Dabei leitet sich das Gleichheits- aus dem Freiheitsprinzip ab. Obzwar Aristoteles schon im 3. Buch die Freiheit als ein wesentliches Merkmal der Demokratie bestimmt, so erläutert er es genauer erst im Buch 5 und 6. Dort wird der Freiheitsbegriff anhand zweier Merkmale näher bestimmt. Zum einen durch die alternierende Regierungspraxis (1317b1) und zum anderen durch die libertäre Freiheit (1310b33 u. 1317b12).
3 Siehe Dolezal, Joseph Paul: Aristoteles und die Demokratie. Eine Untersuchung des aristotelischen Demokratiebegriffes unter besonderer Berücksichtigung der geistesgeschichtlichen und historischen Grundlagen, Bonn ca. 1975, S. 107f.
4
Arbeit zitieren:
Damian Münzer, 2006, Das aristotelische Demokratieverständnis, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Aristoteles' Politik. Darstellung und Interpretation
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 16 Seiten
Haus und Staat bei Aristoteles - ein Vergleich
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 13 Seiten
Herausforderungen für Europa
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Diplomarbeit, 105 Seiten
Bürgerversicherung und Kopfpauschale - Alternativen zur Finanzierung ...
Bachelorarbeit, 16 Seiten
Parteien, Politiker und Ethik des politischen Handelns
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 14 Seiten
Mehrwert bieten, mehr Wert schaffen: Perspektiven deutscher Tageszeitu...
Medien / Kommunikation - Printmedien, Presse
Diplomarbeit, 119 Seiten
Propaganda und Berichterstattung während der Olympischen Spiele 1936
Hausarbeit, 15 Seiten
Bismarck - Der Zerstörer des Deutschen Bundes?
Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
Hausarbeit, 14 Seiten
Die historische Entwicklung des Berufspolitikers nach Max Weber "...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 15 Seiten
Vom Garanten für die Freiheit zum ungekrönten Monarchen - das Image Vl...
Politik - Internationale Politik - Region: Russland, Länder der ehemal. Sowjetunion
Wissenschaftlicher Aufsatz, 17 Seiten
Putin und die Oligarchen - wer herrscht wirklich in Russland?
Politik - Internationale Politik - Region: Russland, Länder der ehemal. Sowjetunion
Forschungsarbeit, 33 Seiten
Die UN-Friedensmissionen - Fallbeispiele in Afrika
Politik - Internationale Politik - Thema: Int. Organisationen u. Verbände
Diplomarbeit, 115 Seiten
Konflikte in der postkommunistischen Welt
Politik - Internationale Politik - Region: Osteuropa
Forschungsarbeit, 43 Seiten
Der Zusammenhang von Ethik und Politik bei Max Weber
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Essay, 13 Seiten
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Ursprünge und Perspektiven des Beamtentums
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hausarbeit, 21 Seiten
Damian Münzer hat den Text Das aristotelische Demokratieverständnis veröffentlicht
Damian Münzer hat einen neuen Text hochgeladen
Die Rezeption der aristotelisc...
Christoph Horn, Ada B. Neschke-Hentschke
Gesamtausgabe Abt. 2 Vorlesungen Bd. 61. Phänomenologische Interpretat...
Einführung in die phänomenolog...
Martin Heidegger
0 Kommentare