II
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis. III
1. Einleitung 1
2. Was ist eine „internationale Organisation“? 2
3. Geschichte und Entwicklung internationaler Organisationen 3
3.1. Sicherheitsbedürfnis 3
3.2. Ökonomische und währungspolitische Zusammenarbeit. 4
4. Strukturelle und funktionale Variationen internationaler
Organisationen 6
4.1. Organisationsstruktur 6
4.1.1. Trägerschaft 7
4.1.2. Mitgliedschaft 10
4.1.3. Integrationsgrad. 11
4.2. Funktionale Variationen 13
4.2.1. Reichweite 13
4.2.2. Politikprozessfunktion. 15
Funktion 16
4.1.4. Entscheidungsfindung 16
4.3. Stärke. 18
5. Klassifizierung internationaler Organisationen. 19
6. Fazit 22
Literaturverzeichnis 24
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Typologisierung internationaler Organisationen.......... 16
Abbildung 2: Klassifikation an Hand von Zuständigkeit und Mitgliedschaft.............................................................. 20
Abbildung 3: Klassifikation an Hand von Autorität und Reichweite .. 21
1
1. Einleitung
Internationale Beziehungen haben in vielen Bereichen des täglichen Lebens immer mehr an Bedeutung gewonnen. „Globalisierung“ ist zu einem Modewort geworden und symbolisiert eine Entwicklung, bei der Erfa hrungsaustausch und Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg immer mehr in den Vordergrund geraten, sei es nun in der Politik, der Wirtschaft, dem Sport oder der Kultur.
Die vielfältigen Möglichkeiten, die neue Technologien, wie z.B. das Internet, bieten, überwinden die Entfernungen zwischen den Menschen, bringen sie näher zusammen und verdeutlichen diesen Entwicklungsprozess hin zu einer weltweiten Verflechtung der verschiedenen Aktivitäten. Auf der anderen Seite stellen sich auch Aufgaben, denen nur gemeinsam, kooperativ begegnet werden kann, wie z.B. die Versorgung mit Nahrung und Energie, Umweltschäden und -katastrophen oder Weltraumforschung. 1 Damit diese Aktivitäten von Erfolg gekrönt werden und nicht in einem unübersichtlichen Chaos untergehen, ist es erforderlich, dass Einrichtungen geschaffen werden, die den unterschiedlichen, über den Globus verteilten Akteuren als Instrument zum gegenseitigen Informationsaustausch und zur Abstimmung der Einzelaktivitäten dienen, um letztendlich das Erreichen eines gemeinsamen Ziels zu ermöglichen.
Jeder hat schon einmal von den vereinten Nationen, dem internationalen roten Kreuz oder dem olympischen Komitee gehört und sie alle stellen in bestimmter Hinsicht solche Einrichtungen, zusammengefasst unter der Bezeichnung „internationale Organisationen“ dar. Im Folgenden soll daher näher erläutert werden, wo die geschichtlichen Anfänge solcher internationaler Organisationen liegen, welche Anforderungen es an sie gibt und wie sie sich unterscheiden.
1 Vgl. Bennet (1977), International Organizations - Principles and issues, Prentice Hall,
New Jersey S. 21
2
2. Was ist eine „internationale Organisation“?
Wie bei vielen wissenschaftlichen Fragen ist es auch hier nicht möglich, eine eindeutige Definition für eine „internationale Organisation“ zu fi nden. Offensichtlich ist, dass es über die ganze Welt verteilt Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen Staaten, Individuen und Gruppen gibt. Wenn es sich ausschließlich um Beziehungen zwischen Regierungen und deren Repräsentanten handelt, so werden dafür die Begriffe „interstate“ oder „intergovernmental“ gebraucht, bzw. „transgovernmental“, wenn es sich um einzelne Regierungsbereiche (z.B. Ministerien) handelt. Beziehungen hingegen, bei denen Regierungsvertreter beteiligt sein können, aber nicht müssen, also auch ausschließlich zwischen Individuen und Gruppen bestehen können, kann man mit dem Begriff „transnational“ beschreiben. 2 Den Begriff „international“ kann man nun als Oberbegriff für sämtliche Aktivitäten und Beziehungen, die zwischen zwei oder mehreren Akteuren in verschiedenen Staaten bestehen, ansehen, egal, ob es sich dabei nun um beliebige Individuen, Gruppen und/oder Regierungsvertreter handelt. Die Schwierigkeit bei der Definition des Begriffs „Organisation“ liegt vor allem in der Abgrenzung zu dem Begriff „Institution“, da beide häufig synonym verwendet werden. Internationale Aktivitäten müssen aufeinander abgestimmt und durch bestimmte Regeln und Verhaltensvorschriften gesteuert oder organisiert werden. Diese oft sehr umfangreichen Regelwerke werden üblicherweise als Institutionen bezeichnet. Eine „Organisation“ hingegen ist tatsächlich physisch vorhanden, ihre Organe sind verwaltend tätig und sie repräsentiert somit die ihr zugrunde liegenden Institutionen. 3 Eine „internationale Organisation“ kann demnach verstanden werden als ein System, das sich aus Repräsentanten der verschiedenen Mitgliedsländer zusammensetzt und mit Hilfe geeigneter Regelwerke die Aktivitäten untereinander auf ein gemeinsames Ziel hin abstimmt und überwacht.
