1 Einleitung.1 Einleitung 1
2 Wissensgefälle abbauen.2 Wissensgefälle abbauen 3
Wissenserwerb 4
Wissenserwerb aus dem Ausland 5
Schaffung von Wissen im Inland 10
Aufnahme von Wissen 12
Mängel bei der Aufnahme von Wissen in Entwicklungsländern 13
Mögliche Lösungsansätze 16
Weitergabe von Wissen 18
3 Informationsprobleme beseitigen.3 Informationsprobleme beseitigen 19
Probleme auf Güter und Dienstleistungsmärkten 20
Probleme auf Finanzmärkten 22
Informationen über die Umwelt 24
Wissen gewinnt in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung. Es ist oft die Rede davon, dass wir in einer sogenannten „Wissensgesellschaft“ leben. Damit wird ausgedrückt, dass nicht nur die Produktionsleistung von Maschinen und die Anzahl der Arbeitskräfte einer Volkswirtschaft wichtig für ihr Wachstum ist, sondern in besonderem
- und darüber hinaus zunehmendem – Maße die Ausstattung mit Humankapital, also Menschen, die über ein hohes Wissen verfügen und dieses Einsetzen, um neue Technologien zu entwickeln und anzuwenden.
Die in Deutschland sehr kontrovers geführte Debatte um die „Green-Card“ zeigt, wie aktuell und wichtig dieses Thema ist. Selbst ein hoch entwickeltes Industrieland wie Deutschland scheint auf das Wissen von im Ausland ansässigen Spezialisten angewiesen zu sein, weil das Wissen dieser Spezialisten ein seltenes und daher kostbares Gut darstellt.
Umso verständlicher ist, dass die Ressource „Wissen“ gerade auch für Entwicklungsländer eine entscheidende Rolle spielt.
Sie haben die Möglichkeit, auf der Welt vorhandenes Wissen zu nutzen, um dadurch ihr Wachstum und ihre Lebensqualität deutlich zu steigern.
Außerdem bietet sich ihnen der Vorteil aus Fehlern, die in anderen Ländern gemacht wurden, zu lernen, durch das Wissen über diese Fehler eben diese zu vermeiden und so bestimmte Lernphasen zu überspringen.
Die Schaffung von Wissen ist allerdings recht ressourcenintensiv und ist daher bisher größtenteils den reicheren Industrieländern vorbehalten. Die private Bereitschaft Wissen zu schaffen wird dadurch gehemmt, dass Wissen die Eigenschaften eines öffentlichen Gutes hat. Es ist nicht rivalisierend, denn sein Nutzen für den Einzelnen bleibt derselbe, egal wie viele andere noch im Besitz des Wissens sind. Und es ist nicht ausschließbar, denn einmal veröffentliche Forschungsergebnisse oder theoretische Modelle sind frei zugänglich. Durch den Schutz des geistigen Eigentums in Form von Patenten kann versucht werden, Anreize für private Forschung und Entwicklung zu schaffen. Unternehmen können dann die entstandenen Kosten durch den Ertrag ihrer geschützten Produkte ausgleichen.
In vielen Bereichen, wie z.B. der Gesundheit und dem globalen Klimaschutz, ist der Nutzen für die gesamte Gesellschaft allerdings so groß, dass das Gewinnstreben einzelner Unternehmen in den Hintergrund gerät und Patente keine Lösung sind.
Der Zusammenhang zwischen Wissen und dem Wirtschaftswachstum eines Landes und damit dessen Entwicklung ist schwer zu belegen. Dass es einen Zusammenhang geben muss, wird durch den Anstieg des Lebensstandards in einigen ostasiatischen Staaten zu erklären versucht, der im Vergleich zu der ehemaligen Sowjetunion sehr deutlich ausfiel. Hongkong (China) und Singapur investierten z.B. stark in physisches Kapital und die Ausbildung der Bevölkerung, weil sie nicht über neu zu erschließendes Land - was eine weitere Wachstumsstrategie ist - verfügten.
Die Vielfalt an verschiedenen Wissensarten und die Schwierigkeit bei ihrer quantitativen Messung haben dazu geführt, dass der Wissenschaftler Solow den Teil des Wirtschaftswachstums dem Wissen zurechnet, der nicht durch den Anstieg anderer Produktionsfaktoren wie Arbeit und Kapital erklärt werden kann. Daher wird dieser Teil auch als „Solowscher Restwert“ bezeichnet.
Wichtig ist aber zusätzlich die Öffnung eines Landes nach Außen, denn auch in der ehemaligen Sowjetunion lag die Analphabetenquote bei fast null Prozent und die Menschen waren durchaus gebildet. Im Gegensatz zu Ländern wie Singapur und Taiwan praktizierte man dort allerdings eine sehr restriktive Handels- und Investitionspolitik und schottete sich nach Außen ab.
