Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort 2
2. Die Erörterung - Eine Sachanalyse 2
2.1 Die dialektische Erörterung 3
2.2 Die lineare Erörterung 3
2.3 Andere Erörterungsformen 4
3. Didaktische Analyse 5
4. Schlussbetrachtungen 9
5. Literatur 11
1
1. Vorwort
In Baden-Württemberg werden in etwa ab der achten Klasse im Deutschunterricht Erörterungen geschrieben. Der neue Bildungsplan für allgemein bildende Gymnasien aus dem Jahr 2004 für das Fach Deutsch sieht für diese Klassenstufe vor, dass sich die Schülerinnen und Schüler „mit einem Sachverhalt in Form einer einfachen Erörterung auseinander setzen“ können. 1 Das schriftliche Argumentieren als ein Hauptbestandteil des Schulunterrichts wird bis zum Abitur weiterverfolgt, die zu erlernenden Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler weiten sich dementsprechend aus: In der Kursstufe wird die Fähigkeit, „komplexe Fragestellungen“ zu erfassen, daraus Probleme zu erschließen und die so gewonnenen Erkenntnisse mit „adäquater Begrifflichkeit“ selbstständig und schlüssig begründet zu erörtern verlangt. 2
Man kann somit die Erörterung als eine im Deutschunterricht vorherrschende Aufsatzform bezeichnen, in der Sekundarstufe II vielleicht sogar als die wichtigste. 3 In Anbetracht dieser Tatsache werden im weiteren Verlauf dieser Arbeit mit Hilfe einer didaktischen Analyse die Lernziele für die Schülerinnen und Schüler im Zusammenhang mit Erörterungen bzw. durch schriftliches Argumentieren vorgestellt. Eine genaue Sachanalyse des Untersuchungsgegenstands bildet dafür die Grundlage und leitet zur „Didaktisierung“ der Aufsatzform Erörterung hin.
2. Die Erörterung - Eine Sachanalyse
Was versteht man unter dem Begriff „Erörterung“? Der Ausdruck hat seinen Ursprung in der mittelalterlichen Wurzel örtern, deren Bedeutung mit „Rückführen eines Sachverhalts auf seinen Endpunkt im Sinne von Begriffsabgrenzung“ beschrieben werden kann. Dieses Ziel findet man genau genommen auch noch heute in Erörterungsaufsätzen. 4 Daneben besteht das Hauptanliegen einer Erörterung darin, ein Problem oder eine These unter Berücksichtigung möglichst aller Gesichtspunkte rational argumentierend abzuwägen mit dem Ziel, ein nachvollziehbares Ergebnis für den Leser zu formulieren. Es lassen sich primär zwei Formen der Erörterung unterscheiden, die dialektische und die lineare bzw. steigernde Form. Darüber hinaus werden, zumeist nur in der Oberstufe, literarische und textgebundene Erörterungen geschrieben. Trotz der formalen
Unterschiede zwischen den diversen Erörterungstypen wird immer dasselbe, oben genannte Hauptanliegen verfolgt.
2.1 Die dialektische Erörterung
Bei einer Erörterung in dialektischer Form werden gegensätzliche Positionen zueinander abgewogen und in ein Verhältnis zueinander gestellt. Beginnend mit einer zum Thema hinführenden Einleitung gibt die auch als "Pro und Contra Erörterung" bekannte Form der schriftlichen Argumentation Antwortmöglichkeiten auf reale Fragen, Thesen oder Probleme. Am Ende steht eine Synthese der Argumente oder eine Favorisierung von einer Position. Dabei darf auch die eigene Meinung eingebracht werden, wobei sich der Verfasser einer dialektischen Erörterung im Hauptteil wertneutral verhalten sollte. Mögliche Arbeitsanweisungen sind zum Beispiel:
N In Groß-Britannien tragen die Schüler während der Schulzeit eine Schuluniform. Welche Vor- und Nachteile sehen Sie, wenn dies auch in Deutschland der Fall wäre?
N Erörtern Sie die Aussage „Fußball ist ein reiner Männersport!“ Der Verfasser gibt dem Leser einen möglichst genauen Überblick über das Thema. Die Argumente sind nach ihrer Wichtigkeit geordnet, zunächst für die eine mögliche Position, beginnend mit dem stärksten Argument hin zum schwächsten. Es folgen die Argumente der Gegenseite, beginnend mit dem schwächsten Argument hin zum stärksten. Durch eine solche Anordnung der Positionen lässt sich eine Leserlenkung erzielen. Je nachdem welche Position der Verfasser favorisiert, kann er seine Argumente im zweiten Block präsentieren, damit die Argumente länger im Gedächtnis bleiben und so überzeugender sind.
2.2 Die lineare Erörterung
Im Gegensatz zu einer dialektischen Erörterung gibt eine lineare bzw. steigernde Erörterung keine Antwortmöglichkeiten, sondern eine auf eine Frage oder These bezogene Antwort. Der Aufbau ist mit dem der dialektischen Erörterung vergleichbar; die die Antwort untermauernden Argumente werden nach einer Einleitung gemäß ihrer Wirkungs- und Überzeugungskraft angeordnet. Die Darstellung einer Gegenposition entfällt, dafür wird für jedes Argument ein Beispiel angeführt. Das Augenmerk liegt hier mehr auf der detaillierten, umfassenden Darstellung eines Sachverhalts bzw. eines
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Arbeit zitieren:
Henry Mayer, 2005, Die Erörterung - Eine didaktische Analyse, München, GRIN Verlag GmbH
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