2 Vgl. Archer (1992), International Organizations, 2. Aufl., Routledge
London, 1992, S. 1
3
3. Geschichte und Entwicklung internationaler Organisationen
Man kann in der Geschichte zwei Gründe ausmachen, die besondere Bedeutung für die Errichtung internationaler Organisationen haben. Ein Grund ist das Bedürfnis nach Frieden und Sicherheit, das sich in krisenhaften Zeiten, wie z.B. Nachkriegsjahren, naturgemäß einstellt. Der andere wichtige Grund ist ökonomischer Natur, denn die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg kann für alle Beteiligten wirtschaftliche Vorteile bringen.
3.1. Sicherheitsbedürfnis
Nach dem Ende des dreißigjährigen Krieges im 17. Jahrhundert war es im Interesse der souveränen Staaten, wechselnde militärische Allianzen zu bilden, um der eigenen Sicherheit zu dienen. Diese zwischenstaatlichen Abkommen und damit koordinierten Aktivitäten können als Vorläufer der ersten internationalen Organisationen angesehen werden. Von den meisten Autoren wird übereinstimmend der Anfang des 19. Jahrhunderts als Startpunkt dafür genannt. Dies hing damals mit der Niederlage Napoleons 1815 zusammen, was eine bedeutende Veränderung für Europa darstellte. Es entstand der Wiener Kongress, der wiederum das europäische Konzert der Großmächte ins Leben rief, um durch internationale Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen den Frieden in Europa wiederherzustellen und zu sichern. Zu diesem Zweck wurde ein Konsultationssystem geschaffen, das eine gewaltfreie Konfliktbeseitigung ermöglichen sollte. Von Anfang an spielte die Hegemonialmacht England eine entscheidende Rolle für das Bestehen des Wiener Kongresses. Zum Ende des 19. Jahrhunderts nahm diese Vormachtstellung immer weiter ab, schwächte ihn und mit dem ersten Weltkrieg brach das System dann endgültig zusammen. Nach dem ersten Weltkrieg wurde der Völkerbund gegründet, der inhaltlich eine Fortsetzung des Wiener Kongresses darstellte. Allerdings war er stärker institutionalisiert, hatte ein ständiges Sekretariat und
3 Vgl. Archer (1992), International Organizations, 2. Aufl., Routledge, London 1992, S. 2
4
beinhaltete erstmals eine Bundesversammlung, in der jedes Mitglied mit gleichem Stimmrecht vertreten war. Die Gründung des Völkerbundes stellte in dieser Form ein außergewöhnliches und - trotz des Verlangens nach einem neuen Sicherheitssystems nach dem ersten Weltkrieg - unvorhersehbares Ereignis dar. Denn bis dahin hatte die Wahrung der staatlichen Souveränität, die durch die Übertragung von Entscheidungsbefugnissen an die Bundesversammlung teilweise aufgehoben wurde, oberste Priorität. 4
Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die vereinten Nationen von 51 Mitgliedern unter Führung des neuen Hegemons USA gegründet, um wiederum weltweite Sicherheit zu schaffen und dabei die Strukturen des Völker-bundes zu verbessern, der nicht durchsetzungsfähig genug war, um den Krisen in Asien und Europa zu begegnen. So wurde ein umfassenderes System geschaffen, das zur Vermeidung von Konflikten organisatorische Zusammenarbeit auch in Bereichen wie Gesundheit, Ernährung, materieller Ressourcenausstattung, Rohstoffversorgung und ökologischen Probleme beinha ltet.
3.2. Ökonomische und währungspolitische Zusammenarbeit
Mit der einsetzenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurden die schon bestehenden Verflechtungen aus dem Sicherheitsbedürfnis heraus auf wirtschaftlicher Ebene weiterentwickelt und vertieft. Neue Möglichkeiten des Transports und der Kommunikation erleichterten diese Entwicklung, oder erforderten sie sogar. 5 Ende des 19. Jahrhunderts etablierten sich einige „public international unions“, unter denen die International Telegraphic Union (1865), die Universal Postal Union (UPU) und die Union of Railway Freight Transportation (1890) besonders wichtig waren. Ein erster Versuch der ökonomischen Integration fand aber bereits mit der Gründung des deutschen Zollvereins 1834 statt, der allerdings nur bis 1867 existier-
4 Vgl. Armstrong (1982), The rise of the international organisation,
Macmillian Press, London, S.1
5 Vgl. Feld/Jordan (1988), International Organizations - A comparative approach, 2. Aufl.,
Praeger Publishers, New York, S.1
Arbeit zitieren:
Daniel Jaeger, 2000, Vergleich internationaler Organisationen aus struktureller und funktionaler Sicht, München, GRIN Verlag GmbH
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