Es gibt verschiedene Arten von Wissen. Im folgenden sollen zwei davon im Hinblick auf die Relevanz und die Probleme, die durch ihr nicht Vorhanden sein entstehen, in Bezug auf die Entwicklung der armen Länder untersucht werden:
Technisches Wissen, auch als „Know How“ bezeichnet.
Dazu zählen unter anderem das Wissen über die Ernährung und über moderne Technologien z.B. aus der EDV.
Wissen über Eigenschaften von Gütern und Dienstleistungen
Das Fehlen dieser Art Wissen wird auch als „Informationsprobleme“ bezeichnet.
Wissensgefälle abbauen
Die Ausstattung mit technischem Wissen ist in Entwicklungs- und Industrieländern sehr unterschiedlich und der Abbau dieses als „Wissensgefälle“ bezeichneten Zustands ein wichtiger Schritt der wirtschaftlichen Entwicklung und damit bei der Bekämpfung von
Wissen ermöglicht die effizientere Nutzung von Ressourcen und dadurch auf längere Sicht einen höheren Lebensstandard.
Wissen spielt für Entwicklungsländer besonders auf dem Gesundheitssektor eine entscheidende Rolle. Die Erfindung von Impfstoffen und Antibiotika haben z.B. dazu beigetragen ansteckende Krankheiten in den Griff zu bekommen. Besonders Kindern in armen Ländern kommt dieses Wissen zugute, denn dadurch kann die sehr hohe Sterblichkeitsrate von Kindern in solchen Ländern verringert werden.
Auch grundlegende Schulbildung hat einen bedeutsamen Einfluss auf die Verringerung der Kindersterblichkeit, wie eine Studie in 45 Entwicklungsländern gezeigt hat: Hatte die Mutter keinerlei Schulbildung genossen lag die Sterblichkeitsrate von Kindern unter 5 Jahren bei 144 von 1000. Bei Grundschulbildung betrug die Anzahl 106 von 1000 und bei höherer Schulbildung der Mutter 68 von 1000.
Die Verringerung des Wissensgefälles ist allerdings schwierig, da die Schaffung von Wissen sehr kosten- und ressourcenintensiv ist und weil die Ausstattung mit diesen benötigten Ressourcen und Mitteln in Industrie- und Entwicklungsländern sehr unterschiedlich ist. Die Ressourcenausstattung ist dabei sogar noch gravierender, als das Wissensgefälle zwischen diesen Ländern selbst.
1 - Ausgaben und BIP pro Kopf Tabelle 1: F&E
Quelle: Weltentwicklungsbericht 1998/99 S.2
Deshalb ist es wichtig, Wissen nicht nur neu zu schaffen, sondern bereits vorhandenes Wissen möglichst kostengünstig zu erwerben, aufzunehmen und weiterzugeben. Diese Schritte sind ebenfalls nötig, um das Wissensgefälle, das innerhalb eines Landes zwischen verschiedenen Gruppen bestehen kann, abzubauen. In Kenia z.B. arbeitet das produktivste Unternehmen etwa 40 mal effizienter, als die am wenigsten
Wissen kann prinzipiell auf zwei Arten erworben werben: Zum Einen durch Selbsterzeugung, die - wie bereits gesagt - relativ teuer und ressourcenintensiv ist, und zum Anderen durch Öffnung gegenüber dem Ausland, von wo sich Wissen „importieren“ lässt.
In der Regel reichen die Ressourcen eines Entwicklungslandes nicht aus, um das benötigte Wissen vollständig selbst zu erzeugen. Deshalb muss hier eine Kombination
von Selbsterzeugung und dem Erwerb - mit anschließender Anpassung - von Wissen aus dem Ausland erfolgen. Dafür gibt es wiederum verschiedene Möglichkeiten.
2.1.1 Wissenserwerb aus dem Ausland
Internationaler Handel
Sowohl was den Import, als auch was den Export von Gütern und Dienstleistungen angeht, bieten sich den Entwicklungsländern Möglichkeiten, über internationalen Handel Wissen zu erwerben. Alleine schon der Kontakt zu Handelspartnern in Industrieländern schafft ein Bewusstsein für das im Ausland verfügbare Wissen. Auf der Importseite lässt sich solches im Ausland vorhandene Wissen direkt durch den Erwerb von Technologien, z.B in Form von Maschinen, erlangen. High-Tech-Produkte haben mittlerweile einen sehr hohen Anteil am weltweiten Handel, während der Handel mit Rohstoffen deutlich nachgelassen hat.
Importierte Technologien zu imitieren oder sogar weiter zu entwickeln ist eine Möglichkeit, das im Ausland erworbene Wissen zu nutzen. Ein gutes Beispiel für diese Vorgehensweise ist Japan, das bereits in früheren Jahrhunderten viele kulturelle und religiöse Elemente und Wissen aus dem Ausland - insbesondere China- importierte. Auch in der heutigen Zeit ist Japan dafür bekannt, Technologien aus dem Ausland zu übernehmen und weiter zu entwickeln.
Wichtig ist die an den Erwerb anschließende Anpassung des Wissens an die örtlichen Gegebenheiten. Das hat besondere Bedeutung, wenn es um landwirtschaftliche Technologien geht, weil dort die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern eine Rolle spielen.
Auf der Exportseite bedeutet der internationale Handel auch internationalen Wettbewerb und das Verlangen nach internationalen Qualitätsstandards. Ein Unternehmen, das sich mit Konkurrenten aus Industrieländern messen muss, setzt sich auch internationalen Bewertungs- und Qualitätsmaßstäben aus. Diese Tatsache erfordert zum einen eine effizientere Produktion und zum anderen häufig auch höhere Investitionen in das Wissen der Arbeiter, a ls bei rein Binnenmarkt-orientierten
Unternehmen. Dadurch erscheinen solche Unternehmen gleichzeitig auch interessanter für ausländische Investoren.
Hier zeigt sich eine Parallele zu der Insider-/Outsider-Theorie bei der Frage um Sozialstandards im Zusammenhang mit internationalem Handel. Sowohl was die Einhaltung von Sozialstandards als auch was den Erwerb von Wissen angeht, sind exportorientierte Unternehmen und deren Arbeiter gegenüber binnenmarktorientierten deutlich im Vorteil. Dies ist mit ein Grund dafür, dass ein Wissensgefälle nicht nur zwischen Industrie- und Entwicklungsländern, sondern auch innerhalb von Entwicklungsländern besteht.
Ausländische Direktinvestitionen
Ausländische Direktinvestitionen anzuziehen und darüber Wissen zu erwerben stellt ein eher langfristiges Ziel dar. Von solchen Direktinvestitionen können nicht nur die Mitarbeiter in einem Tochterunternehmen oder Joint Venture eines ausländischen Unternehmens profitieren, sondern auch die Lieferanten und Kunden des
Voraussetzung für ausländische Direktinvestitionen ist allerdings eine geeignete Zoll- und Investitionspolitik. Hohe Zollschranken können zwar auch dazu führen, dass hohe Direktinvestitionen getätigt werden. Dann allerdings aus dem Grund, mit inländischen Unternehmen konkurrieren zu wollen und dafür die Zollschranken zu umgehen. Dabei besteht die Gefahr, dass es sich um Investitionen in alte Technologien handelt, da eben auch nur mit der alten, inländischen Technologie konkurriert werden muss. Niedrige Zollschranken hingegen können dazu führen, dass auch moderne Technologien das Ziel von Direktinvestitionen sind. Niedrige Zollschranken erleichtern nämlich auch anderen ausländischen Unternehmen die Investition in moderne Technologien, was zu einer Konkurrenzsituation auf höherem technischen Niveau führt.
Eine weitere Voraussetzung für ausländische Direktinvestitionen ist eine stabile wirtschaftliche und politische Lage. Dies ist sicherlich ein Punkt, der in vielen Entwicklungsländern, wo Bürgerkriege und Korruption an der Tagesordnung sind, Investoren abschreckt. Hier dient die MIGA (Multilateral Investment Guarantee Agency) aus der Weltbankgruppe als eine Art Versicherung, um private Direktinvestitionen in Entwicklungsländern zu fördern.
Arbeit zitieren:
Daniel Jaeger, 2001, Entwicklung durch Wissen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Lernen durch technologische Innovationen
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Hauptseminararbeit, 25 Seiten
Wissen und Wissenschaft im Koran
Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft
Seminararbeit, 15 Seiten
Eigenarten des islamischen Bankensystems und wirtschaftliche Entwicklu...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Seminararbeit, 26 Seiten
Agrarstrukturwandel und Migration in Amazonien
Geowissenschaften / Geographie - Regionalgeographie
Hauptseminararbeit, 53 Seiten
Daniel Jaeger hat den Text Entwicklung durch Wissen veröffentlicht
Daniel Jaeger hat einen neuen Text hochgeladen
Informations- und Kommunikatio...
Christopher Coenen, Ulrich Riehm
Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit
Theologien, Strategien, Instru...
Rainer Duttmann, Rainer Glawion, Herbert Popp, Rita Schneider-Sliwa
Theorien - Probleme - Strategi...
Reinhard Stockmann, Franz Nuscheler, Ulrich Menzel
0 Kommentare